Erklärung für speziellen Effekt gesucht

Jun 16, 2026 Last reply: 1 month ago 8 Replies

Hi,



ich habe hier eine defekte 20W-LED-Lampe. Nach dem Motto "Auch Alter forscht" wollte ich der Sache auf den Grund gehen. Also habe ich das Teil mit einiger Mühe zerlegt und mir erst einmal die LP mit den LEDs vorgenommen.



Dazu habe ich an den Stell-Trenntrafo eine Schaltung aus Brückengleichrichter, Vorwiderstand 22k und Ladeelko 10 µF gehängt, mit der Dioden-LP verbunden und die Spannung langsam hochgedreht: tatsächlich leuchteten alle LED, aber nur dunkel, s.



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unten links. Gleichzeitig fiel mir aber auf, dass die Leuchtstärke anstieg, wenn ich mich der LP mot der Hand näherte; wenn ich einen Schraubendreher nahm, dessen Schaft berührte und damit die LP-Befestigungsbohrung (roter Kreis) antippte, wurde es noch heller (Bild unten rechts).



Hat jemand von Euch eine Erklärung dafür?



Hofft und dankt schonmal für entsprechende Hinweise, auch bzgl. der unbekannten Halbleirer


- 2013 1RF12 (LED-LP) bzw.



- BZRDNA (Elektronik-LP),



Reinhard


Reine Spekulation: Die Lampe benutzt einen Resonanzwandler als Konstantstromquelle. Aufgrund eines Defektes ist die Last kleiner geworden was die Arbeitsfrequenz stark verschoben hast. Wenn du mit der Hand/Schraubenzieher in die Naehe der Platine kommst verstimmst du durch die parasitaere Kapazitaet die Resonanzfrequenz und erhoehst die Ausgangsspannung, was zu helleren LEDs fuehrt.

Leider, keine Idee was das sein koennte, abgesehen davon dass das BZRDNA Teil der Schalt-MOSFET sein duerfte.

Gruss Klaus

Am 16.06.26 um 19:10 schrieb Reinhard Zwirner:

Naja, da schwingt noch irgendwas, aber womöglich nicht mehr auf der Frequenz wo es soll, sondern viel höher. Das dürfte ein Stepup-Wandler sein. Mal so ins Blaue: die Hauptinduktivität ist Grillgut und hat Windungsschluss. Der Current-Mode Regler bekommt daraufhin keinen nennenswerte Energiemenge mehr in die Spule und schaltet sofort wieder aus. Die zusätzliche Parasitärkapazität sorgt für eine reduzierte Frequenz, so dass doch noch ein bisschen mehr durch kommt. Ich meine mehr als ein paar Milliwatt sind das ja auch im hellen Zustand nicht, sonst hättest du kein Foto mehr davon gemacht. Näheres verrät dir ein Oszi.

20W und Retrofit sind halt Klassenfeinde.

Marcel

Reinhard Zwirner schrieb:

[...]

Hi,

ich habe leider den Eindruck, dass ich mich irnkwie nicht klar genug ausgedrückt habe: die Elektronik der Lampe ist völlig außen vor!

Das

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ist der Versuchsaufbau, beim dem der beschriebene Effekt aufritt.

Ciao

"Ingrid"

Klaus Bahner schrieb: [...]

Leider nicht! Offenbar habe ich mich nicht klar genig ausgedrückt, denn ich speise direkt die LED-Platte:

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[...]

"Auch": der ist sicher Teil des 8-beinigen SO-ICs mit dieser Bedruckung.

Für Deine Antwort dankt

Reinhard

Am 16.06.26 um 23:58 schrieb Reinhard Zwirner:

Das kam tatsächlich nicht richtig rüber.

Dann ist es einfacher. Die LEDs brauchen mehr Spannung als aus dem Netz kommt - es ist ja ein Step-Up Wandler. Die hast du nicht. Deshalb geht nur ein sehr geringer Strom durch. Mit parasitären Kapazitäten wird aber jetzt zusätzlich noch etwas eingekoppelt. Da die Impedanz der nahezu gesperrten Dioden sehr hoch ist, reichen geringste Ströme im µA-Bereich.

Marcel

Hallo!

Am 16.06.2026 um 23:47 schrieb Reinhard Zwirner:

Mitnichten! Du lässt die in deinem Link oberhalb gezeigte Platine außen vor. Wenn du aber deine Spannung auf der unten abgebildeten runden Platine über die zwei schwarzen Adern einspeist, dann sitzt da noch dieser SOT-89 sowie ein Kondensator (C3) drauf. Ob der SOT-89 tatsächlich mit "1RF12" oder doch eher mit "18F12" gelasert ist, kann man auf dem Foto nicht wirklich erkennen. Ob das nun ein Transistor ist, oder eher ein Regler ist nicht erkennbar.

Möglicherweise könnte allerdings die Platinenbezeichnung eine Spur sein, doch leider ist diese auf dem Bild durchkreuzt von der Plusleitung.

ALxxxx klingelt bei mir: Das sind LED-Regler unterschiedlichster Art. Und dort nach SOT-89 gesucht wäre ein heißer Verdächtiger: AL5890 ist ein Stromregler für LED's für 7-400V und auch als SOT-89 zu haben:

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Sollte alle 95 LED's tatsächlich seriell in einer Reihe verschaltet an solch einem AL5890 hängen, dann bräuchte diese Platine wahrscheinlich deutlich über 100V um "in Fahrt" zu kommen.

Jürgen Hüser

Jürgen Hüser schrieb: [...]

Isser! Zur Not kann ich Dir ein neues Foto schicken ...

Eher wohl ein Transistor, da auf der LP mit "Q3" markiert.

AL6126

Für Deine Hinweise dankt

Reinhard

Teste die LEDs mal einzeln durch - Labornetzteil (5V oder mehr, je nachdem, wie viele LEDs da ein einem Gehäuse in Serie sind), 1k Widerstand und der Reihe nach direkt an die Lötpads der LEDs.

Ich kenne den Effekt, daß eine LED hin ist - die lässt dann noch minimal Strom durch, so daß es für ein Glimmen reicht. Da reichen dann mimimalste Leckströme, damit es heller wird.

cu Michael

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