Empfehlung für preiswertes DSO?

Jan 07, 2013 18 Replies

Ich denke über die Anschaffung eines DSOs unter 500 EUR nach. Folgende Szenarien sollte es u.A. abdecken:



- "Normale" Messungen analoger und digitaler Signale mit 2 Kanälen und max. 100 MHz



- Aufzeichnung von Einschaltstromverlauf (z.B. Akkuschrauber) mit einstellbarer Triggerschwelle



- Aufzeichnung von IR-Signalen (von TSOP36), um diese in Ruhe analysieren zu können



- Lade/Entladekurven von Akkus aufnehmen Der Speicher sollte sich via USB oder RS232 mittels Opensource Software auslesen lassen, bzw. sollte das Auslese- und Steuerprotokoll dokumentiert sein. Nett wäre auch eine direkte Speicherung auf USB-Stick oder handelsüblicher Speicherkarte. Der Bootvorgang sollte in deutlich unter einer Minute erledigt sein. Nett wären Rechenoperationen wie z.B. Multiplikation mit einer Konstante, Quotientenbildung Kanal1/Kanal2 oder Integral. Die Bedienung sollte logisch sein und die Einstellregler ohne störende Verzögerung reagieren.



Kann jemand ein bestimmtes Model bzw. Hersteller empfehlen? Danke schon mal.



Dipl.-Inform(FH) Peter Heitzer, peter.heitzer@rz.uni-regensburg.de HTML mails will be forwarded to /dev/null.

Peter Heitzer schrieb:

Ich schlage mal das Rigol DS1102E vor, z.B. bei Batronix aktuell für

387,94?. Ich habe die 50-MHz-Variante DS1052E, die z.Zt. für 284,41? zu haben ist und bin zufrieden.
100 MHz

Geht. Das DS1102E hat 100 MHz Analogbandbreite.

einstellbarer Triggerschwelle

Nun, das Scope misst natürlich Spannungen mit einstellbarer Triggerschwelle. Um den Strom zu messen, musst Du eine Spannung daraus erzeugen. Je nach Anwendung reicht vielleicht ein Serienwiderstand aka Shunt.

können

Geht. Je nach Samplerate hast Du im Single-Shot-Betrieb bis zu einer Million Speicherpunkte, da kann man schon tief ins Signal hineinzoomen.

Das ist evtl. ein Problem, denn die Zeitbasis lässt sich nur bis auf

50s/Div. herunterstellen, bei wimre 12 Divisions ist die maximale Aufnahmedauer am Stück also 10 Minuten. Müsste man also wohl regelmäßig mit dem Rechner auslesen.

auslesen lassen, bzw.

USB und RS232 sind vorhanden, Programming Manual ebenfalls. Welche Software es fertig gibt, weiß ich nicht. Es gab unter Linux mal Probleme mit dem usbtmc-Treiber. (Unter Windows kann beispielsweise problemlos NI VISA verwendet werden.) Keine Ahnung, ob die in aktuelleren Linux-Kerneln bzw. in aktueller Rigol-Firmware gefixt sind.

Speicherkarte.

USB-Stick wird unterstützt.

Passt.

Quotientenbildung

Die genannten Rechenoperationen fehlen allerdings. Möglich sind Addition, Subtraktion, Multiplikation zweier Signale sowie FFT.

Verzögerung reagieren.

Bedienkonzepte sind immer ein bisschen Geschmackssache, aber ich finde mein Rigol logischer als bspw. diverse teure Agilent-DSOs, die wir haben.

Christian

Christian Zietz - CHZ-Soft - czietz (at) gmx.net WWW: http://www.chzsoft.de/ PGP/GnuPG-Key-ID: 0x6DA025CA
  • Peter Heitzer :

Szenarien sollte es

Da ist die Auswahl nicht arg gross. Unter 500 EUR findet man etwa:

Rigol DS1052E 50MHz Rigol DS1102E 100MHz Uni-Trend UTD2042C 40Mhz Uni-Trend UTD2102C 100MHz Uni-Trend UTD2102CM W 100MHz Tektronix TBS1022 25MHz ELV 68-08 03 86 25MHz ELV 68-08 29 80 60MHz Siglent SDS1102CNL 100MHz

Wenn man die Screenshots und Bedinungselemente vergleicht, liegt der Verdacht nahe, dass das 9x dasselbe Gerät ist oder evtl. zwei oder drei unterschiedliche Generationen desselben Geräts. Beispielsweise unterscheiden sich Rigol DS1052E und DS1102E nur durch ihre Firmware, bei den UTD2042C/2102C wird das nicht anders sein.

In diesem Bereich kannst du nicht Eigenschaften einfordern, sondern höchstens abchecken, ob eins davon ein bisschen mehr kann als das andere.

100 MHz

ok.

einstellbarer Triggerschwelle

ok.

können

Ich hab das vor ein paar Monaten ohne DSO mit einem Arduino nach

formatting link
gemacht und die Befehle der Lego-IR-Fernsteuerung ohne weiteres dekodieren können.

- Andi

[...]

Heutzutage haben viele Scopes aber fast unendlich viel Speicher, da ginge das. USB-kontrolliertes Multimeter waere hier aber besser. Meine neues muesste heute eintrudeln :-)

Was auch geht (jedenfalls bei Instek) ist dass man vom PC aus regelmaessig eine Messung "anschubst" und dann in Excel schiebt. Dazu sollte das Scope SCPI-konform sein was bei Instekl der Fall ist. Bei Rigol wuerde ich das vor dem kauf abklopfen. Der Befehlssatz sollte per Download offenliegen.

Moeglicherweise kann man auch was im Streaming Mode machen wo das Scope einfach permanent Daten in den PC reinschiebt.

[...]

Quotientenbildung

Wobei das auch der PC erledigen kann wenn man die Daten z.B. ueber VBA in Excel reinbekommt oder in eine andere Software.

Verzögerung reagieren.

Bei manchen Fabrikaten muss man ein wenig "Chinglish" akzeptieren. Gestern in einer Installationsanleitung: "In order to improve products or other reasons, Maker will not be in charge of any errors which appear in this document. Meanwhile, are not responsible for the update contents of this document and information".

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Joerg schrieb:

Schrieb ich ja: Programming-Manual ist vorhanden. Das Rigol spricht SCPI, wobei da eh jedes DSO seinen eigenen Dialekt hat.

Das Englisch bei Rigol ist OK. Mittlerweile haben die sogar eine deutsche Niederlassung und es gibt auch eine deutschsprachige Anleitung für das Scope. Zu der Qualität dieser Anleitung kann ich allerdings nichts sagen.

Christian

Christian Zietz - CHZ-Soft - czietz (at) gmx.net WWW: http://www.chzsoft.de/ PGP/GnuPG-Key-ID: 0x6DA025CA

Bei der Preisklasse? Ganz ehrlich, entweder guck nach etwas Gebrauchtem, oder nimm eine PC-basierte Lösung. Wobei ich bei letzteren nicht sicher sagen kann, wie da der qualitative Stand der Dinge ist.

können

Da musst Du gucken, wie viel die Kiste in Single Shot am Stück aufnehmen kann. Da gibt es erhebliche Unterschiede.

Langzeitmessungen sind nicht unbedingt die Domäne von DSOs. Ein Multimeter mit Serieller Schnittstelle ist da zweifelsohne die preiswertere Lösung.

Üblicherweise erreichen die Geräte so oder so erst nach etlichen Minuten ihre spezifikationsgemäßen Parameter.

Verzögerung reagieren.

Also kein /zu/ altes gebrauchtes. ;-)

Aber wie gesagt, PC-Basierte Lösungen klappen auch in der Preisklasse. PicoScope 2200 oder 3200 fällt mir da z.B. spontan ein.

Marcel

Am 7 Jan 2013 18:50:03 GMT schrieb Andreas Karrer :

Die Unterschiede sind aber gewaltig. Die UNi-T-DInger haben z.B. kein anständig dokumentiertes Zugriffsprotokoll geschweige denn USBTMC (oder wie das exakt heißt ;).

Speichertiefe macht auch sehr deutliche Unterschiede.

Langzeitaufzeichnung kann IIRC keins davon, Streaming Mode, also alle Meßwerte mit benutzerdefiniertem Abstand kontinuierlich aufzeichnen bzw. zum PC weiterreichen kann keins, dafür braucht man ein USB-DSO aka PC-Oszilloskop ohne eigenen Bildschirm (können aber auch nicht alle). Aufzeichnung beim DSO heißt bildschirmweise, das geht dann je nach Modell auch auf USB-Speicher.

Marc

Am Mon, 7 Jan 2013 20:58:01 +0100 schrieb Marc Santhoff :

SCPI meinte ich.

Marc

Wenn das Scope einen (moeglichst fernsteuerbaren) Horizontal Roll Mode bietet koennte das in Verbindung mit einem PC gehen. Muesste aber in ein Programm sein was nicht nach einer bestimmten Zahl Samples an den Poller geraet. Bei Excel soll es einen Trick geben wie man es zum automatischen Sprung in Zeile #1 der naechsten Spalte bringt wenn der Poller erreicht wird.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/
[...]

Moegliche Loesung des Problems falls das Scope keinen Horizontal Roll Mode hat aber ein moderner Funktionsgenerator vorhanden ist welcher mikroHertz kann, und wo die Chance besteht dass dieser nicht von Kollegen aus dem laufenden Versuch rausgemopst wird: Dann kann man es mit der XY Darstellung versuchen, wobei der Generator mit einer Rampe die X-Achse bedient. Er sollte dazu auf Einzelschuss gestellt werden damit nach Ablauf der Langzeitmessung nicht ueberschrieben wird.

Das Sahnehaeubchen: Mit einem Arb Generator koennte man ueber variablen Zeitraffer sogar hie und da einen Zoom reinbauen, z.B. um den Abfall einer Akkuspannung am Ende der Entladekurve in einer Art Lupendarstellung etwas feiner zu sehen waehrend im flachen Teil der Entladekurve in groberen Zeitabstaenden abgetastet wird.

Wenn das Scope nicht einmal eine XY Darstellung hat dann wuerde ich es nicht kaufen. Was ich mal gesehen habe war ein Hersteller der Roll Mode allen Ernstes als SW-Option gegen Extra-Loehnung verticken wollte. Fiel mir nix mehr ein.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Habe auch ein DS1052E von Batronix und bin zufrieden. Für den Hobbybereich allemal ausreichend. Und für den Preis den ich bezahlt habe bekommt man jetzt die 100MHz Version.

In den anderen Punkten schließe ich mich ebenso meinem Vorredner an :-)

Grüße Markus

Joerg ( snipped-for-privacy@invalid.invalid):

Hmm, reichen die > 1 Million Zeilen für sowas nicht aus?

73 de Tom
DL7BJ * DL-QRP-AG #1186 * DARC OV I19 * FISTS #15933 * ARRL http://www.dl7bj.de https://twitter.com/dl7bj

64000 reichen bei Messungen ueber mehrere Tage manchmal nicht, und mehr waren das m.W. bis Excel 2007 nicht. Bei der neuesten Version ist es mehr, aber auch da kann man an den Poller kommen wenn man z.B. feine und kurzzeitige Effekte bei einer Akkuladung aufzeichnen moechte. Ohne viel Klimbim und Trick 17 kann man nur mit konstanter Sample Rate aufzeichnen lassen und dabei verplempert man auf der Strecke von 10% bis 95% massenhaft Bytes. Da wo man an sich nur zittrigen Gleichstrom sehen braucht. Ich hatte schon Scopes benutzt mit 1MSample Speichertiefe, es reichte nicht und wir mussten trickreich triggern. Mit laengerem Speicher hatten wir uns die Extrazeit fuer den Bau dieser Trigger-Chosen sparen koennen.
Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Am Mon, 07 Jan 2013 12:46:07 -0800 schrieb Joerg :

Interessante Idee, aber nur wenn so ein Generator schon vorhanden ist.

Die Wahrscheinlichkeit für ein beim OP existierendes DMM mit USB- oder RS232-Anschluß ist aber deutlich größer. Oder ein Bastelboard à la Raspberry Pi oder Arduino oder sowas. Sogar mit dem Pollin-Board kann man die Aufgabe einfach lösen.

Marc

100 MHz

einstellbarer Triggerschwelle

können

Vielleicht kann das DSO ja selbst auf USB-Stick speichern, wenn der Speicher voll ist.

auslesen lassen, bzw.

Das Programmierhandbuch hab ich mir gerade heruntergeladen. Das sieht schon mal gut aus.

Speicherkarte.

Quotientenbildung

Ist auch mehr ein "nice to have". Wenn ich den Speicher auslesen kann, kann ich das auch am Rechner erledigen.

Verzögerung reagieren.

Das klingt ja insgesamt schon recht positiv. Werde ich mir mal näher anschauen.

Dipl.-Inform(FH) Peter Heitzer, peter.heitzer@rz.uni-regensburg.de HTML mails will be forwarded to /dev/null.

Ich habe vom Flohmarkt noch zwei Voltcraft DMM mit optischem Ausgang. Einen RS232-Adapter hab ich mir dafür bereits gebastelt. Schöner wäre es halt, wenn es mit einem Gerät ginge. Bei externer Triggerung mit z.B. Minutentakt sollte es aber mit dem DSO auch gehen.

Dipl.-Inform(FH) Peter Heitzer, peter.heitzer@rz.uni-regensburg.de HTML mails will be forwarded to /dev/null.

Peter Heitzer schrieb:

voll ist.

So weit ich weiß leider nicht.

Christian

Christian Zietz - CHZ-Soft - czietz (at) gmx.net WWW: http://www.chzsoft.de/ PGP/GnuPG-Key-ID: 0x6DA025CA

Joerg ( snipped-for-privacy@invalid.invalid):

Jupp, knapp über 1 Million.

Ich würde für sowas ein Skript basteln, dass die Daten in eine sqlite Datenbank pumpt. Dann kann man die perfekt auswerten und könnte z.B. aus einen Raspberry als billigen Logger nehmen und mit Firefox auf die Datenbank zugreifen.

It's magic ;-)

73 de Tom
DL7BJ * DL-QRP-AG #1186 * DARC OV I19 * FISTS #15933 * ARRL http://www.dl7bj.de https://twitter.com/dl7bj

RS232-Adapter hab ich mir

Bei externer Triggerung

Beim Trigger springt es immer an den Anfang der H-Achse. Es sei denn Du uebernimmt das Ergebnis per SCPI jedesmal in den PC.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

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