Hi, ich bin auf ein merkwürdiges Verhalten gestoßen. Gegeben: Ein 24V-Schaltnetzteil ( ca. 100W) versorgt ein Mainboard. Das Mainboard erzeugt u.a. separate 5V-VCC für eine Peripherie (einzelne mA). Bei einem schmerzlichen Anteil der Mainboards stirbt die Logik der Peripherie; Peripherie wird vom Techiker ersetzt; Ersatz stirbt auch; Mainboard wird getauscht und Peripherie Nr.3 geht dann. Andere üblere Szenarien gibts auch.
Erste Feststellung: Nach dem Einschalten erzeugt der Linearregler für ca. 1s mehr als 5V und regelt anschließend so wie bestellt. D.h. der Funktionstester des Bestückers wird reingelegt. Die Überspannung ist je nach defektem Board mal ein einfaches Rechteck, mal eine NY-Skyline.
Übergabe an den Designer des Boards. Der staunt auch nicht schlecht. Frischen Regler einlöten repariert das Board (wenn noch keine Folgeschäden meßbar sind).
Ein defektes Board wird mit jedem Einschalten immer schlechter, bis der Regler nur noch durchleitet. Das wundert wohl niemanden.
Man kann den Defekt der Regler reproduzieren indem man sie rückwärts betreibt, also eine Spannung an den Ausgang anlegt. Im Betrieb müßten das weit mehr als 24V sein - ausgeschlossen.
Als Schadensquelle fällt uns bis jetzt nur ESD bei der Herstellung oder dem Einbau ein. Der Ausgang ist aber für das Ausschaltverhalten mit 33uF gepuffert. Eine Transiente Spannung aus Entladung könnte natürlich am Elko vorbei in den Ausgang.
Reicht eine ESD-Entladung um so einen Reglerausgang merklich zu quälen? Es ist davon auszugehen, alle Arbeitsplätze "eigentlich sicher" sind. Da testet niemand Zündkerzen oder so. Es könnte höchstens sein, daß mal ein Armgelenkband am gebrochenen Kabel hängt. Der Kittel und Schuhe sollten sowas kompensieren.
Wie kommt das seltsame Einschaltverhalten im IC zustande?
- Wahl Bausteine?
Am Montag beginne ich mit der Fahndung nach der Ursache. Aber es läßt mir jetzt keine Ruhe.