ich habe jetzt mal aus Interesse aus einem Baukasten ein "Detektor-Radio" gebastelt. Die Prinzipien dahinter sind sehr leicht verständlich, so z.B. auch, dass die Frequenz mittels eines Drehkondensators eingestellt wird, da darüber die Kapazität im LC-Schwingkreis geändert wird. Richtig?
Jetzt frage ich mich, wie funktioniert (nur so im Groben) das eigentlich bei modernen Radios, wo man über Tasten direkt von 88,5 auf 103,7 umspringen kann? Ist doch wohl kein Drehko mehr, oder? Ich glaube, da drin ist ein IC, der verschiedene Kapazitäten zu einem Schwingkreis schnell dazu und weg schalten kann. Wer kann mir das erklären?
Vielen Dank, Nico
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M
MaWin
Nicolas Mittelmaier schrieb im Beitrag ...
Und dadurch die Resonanzfreuqenz veraendert wird, und damit die die Schweingungen, deren Spannungswert sich durch Resonanz ueberhoeht, im Vergleich zu den Schwingungen, die durch den Schwingkreis gedaempft werden, verschiebt.
Nein. Ein VCO = voltage controlled oszillator = spannungsgesteuerter Oszillator. Dessen Frequenz wird udrch eine PLL mit eingestelltem Teilerverhaeltnis an eine stabile Quartzfrequenz gekoppelt. Dann mischt man das Oszillatorsignal mit dem Antennensignal. Dadurch kommen nur die Schwingungen durch, die auf derselben Frequenz liegen, andere Schwingungen liegen mal in Phase, mal ausserhalb der Phase, mal in Gegenphase, und werden daher im Mittel ausgefiltert.
Datenblatt des TDA7000 von Philips.
Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at despammed.com
homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/
de.sci.electronics FAQ: http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/
Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask.
Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.
O
Oliver Bartels
Es wird ein Überlagerungsempfänger mit PLL gesteuertem Lokaloszillator verwendet.
D.h. bei UKW mischt z.B. ein Oszillator bei 109,2MHz das Eingangsignal von 98,5MHz auf die Differenz von 10,7MHz herunter
(Mischung gibt typischerweise Summen- und Differenzfrequenz der Mischer Eingangssignale. Ein Mischer ist eine Art Multiplizierer, und wenn man die Sinus Additionssatz mit sin(alpha+beta) und sin(alpha-beta) gleichungsmäßig addiert, bleibt rechts ein Produkt sin(alpha) cos(beta) stehen. Das Produkt ist das, was der Mischer erzeugt, die Gleichung zeigt beim Einsetzen der Kreisfrequenzen, dass dies gleichbedeutend zur Summen- und Differenzfrequenz ist)
Dies 10,MHz Zwischenfrequenz werden durch einen ZF-Teil mit fest auf diese Frequenz abgestimmten Filtern (meist Keramikfilter) geschickt und am Ende FM-demoduliert.
Der Lokaloszillator (im Beispiel die 109,2MHz) wird zumeist über Kapazitätsdioden anstelle des Drehkondensators verstimmt.
Diese Dioden ändern deutlich ihre Kapazität in Sperrrichtung mit der angelegten Sperrspannung. Schalten braucht man da ergo nichts.
Das Ausgangssignal des Lokaloszillators wird zum einen dem Mischer zugeführt, zum anderen einem programmierbarem Frequenzteiler, dessen Ausgang mit einer festen Referenzfrequenz (Quarz) über einen Phasenvergleicher verglichen wird. Abhängig vom Vergleichsergebnis werden Schalttransistoren (FET's) gesteuert, die einen Kondensator auf- oder entladen, dessen Spannung dann die Kapazitätsdioden ansteuert.
Das ganze nennt sich PLL (Phase Locked Loop) und wird heutzutage auf einem IC integriert.
Auf diese Weise wird über eine (Phasen-) Regelschleife die Frequenz des Lokaloszillators auf den gewünschten Wert stabilisiert.
Die Eingangskreise (das, was Dein Drehkondensator macht) steuert man dann auch über Kapazitätsdioden. Da diese nicht besonders frequenzselektiv sein müssen (es gilt im wesentlichen, die *Spiegelfrequenz* bei im Beispiel
109,2MHz+10,7MHz = 119,9MHz auszufiltern, damit diese nicht empfangen wird), ist hier keine besonders hohe Genauigkeit der Einstellung erforderlich.
Also, dass der abgestimmte Sender nicht auf der selben Frequenz, sondern auf einer zum Oszillator um die Zwischenfrequenz verschobenen Frequenzhöhe liegt, und die Zwischenfrequenz nach der Mischung durch den ZF-Filter ausgefiltert wird, wie Oliver Bartels schrieb, hättest Du schon ausführen sollen.
Das und, dass so ein PLL-Oszillator die gleiche Funktion hat wie ein herkömmlicher, über Kapazitätsdioden abgestimmter, möchte ich nur erwähnen, damit nicht der Eindruck entsteht, eine der Antworten wäre falsch.
Gruß, Ulrich Lukas
G
Guido Grohmann
Nicolas Mittelmaier schrieb:
o"
z.B.
, da
Ja.
h bei
gen
IC,
eg
Es gibt sogenannte Kapazit=E4tsdiodenTuner und welche mit Frequenzsysthes= e.
GG
H
Harald Wilhelms
Jau. Statt eines Drehkondenstors kann man auch sog. Kapazitätsdioden verwenden. Das sind Bauelemente, die je nach angelegter Gleichspannung eine unter- schiedliche Kapazität haben. Die Stationstasten legen dann eine unter- schiedlich hohe, einstellbare Spannung an die Dioden und man kann dann auf unterschiedliche Frequenzen abstimmen.
Punkt 1: Leider funktioniert ein Detektorempfänger nicht mehr auf UKW (bzw, nicht bei FM) sondern nur auf den AM-Bereichen (Lang, Mittel, Kurz)
Punkt 2:Bei den heutigen Fertigempfängen werden zur Erzielung einer besseren Leistung spezielle Konzepte benutzt, die einem Selbstbau nicht mehr so ganz zugänglich sind, sondern nur mit einem entsprechendem IC aufgebaut werden können. Grundsätzlich werden dabei die verschiedenen Frequenzen als erstes in eine feste Frequenz, die sog. Zwischenfrequenz umgesetzt. Diese Zwischenfrequenz wird dann verstärkt und in einem sog. Demodulator in die hörbare Niederfrequenz umgesetzt. Die Umsetzung Empangsfrequenz - Zwischenfrequenz, wird heutzutage mit einem volldigtalem Baustein vorgenommen, der dann auch noch problemlos eine Anzeige und andere Funktionen steuern kann. Leider ist die Erklärung der Funktion von solchen Bausteinen etwas komplizierter, wie Du ja vielleicht schon aus den anderen Antworten entnommen hast. Gruss Harald
M
Martin Lenz
Am Sun, 01 Aug 2004 00:16:53 +0200 hat Ulrich Lukas geschrieben:
Der TDA7000 verwendet allerdings eine extrem kleine ZF, ich glaube so ca.
70kHz, ja das ist kleiner als der übliche FM-Hub, der wird auch über eine trickreiche PLL reduziert. Ansonsten hat der TDA7000 von sich aus keinen Synthesizer. Ich würde sagen, er ist eher eine Mischung aus direct-conversion und Superhetempfänger. Ich bi naber jetzt nicht sicher, ob er die PLL auch als Demodulator nutzt, oder einen anderen FM-Detektor drin hat.
Martin
G
Gerd Roethig
Hallo,
Am 2 Aug 2004 02:14:44 -0700 schrieb snipped-for-privacy@web.de (Harald Wilhelms) :
Was sich bei Einführung des Digitalradios aka DAB noch weiter in Richtung "Ungünstig für Selbstbau" verschieben dürfte, denn ein Digital-Empfänger-Modul kann man sicherlich nicht mehr mit vertretbarem Aufwand selbst bauen.
Ciao
Gerd
G
Georg Acher
|> Was sich bei Einführung des Digitalradios aka DAB noch weiter in |> Richtung "Ungünstig für Selbstbau" verschieben dürfte, denn ein |> Digital-Empfänger-Modul kann man sicherlich nicht mehr mit |> vertretbarem Aufwand selbst bauen.
Klar ist es aufwendiger als ein 1D+1C+1L-Detektorempfänger. Für engagierte Bastler oder AFUs sollte es aber möglich sein...
Das meiste steckt sowieso in der SW, das ist nicht ganz trivial. Auf HW-Seite ist es aber relativ entspannt. Es gibt nur zwei kritische Punkte für OFDM: Die PLL muss ein möglichsr geringes Phasenrauschen haben und die Linearität von Vorverstärker, Mischer und ADC muss halbwegs gut sein.
Georg Acher, acher@in.tum.de
http://wwwbode.in.tum.de/~acher
"Oh no, not again !" The bowl of petunias
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