Elektrosmog?

Jun 26, 2004 7 Replies

Hallo zusammen,



Da ich mir nun auch ein (billiges, aber neues) Ozilloskop gekauft habe mache ich damit grad ein paar Experimente und hab da son Ausgang mit 0,25V zum Kalibrieren entdeckt. Die Kurve davon sieht so aus:

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Wenn ich den Anschluss dann mit dem Finger anfasse, sieht das Ganze dann so aus:

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Wenn man den 0,25V Eingang dabei abnimmt, sieht man wohl, dass da eine Wechselspannung mit 50Hz und U > 0,4V anliegt. Dies ist jedoch keinesfalls eine "glatte" Sinuskurve, sondern extrem stark mit Rauschen und Verzerrungen drauf.



Da mich das Ergebnis etwas verdutzt hat, habe ich im Haus _alle_ Verbraucher testweise abgestellt (Sicherungen im Keller alle raus) und nochmal gemessen. Das Ergebnis ist das gleiche.



Heißt das jetzt ernsthaft, dass jedesmal, wenn ich hier irgendein beliebiges geerdetes Gerät anfasse, dass an mir eine Wechselspannung von mindestens 0,4V anliegt?



Das Ganze brachte mich dann noch zu einer anderen Frage: Ich habe hier jetzt einfach ein altes Netzwerkkabel durchgeschnitten und an der Schnittstelle abisoliert und als Kontakt zum Oszilloskop genommen. Jetzt lese ich etwas weiter unten einen Thread, dass man "Tastköpfe" mit Impedanzen benötigt. - Jetzt habe ich ja noch ein altes Oszilloskop bei Ebay ersteigert (25 Jahre alt) bei dem ich einen gewischt kriege, wenn ich am Netzwerkkabel beide Pole anfasse. Kann mich jemand aufklären, was es mit diesen Tastköpfen auf sich hat? Ich dachte bisher immer in ein Oszi kommt das, was man messen möchte, unverfälscht einfach an den zwei Polen rein.


Gruß,



Markus



Die Oszis Das Neue: Voltcraft 610 Das Alte: Telequipment Model unbekannt


Hallo Markus,

manchmal kommt ins Oszilloskop halt auch was rein was man gar nicht messen möchte. Der Oszilloskopbildschirm hat zwar Ähnlichkeit mit einer Glaskugel, hat dies Funktion bisher aber genausowenig integriert wie einen Bluetooth-Anschluss zum Weihnachtsmann zur Wunscherfüllung.

HTH

Bernd Mayer

Frank Zappa: "There are human beings and there are Republicans."

Markus Gronotte schrieb im Beitrag ...

Oszilloskop mit Batteriebetrieb aber Kathodenstrahlroehre ? Wohl kaum.

115V. Oder so. Siehe Elektrosmog in der FAQ. Es spielt auch keine Rolle, dein Pullover macht beim Ausziehen 10000 V. Na und ? Da steckt keine Leistung hinter, die Spannung bricht bei Beruehren sofort zusammen, es fliesst kein relevanter Strom. Das reicht nur zum Erschrecken. Denk an all die HiFi-Geraete mit Eurostecker aber Metallgehaeuse per Entstoerkondenstaor, die an 115V liegen das es 'brummt' beim Anfassen. Der Strom reicht einfach nicht aus. Interessanter sind die Funken bei Beruehrung von 2 geerdeter Abschirmungen verschiedener Geraete. Da liegt oft richtig Strom dahinter, das bildet Brummschleifen, bei Bruchteilen eines Volt.

Siehe de.sci.electronics FAQ:

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was einen Tastkopf auszeichnet.

Beide Pole ? Innen ist ja wohl der Eingang, der ist ja 'offen'. Aussen ist die Abschirmung. Die liegt am Schutzleiter. Also an Erde. Und wenn du mehr Spanung hast, z.B. mit isolierten Schuhen auf dem Boden rumschrubbst, hast du locker 5000 V die sich erst mal nach Erde hin abbauen.

Na ja. Ein Pol ist der Eingang. Der andere bloss der Bezugspunkt. Obwohl es realistisch nur um die Differenz geht, schon richtig.

Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at despammed.com homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/ Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask. Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.

Hallo, Markus!

Markus Gr> Jetzt habe ich ja

Das könnte der Koppelkondensator am Eingang sein, wenn der sich auf hohes Potential aufgeladen hat. Den baut man ein, damit man auch solche kleine Wechselspannungssignale detailiert darstellen kann, denen eine hohe Gleichspannung überlagert ist.

Ein Tastkopf ist nötig, um den Einfluss der Messleitung auf die Messung möglichst zu umgehen.

Denn eine Kupferleitung kann man sich als Zusammenschaltung von Längsinduktivitäten und Querkapazitäten vorstellen. Diese sind bei geringen Frequenzen (z.B. Gleichspannung, Netzspannung) wirkungslos, aber wenn man höhere Frequenzen messen möchte (wenn die Wellenlänge in die Größenordnung der Leitungslänge sinkt), dann hat so eine Kupferleitung ganz andere Eigenschaften. Die Elektrische Energie breitet sich dann auf der Leitung in Form von Wellen aus. Und das wäre das Kapitel "Leitungstheorie". Nach dem Stichwort kann man sich gut weiterinformieren, allerdings weiß ich im Moment keine gute Literatur, die ohne viel Mathematik auskommt.

Gruß, Ulrich Lukas

"Ulrich Lukas"

Schlimm genug, dass wir solche Einflüsse im Studium _berechnen_ müssen :( Naja, mir war nicht bewusst, dass man solche Verzerrungen unterdrücken kann. Die wirklich wichtigen Infos enthält man uns beim Studium E-Technik wohl vor.

Gruß,

Markus

"Markus Gronotte" wrote: [Grundlagen der Elektrotechnik]

Ohne Verständnis der Grundlagen kann es kein wirkliches Verständnis der darauf aufbauenden Dinge geben.

Nein, die hat man euch gegeben. Oder hat man euch die Kirchhoffschen Gesetze vorenthalten? Anwenden musst du sie schon selbst.

Ingenieur kommt vom lateinischen Wort "ingeniarius", (Festungsbaumeister), das wiederum von "ingenium" (Geist, Fähigkeit, Begabung) abstammt. Willst du Ingenieur sein, musst du dich schon daran gewöhnen, dass dazu eine gewisse geistige Selbständigkeit und die Bereitschaft, ein Problem zumindest selbst anzugehen, gehört. Studium bedeutet "eifriges Streben". Selbständiges Bemühen um dein Fach.

Ja, das ist auch manchmal Arbeit. TANSTAAFL.

Nicht umsonst nannte man das zumindest damals den "Anfangssemester-Schock". Gut ist aber, dass man ihn überwinden kann.

Viel Erfolg dabei!

Gruß

Stefan

Nein, das heißt, daß dabei ein Strom fließt, der am Innenwiderstand des Meßpunktes 0,4V Spannungsabfall erzeugt. An einem anderen Widerstand wäre die Spannung anders (z.B. DVM). Dieser Strom kommt ursächlich durch die Kapazitive Kopplung des Körpers mit dem spannungsführenden Leitungswerk zustande. Deshalb sind die hohen Frequenzen (Oberwellen, Rauschen) auch stark begünstigt.

Marcel

Markus Gronotte schrieb im Beitrag ...

Kein Problem. de.sci.electronics FAQ:

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und Art of Electronics lesen sollte ein gutes Fundament fuer's Studium geben.

Denk immer dran, das ein Professor nichts anderes ist, als ein Student, der die Vorlesung (mit Ach und Krach ? Weiss man's ?) hinter sich hat.

Der normale Professor hat keinerlei Praxiserfahrung, und ein Spezialgebiet das ihm im normalen Fach keine relevanten Kenntnisse vermittelt.

Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at despammed.com homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/ Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask. Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.

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