Glimmlämple

Sep 16, 2022 Last reply: 3 years ago 44 Replies

Schließe ich mich an. Ist im Retrofit bei den üblichen Schaltern/Tastern leider doch ein ziemlich arges Gefuddel, die 3mm-Type geht meist gerade so, am liebsten hätte man aber derer zwei, mit 180° Abstrahlwinkel und dann noch den Vorwiderstand. Scheint keinen Markt für vollintegrierte Modelle zu geben, die 230V-Varianten, die ich fand, sind im Gehäuse für Frontplattenmontage oder mit Anschlußkabeln.

Volker

Und die Glimmlampe flackert nicht? Oder wäre das, was ich von den beleuchteten Steckdosenschaltern her kenne, eher als liebenswert-nostalgisches Feature zu interpretieren?

Hatte übrigens auch schon Chinakracher, die mir nicht den Gefallen taten, einfach durchzubrennen. Vorher ist der ganze Schalter geruchsintensiv zusammengeschmolzen. Kann natürlich postmortem nicht mehr sagen, ob das die Schuld der Glimmlampe war (in unserer ca. 20 Jahre alten Wohnanlage sind ausnahmslos alle derer in den beleuchteten Lichttastern bereits ausgefallen, die 100kh dürften also stimmen) oder ob die Schaltkontakte am andauernden Einschaltstromstoß erst schleichend und dann spektakulär verreckt sind.

Volker

Die Glimmlampen in den runden Lichttastern hier (60er Jahre Design, kommt hin vom Alter des Hauses her) funktionieren noch völlig ausreichend. Allerdings war ein einer der Schaltkontakt so durchgebrutzelt, daß die Glimmlampe nicht mehr wollte (aber ein anderer Teil des Kontaktblechs dennoch die Lichtfunktion schaltete). Mal schaun, wie lange mein Draht + Lot - Fix hält. Hws. nicht so lang wie die Glimmlampe.

Hanno

Es gibt Glimmlampen, die glimmen, wenn in 50m Umkreis ein Spirituskocher brennt. Oder ein Feuerzeug. Licht macht denen nichts aus.

Ich zitiere: "Und ob man mit einem Vorwiderstand ausreichend Helligkeit bei ausreichend Schutz gegen Überspannungsimpulse erreicht müsste man auch noch prüfen."

Der geeichte Elektroniker sollte da merken, dass nicht von einer Glimmlampe die Rede ist, sondern von einer LED. Im Zusammenhang mit dem vorhergehenden Text eben womöglich eine mit Halbwellenversorgung.

Die genannten Lampen kenne ich. Sie sind nach einem Jahr nicht "aus", sondern einfach sehr dunkel. Die wurden entweder überlastet (sieht schön hell aus), oder die Gas- zusammensetzung war unsauber, worauf die Kathoden sputterten. Dann wird das Glas innen metallisiert. Nicht auszuschliessen ist, dass die Kathoden irgendwie aktiviert sind (Modelle die auch an 110 V leuchten) und daher mehr sputtern. Miese Qualität ist überall und nicht vorher erkennbar.

Aber die Abwesenheit von Licht kann etwas ausmachen. Deshalb wird bei Glimmlampen oft ein Hauch eines radioaktiven Elementes hinzugefügt was die Zündung auch in absoluter Dunkelheit sicherstellt. Zumindest solange bis die 'Zündhilfe' weit genug zerfallen ist.

Gerrit

... aber der passende Begriff heißt 'Flimmern'. Da jedoch 'Flackern' geschrieben wurde, ging ich von Glimmlampen aus, die z.B. wegen Wackelkontakt flackern.

Ausgeschlossen hatte ich explizit Glimmlampen, die in intaktem Zustand flackern. Beispielsweise Kerzeneffekt-Glimmlampen.

Ich habe mehrere Steckdosenleisten aus den 1980ern mit Schalter und Glimmlampe darin. Eine flackert hell seit mindestens 6 Jahren, die anderen sind dauerhaft dunkel. Muß ich mal nach der Ursache schauen. Zuleitung inklusive Vorwiderstand? Ungesockelte haben jedenfalls stark korrodierte Drähtchen.

Ist das so exakt definiert? Ich betrachte es mehr oder weniger als Synonym.

Ja - es ging rein um Betriebsanzeigen die idealerweise gleichmässig leuchten und nicht durch flimmern oder flackern stören (nicht zu verwechseln mit blinken).

Gerald

Wenigstens mit 100Hz statt 50Hz. Bin mir jetzt auch nicht sicher ob LED und Glimmlampe eine vergleichbare Kennlinie bzgl. Helligkeit im Sinus-Spannungsverlauf haben (abgesehen von der Halbwellen-Thematik die man mit einer antiparallelen LED beheben könnte).

Ich mag sie nicht im Wohnraum.

Üblicherweise stören sich die Schalter an den Strömen im Schaltmoment die die Kontakte abbruzzeln. Insbesondere wenn sie langsam geschaltet werden oder vielleicht sogar in einer Zwischenstellung stehen bleiben.

Gerald

Am 18.09.22 um 16:42 schrieb Volker Bartheld:

Ist wohl eine Kostenfrage. Für LED und Widerstand einzel gibt es zahlreiche Quellen zu günstingen Preisen. Ein integriertes Modell ist selten, fällt die Quelle weg ist es schwierig bis unmöglich einen Ersatztyp zu bekommen (muß ja auch vom Leuchtbild vergleichbar sein). -> Etablierte Schalterhersteller gehen so ein Risiko ehr nicht ein am Produkt etwas ändern zu müssen nur weil die Sonder-LED nicht mehr verfügbar ist.

Gerald

Hi Gerald,

Sicher doch. und das geflackere einer Glimmlampe ist ja auch legendär.

Marte

Das mein(te) ich nicht. Die Glimmlampe rechts von mir im Schalter einer durchaus nicht günstigen Steckdosenleiste von Bachmann tut im Grunde das, was man von diesen Kerzeneffektlampen kennt. Nur in grün und in klein. Ab Neuzustand. Ich könnte die Leiste jetzt zerlegen und gucken, ob die Buben dort einen Wippschalter von Maquardt verwendet haben oder schlau sein wollten und ein paar Cent mit Chinakrachern sparen, aber das ist mir zuviel Aufwand. In der Konfiguration hätte es auch ein unbleuchteter Schalter getan, denn es gibt *sic* noch eine grüne Leuchtdiode zur Funktionsanzeige des Überspannungsschutzes und weder flimmert noch flackert sie.

Volker

Es könnte auch die mechanische Erschütterung beim Schalten Auswirkungen auf die Lebensdauer haben und natürlich der Einschaltvorgang selbst. Eine Glimmlampe, die nie geschaltet wird, sollte deutlich länger halten wie eine Lampe, die täglich einige Male eingeschaltet wird.

Es ist so exakt definiert, sogar noch strenger. Selbst 'Flicker' wird von den beiden unterschieden.

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Flackern hat z.B. 1-4 Hz, Flimmern kann in den kHz-Bereich gehen. Das sind grundlegend unterschiedliche Effekte.

Hi Volker,

Schau mal mit dem Ohmmeter ob die Vorwiderstände noch taugen. Bei meinen War es immer der Vorwiderstand, der hochohmig wurde, nie die Glimmlampe selbst. Die Dinger bekommst Du elektrisch kaum defekt.

Marte

Karl, 2022-09-16 19:49:

Siehe hier:

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"Die Lebensdauer der Glimmlampen-Elemente beträgt :

Artikel-Nr. 099500: 0,35 mA; ca. 100.000 Std. Artikel-Nr. 099600: 0,8 mA; ca. 30.000 Std. Artikel-Nr. 099700: 1,5 mA; ca. 10.000 Std."

Je geringer der Strom, desto länger hält das Ding. Wenn Du 20 Jahre oder rechnerisch etwa 175000 Stunden brauchst, wirst Du es mit entsprechenden Vorwiderständen betreiben müssen.

Ob man die Lampe bei (für eine Glimmlampe) so geringem Strom noch deutlich wahrnehmen kann, müsste man testen. Für moderne LED reichen jedenfalls

100 µA für brauchbare Helligkeit.

Hallo Gerald Oppen,

Du schriebst am Sun, 18 Sep 2022 23:34:31 +0200:

Definiert ist da eher garnischt. Aber hast Du mal bei einem Herzanfall was von "Herzflackern" gehört? Dabei ist die Herzfrequenz _erheblich_ erhöht. Üblicherweise meint man mit "Flackern" schon was langsameres, mit "Flimmern" was erheblich schnelleres als ein paar Hz.

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