Ersatz für OPA4234

Mar 12, 2026 Last reply: 3 months ago 19 Replies

Hallo,



in einem alten Projekt hier, von dem ich zwei weitere Boards machen soll, wird ein OPA4234[1] eingesetzt, der wird aber nicht mehr hergestellt. Bei DigiKey wird als direkter Ersatz der OPA4187[2] empfohlen. Die Datenblätter habe ich verglichen. Bauform und Pinbelegung sind gleich, und soweit ich das sehe, ist der OPA4187 in allen relevanten Specs besser.



Ich erwarte nicht, daß ihr den Vergleich jetzt auch nochmal macht, aber mich würde interessieren, ob jemand die beiden zufälligerweise auch schon eingesetzt hat und das bestätigen kann.



Zum Hintergrund: Es handelt sich um eine Analogausgabeplatine, die auf dem DAC7744[3] basiert. Dessen Referenzspannungseingänge werden mit dem OPA gepuffert. Das ist so gemacht wie in [3] auf Seite 18 (Figure 5), nur wird der OPA hier mit +/-15V versorgt.



Einen pin- und funktionskompatiblen Ersatz brauche ich, weil das alte Projekt mit Altium Designer (ganz alte Version) bzw. Orcad (neuere Variante) erstellt ist. Beides habe ich hier nicht, aber die Gerber Files sind da. Ich kann also die Leiterplatte nochmal fertigen lassen. Zwar hätte ich gerne kleine Modifikationen gemacht (anderer Stecker für die Versorgungsspannung), aber das geht dann halt nicht.



Holger



[1]
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Bipolar.

+/-3mA machen fast alle OPs. Um trotz der Kerkos stabil zu sein arbeitet er hier als Integrator. Ich hätte Bifet bevorzugt. Verbaue meist OPA134, OPA2134, OPA4134 wenn TL081, TL082, TL084 nicht angemessen sind. Bei Reichelt erhältlich. Der ist bezüglich Offset aber nicht rekordverdächtig: 1mV statt 0,1mV des OPA4234. Wenn der D/A ein AC-Signale liefert, ist OP mit guter Bandbreite sinnvoll. Wenn DC-Signale, kann Offset wichtiger sein.

Bei Mouser mag sich ein Bifet mit besseren Specs finden.

MfG JRD

Am 12.03.2026 um 09:18 schrieb Holger Schieferdecker: [...]

OPA4234 Cross Reference sagt:

LT1014 von Linear IS ist ein kompatibles Equivalent

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Grüße

Hi Rafael,

Ja und? Hier muss man sehen, was diese 25 NA mit der Referenzspannungsquelle machen. Ich tippe auf "no problem".

Das könnte ein Thema sein, ich hab jetzt keine Zeit fürs Datenblatt. Im ZWeifel kann man die Referenzspannung aber noch einmal satt abblocken. Tiefpässe gibts gegen Rauschen, wenn keine Änderungswünsche über die Zeit da sind. Referenzspannung puffern klingt nicht nach Geschwindigkeit

Also dürfte die slewrate total egal sein.

Wozu?

Bei der Referenzspannung ist Offset aber ein herzhaftes Thema.

Marte

Am 13.03.2026 um 08:23 schrieb Marte Schwarz:

Als Referenz dient eine REF102, die hat laut Datenblatt eine Load Regulation von 10ppm/mA. Und der angedachte Ersatz ist auch beim Input Bias Current besser als der ursprünglich verbaute Verstärker.

Die negative Referenz wird daraus mit einem INA105 erzeugt.

Genau, und die ist auch gleich beim alten und beim Ersatzverstärker.

Der Referenzeingang des DAC7744 zieht einen Strom abhängig von der Ausgangsspannung, der kann bis zu 2 mA betragen. Da auf dem Board 8 Ausgänge sind, wären das im ungünstigsten Fall 16 mA. Daher muß die Referenzspannung gepuffert werden, weil die Quelle nicht soviel Strom treiben kann.

Holger

Das Datenblatt gibt den dual OPA2234 an, der Entwickler hat den quad OPA4234 verwendet. Ein low-offset bipolar sollte am +Pin und am -Pin die gleichen Widerstände haben. Der am -Pin ist im D/A und ist soweit ich sehen kann nicht spezifiziert. Der am +Pin ist im Prinzipschaltbild des D/A-Datenblatts nicht eingezeichnet und wurde wohl auch nicht layoutet.

Umgeht das Problem mit den genannten Widerständen.

MfG JRD

Hi Rafael,

Ja und?

Das soll die Spannungsabfälle aufgrund der Biasströme ausgleichen. Um mit 25 µA hier in nennenswerte Fehler zu kommen, müssten diese Biasströme irgendwelche Widerstände in der Größenordnung von 10 k sehen. VrefX AB und sein Sense sollten intern verbunden sein und die Quellimpedanz der Referenzdiode ist auch deutlich kleiner. Hier Biaswiderstände einzubauen würde überhaupt keinen Sinn machen.

Welche Pins meinst Du jetzt?

Und bringt viel höhere Offsetspannungen fürs gleiche Geld.

Marte

Wenn jemand Bipolar-OPs ohne Balance-Widerstände verwenden will, ist das in unkritischen Anwendung ok. Ich tue die bei LM358 auch nicht rein.

Ansonsten: für Rechthaberei-Diskussionen ist mir meine Zeit zu schade.

MfG JRD

Hi Rafael,

Ich führe solche Diskussionen durchaus mit dem Anspruch, danach schlauer zu sein als vorher, mit dem Nebeneffekt, das möglicherweise auch andere danach schlauer sein könnten. Deshalb verfolge ich auch Diskussionen, zu denen ich gerade nichts konstruktives beitragen kann. Ich habe Deine Argumentation für die vermeintlich fehlenden Biaswiderstände nicht verstanden und hinterfragt, mit meinem Verständnis für diese Teile. Wenn Du das als Rechthaberei bezeichnest, dann bitte ich um Nachsicht. Ich schätze Deine Beiträge hier sehr und habe daraus auch schon einiges gelernt. Umso mehr irritiert mich diese fehlende Argumentation hier in diesem Topic.

Nichts für UNgut Marte

Im Prinzip sollten die Widerstände für bipolar drin sein. Ich habe sie auf dem Breadboard des vintage 18 Bit DACs aber auch wieder vergessen:

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Den bipolaren single OPA227 dort gibts auch als quad OPA4227. Würde sich eventuell für die Platine des Fragestellers eignen, da nahe am OPA4234. Wenn auch mehr Ruhestrom. Da der aber Chopper für geeignet hält, habe ich den thread schnell als unergiebig abgehakt und kümmere mich lieber um meine Breadboards.

MfG JRD

Am 15.03.2026 um 15:04 schrieb Rafael Deliano:

Danke für den Hinweis auf den OPA4227, schaue ich mir auch noch genauer an.

Holger

Am 15.03.2026 um 15:04 schrieb Rafael Deliano:

Der Ruhestrom ist hier unkritisch, daher danke nochmal für den Hinweis, ich habe jetzt den OPA4227 vorgesehen.

Der OPA4234 kommt auch mit der Ausgangsspannung näher an die Versorgung, aber auch das brauche ich hier nicht.

Nebenbei, weiß jemand, wie zum Beispiel Digi-Key passende Bauteile als Ersatz vorschlägt? Macht das ein Algorithmus, oder wird das händisch gepflegt? Letzteres kann ich mir jetzt kaum vorstellen.

Holger

Die DigiKey/Mouser Ersatzvorschläge für OPs habe ich nie als passend empfunden. Goggle mit "xyz replacement" war oft ergiebiger.

Da der Markt für Präzisions-OPs eher klein ist, zielen die Hersteller oft auf Ersatz etablierter Typen und nennen die auch. OPA x234 laut Datenblatt "provides lower quiescent current than older “1013”-type products" Bezieht sich wohl auf den LT1013 von LTC den TI pro forma auch noch fertigt, der aber jetzt eigentlich Analog Devices ist.

Der LT1013 wurde als "Thermocouple Amplifier" beworben. Die Offsetspannung "100μV max" des OPA4234 bzw. "150 μV Maximum at 25°C for LT1013AM" prüft der Hersteller in <1sec. Wenn das IC im echten Betrieb heizt, bauen sich Thermospannungen auf. D.h. low power ist dann günstiger. Der OPA4234 als "High-Precision, Low-Noise Operational Amplifiers" ist eher für AC-Anwendung.

Es hängt also von der Verwendung der Leiterplatte ab auf was man optimiert.

Ich hatte mal Schachtel gebaut mit der der Aussendienstler beim Kunden kostenpflichtig Geräte kalibrieren sollte. Frontend für Labview auf Laptop. Ablauf hätte also zügig sein sollen. Es war ein geschlossenes Bopla-Gehäuse um Verstaubung zu verhindern. Der Softwarentwickler war nicht zu überzeugen, dass ein 8 Bit CMOS-Controller ausreicht. Es wurde ein ARM Einplatinencomputer mit Linux der 5 Watt verheizte. Ergbnis: die Schaltung war erst nach 30 Minuten warm-up DC-stabil.

Wenn man in sowas noch Lüfter einbaut bei dem heisse Luft über die Leiterplatte weht, dann hat man noch einen üppigen tiefstfrequenten AC-noisefloor.

MfG JRD

Dann lohnt sich vielleicht auch ein Blick auf OPA192, beziehnungsweise dessen Vierfachvariante OPA4192. Ist ein Stück leichter beschaffbar.

Bei meinen Projekten bevorzuge ich Einfach-Opamps - einfach weil es dafür mehr Auswahl gibt. Außerdem kann man in der Prototypenphase leichter mal einen Käfer mit 5 oder 8 Beinchen austauschen als wenn es gleich 14 Pins sind.

---<)kaimartin(>---

Am 22.03.2026 um 22:17 schrieb Kai-Martin Knaak:

Danke. Der OPA4227 scheint mir von den Daten ein bißchen besser zu sein, und da ich sowieso das meiste bei Digi-Key bestellen muß, spielt die Beschaffung in diesem Fall keine Rolle. Aber ja, sonst ist wäre das schon ein Kriterium.

Klar, das lötet sich einfacher aus.[1] Beim konkreten Projekt aber lasse ich nur zwei neue Leiterplatten fertigen, dann bin ich auf das alte Layout mit dem Vierfachverstärker angewiesen.

Holger

[1] Ab und zu muß ich hier ein paar ADUM2400 Digitalisolatoren tauschen, mit 16 Pins. Mit der dicken Spitze und viel Bleilot geht das, aber zwei drei Hände und zwei Kolben wären auch praktisch.

Lötsatation aufrüsten ? Metcal hat Pinzette in die man unterschiedlich breite Lötspitzen steckt:

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> viel Bleilot

1mm Bismutlötdraht von ebay um den Schmelzpunkt zu senken:

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MfG JRD

Gibt es auch als einzelne Spitze (SMTC-061) für die MX500/MX5000-Stationen. Mit viel Bleilot abwechselnd beide Seiten geht.

Alternativ breite normale Spitze, viel Bleilot und jeweils eine Seite warmmachen und *vorsichtig* hochhebeln.

Oder Heißluft, Düse mit 5-10mm Durchmesser.

SO-16 ohne Powerpad ist jetzt nicht *so* knifflig abzulöten.

cu Michael

Meine QFP64 Controller löte ich mit altem Leister Hotjet S

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und genau passender QFP Düse aus. Die hat China in guter Auswahl:
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Wärmeübertragung Luft ist schlechter als die direkte Wärmeübertragung Pinzette. Bei grossen Teilen ohne passender Düse verfärbte sich früher PCB grün auf blasig schwarz bis das Bauteil ablösbar war. Mit passender Düse ist Heißluft sauberer als Pinzette.

Pinzette ist bei kleinen Teilen schneller und bequemer. Ich habe 3 Metcal-Stationen am Lötplatz: dicke Spitze, dünne 0,4mm Spitze, Pinzette. Eingeschaltet wird eine Station nur wenn benötigt, ist dann innerhalb 2-3 sec auf Temperatur.

MfG JRD

Brauchst du nicht. Einfach vorhandene Duese etwas bewegen und dabei ein wenig Gefuehl walten lassen.

Aehem, dann warst du viel zu heiss. Sowas ist mir bestimmt schon seit

Wenn die Unterseite nicht bestueckt ist dann ist eine MHP30 am einfachsten. Einfach oertlich erhitzen und Teil runter und rauftun. Lediglich wenn wenn die Platine viel Kupfer drin hat ist es schwieriger.

Das hier war bisher mein anstrengenstes Projekt:

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Aber R&S hat nicht mit Kupfer gespart, seufzt.

Ich hab eine WS81 mit 0.2er Spitze und ein paar extra Huelsen mit Spitzen. Da schraub ich die Spitzen einfach so im Betrieb um. Metcal waren doch die mit dem Topflappen oder? Die konnte ich noch nie ausstehen.

Olaf

Downgrade von besserer Lösung ist für mich nicht von Interesse.

Für Anwender Hobby mag ein 650 EUR Leister + 10x 25 EUR Düsen nicht attraktiv sein.

Der Silikonlappen ist zum Wechsel noch heisser Lötspitzen.

Metcal ist sicherlich auch eine Frage der Kosten. Erstausstattung ( 1 Station, Lötkolben, Pinzette, diverse Lötspitzen bzw. Pinzettenspitzen ) war damals fast 1 kEUR. Aber Lötspitzen usw. sind als Restposten oft über ebay.com erhältlich, Betriebskosten sind erträglich.

MfG JRD

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