Wie genau altert ein Al-Elko?

Jun 06, 2006 5 Replies

Hallo,



wie genau altert ein Alu-Elko?



- die Kapazität erreicht nicht mehr den Sollwert?



- es fließt mit den Jahren ein immer größerer Gleichstrom, obwohl er voll geladen ist?



- in der Ersatzschaltung (Rs + C mit Rp) wird Rp immer kleiner und/oder Rs immer größer?



Wo finde ich dazu Informationen?



Jürgen


Juergen Marquardt schrieb:

Ja, kann sein.

Ja, kann sein.

Ja, kann sein.

:-) Ist alles schon vorgekommen.

Das hängt von vielen Faktoren ab. Z.B. Wärme, Pulsbelastung, Lagerung, etc...

Habe schon Elkos ohne Funktion (keine Kapazität, grosser Innenwiderstand) aber auch mit Schluss oder aber mit niedriger Kapazität gesehen.

Gruss Udo

Sehr häufig, auch gepaart mit höherem Serienwiderstand. Grund: Elko trocknet aus. Das kann an schlechtem Material liegen, oder auch an grosser Hitze.

Das kann vorkommen, ist aber seltener ein Problem. In Einzelfällen kann allerdings ein so starker Strom fliessen, dass Sicherungen oder Gleichrichter kaputt gehen.

AFAIK tritt dieses Problem bei einigen Typen nach langer, stromloser Lagerung auf. Ich hatte das Problem bei einem alten Revox-Plattenspieler, defekt war ein gelber Frako im Netzteil.

Hier. ;-)

Stefan

http://www.heimers.ch

Nun, in der Regel verdampft oder zersetzt sich der Elektrolyt, der an der Aluminiumoxydschicht (sehr rauh, deshalb sehr große Oberfläche) anliegt und "quasi" eine Seite der Kondensatorplatte entspricht. Benetzt dieser nicht mehr vollständig die Aluminiumoxydfolie, oder nimmt seine Leitfähigkeit an, dann reduziert sich die aktive Plattenfläche, bzw. der Verlustfaktor steigt an. Der Leckstrom wird dadurch größer, daß das chemische Gleichgewicht irgendwann nicht mehr ideal ist, und die Dicke der Oxidschicht mit steigender Spannung dann nicht mehr genügend anwachsen kann.

So ungefähr zumindest ;-))

Gibt es nichts von Herstellern (im Datenblatt, in Application Notes usw.)? Juergen

Hmmm, das könnte sehr sehr schwierig werden, dazu geeignetes Material zu finden. Erstens gehe ich davon aus, daß Du nicht ein "Superkunde" einer Aloelko produzierenden Firma bist, zweitens lassen sich solche Parameter nicht von einen auf den anderen Typ übertragen, drittens wird es große Losabhängigkeiten geben...

Bis man die für solche Aussagen notwendige Langzeiterfahrung hat, ist die Technologie schon wieder fortgeschritten, es gibt neue Typen... ; klar, es gibt künstliche Alterung, aber die ist auch nur so gut, wie das verwendete Modell dazu, und sagt noch nichts über die reale Belastung in Deiner Schaltung aus...

Wenn Du eine gewisse Langzeitstabilität haben willst, musst Du wohl oder übel die Auslegung der Schaltung großzügig bemessen, die Kondensatoren in Temperatur und Spannung nicht an die Grenzen fahren und möglichst wenig Stromlast erzeugen.

Grüße Uwe

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