Mikrofonwöiederverwendung

Feb 17, 2011 45 Replies

Wenn ich Bachs Sinfonia 9 auf meinem Akkordeon übe, verläßt der Kater das Zimmer (bei Piazzolla hingegen wälzt er sich ekstatisch vor dem Instrument). Sollte meine Freundin in Hörweite sein, rümpft sie die Nase "Übst du schon wieder das schiefe Ding?". Die Apathien werden umso größer, je flüssiger es läuft und desto klarer wird, daß zusätzliches Üben nichts rausreißen kann, was schon hineinkomponiert wurde. Das Klavier, auf dem das Teil üblicherweise gespielt wird, verdeckt gnädig die schlimmsten Auswirkungen der Dissonanzen, weil die Liegetöne, die in systematisch übleres Umfeld geraten, nicht alles aussitzen sondern gnädig nach dem Erstanschlag zurücktreten, und überhaupt das Klavier nicht so reine Töne bietet, daß die Auswirkungen der gleichtemperierten Stimmung so brutal als Schwebungen herausträten (so peinlich genau sortiert nach fast erträglichen Quinten, deutlich wabernden großen und unangenehmen kleinen Terzen und den im zweiten Grade verwandten Tritoni, daß man dem mittlerweile leider verstorbenen Stimmer des Akkordeons, der nach alter Schule rein nach dem Gehör arbeitete, keinen Vorwurf machen kann).

Aber Bach war ja auch Wahlsachse.

David Kastrup

Meßmikros haben i.a. Kugelcharakteristik.

David Kastrup

Interessant. Muß mir mal die 9. genauer anhören, ob das auch schon "normal gespielt" auffällt. Ich spiele zwar kein Instrument, höre aber schräge Dinge meist ganz gut heraus. Habe mal Neunzehnjähriger für ein klassisches Konzert in einem historischen Saal eine Karte geschenkt bekommen und saß zwischen lauter oberwichtigen VIPs in der ersten Reihe, und immer wieder war ein Mißklang zu hören, bei dem ich wohl mal die Nase gerümpft oder mit dem Ohr gewackelt habe, keine Ahnung. Quatscht mich in der Pause die Dame neben mir an, "Gell, i hanns glei gseha, sie sind a Musikr odr Musikjournalischt odr a Kritikr, gell? Die Oboe hat fürchterlich gschpielt, i hanns gesahe, daß eahne des richtig weh doa hat, gell?" - "Aha, eine Oboe ist das komische Dingsda also?"

Nein, das habe ich mir nur gedacht, gesagt habe ich irgendwas wissend-geheimnisvoll-unverbindlich Klingendes...

-ras

Ralph A. Schmid http://www.dk5ras.de/ http://www.db0fue.de/ http://www.bclog.de/

Interessante Idee, das auf Akkordeon zu spielen. Habe eben bei YouTube eine recht freie Interpretation gefunden:

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Wusste gar nicht, daß ein Akkordeon so einen großen Tonumfang hat. Und wie bekommt der diesen Pitch-Wheel Effekt hin?

Stimmt, da klingt das für mich bedeutend harmonischer, z.B. hier:

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(in Deutschland nur über

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zu sehen)

Da muss ich nochwas üben, bevor ich sowas spielen kann. Und f-moll hat auch noch so viele schwarze Tasten :-) Hier übrigens mein neuestes Stück, nur in c-Moll (oder eher Es-Dur?)

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Frank Buss, http://www.frank-buss.de piano and more: http://www.youtube.com/user/frankbuss

Recht sehr frei...

Bayan, russisches Knopfgriffakkordeon B-Griff. Typischerweise 64 Töne ab Kontra-E, links etwas weniger. Die größten Pianoakkordeons mit Einzeltönen in der linken Hand haben links 58 Töne (ab Kontra-E im tiefsten Chor) in C-Griff-System, und rechts, in der "guten Hand" mit den Pianotasten, 45 (ab E im tiefsten Chor). Mein eigenes Instrument hat links 60 Töne ab Kontra-D, rechts 62 ab Kontra-A (im tiefsten Chor).

Was das für einen Sinn machen soll, links und rechts zwei verschiedene Einzeltonsysteme zu haben und rechts durch die optisch deplazierte Pianotastatur den Tonumfang drastisch zu beschneiden, mußt Du die Geschichte fragen. In den 30er Jahren sind viele Stummfilmpianisten arbeitslos geworden, und Hohner hat die als Akkordeonlehrer rekrutiert in Ländern, in denen das Akkordeon noch nicht etabliert war. Mit durchaus beachtlichem Erfolg.

Hierzulande sieht man Knopfgriffinstrumente in der freien Wildbahn recht selten. Auf den Siegerpodesten von renommierten Solistenwettbewerben hingegen sind sie weitgehend unter sich.

Tonklappe nur minimal öffnen und Balg zerren wie Sau.

David Kastrup

snipped-for-privacy@radio-link.net schrieb...

Es gibt brauchbare Nachbauten, so dass man Billig-Headsets vom großen C nach etwas verbiegen als Schminkmikrofon benutzen kann.

Falk D.

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