Daten fuer alten AEG "BTY C" Thyristor?

Jan 30, 2023 Last reply: 3 years ago 224 Replies

Es ist schon ein fetter Akku vorhanden, in diesem Fall LiFePO4. Er kann

100A Dauerstrom und 300A Spitze liefern. Da der ein BMS hat, muss auch der Fall abgedeckt werden, wo z.B. der FET im MPPT-Regler durchlegiert. Dann geht die PV Spannung 1:1 durch an den Akku, dessen Spannung steigt nun zwar langsamer als sonst, hoert aber bei der gewaehlten Ladeendspannung nicht auf, zu steigen. Irgendwann macht dann das BMS auf und die Spannung auf dem 12V Bus schnellt auf 75V oder was immer ... *POFF* ... und danach koennen einige Tausender an Elektronik verloren sein.

Dieses "Single-Fault" Risiko ist nur wenigen Hobby-Solaristen bewusst und auch Ingenieuren in der Industrie nur selten. Hinzu kommt schludriges Design vieler MPPT-Regler, die z.B. beim Abklemmen des Akkus (loser kontakt etc.) spektakular abrauchen koennen. Wenn man danach wieder anklemmt, koennen dessen FETs kurzgeschlossen sein und dann ist es auch fuer neu angeschlossene Verbraucher wie eine Zeitbombe.

In der Zeit bis die 50A-träge durch ist kannst Du auch ein Relais abschalten.

Ihr Muricans seid brutal - Crowbar :)

Grüße

Joerg schrieb:

Auf alle Fälle den minimalen Gatestrom einhalten. Und der ist eben nicht 80 mA, sondern sicher so was wie 250 mA bei diesem Kaliber, ev noch mehr. Sonst zündet er nicht bei andern Temperaturen (Kaltstartprobleme...), oder er zündet langsam und/oder lokal, sodass er eben kaputt geht. BBC (1971) empfiehlt 50 us Zündimpuls, RCA(1978), äh, da kapiere ich die Datenblattwerte nicht. Jedenfalls für kürzere Zündimpulse deutlich mehr Gatestrom anwenden. Für sicheren Kaltstart 4 V Gatespannung einplanen.

Um ne Sicherung zu zerlegen ist der Strom und die Spannung nicht so wirklich wichtig. I²t des Thyristors muss nur größer sein, als das der Sicherung. Auch Kühlkörper ist nicht wichtig, in den paar ms kommt die Wärme eh nicht weit. Mussu in den jeweiligen Datenblättern nachlesen. Mach den Thyr 2x (I²t) so stark wie die Sicherung, dann sollte alles gut sein.

40A Sicherungen hab ich seinerzeit mit Thyristoren in der 16A klasse zuverlässig zerlegt :)

Vollgesteuerte kreisstrombehaftete 12pulsige Brücke, da waren jedesmal 12 Silized Sicherungen hin, als ich Versuche zur Bestimmung der Wechselrichtertrittgrenze gefahren hab. Son Satz kostete in den 70er locker in die mehrere hundert DM. Die Thyristoren gingen im 2kDM über die Theke. Der Lagermuffel wurde schier wahnsinnig. Ich musste extra einen Schrieb von meinem AL anschleppen, dass das alles seine Richtigkeit hatte.

Die ermittelte WRTG wurde dann mit etwas Sicherheit in die Specs geschrieben.

Lange her :)

Saludos (an alle Vernünftigen, Rest sh. sig) Wolfgang

Das ist zu langsam, es kann den Spike nicht unterdruecken. Der dicke Thyristor schon.

But it works :-)

Mussu Datenblatt haben, und genau das ist hier das Problem :-)

Dieser AEG Thyristor hat fast die Groesse einer Kinderfaust, der sollte das auch schaffen. Ich muss das Monster nur irgendwo HF-fest und beruehrungssicher unterbringen. Danische Butterkeksdose oder so, aber der urspruengliche Inhalt dieser Dinger produziert eine Wampe und schmeckt auch was zu zuckerig.

In dem Bereich habe ich nur selten gearbeitet. Wenn, dann war es meist RF Power.

Kein Problem, aber wieviel Gatestrom halten solche fetten Thyristoren denn maximal aus?

4V waere schlecht, dann kann ich wohl nicht einfach eine dicke Zenerdiode von V+ zum Gate benutzen. Mist, schon wieder eine TL431 Chose.

Der Thyristor ist nicht fett. Diese Dinger mit Seilanschluss gehen bis ca. 500 A. Und Anode am Gehäuse ist Standard, ich habe noch keine R-Type gesehen. Im Bereich von kA (wie du anderswo vermutet hattest) gibt es nur Scheibenthyristoren.

Langsamen Anstieg des Zündimpulses mögen die Teile nicht, aber bei der niedrigen Anodenspannung ist die Bildung von Hotspots eher unwahrscheinlich.

Wenn der Zündimpuls vorüber ist, muss der Anodenstrom den Einraststrom überschreiten und darf anschließend den Haltestron nicht unterschreiten, sonst bleibt bzw. geht er aus. Ob das bei deiner obskuren Spannungsquelle mit unbekannter Kapazität und Induktivität gewährleistet ist?

Die üblichen "Autosicherungen" können 1 kA abschalten. Und auf die max. Spannung im Fehlerfall sollte man auch achten.

Aber mit welchem Wert für Spannung, Strom und Leistung der speisenden Fehlerquelle zu rechnen ist, hast du bislang nicht verraten.

Am 31.01.2023 um 23:19 schrieb Leo Baumann:

Crowbar? Nennt man das echt so? Ich hatte sowas einst als "Überspannungsabbeißer" bezeichnet, die ich in meine Netzteile für die Funktechnik eingebaut hatte. Wenn an den Netzteilen auf der Ausgangsseite (13,8V 20A) versehentlich HF einkoppelte, wenn man eine Zimmerantenne oder Handfunke in der Nähe betrieb, konnte es passieren, dass der Regler die Rohspannung vom Gleichrichter nur noch 1:1 durchreichte. Die angeschlossenen Geräte hätten das mit teuren Rauchzeichen quittiert. Um das zu vermeiden "biß" ein gezündeter Thyristor zu und durch den Kurzschluss sollte idealerweise eine Sicherung fliegen oder "nur" das Netzteil sterben.

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Am 01.02.23 um 16:16 schrieb Wolf gang P u f f e:

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Hanno

Am 01.02.2023 um 16:55 schrieb Hanno Foest:

Danke vielmals! Das ist ja im Prinzip die Schaltung. Hätte ich in Google nur nach "Crowbar" gesucht, hätte ich das auch gefunden und es wäre geklärt gewesen. Mein Fehler war, ich hatte "crowbar übersetzen" eingetippt und mich über die Brecheisen gewundert. Darum meine (blöde) Frage hier. :-D

Naja, ein Brecheisen zwischen den beiden Leitern wirkt genauso

[...]

Mit der Überlegung kann man den Thyristor wirklich viel kleiner dimensionieren. Den Stoßstrom muss er natürlich auch aushalten.

Die Freiwerdezeit sollte eigentlich aus dem Datenblatt bekannt sein; wenn die Grenze nahe ist, sollte man das am Oszilloskop erkennen und Respektabstand halten. Auslösen einer Silized-Sicherung beim Kunden ohne triftigen Grund will man eher nicht.

Ein Bekannter von früher hatte Betriebselektriker gelernt. Er sollte an einer "garantiert spannungsfrei geschalteten" Stromschiene arbeiten. Nur aus Daffke schmiß er einen Schraubenschlüssel drüber. Mit dessen Resten ging er dann zum Meister. Der sei sehr blaß geworden.

Die 5 Sicherheitsregeln hatte er offenbar nicht verinnerlicht.

Am Mi.,01.02.23 um 19:39 schrieb Axel Berger:

Ja wer Regel 4 (erden und kurzschließen) vor Regel 3 (Spannungsfreiheit feststellen) anwendet sollte persönliche Schutzausrüstung tragen. :-)

Merke: wer die 5 Regeln einhält lebt länger!

Mir geht die Crowbar in gewisser Weise auf die Nerven. Diese Schaltung wirkt heute altertümlich und unnötig brutal, als stamme sie von z.B. 1963.

Ist noch nie jemand auf den Gedanken gekommen, daß heutzutage eine sehr stark erweiterte Welt von Bauelementen zur Verfügung steht? Ich selbst würde jedenfalls keine Crowbar verwenden, sondern eine moderne, weit überlegene Schaltung.

Am Di.,31.01.23 um 22:33 schrieb Joerg:

In der ECA Liste steht nichts dazu. Im Semikron Datenbuch'90 steht bei vergleichbaren Typen 50mA, natürlich bei der max Sperrspannung. Selber 15V anlegen und messen! Und, wie viel µA sind es?

Am Mi.,01.02.23 um 00:23 schrieb Joerg:

Semikron'90 empfiehlt 4-5 mal den spezifizierten Gatestrom zu verwenden. Bei einem SKE 160 (200mA Ig) erlaubt das Diagramm bei 5V (im Bereich einer sicheren Zündung): 30A/100µs, 20A/500µs, 10A/8ms.

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