Mit Oszi Stromnetz gefahrlos messen (Masseschleife) ?
Feb 01, 2004 15 Replies
P
Philip
Hallo
Jemand hat mal gewarnt, dass man nicht mit der Oszi-Sonde (oder deren Masseanschluss) das gleiche Stromnetz messen soll, von dem das Gerät die Energie holt. Irgendwo gäbe es dann eine Schleife, welche das Oszi beschädigen könnte. (Also niemals die Sonde in die Steckdose stecken)
Ist da was dran oder war es ein versteckter Verkäufer für akkubetriebene Oszis ?
Entschuldigt die dumme Frage, aber ich möchte eine sehr teure Erkenntnis vermeiden ;-)
Danke und Gruss Philip
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M
MaWin
Philip schrieb im Beitrag ...
Natuerlich
Nein. Aber ein akkubetriebesen Oszi waere eine Loesung. Potentialgetrennte Oszis sind zwar sonst auch kaufbar, aber teuer.
vermeiden ;-)
Man /koennte/ Phase bloss mit dem Tastkopf messen, weil Masse ja vom Geraet kommt. Will man Stoerungen zwischen Erdung/Null unterdrueckne, kann man mit dem zweiten Kanal mit dem Tastkopf noch Null messen, und auf der Anzeige beide Kanaele voneinader abziehen (subtrahieren) lassen.
Aber das alles laesst du bitte jemanden machen, der sich damit auskennt.
Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at despammed.com
homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/
de.sci.electronics FAQ: http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/
Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask.
Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.
S
Stefan Heinzmann
Philip schrieb:
Du mußt eine Sache wissen: Der Masseanschluß des Tastkopfes ist über das Oszilloskop mit dem Schutzerde-Anschluß im Netzstecker verbunden.
Masse im Tastkopf, das ist z.B. die Krokodilklemme, oder auch die Massefläche rund um die Tastkopfspitze.
Wenn Dir das klar ist, weißt Du auch, was passieren kann.
Cheers
Stefan
L
Lars Mueller
Masseanschluss) das gleiche Stromnetz messen soll, von dem das Gerät die Energie holt.
Was für eine Sonde meinst du? Eine Hall-Sonde?
Ansonsten gilt: Wer teure Meßgeräte benutzt, sollte von Elektrik schon ein wenig Ahnung haben. Wenigstens die Grundlagen. Sonst: Lieber Finger weg! Und ja: Oszilloskope sind i.A. mit Schutzerde verbunden.
Lars
PS: Deine Zeilenumbrüche sind defekt!
O
Ottmar Ohlemacher
Stefan Heinzmann äußerte sich wie folgt:
Kurzschluß. Und wenn man den Schutzleiter entfernt, dann kann man sich damit auch sebst oder jemanden anderen dabei umbringen.
mfG Ottmar
-ACHTUNG- Das Emailpostfach im Header ist für Spam und wird nicht geleert oder
eingesehen. Wer mich per Mail sicher erreichen will, der muß
"yyyyyyy" in der Adresse gegen "emacher" ersetzen. Danke für Verständnis, aber
257 Spam-Mails an einem Tag waren dann doch etwas zu viel. mfG Ottmar
W
Wolfgang Horejsi
"Philip" schrieb im Newsbeitrag news:bvjojr$drd$ snipped-for-privacy@newshispeed.ch...
Masseanschluss) das gleiche Stromnetz messen soll, von dem das Gerät die Energie holt.
Doch, steck ruhig die Messspitze in die Steckdose, da passiert nichts. Superpräzisionsmessungen darfst du nicht erwarten, wenn du so schludrig mit der Masseverdrahtung umgehst. Aber überall ist ein Fünkchen Wahrheit drin. Wenn du Messungen an einem Netzteil machen willst, lauert da eine grosse Gefahr. Oft ist direkt hinter dem Netzstecker ein Filter, dahinter ein Gleichrichter ein Elko und dann ein Transistor, ein Mosfet oder ein IC. Aus Messtechnischen Gründen wäre es wünschenswert, den Minuspol des Elkos als Bezugspunkt zu wählen. Wenn du aber die Masseklemme des Oszilloskops mit dem Minuspol des Elkos verbindest, ist eine Diode des Brückengleichrichters kurzgeschlossen, denn sie liegt mit einem Pol am Minuspol des Elkos und damit an der Masse des Oszilloskops und mit dem anderen Pol liegt sie über den Netzeingang des Netzteils an Masse (je eine Diode zur Phase und eine zum Nullleiter). Wenn nun eine Diode im Brückengleichrichter kurzgeschlossen ist, liegt eine andere Diode voll parallel zum Netz. Diese Diode wird den Kurzschlussstrom deiner Netzleitung (mehrere 100A) nicht aushalten und einen Kurzschluss bekommen. 2 Kurzgeschlossene Dioden hintereinander am Netz, das ist nicht gut. Ob nun zuerst die Sicherung anspricht, oder ob sich eine Klemme oder die Verdrahtung in einem Funkenregen auflöst, ist ab hier nicht mehr definiert, die Masseklemme des Oszilloskops ist jedenfalls nicht annähernd für solche Ströme ausgelegt. Mit einem Trenntrafo kann das nicht passieren. Dann hast du auch nicht das Problem, dass die Masseleitung Störungen in die Messung einleitet. EIN definierter Massepunkt, den DU auswählst, mit kurzer Verbindung ist eine gute Voraussetzung für eine gute Messung. 2 Massepunkte, einer von dir bestimmt und der andere mehr oder weniger zufällig über den Schutzkontakt zum Sicherungskasten und von da zurück über den Nulleiter zum Gerät, und dort wieder über die Entstörfilter mit dem Nulleiter verbunden - das sind sehr schlechte Voraussetzungen für präzise Messungen.
-- Wolfgang Horejsi
G
Gerd Kluger
Wolfgang Horejsi schrieb:
Und bevor noch einer auf blöde Gedanken kommt, sollte man vielleicht erwähnen, dass der Prüfling an den Trenntrafo gehört, und nicht das Oszi.
Bei mir ist doch was passiert, es hat sofort der FI-Schutzschalter der Wohnung ausgelöst.
Habe mir inzwischen einen Trenntrafo zugelegt.
MfG Klaus-Dieter Schön
=
=?Windows-1252?Q?J=FCrgen_Kast
Gerd Kluger schrieb ...
das nicht
Nun lass mich nicht dumm sterben. Warum? Der Effekt ist doch derselbe, kein Kurzschluss mehr.
Achso, und was tun wenn ich eine Steckdose messen möchte:-)
Gruss Jürgen
M
Michael Eggert
Möglicherweise, weil Du sonst das (gerade vom Schutzleiter getrennte) Gehäuse Deines Oszis per Messleitung auf Phase legst.
Andererseits... Wenn Du den Prüfling trennst, und dann einen unglücklichen Messpunkt per Messleitung auf Schutzleiter legst, kannst Du damit ebenfalls hohe Spannungen am Gehäuse des Prüflings bekommen.
Gruß, Michael.
=
=?Windows-1252?Q?J=FCrgen_Kast
Michael Eggert schrieb ...
vielleicht
das
Durch den Masseanschluss des Tastkopfes, oder auch über die Tastkopfspitze?
kannst
Also warum nun den Prüfling an den Trenntrafo?
Gerade fällt mir ein, man könnte ja auch beide Teile an den Trenntrafo anschliessen. Oder hat das auch wieder einen Haken?
Gruß, Jürgen
P
Philip
So, nachdem der helle Punkt vor den Augen fast verschwunden ist, das Pfeifen im Ohr nachlässt und die Feuerwehr wieder abgerückt ist, kann ich glücklicherweise erzählen was passiert ist: Nicht viel! Da waren wie erwartet Linien auf dem Oszi, genauer ein schöner Sinus bei Phase, allerdings passte die Welle nicht ganz auf den Bildschirm.
Die Krokoklemme ist direkt mit dem Erdleiter des Oszi verbunden, wenn diese in der Luft lässt, bezw. die vom Oszi bezieht, gibt es zwar ein schlechteres Bild aber es knallt dafür nicht ;-)
Nun ist die Neugier gestillt und die geplagte Seele hat Ruhe. Danke euch allen.
Gruss Philip
M
Michael Eggert
Hi!
Ja, wenn Du den Masseanschluss an Phase klemmst.
Ja, könnte auch. Du kannst Glück haben, und Dein Oszi hat einen genügend hohen Innenwiderstand. Verlassen würde ich mich darauf nicht.
Weil Du beim Prüfling sowieso vorsichtig sein musst. Mit zwei Fingern von zwei Händen im Prüfling ist es leidlich egal, ob und wie Du Trenntrafos hast. Also gleich Hände weg, wenn Spannung drauf ist.
Stell Dir vor, jemand anderes kommt hinzu. Bevor der in Deinen Prüfling grabbelt, fragt er bestimmt dreimal, ob da Spannung drauf ist. Aber rechnet er damit, von Deinem Oszilloskop gegrillt zu werden?
Dann haben beide wieder gleiches Bezugspotential und wir sind wieder ganz vorne bei Wolfgang Horejsis Antwort.
Gruß, Michael.
M
Martin Lenz
Klaus-Dieter Schön schrieb:
Wenn du _nur_ die Meßspitze in die Dose steckst, sollte nichts passieren (Vorraussetzuing: Dein Oszi hält 230V/50Hz grundsätzlich als Eingangssignal aus - richtiger Meßbereich). Die 1..10MOhm bringen keinen FI-Schutzschalter zum auslösen.(warum nennen den eigentlich inzwischen etliche Leute in einer de. Gruppe "RCD"???) Wenn du aber die Masseklemme irgenwo anklemmst, dann kann das böse werden.
Besser so, ich bestelle auch gerade einen, da ich eine Phasenanschnittsteuerung bauen muß.
Martin
H
Horst-D. Winzler
Masseanschluss) das gleiche Stromnetz messen soll, von dem das Gerät die Energie holt.
So ist es.
?
Sicher nicht. Er hätte aber der vollständigkeit auf einen "Differenz-Tastkopf" hinweisen können. Mit einem für netzspannung geeigneten, kann sehr wohl am netz "gespielt" werden. Selbstverständlich unter beachtung....
Ein bauanleitung für solch einen tastkopf findet sich im Elektor 5/94. S.12-16. Das layout findet sich auf seite 41-42.
Wenn es um den strom geht, wird eine strommeßzange eingesetzt. Auch das ist ja ein tastkopf ;-)
vermeiden ;-)
Da ist nichts zu entschuldigen. Und eine dumme frage ist das auch nicht ;-)
mfg horst-dieter
W
Wolfgang Horejsi
"Klaus-Dieter Schön" schrieb im Newsbeitrag news:bvm5cf$s9k$05$ snipped-for-privacy@news.t-online.com...
Der löst aus, sobald eine Verbindung zwischen dem Neutralleiter und dem Schutzleiter besteht und ein Verbraucher an dieser Leitung hängt. Das hat ansonsten nichts mit dem Oszilloskop zu tun.
-- Wolfgang Horejsi
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