Daten fuer alten AEG "BTY C" Thyristor?

Jan 30, 2023 Last reply: 3 years ago 224 Replies

Hallo Joerg,

Du schriebst am Thu, 9 Feb 2023 09:38:28 -0800:

Und der Akku geht dabei schon über die Grenze? Ich dächte, die Dinger halten die Spannung auch ganz gut "im Zaum"?

Am Do.,09.02.23 um 18:38 schrieb Joerg:

Also doch eine Crowbar hinter einer Sicherung in der Verbraucherleitung. Falls das BMS schon geöffnet hat und der Strom für die Sicherung nicht reicht, fließen <16A (32W bei 2V). Wenn der Spannung nach Dunkelheit wieder ansteigt, muss die Crowbar wieder zünden können. Denkbar ist auch ein mechanischer Schalter vor der Sicherung: Entweder ein umgebauter FI mit rausgelegtem Auslösespulenanschluss, oder ein Leistungsrelais (Glühkerzenrelais, 12V Schütz), Spule parallel zum Thyristor. Das fällt ab, wenn die Spannung zusammenbricht und bleibt aus. Nachteil: Ruhestrom. Was kosten eigentlich Sprengschalter?

Der Akku könnte 500 A längere Zeit liefern. Was machte die Crowbar damit?

Es soll aber gar keine Crowbar mehr verwendet werden, wenn ich nicht irre.

Nein, Leute, der urspruengliche Plan war folgender: Akku - 12V Power Bus - Sicherungen. An diesen haengen die Verbraucher aehnlich wie in einer Hausverteilung. Dann gibt es eine weitere Sicherung, die MPPT-Sicherung, an der MPPT-Laderegler und Crowbar angeschlossen sind. Die muss 40A oder

50A haben, weil die Solar Panels bis zu 500W liefern koennen. Die sind noetig, um wegen der oft hohen Last tagsueber die Leistungsbilanz hinzubekommen. Nachts oder bei Wolken macht das ein Generator und das Netzteil, was ich dafuer habe, koennte sogar 900W liefern (werde ich aber auf weniger als 500W gedrosselt betreiben).

Der Akku darf auch nicht mit mehr als 50A geladen werden. Liefern kann er 100A Dauer und knapp 300A Spitze.

Wenn nun im MPPT-Laderegler die FET kurzschliessen und die Akuspannung daher unkontrolliert immer weiter steigt, schlaegt bei 14.5V oder so die Crowbar zu. Das BMS oeffnet erst bei 15v, da ist also genug Luft. Damit brennt die MPPT-Sicherung durch und es kann bei den Verbrauchern nicht zu einer Ueberspannung kommen, da nun der MPPT-Laderegler vom 12V Power Bus getrennt ist. Wichtig ist, dass bei dieser Prozedur das BMS gar nicht erst anspricht. Das verhindert ein Ueberladen und stellt sicher, dass die Sicherung auch durchbrennt.

So isset. Da sich das immer komplexer gestaltet, wird es wohl eine Abschaltung der Panels per FET geben, im Massezweig. Der Thyristor bliebe dann als Schaustueck in der Vitrine. Irgendwie sieht der cool aus.

Wichtig ist mir, keinen Schaden durch Single Fault Situationen zu erlauben.

Dem Akku macht das nichts. Selbst wenn dessen BMS aufmacht, haelt das bei diesem Akku-Typ notfalls auch die ganze Solar Panel Voc aus. Aber die angeschlossenen Verbraucher halten das nicht aus, bei den meisten fuer 12V entwickelten Geraete besteht die Gefahr, dass sie bei mehr als

16V beschaedigt oder zerstoert werden und das kann in meinem Fall teuer werden.

Wenn das dann als Schaukel hin und her geht, koennte der Thyristor ueberhitzen.

Da kann ich natuerlich keinen grossen Ruhestrom gebrauchen, weil diese Chose oft tage- oder wochenlang nicht benutzt wird. Paar mA waere ok, paar zig mA nicht mehr.

:-)

Hallo Joerg,

Du schriebst am Thu, 9 Feb 2023 14:18:17 -0800:

...

Jajaja, issjaschongut. Ich meinte halt damit, daß Deine wertvollen Geräte wohl nicht sofort kaputt gehen dürften, wenn die PV-Spannung anfängt, "hochzugehen" und da - vielleicht? - durchaus ein paar Millisekunden (oder benutzen die Usa noch Terzen?) Zeit zum Abwerfen eines Relais blieben. Muß ja sowieso ein DC-Relais für ausreichende Last sein, aber die sind auch nicht mehr so langweilig und auch nicht unbotmäßig riesig.

Klar, wenn das zu lange dauert. Aber zum Abschalten sollte der Akku genügend begrenzen. Aber ich halt' mich jetzt weiter lieber 'raus, bevor das zu kompikationiert wird.

Hi Joerg,

Dann frage ich mich tatsächlich, wozu Du eine Crowbar wolltest. Es gibt hier doch gar keine Notwendigkeit dafür. Es gibt absolut kein Problem mit dem Timing und Du kannst ganz gemütlich ein Relais anziehen lassen, das den Solarkreis öffnet und meinetwegen parallel einen lauten Summer aktivieren, mit dem man gemütlich einen Hauptschalter herumlegt, der die Solarzellen abtrennt, bis man den MPPT-Regler ausgetauscht oder repariert hat.

Marte

Hi Joerg,

Vergiss den Ansatz mit Crowbar. Einen Shuntregler will hier außer vielleicht Helmut ohnehin niemand einsetzten.

Direkt bei den Solarzellen.

Stromstoßschalter sind erfunden und gibt es in den meisten Heimwerkermärkten.

Marte

Als eine Art Versicherung, damit nichts am 12V Bus kaputtgeht. Crowbars sind deshalb z.B. bei guten Linearnetzteilen gaengig.

Zeit fuer ein Relais ist meist nicht, dafuer sind die Elkos auf der Abgangsseite zu klein. Auch traue ich Relais nicht mehr besonders, nachdem mir in der Funktechnik mehrere ausgefallen sind, eines davon mit spektakulaeren Effekten in der dann offenenen Sender-Endstufe.

Die Zeit ist nicht. Wenn das auch nur wenige Millisekunden ueber 18V oder so rausgeht, entsteht oft schon schwere Schaden. Bei aelteren Geraeten durchaus Blattschuss und Ende der Nutzbarkeit. So aehnlich kam es zum Ableben meines JST-100 Funkgeraetes und die Transistoren fuer die Sendeendstufe sind inzwischen so gut wie unbeschaffbar.

Ich werde es wohl mit einem FET auf der Solarseite machen, der ist schnell genug.

BTW, wir verwenden durchaus metrische Zeitmasse hier :-)

Beim Kochen und Backen ist es anders. Jetzt im Rentenalter habe ich zum ersten Mal gebacken. Alles gemessen in Teeloeffeln, Essloeffeln, Tassen und Unzen.

Sobald das BMS aufgemacht hat, begrenzt ein Li-basierter Akkus nichts mehr. Dann ist der "elektrisch ueberhaupt nicht mehr vorhanden".

Geht, aber als Abschalter allein ist sowas zu langsam. Da ist ein FET angesagt. Oder beides.

Wenn ich das Argument richtig verstanden habe, dient als Kurzzeitschutz Dein Akku. Der schaltet sich bei 15 V zwar weg, aber die Zeit zwischen dem beginnenden Überladen bei 14.5 V und dem Schutz bei 15 V ist bei begrenztem Strom und großem Akku so klein nicht.

Gegen andere Maßsysteme habe ich nichts, aber Volumenangaben finde ich enorm unpraktisch. N.B: Bei allem Klebrigen (Sesammus) die Tara mit dem Löffel einstellen, dann muß man ihn nicht jedes Mal komplett abstreifen.

An anderer Stelle sprichst Du von Lithium. 14.5 und 15 V klingt mir sehr nach Bleiakku. 3 * 4.2 V sind 12.6 und 4 * sind 16.8 V. Was sind das für Zahlenwerte, die Du da nennst?

In diesem Fall ist es ein LiFePO4 Akkus 12V 100Ah, welcher vier Zellen in Serie enthaelt. Mitgeliefert wurde u.a. ein kleines Handbuechlein und in dem steht:

Charge Limit Voltage: 14.6V Overvoltage Disconnect Voltage: 15V

Letztere ist die Spannung, wo das BMS oeffnet und der Akku ploetzlich "nicht mehr da" ist.

Ganz bis 14.6V gehen moechte ich natuerlich nicht. Das soll man auch nur selten tun, um dem Akku beim Cell Balancing zu helfen. Die Normalspannung in vollem Zustand ist eher im Bereich 13.6-13.8V.

Das waere das Ziel gewesen. Man sollte sich aber nicht 100% auf den vollen Funktionsumfang eines BMS verlassen und es kann regulaer auch mal aus anderen Gruenden aufmachen (Temperatur etc.).

Wir Amis lecken den dann ab :-)

Hallo Axel,

Du schriebst am Mon, 13 Feb 2023 20:07:40 +0100:

LiFePO4-Zellen haben über >80% ihres Kapazitätsbereichs eine Spannung zwischen 3,2 und 3,3V. 4* 3,2V = 12,8V, 4* 3,3V = 13,2V. Diese Akkus sind also sehr gut zum Austausch gegen Bleibatterien geeignet. Auch die (übliche) Ladeschlußspannung von ca. 3,6..3,8V ist in der richtigen Höhe, bei 4 Zellen 14,4..15,6V, also die Werte wie oben bei Dir.

Hallo Joerg,

Du schriebst am Mon, 13 Feb 2023 10:01:40 -0800:

Dann hat Deine Verdrahtung also einen so hohen Übertragungswiderstand, daß die PV mit - nach Deiner Angabe - max. 16A die Spannung an den _Geräten_ über 18V hochziehenkann, ohne daß der Akku dagegenhalten kann? Nagut, wenn Du meinst, daß das so sein muß...

Daß Eisenphosphat so weit weg von den Daten anderer Lithiumakkus liegt wußte ich nicht, hätte ich aber wissen sollen. Paßt bei vier Zellen mit

11.2--14.6 V hervorragend zu für Blei konzipierten 12-V-Systemen und bei zwei Zellen zu 6 V für's Fahrrad.

Danke Axel

Ja, fuer 12V System passt das, doch man muss aufpassen, dass Ladegeraete keine automatische "Anti-Sulfatierung" und sowas vornehmen. 3.65V pro Zelle oder 14.6V fuer vier in Serie ist wirklich die Schmerzgrenze bei LiFePO4, oberhalb derer im Akku ein Dauerschaden entstehen kann.

Auch sind LiFePO4 mit gewoehnlichem BMS nicht fuer Autos geeignet, da das BMS bei den KFZ-ueblichen Akkugroessen normalerweise nicht die Spitzenlast fuer Anlasser verkraftet. Mein Akku ist mit 300A Spitze zwar eine Ausnahme, die zumindest fuer Getriebeanlasser an nicht allzugrossen Benzinmotoren reichen kann, aber nach 3-5sec "Orgeln" wuerde auch das erstmal abschalten. Dann ist da das Kaltwetter-Problem und das muss man auch beim Fahrrad beherzigen. LiFePO4 vertragen unterhalb der Frostgrenze nur sehr wenig Ladestrom. Ueberschreitet man den, setzt man viel Geld in den Sand.

Am Rennrad und am Mountain Bike benutze ich fuer den Lichtakku Li-Ion, zwei in Serie fuer gut 8V. Denn dort zaehlt ja das Gewicht und klassische Li-Ion haben einer hoehere Energiedichte pro Wattstunde. Daran haengt jeweils eine Cree XM-L LED fuer vorn, die mit 8W beschickt kerniges Licht liefert. Da haben schon Leute gedacht, es kaeme ein Motorrad.

Laden tue ich den Fahrradakku bei weniger als 0C nicht. Bei gewoehnlichen Li-Ion sollte man bereits unter 5C aufpassen. Der Akku am Rennrad ist ueberdimensioniert, sodass ich den Dynamo gar nicht benutzen muss.

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