Feldeffekttransistor schaltet nicht ganz durch?

Nov 05, 2006 35 Replies

Hallo Olaf,

Bei dem wird im Philips Datenblatt von 1997 aber nur die typische 10uA Pinch-Off Spannung mit 1.5V angegeben. Solche HF FETs werden immer mit Ruhestrom betrieben und Pinch-Off Voltage spielt nicht so die Rolle, da kann das ordentlich streuen.

Auch wenn es unglaublich klingt, das Entwickeln von Low Cost Schaltungen macht echt Spass. Aber derzeit arbeite ich fuer zwei Kunden an Produkten, bei denen es auf ein paar Dollars nicht ankommt. Da kommt es nur auf Performance an. Ist schon mal ganz angenehm, das zu duerfen. Ab und zu muessen mich die Ingenieure dort dran erinnern "George, it doesn't really matter that it costs more than a buck".

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

Hallo Martin,

Widerstaende wuerden bei Massenfertigung in China mit je unter 0.8c zu Buche schlagen. Ein Widerstand sollte hier aber reichen.

Kann allerdings sein, dass der uC nicht genug Basisstrom hineinzwaengen kann oder darf. Die Stromverstaerkung ist bei groesseren Ic oft nicht so dolle. Dann braeuchte man zwei Transistoren und, schwupps, ist die Chose wieder ueber 5c :-)))

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

Am Tue, 07 Nov 2006 17:15:32 GMT schrieb Joerg :

Nee, zwei Transistoren wollte ich dort nicht spendieren. :-) Ich weis aber jetzt nicht, was ein MOSFET nach vergleichbarer Kalkulation kostet. Mein früherere Arbeitgeber hat aber die Bestückung jedes einzelnen Bauteils mit

50ct kalkuliert (halbautomat-händisch, Reflow-Ofen), da hilft es dann auch nicht, wenn ich 1000 Widerstände um 2,- kaufen aknn.
Martin

Hallo Olaf,

Nur noch selten, weshalb selbst Digikey viele JFETs nicht mehr auf Vorrat haelt. Liess die Datenblaetter genau durch, denn die Daten werden oft so dargestellt, dass sie gut aussehen. Bei niedrigen Pinch-Off Spannungen ist der Strom bei 0V oft ziemlich klein (10-100uA) und hat eine Toleranz von Faktor zwei oder mehr.

JFETs sieht man noch in manchen HF Verstaerkern. Als Stromquellen konnten sie sich nicht durchsetzen, weil sie der Selektionsprozess einfach zu teuer dafuer macht.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

Hallo Martin,

So um die 5c, je nach Stueckzahl.

50c? Autsch! Wie haben die denn das geschafft? Wurde jedes Bauteil mit einem gepflegten Tusch von einem gewerkschaftlich organisierten Blasorchester plaziert?
Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

Am Tue, 07 Nov 2006 17:53:28 GMT schrieb Joerg :

Nein, das nicht. War wohl eher vom Chef geschätzt als kalkuliert. War aber auch nicht so wichtig, weil die größte Serie, die wir damals gebaut hatten waren 50Stk. Da kostet es schon ein vielfaches, bis das Bauteil im Rahmen der Entwicklung im Schaltplan war. Alles andere war reiner Prototypenbau/Auftragsentwicklung. Der Weg zum Serienbau wurde zwar versucht, aber vor ca. 1,5a wurde ich dann gegangen - in einer, na sagen wir mal, "sehr bösen Aktion" und April dieses Jahres hörte ich davon, daß die Firma den Gang vor den Konkursrichter antreten muss. Nicht daß ich da viel Mitleid gehabt hätte.

Martin

Je primitiver das Netzteil desto dicker der Elko am Ausgang. Kurzfristig (millisekunden) können da schon 10A und mehr kommen, das killt so manchen Leistungshalbleiter.

mfg Rolf Bombach

Hallo Martin,

Ja, das ist dann auch keine echte Serie. So ab 1000 geht das erst los bei SMT.

Ich kann mich nur selber entlassen :-)

Aber auch als Consultant ist man nicht vor Firmensperenzchen gefeit. Ein Kunde ist mal mitten im Projekt pleite gegangen. Fuer mich nicht ganz so schlimm, aber fuer die Angestellten dort schon.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

Und umso unangenehmer, wenn man die Jungs aus der vorangegangenen Zusammenarbeit gut kennt und schon das eine oder andere Bier zusammen gelötet hat :(

Hallo Ralph,

In diesem Fall ging es glimpflich ab, weil eine andere Firma so ziemlich alles uebernahm. Am Ende auch mein ausstehendes Honorar, weil sonst die IP an mich zurueckgefallen und damit weiterverkaufbar geworden waere. Damit hielt ich aber zurueck, bis die neue Firma Zeit genug zum Wogenglaetten hatte, auch um den Jungs nicht den Teppich unter den Fuessen wegzuziehen. Und ja, wir hatten so manches verloetet.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

Am Wed, 08 Nov 2006 19:20:44 +0100 schrieb Ralph A. Schmid, DK5RAS:

Klar ist das erstmal problematisch, aber meist suchen die sich ja dann was anderes (mitunter kann man auch mit Tips behilflich sein) und man hat dann ohne Aufwand Kontakt in neue Unternehmen.

Immer das positive sehen ...

Lutz

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So, ich hab dein BUK ausgetauscht. Es hat sich jedoch nichts geändert... Am Pin 1 (Input) liegen die 4,96 V an. Jedoch fallen auf der Drain-Source-Strecke 8,69 V ab...

Naja, werde morgen mal schauen, ob ich beim örtlich ansässigen Elektronikladen einen IRLZ34 o.ä. bekomme. Sonst muss wohl einer der Onlineshops herhalten...

Vielen Dank auf jeden Fall für Eure Hilfe!

Gruß Jens

Jens Dede schrieb: > So, ich hab dein BUK ausgetauscht. Es hat sich jedoch nichts geändert... > Am Pin 1 (Input) liegen die 4,96 V an. Jedoch fallen auf der > Drain-Source-Strecke 8,69 V ab...

Hallo Jens,

schwingt der Transistor vielleicht? Warst Du schon mal mit einem Oszilloskop an der Drain-Source-Strecke? Wenn Du keinen Oszilloskop hast, dann schieb' doch mal eine Ferritperle über das Drainpin oder löte testhalber 10nF-Keramil-C (mit kurzen Beinen) zwischen Drain- und Sourcepin an.

Gruß, Norbert.

So, nach ein paar Versuchen funktioniert die Schaltung nun endlich!

Das Problem war, dass die Last nicht zwischen + und Drain, sondern zwischen Source und GND angeschlossen war. Nun ist die Schaltung umgelötet und funktioniert wunderbar.

Weiss zufällig jemand, wieso die andere Variante nicht funktionierte? Es handelt sich doch um eine Reihenschaltung, wo die Reihenfolge eigentlich egal sein dürfte, oder?

Auf jeden Fall vielen Dank an alle Beteiligten!

Gruß Jens

Jens Dede schrieb:

Du brauchst am Gate aber einige Volt mehr als am Source.

Gruß Dieter

Hallo Jens,

Autsch...

Naja, zumindest ist nichts abgebrutzelt.

Sie ist nicht egal. Dieter deutete es an: Du hattest unfreiwillig einen Source-Folger gebaut. Wie der Emitterfolger zieht der die Source soweit hoch, bis sich bezueglich Vgs und dem Laststrom ein Gleichgewicht einstellt. Da Vgs ein paar Volt braucht, damit sich ueberhaupt etwas tut, faellt an der Last dann nur die zu 5V verbleibende Differenz ab. Bei einem Bipolartransistor haettest Du an der Last etwas ueber 4V geschafft, beim FET wegen hoeherer Vgs weniger und auch mit mehr Toleranz von einem FET zum naechsten aus anderer Fabrikationscharge.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

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