Gesucht: TVS-Diode 1.5KE5.0A

Apr 29, 2025 Last reply: 1 year ago 57 Replies

Am 01.05.2025 um 18:00 schrieb Jörg Barres:

Oder einen Darlington nehmen.

Kurt

Wenn Du mehr als 5V Versorgungsspannung für das Relais brauchst: Ja. Oder habe ich da einen Trick übersehen, wie Du das mit einem PNP und einem uC-Ausgang, der zwischen 0V und 3.3V schaltet, hinbekommst?

*Ich* würde einen N-MOSFET nehmen, wenn nicht verfügbar, dann wenigstens einen NPN.

cu Michael

Verstehe ich nicht. Die Kollektorspannung eines mit 3V3 geschalteten Transistors kann fast beliebig hoch sein. Problem ist der Strom. Die kleinen BC verstärken immer sehr stark. Wenn deren Kollektorstrom reicht, um das Relais zu treiben, ist oft der Fall, gibt es kein Problem. Die BD brauchen regelmäßig deutlich mehr Basisstrom. Da muß man sehen, ob es ausreicht.

Darlington wird bei nur 3V3 schon knapp. Ich würde die beiden Transistoren lieber Komplementär wählen. Die CMOS-Ausgänge des Prozessors gehen ganz an null und Vcc, das reicht zum sicheren Sperren aus.

Wäre für solche Fälle nicht ein BC337 ideal?

Gerrit

Hi Eric,

Du sprachst zuerst mal von Marketinggeblubber, was assoziiert, dass es letztlich egal wäre, welche man nehme. Jetzt schränkst Du darauf ein, dass lediglich die Chips die Gleichen seien. Für mich sieht das schon nach Unterschied aus. Ich lass mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen. Sind die Preise dann wenigstens vergleichbar? Oder sind dann wenigstens die Gehäuse berechtigt teurer?

Gruß Marte

Als ich mich vor vierzig Jahren entschied, ein halbes Dutzen Standardtypen auf Vorrat zu legen, um fast alles abzudecken, war der dabei. Schön, daß die beim Lagern nicht schlecht werden.

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Hi Gerrit,

Du hattest beim BD136 das "PNP" übersehen. Ja, kann man mit negativen Spannungen hinbekommen, macht aber kein gesunder Geist. Ich gege davon aus, dass hier in der VCC-Leitung das Relais geschaltet werden sollte. Auch das macht man aber aus guten Gründen lieber nicht. Fazit: Der Hinweis auf den BD136 ist sowas von untauglich und bestätigt alle meine Vorbehalte in Bezug auf Vorschläge von KI ;-)

Nicht wirklich. Es gibt da aber die Buchstaben am Ende. Nimm die C-Typen, dann klappt das schon, oder eben ...

-40 bei diesen, dann bin ich bei Dir. Es kommt hier eben auf den Strom an, der gezogen werden soll. Bei einem bistabilen Relais kann man auch mal ein wenig höher mit dem Stromstoß, wobei das wenige Silizium schon in wenigen ms warm wird.

Marte

Hi Sieghard,

Du willst wegen der Leckströme im Regelbetrieb die Zenerspannung nicht zu nahe an der zu sichernden Grenze halten. Nächster Punkt: Nimm ESD & Co. Da hast Du schnell mal einige kV beisammen, und Dein R1 meint dann schnell, mal niederohmig zu werden. Die netten SMDs machen das gerne mal ab 50 V, die gängigen Bedrahteten sind bei 500 V auch schon lange nicht mehr das, was als Farbcode drauf steht. Wenn Du dann diesen Strom auf VCC wirfst, kann das nette Nebeneffekte machen. Ich hab 'ne Weile mit defibrillationsfesten Aufbauten zu tun gehabt. Da waren es "nur" 5 kV, dafür einige Joule an Energie, die sich ihre Wege suchen.

Hast Du Zener mit genügend Spannungsreserve, dann ist der Leckstrom bei den zu messenden Spannungen noch klein genug, dass der Spannungsteiler nicht zu niederohmig werden muss. Je nach Einsatz hat man auch mit "Hf" höherer Leistung zu tun (bei mir in der Medizintechnik, die HF-Chirurgie), wenn da die Zener zu nahe am Durchbruch betrieben wird, gibt es unschöne Demodulationseffekte.

Mehrstufige Ableitstrategien haben sich da sehr bewährt.

Ich hab da schon ganz tolle Sachen gesehen. Widerstände sind tolle Bauteile, solange sie innerhalb deren Specs betrieben werden. Leider vergessen manche Menschen, dass die maximale Spannung beachtet werden sollte, speziell, wenn man Überspannung handeln soll.

Und ob eine zustzliche Z-Diode da noch

Gerade KFZ-Spannungsnetze seien hier üble Kandidaten.

Marte

Hi Jörg,

Vergiss BD136 in diesem Zusammenhang besser ganz schnell wieder.

Marte

Die Spannung an einem GPIO-Ausgang des ESP32 nicht. Da sitzen Schutzdioden nach 3V3, damit bekommst Du den PNP an 5V/12V nie abgeschaltet, und nach Datenblatt darf man keine Spannungen höher als VDD+0.3V anlegen.

Wie gesagt, hfe=40 min. Bei 10mA Ausgangsstrom des GPIO reicht das für ein

400mA-Relais.

Hatte ich ja geschrieben, Du brauchst einen NPN zusätzlich, um die Basis des BD136 zu treiben. IMHO ziemlich viel Aufwand für ein Relais.

Ich habe gerade mal bei Digikey nach Automotive-Relais geschaut. 12V Spule,

IMHO fehl am Platz.

Wenn es bedrahtet sein soll, würde ein einfacher MPSA06 (NPN) vermutlich passen. hfe=100, sollte auf den ersten Blick bei 10mA Basisstrom bis gut

250mA bei brauchbarer Sättigungsspannung treiben können. Wäre zu klären, ob die 80V reichen wegen Bordnetztransienten ... wobei: der BD136 kann auch nur 45V.

cu Michael

Am Wed, 30 Apr 2025 17:16:41 +0200 schrieb Jörg Barres:

Tut mir leid, wenn Du das als persönlichen Angriff gesehen hast. Gemeint war: so ein Tool findet keine eigene Lösung, sondern bewertet die online gefundenen Lösungen anhand der Anzahl der Posts.

Nun ist es aber nicht immer sinnvoll, das Gleiche zu machen, was Alle machen, sondern es darf ruhig auch mal eine individuelle Lösung sein, die Andere nicht auf dem Schirm hatten.

Ich schrieb ja auch, daß *ich* das nicht so machen würde. Was Andere machen, hat damit nichts zu tun.

Ich habe hier einen Vorschlag gemacht, der meiner Meinung nach den gewünschten Effekt hat, ohne daß große Messfehler durch krumme Kennlinien auftreten, und der von den Bauteilekosten her günstig ist. Dieses ist sicherlich zu diskutieren, zumal ich weder die Schaltung selbst noch die genauen Anforderungen kenne. Wenn auch die Kennlinie einer Diode zu krumm ist, gibt es sicherlich noch etliche weitere Lösungen, zum Beispiel den Ausgang eines Open-Collector-Komparators (oder OPV mit Diode am Ausgang) zu nutzen, der am nichtinvertierenden Eingang eine Referenzspannung sieht, und dessen invertierender Eingang mit am ADC-Pegel liegt. Ist natürlich teuer, aber an der oberen Messgrenze präziser, dafür möglicherweise zu langsam bei sehr schnellen Transienten. Die optimale Lösung zu finden, kann schwierig sein, und der Teufel steckt im Detail.

Ich bin da historisch etwas vorbelastet, ein früherer Chef von mir pflegte stets zu sagen:"Das muß doch einfacher gehen!" Das prägt.

Ja, hat Marte auch schon gesagt. Ich habe zugegeben gar nicht hingesehen und damit, daß jemand auf die schräge Idee verfällt, die Last an den Emitter zu legen, nicht gerechnet. Zündspulen mit einem Abschaltpeak von mehreren hundert Volt habe ich aus einem CMOS-Ausgang geschaltet, allerdings schon mit einem diskreten Darlington.

Auslegungskriterium war, der Schalttransistor muß die Energie eines von je vier Zündfunken (Kabel aus dem Verteiler gezogen) dauerhaft aushalten. Für kleinere Werte von "dauerhaft" erfolgreich geprüft.

Am 02.05.2025 um 08:02 schrieb Marte Schwarz:

Ich war lange genug in der HL-Industrie tätig, um zu wissen, wie Datenblätter entstehen.

Das dürfte in den allermeisten Fällen auch genau so sein. Für einige Typen existieren lediglich Labelvarianten.

Die Gehäuse sind ja meist genau die selben und die Preisentstehung hat wenig mit den Produktionskosten zu tun, sondern damit was der Kunde bereits ist zu zahlen. Ich kenne Beispiele (nicht aus dem Bereich TVS/ESD) da wurde eine Labelvarinate mit dem Faktor 2 verkauft, weil explizit Eigenschaften beworben wurden, die die andere Variante jedoch genau so hatte.

Ich kann Dir aber zu all dem (aus nachvollziehbaren Gründen) aber keine Quellen nennen. Du mußt mir also glauben oder selber messen.

Hi Eric,

Dass da nicht mehr unbedingt die gebündelte Fachkompetenz dran arbeitet, liest sich aus so manchem Datenblatt heraus :-(

Das wiederum verwundert mich seit vielen Jahren schon bei BC54x, BC23x, BC18x, BC55x & Co. Ehemals war das TUN ;-)

Sprich, die Faulheit, selbst Daten zu erfassen wird teuer erkauft, weil die Meinung vorherrscht, dass die Datenblätter rechtssichere Dokumente seien. Ich hab schon Betriebshallen stillstehen sehen, weil bestimmte Bauteilnummern nicht verfügbar waren, aber die QS darauf bestand, dass die Teile exakt von der zertifizierten Lieferkette kommen müssen, obwohl es genügend baugleiche bzw. zumindest taugliche Alternativbauteile gegeben hätte.

;-)

Marte

Am 03.05.2025 um 12:59 schrieb Marte Schwarz:

Es geht dabei nicht immer nur um fehlende Fachkompetenz. Datenblätter werden häufig vom Marketing erstellt und wenn die lesen, daß der Weberwerber XY 100 Jahre Datenhaltung drinstehen hat, dann werden halt

200 Jahre reingeschrieben - ob das technisch sinnvoll ist, ist dabei völlig Wurscht.

Seit auch Diskrete auf 8" und größer gefertigt werden, sind die Losgrößen so gigantisch groß, daß häufig die Scheiben gelagert werden und erst bei Bestellung gepackaged wird. Von selten bestellten Bauteilen wird auch reichlich verworfen, nur um den Prozeß stabil zu halten.

Alle interessanten Dinge werden sowieso nur in direkter Absprache mit dem Kunden geregelt. Was geht und was nicht hängt dann schlicht von der Größe des Kunden ab.

Kann leider durchaus passieren wenn das Gehäuse nicht 100% dicht ist.

Gerrit

Ich auch nicht ;-)

Aber Moment: habe ich da jetzt einen Denkfehler?

Wenn der ESP32 und die 12V-Versorgung eine gemeinsame Masse haben, sehe ich keine Option, mit einem PNP auszukommen, egal, wo ich die Last hinlege?

cu Michael

Richtig. Ich hatte nur gesehen BD13x und deren Werte habe ich grob im Kopf.

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