Hameg 207: Wie kann Trafo nach umloeten auf 120V sterben?

Aug 03, 2013 108 Replies

Hallo Leute,



Gerade muehselig den Hameg HM-207 auf 120V umgestrickt (ist im Netzeingang ziemlich verbaut). Dann der Frust: Nix mehr!



Der Trafo ist auf beiden Primaerhaelften mirakuloeserweise hochohmig geworden. Die Kupferlackdraehte sehen aus wie eh und je, die habe ich beim Loeten gar nicht beruehrt. Sie sind auf der anderen Seite von Doppelreitern verloetet, da kann an sich kaum was thermisches passieren. Hatte dort dann trotzdem nachgeloetet, was aber nichts brachte. Raetselhaft.



Weiss jemand, ob Hameg-Trafo von anno dunnemal (70er) irgendeine spezielle Krankheit hatten? Oder kann ich das Ding jetzt auf den Elektroschrott werfen?


Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Joerg schrieb:

.

haft.

Ich habe mir das Schaltbild einmal angesehen und stelle fest, daß die Primärwicklung als solche für 220 Volt ausgelegt ist, zwei Wicklungen für 110 Volt. Die kannst du offenbar nicht einfach so parallel schalten und an ein US-Netz hängen. Eine Einzelwicklung vielleicht, würde ich

aber lieber über einen Regel-Trenntrafo dahingehend prüfen, hinsichtl ich der Leistungsaufnahme, des Einschaltstromes, und dergleichen. Die Nachfolgemodelle von Hameg haben offenbar jedoch alle umschaltbare Netzteile, die auch auf 110 Volt gesteckt werden können.

Oder Plan B: Du findest einfach die Zeit und muddelst das Netzteil um. Ich habe mal in einem toten Grundig-Oszi eine ausgefallene Wicklung durch einen zweiten Trafo ersetzt. Wenn Spannungen zu klein sind, kann man sich auch mit Spannungsverdopplern wie der Greinacherschaltung behelfen. Hat bei mir geklappt.

Holger

Das steht aber so in der Anleitung. Eine Diskrepanz ist die Angabe der Sicherung, Anleitung sagt 0.6A bei 110V und Schaltplan sagt 0.4A. Bisher hat das Geraet immer recht genau 230V bekommen, also 115V pro Wicklung. Heute dann 121V pro Wicklung. Die 6V mehr koennen den Kohl nicht fett machen. Ausser die haetten sich bei der Windungszahl verhauen, wenn die nicht gleich ist raucht er ab. Wurde allerdings nichts heiss.

Ehrlich gesagt wenig Bock, so einen kleinen Trafo mit einigermassen passenden Spannungen habe ich nicht.

Wie koennen die Wicklungen denn ohne Gestank oder Waermeentwicklung beide gleichzeitig in Sekunden kaputtgehen? Direkt nach dem ersten Einschalten war sekundaerseitig schon kein Saft mehr da. Ich frage mich, ob das Loeten an den Kabelschuhen was verursacht haben koennte.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Joerg schrieb:

,

Beim Herumsurfen im Netz fällt auf, daß der Trafo auch bei anderen Besitzern den Geist aufgibt. Du kannst bei Hameg fragen, ob sie dir einen Ersatz schicken können, oder aber du packst ein wenig Geld raus und läßt dir nach Spezifikation das Teil neu wickeln, wobei in deinem speziellen Falle aber eine 110V-Primärwicklung angesagt sein sollte.

Ansonsten: So ein tolles Gerät ist das aber nicht. 6 MHz Bandbreite, Einstrahl, kein Trigger. Nun ja. Schade um die Bildröhre.

Holger

Das kann ich mir eigendlich nicht vorstellen. Ich könnte mir vorstellen dass der Trafo kaputt geht wenn die Primäricklungen verpolt zusammengeschaltet werden. Ich denk aber das währe dann mit Rauch und einer fallenden Sicherung.

Kannst du ausschliessen dass durch eine ungewöhnliche Anschlussbelegung je eine Wicklung an einem Netzpol und die andere Wicklung am anderen Netzpol angelötet hast?

MFG Gernot

Am 04.08.2013 01:50, schrieb Holger:

Wenn ein Trafo 2x 110_V Wicklungen besitzt, werden die bei 110_V immer parallel geschaltet. Die Parallelschaltung reduziert die Induktivität auf 1/4 der Reihenschaltung. Der Drahtquerschnitt verdoppelt sich und kann daher auch den doppelten Strom verkraften. Hameg-Geräte haben verschiedene Beschaltung der Netzwicklung. Beim Typ_307 zB werden bei 110_V Netz die beiden 110_V Wicklungen (P2+P3 / P4+P5) parallel geschaltet. Reihenschaltung dann P3 mit P4. Die 17_V Wicklung (P1/P2) dient aber weiterhin für eine Anpassung. Bei den späteren Geräte ist die Wicklung durchgehend und mit entsprechenden Anzapfungen versehen.

mfg hdw

Joerg schrieb:

Wicklungssinn beim Parallelschalten berücksichtigt?

P.

Am 04.08.2013 10:44, schrieb Gernot Fink:

Das wäre die einzige plausible Erklärung. ;)

Am 03.08.2013 23:27, schrieb Joerg:

Ich habe mir jetzt mal die Schaltung den HM_207 runtergeladen. An der Trafoseite für die Netzwicklungen gibbet es 4x Lötösen. An den äußeren Lötösen geht es zum Netzschalter + Sicherung. Bei 220V werden die beiden inneren Lötösen gebrückt. Eine Brücke! Bei 110V werden die beiden äußeren Lötösen gebrückt. Zwei Brücken! Der auf der Seite noch vorhandene schwarze Draht ist die Schutzwicklung. Die ist mit dem Chassis verbunden. Einfacher geht es doch eigentlich nicht. ;-)

mfg hdw

Es sollte an eine Schule gehen. Werde ich mal sehen ob ich ein anderes mit besserer Qualitaet auf 120V umbaue. Das Hameg war ansonsten gut, aber die haben das Flussmittel am Trafo nicht weggemacht. Muss wohl was zerfressen haben.

Mir hat es als Teenager heftig Basteln und Reparieren ermoeglicht. Aber irgendwann geht alles zu Ende und das war beim Hameg wohl gestern .

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Die waren vorher wie ueblich in Serie, alles genau so wie bei vielen anderen Geraeten, die ich naach dem Umzug umloetete oder umklemmte. Aber Hameg hatte da heftig viel Flussmittel draufgeschmottert und nicht saubergemacht.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Jaha :-)

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Klar, ich habe den Schaltplan auf Papier und dank Butzo nochmal in PDF.

Dachte ich auch. Meine Vermutung ist, dass das von Hameg leider nicht entfernte Flussmittel in erheblicher Menge ueber die Jahrzehnte die Wicklungsenden angefressen hat und das bisschen Loethitze oder die Bewegung reichte. Beide Wicklungshaelften sind hochohmig geworden, kein Durchgang mehr, es hat beim Einschalten weder gestunken noch ist die Schmelzsicherung durchgebrannt.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Na hör mal, da löteten doch keine Hillbillies mit ihren Kugelgrill geheizten Hammerlötkolben. Dann saug doch mal das Zinn ab und miß dann.

Ich will dir ja nicht zu nahe treten, aber hast du auch wirklich die zusammengehörigen Lötfahnen getestet? Ich weiß wovon ich schreibe! ;-)

Trafowicklungen werden durchaus mech. beansprucht. Besonders im Einschalt-Rush. Das aber gleich zwei Wicklungen defekt sind, daß kann dann nur an deiner Aura liegen? ;-)

mfg hdw

Habe ich saubergemacht, mit Kester No-Clean nachgeloetet und nochmal gemessen. Kein Durchgang auf beiden Wicklungen. Komplett absaugen ginge nur nach Ausbau, braechte aber nichts.

Ja, definitiv.

Hat mich auch schwer gewundert, aber muss wohl so sein. Wobei es auch sein koennte, dass erst eine Wicklung abgegammelt ist und die zweite hat dann den Einschaltstromstoss nicht ausgehalten. Die haben in dem ganzen Scope kein Flussmittel weggemacht. Im Bereich des Eingangsteilers hat es da, wo der Flussmittelsiff ist, die Blechoberflaeche angefressen.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Hast du noch einmal auseinandergelötet und dann gemessen.

Laut Horst sind die Anschlüsse so aufgelegt:

-----W W W W

-------W W W W W

-----W W W W

-------W

MFG Gernot

Ja. Null Durchgang auf beiden Wicklungen :-(

So hatte ich es verdrahtet.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Am 04.08.2013 17:07, schrieb Joerg:

Dann sei mal froh, dass es nicht irgendwo zwischen Kontakte geraten ist. Ich dachte ja, ich lese nicht richtig - ein "professioneller" Gerätehersteller verwendet korrodierendes Flussmittel? Das kann ja wohl nicht dein Ernst sein?

(Das hab' ich als Stift schon mal einem "Facharbeiter" abgewöhnt, in der "Endmontage" dieses Geräts):

formatting link

(Etwas 'runterblättern, zum "Organisationsautomat" 1413). Meine parktische Facharbeiterprüfung war dann: Zwei Fehler in der "Zentraleinheit" suchen, die sie mir eingebaut hatten. ;)

Am 04.08.2013 12:06, schrieb Peter Schneider:

Die Sicherung hätte es gleich gemerkt :-)

Butzo

"Joerg" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@mid.individual.net...

Hi, also ist klar, was zu tun ist. Trafo komplett auslöten, entzinnen und die Drahtenden freilegen. Dann nochmal messen. Selbst wenn da was gegammelt hat, in die Wicklung reingesifft ist es wohl eher nicht. Und auch ohne Stink geht eine einsame Wicklung nicht übern Jordan, die muß schließlich volle Betriebslast/halbe schaffen. Beim popeligen Einschalten reicht das also nicht hinne, eher kommt die Bordspannung nicht hoch genug, daß irgendwelche Relais klicken.

Die Stummel dann mit etwas Silberdraht verlängern sollte noch angehen. Dremel hast Du doch, oder?

mfg, gUnther

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