Holzgehäuse

Sep 14, 2019 29 Replies
Jump to replies (29)

Mein Rubidiumnormal heizt ordentlich. Ich hab noch keine genaue Temperatur gemessen, würde aber sagen die Kapsel aus Mu-Metall wird so 70 Grad heiß, d.h. ungefähr so wie die Regelungstemperatur im Inneren. Es soll zusammen mit einem Raspberry Pi (zur Überwachung, ntpd) und dem Netzteil in ein Gehäuse kommen. Ich schätze die Verlust- leistung insgesamt auf ca. 10-20W ein, leider habe ich noch nicht genauer gemessen, die Stromversorgung ist etwas überdimensioniert, beim Einschalten braucht man mehr Strom zum aufheizen.



Gehäuse wird einstweilen mal das da, aber mit einer Sperrholz- platte (oder MDF oder anderes Holz) an der Front:



formatting link
wahrscheinlich mit hochkant stehender Montage.



Jetzt vermute ich, daß es aus den Zeiten der Röhrenradios einen großen Erfahrungsschatz gibt, wie man passiv gekühlt Schaltungen im Holzgehäuse ohne Überhitzung (das Normal muß natürlich die



70 Grad erreichen, aber viel heißer soll es nicht werden) und Abfackeln des umgebenden Hauses hinkriegt. So Sachen wie Schlitze zur Kühlung vs. Löcher, wieviel effektiver Schlitze oben als an der Front sind, ob es Stoffe/Gitter gibt, hinter denen man Kühlöffnungen verstecken kann ohne ihre Wirkung komplett zu konterkarieren, etc., auch wieviel man davon braucht.

Hat da jemand ein paar Links dazu, oder eigene Erfahrungen?



/ralph


Die Handauflegungsmethode ist nicht zu empfehlen. Wenn die Wärmeleitfähigkeit schlecht ist ( Holz ) fühlt es sich kühl an, ist aber innen besonders warm.

Temperaturmessung wäre über Dallas DS18B20 ziemlich einfach möglich, wenn das Metallgehäuse auf GND liegt und man den GND-Pin des Sensors also gut thermisch ankopppeln kann. Es empfiehlt sich Programmierung als Logger, Gehäuse benötigen ca. 30 Minuten bis sie Endwert erreichen.

Selbst vereinfachte Verfahren zur Berechnung sind recht kompliziert:

formatting link
Daten kann man ohnehin nicht rechnen.

  • Rückwand raushauen und durch Aluplatte ersetzen. Mit Abstand zur Wand montieren, wenn man es aufhängen will. Aluplatte kann man durch flachen Kühlkörper ( eventuell Strangprofil als Meterware ) lokal aufpäppeln.
  • Zwangsbelüftung per Miefquirl. Die Dinger sind billig und ruhig geworden. Aber nur als laminare Strömung über die Rippen eines Kühlkörpers praktikabel. Würde man also auch Miniteil ausserhalb Gehäuse an der Rückwand montieren.

Nachteil ist Staub.

Im Extremfall würde man auf 3 Seitenwände verzichten und nur Deckel oben anbringen der Verstaubung reduziert.

MfG JRD

Am 14.09.2019 um 10:27 schrieb Ralph Aichinger:

Deshalb findet man Röhrenradios extrem selten in Holzgehäusen. Insbesondere weil viele Holzgehäuse einen Dauerbetrieb nicht ausgehalten haben. Kurzzeitig und unter Aufsicht ist die Überlebensrate höher.

Luftzug (Naturumlauf) erreicht man am einfachsten durch Luftschlitze unten (Zuluft) und oben (Abluft) im Gehäuse. Wie die Luft die Wärme im Gehäuse am besten aufnimmt, das mußt Du selbst herausfinden. Neben Luftleitblechen könnte sich ein Ventilator empfehlen.

Und wenn es unbedingt Holz sein muß, dann innen mit unbrennbarer Wärmedämmung auskleiden und einen Thermoschalter über der Hauptwärmequelle einbauen. Einen Rauchmelder hast Du hoffentlich schon?

DoDi

Das Gehäuse gibt es mit und ohne Schlitze, so daß man beide Messungen einfach machen konnte:

formatting link
Zwar gab es mit Schlitze keinen Wärmestau am Deckel, was den ARM der weit oben war freute. Aber die Wirkung auf Leiterplatte unten war überschaubar.

Mit den Dallas DS18B20 kann man normalerweise ein halbes Dutzend Meßpunkte problemlos loggen, kriegt man bessere Übersicht was wirklich heizt.

MfG JRD

Man muß einen Kamineffekt herstellen.

Löcher in der Rückwand, oben und unten.

Ich kenne Röhrenradios NUR in Holzgehäusen mit Kamineffekt.

Teilweise tun die seit 70 Jahren ihren Dienst.

Am 14.09.19 um 12:55 schrieb Hans-Peter Diettrich:

Aus welcher Parallelwelt kommst du? Mach mal bei Google eine Bildersuche nach "Röhrenradio" und dann such die ohne Holzgehäuse.

Hanno

Am 14.09.2019 um 10:27 schrieb Ralph Aichinger:

Etwas zur Erheiterung, aber letzlich streng wissenschaftlich:

formatting link
Alfred.

snipped-for-privacy@pi.h.or.at (Ralph Aichinger) am 14.09.19 um 10:27:

Rückwand durch sowas ersetzen:

formatting link
Sieht jedenfalls besser aus als (handgeführte) selbstgesägte Schlitze.

Rainer

formatting link
Ich hatte das 'Nordmende Fidelio' als Hinterlassenschaft meiner Großeltern. Mein Opa war Musiker: Waldhorn und Geige - der hatte sich das gegönnt.

Von diesem Radio gibt es mehrere Varianten. Auch eines mit rundem Magischen Auge.

Wenn Bässe oder Höhen eingestellt werden, schiebt sich ein roter Hintergrund hinter die 5 Noten, links bzw. rechts.

Tannhäuser und Othello sind weitere Modelle, die fast identisch aussehen.

snipped-for-privacy@tigress.com (Hanno Foest) am 14.09.19 um 13:32:

Also, ich hatte mal eine Philetta mit Plastegehäuse.

Alle anderen, die ich mal zerlegt habe: Holz. Teils massiv, teils furnierter Preßspan, Hartfaserplatten, Hartfaserformteile usw.

Sperrholz eher nicht. Daß kriegte man ja nicht so einfach in die beliebten rundlichen Formen gebogen. MDF gab es damals wohl noch nicht, sonst hätte man das wohl auch gefunden.

Rainer

Hallo,

wenn das Ding am Ende hochkant an einer Wand hängen oder mit dem Ex-Boden an einer Wand stehen soll: Bohre unten und oben Löcher in die Seitenwände, miss das Ergebnis mit einem Popelthermometer und bau notfalls noch einen Lüfter ein. Wenn der Ex-Deckel aus Kunststoff ist, ebenfalls löchern.

Anstatt die Löcher am Gehäuse anzuzeichnen: In einem Zeichenprogramm das „Lochmuster“ malen/konstruieren, auf die richtige Größe skalieren, ausdrucken und mit Klebefilm am Gehäuse befestigen. Dann einfach durch das Papier durchbohren. Mit genügend Umsicht wird das auch ohne Bohrständer einwandfrei.

Runder als Schlitze auf jeden Fall :-)

Gruß

Gregor

Am 14.09.19 um 12:55 schrieb Hans-Peter Diettrich:

Was erzählst Du denn? Alle, die ich jemals in den Fingern hatte waren aus Holz. Die Gehäuse waren aber recht geräumig und natürlich auch mit Löchern zur Kühlung versehen.

Selbst ein Farbfernseher mit Röhren, den ich mal Hatte kam im Perssspangehäuse daher. Und der wurde dank der vielen Röhren wirklich ordentlich warm. Alleine die 2 PL519 drin + PY500 haben schon reichlich geheizt.

Ack.

Das würde ich nicht machen. Das Rubidiumnormal hat ja einen Thermostat. Je weniger man kühlt, desto weniger heizt es.

Die Zundtemperatur von Holz erreicht man mit noch funktionierender Halbleiterelektronik kaum.

Marcel

Ja, es können aber auch selbstgebohrte Löcher verwendet werden.

Marcel Mueller schrieb:

Raduga, Zimmerbrand aus Freundeshand.

Gruß Willi

Am 14.09.2019 um 18:06 schrieb Willi Marquart:

Freundesland!

snipped-for-privacy@schellong.biz (Helmut Schellong) am 14.09.19:

Das mach mal freihändig.

Rainer

Ja, und? Selbstverständlich kann ich das freihändig.

Oder meinst Du ohne Anzeichnen der Lochpositionen?

snipped-for-privacy@schellong.biz (Helmut Schellong) am 14.09.19:

Na denn.

Rainer

-- Kein Mensch braucht kostenlosen ÖPNV, man braucht einen günstigen und einen mit enger Taktfolge. Und einen, bei dem man nicht 3 Semester Tarifwissenschaften studieren muss, bevor man ins Fahrzeug steigen kann. (Stephan Bumberger in MID: pqrh6v$6mo$ snipped-for-privacy@tota-refugium.de)

Am 14.09.2019 um 18:06 schrieb Willi Marquart:

Im Gedenken an die gute alte Zeit gibts heute vom Weltbild ein Modell dieser Geräte, die das damalige Lebensgefühl recht anschaulich wieder aufflammen lässt:

formatting link
W.

Join the Discussion

Have something to add? Share your thoughts — no account required.

Didn't find your answer?

Ask the community — no account required