Wellenwiderstand einer symmetrischen Zweidrahtleitung vergleichen

Feb 28, 2020 Last reply: 6 years ago 64 Replies
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Hallo,



bei einem Koaxialkabel lässt sich der Wellenwiderstand ja relativ einfach bestimmen, indem man beide Enden mit dem (vermuteten) Wellenwiderstand abschliesst und dann ein Rechtecksignal einspeist und am anderen Ende die Kurvenform betrachtet, und ggfs. den Abschlusswiderstand verändert bis die Kurvenform optimal aussieht.



Aber wie macht man das bei einer symmetrischen Zweidrahtleitung mit gemeinsamer Abschirmung? Ich habe keine symmetrische Quelle.



Es geht darum ein Original-Kabel mit mehreren möglichen Alternativ-Kabeln zu vergleichen um das Kabel auszuwählen, das dem Original am ähnlichsten ist.



Wie würdet ihr das machen?



Gruß Michael


Am 28.02.20 um 17:19 schrieb Michael Koch:

Das ist in erster Näherung egal. Möglicherweise siehst du eine weitere Störung durch die nicht ganz optimale Quelle auf dem Oszilloskop, aber beim Variieren des Abschlusswiderstands wird unmittelbar ersichtlich, welche Störung von welchem Kabelende kommt.

Am 28.02.20 um 17:19 schrieb Michael Koch:

Kapazitätsbelag vergleichen?

Marcel

Am Freitag, 28. Februar 2020 17:45:04 UTC+1 schrieb Hergen Lehmann:

Und wie würdest du das asymmetrische Signal in die Leitung einspeisen? a) Eine Leitung und die Abschirmung auf Masse, die andere Leitung an das Eingangssignal. b) Beide Leitungen gemeinsam an das Eingangssignal legen, Abschirmung auf Masse. Gruß Michael

Die meisten Funktionsgeneratoren haben einen Komplementaer-Ausgang, wo das Signal mit invertierter Polaritaet zur Verfuegung steht. Wenn Du keinen hast, einen schnellen Logik-Chip nehmen und damit ein TTL- or

3.3V-Signal invertieren. Ein rueckgekoppelter 74AC14 kann die Signalerzeugung auch mituebernehmen. Oder durch einen ECL-Chip schicken, die haben ja von Natuer aus symmetrische Ausgaenge. Jeweils einen Widerstand mit einige hundert Ohm in Serie und jeweils auf eine Ader, zwei Kanaele des Oszilloskops an die Stellen, wo die Widerstaende mit den Adern verbunden sind. Auf 10:1 stellen, damit moeglichst wenig Kapazitaet anliegt.

Nun solltest Du die Reflexionen des offenen Kabels sehen. Dann einen Abschlusswiderstand oder einigermassen HF-gerechtes Trimmpoti anschliessen und variieren, bis die Reflexion weg ist. Wieder abmachen und diesen Widerstand mit dem Ohmmeter ausmessen, dann hast Du die Kabelimpedanz. Den Schirm wuerde ich bei der ganze Prozedur wie im Normalbetrieb auf Masse auflegen.

Nimm ein moeglichst langes Stueck Kabel, dann brauchst Du keine hohe Flankensteilheit.

Am 28.02.2020 um 17:59 schrieb Michael Koch:

c) Masse und Signal auf die beiden Leiter, Abschirmung offen lassen.

Bei symmetrischer Speisung hängt die Abschirmung bezüglich des Signals sowieso in der Luft.

In meiner Praxis war es oft notwendig, bei abgeschirmten Kabeln den Schirm nur an einer Seite anzuschließen, um Masseschleifen aufzutrennen. Die Wirkung des Schirms gegen Einstreuungen bleibt dabei erhalten.

DoDi

Am 28.02.2020 um 17:19 schrieb Michael Koch:

Michael

Baumarkt Digitalvoltmeter haben auch schon L und C Messung.

Stück Leitung ein paar Meter, C messen bei offener Leitung, Ende kurzschließen und L messen. Z ist dann Wurzel aus L durch C.

Und dann gibt es noch die Lamda achtel Methode, und, und, und,....

w.

Induktivitaetsmessung bei einem Baumarkt-Multimeter? Im Mikrohenry-Bereich?

*staun* [...]

Ich war schon zwei Monate nicht mehr im Baumarkt, vielleicht habe ich was bahnbrechendes verpasst.

Am 28.02.2020 um 17:19 schrieb Michael Koch:

Die Quelle muss für die Messung nicht symmetrisch sein.

Aber man kann aus der Kabelgeometrie die Parameter bestimmen. Im alten Meinke-Gundlach von 1960 gibts da vermutlich eine Tabelle. Hab ich momentan aber nicht grffbereit, liegt in der Firma.

Wenn es darum geht, ein passendes Ersatzkabel auszuwählen, würde ich eines nehmen, wo das Verhältnis von Leiterdurchmesser zu Leiterabstand und möglichst noch das Verhältnis des Innendurchmesser der Abschirmung zum Leiterabstand möglichst ähnlich ist.

Gruß

Stefan

Am 29.02.2020 um 21:38 schrieb Joerg:

Bei Ace oder Home Depot wirst du sowas vergeblich suchen.

Am 29.02.2020 um 21:38 schrieb Joerg:

Bei einer üblichen 300Ohm-Zweidrahtleitung kommt man bei handlichen Längen von 500m schon in den Bereich 500...600µH

Bernd

Am 29.02.2020 um 22:51 schrieb Bernd Laengerich:

Warum sollte man an einer 300 Ohm Leitung noch etwas messen müssen?

DoDi

Am 29.02.20 um 21:48 schrieb Stefan: ...

Hallo,

genau. Ansonsten ein Stück Lambda/4-Wellenlänge des betreffenden Kabels untersuchen. Dabei schaltet man das Kabelstück zwischen Generator und Poti und betrachtet die Reflexion -> auf Minumum einstellen.

Man muß bei der Betrachtung einbeziehen, daß das Kabel den Poti-Wert transformiert und an einem bestimmten Einstellwert den Generatorwiderstand trifft.

Peter

Am 01.03.20 um 10:39 schrieb Peter Thoms: ...

Hier im pdf-Text steht die Formulierung:

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Hallo,

Am 28.02.20 um 17:19 schrieb Michael Koch:

Ich kenne nur die Messung an der Speisestelle, z.B. hier beschrieben:

formatting link

In vielen Bereichen ist ob symetrisch oder unsymetrisch erstmal kein so großer Unterschied, Notfalls nen Balun dazwischen schalten. Bei Anwendungen im Bereich höherer leistungen geht es hier um die Vermeidung von Mantelwellen, Das Mikrofonkabel sollte nicht Teil der Antenne werden..

Bei einer gemeinsamen Abschirmung könnte man dies vielleicht auch als Unsymetrisches Kabel betrachten, Mesung dann schirm gegen Leiter, je nach genauem Aufbau

Oft findet man ja auch die Beschriftung.. Oder die mechanischen Abmessungen einfach mit bekannten Kabeln vergleichen.

Gruß JAn

Was wenn es 301 Ohms wären, solltest dich vergewissern.

w.

Und bei welchem Baumarkt gibt es das? Link?

Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass Michael davon eine solch grosse Trommel hat. Selbst Koax habe ich trotz Ingenieurbuero "nur" in

1000ft Rollen und da ist jeweils nichtmal mehr die Haelfte drauf.

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