Wärmeleitmasse

Nov 03, 2008 12 Replies

Hallo,



in meinem Auto-Verstärker sind einige Bauteile mit einer matt-grauen, ausgehärteten, starren Masse verklebt. Ich vermute, dass das eine Wärmeleitmasse für thermische Kopplung ist.



Wie nennt man dieses Zeug genau und wo bekommt man es am Besten her? Per Google habe ich bisher nur diese weiße Paste gefunden, die dauerhaft schmierfähig bleibt.



In meinem Verstärker ist diese Masse an einer Stelle gebrochen. Außerdem hat der Verstärker einen Wackelkontakt und um diesen finden zu können, muss ich alle Transsistoren vom Kühlkörper abschrauben und dabei diese Wärmeleitmasse an mehreren Stellen abbrechen.


Grüße Mark

Hallo,

Mark Schomer schrieb:

wärmeleitender Kleber.

Wozu?

Für den Eigenbedarf auch die gutmütigere Lösung.

Bete, dass nicht irgendetwas anderes bricht. Ferner dürfte es sich als spaßlos erweisen, die Reste von dem Zeugs wirklich komplett weg zu bekommen. Ein Krümelchen dazwischen, und das Thema Wärmeleitung ist fortan Geschichte.

Marcel

Marcel Müller schrieb:

Ich vermute, das ist ein Klebstoff zur Fixierung wg. Vibration.

Lässt sich daran erkennen, dass Bauelemente mit relativ grosser Masse und sparsamer Montagemöglichkeit (z.B. Elkos, hochstehende Induktivitäten) damit verklebt sind. Thermische Kopplung macht nur bei Halbleitern wirklich Sinn. Wenn fast ausschliesslich diese verklebt sind und mechanisch keine erkennbare Absicht dahintersteckt, geht es um thermische Kopplung.

Gruss Udo

Marcel Müller schrieb:

Ich möchte nach einem Wackelkontakt suchen. Dazu muss ich die Platine ausbauen und dafür sämtliche Transistoren vom Kühlkörper entfernen und dabei würde diese Wärmeleitmasse kaputt gehen. Beim Montieren möchte ich die betreffenden Teile wieder mit ähnlichem Zeug verbinden.

Guck mal hier:

formatting link

Unter den Transistoren ist einfache weiße Wärmeleitpaste, aber dieser graue Haufen in der Mitte des Bildes sollte wohl zwei "Sensoren" mit dem darunter liegenden Transistor verbinden. Davon gibt es mehrere Teile in dem Verstärker.

Unter die Transistoren wollte ich wieder einfache weiße Paste schmieren. Diese graue Masse brauche ich für die anderen Teile.

Grüße Mark

Udo Piechottka schrieb:

Jo, an manchen Stellen kommt mir das auch so vor, aber an einigen Stellen nicht.

Guckstu:

formatting link

Das ist doch bestimmt für thermische Kopplung gedacht, oder?

Jetzt nochmal die Gretchenfrage :) : Wo bekomme ich sowas am Besten her?

Bei Reichelt finde ich sowas nicht.

Grüße Mark

Mark Schomer schrieb:

Das sieht danach aus, als wäre der Konstrukteur mit einer langlebigen Lösung überfordert gewesen bzw. war es nicht sein Auftrag.

Ich vermute, der fest montierte Sensor schaltet bei Übertemperatur ab, der angeklebte kompensiert den Ruhestrom oder versorgt eine redundante Temperaturabschaltung. Ich schätze mal, es kommt "auf 'n Grad nicht an", also such dir einen wärmefesten Montagekleber oder 2K-Kleber und pflanze die Perle wieder auf den 2ten Sensor ohne eine leitende Verbindung herzustellen.

Gruss Udo

Udo Piechottka schrieb:

Akkustisch war das 1990 der letzte Schrei im Autohifibereich.

So richtig übel sieht das für mich gar nicht aus:

formatting link

Ich habe da zumindest schon wesentlich übleres Zeug gesehen.

Meinst du, dass das dreibeinige Ding, was aufgeschraubt ist, auch ein Sensor ist? Mit der grauen Masse sind an der Stelle insgesamt zwei zweibeinige Bauteile auf dem dreibeinigen angebracht. Könnten das ein Heiß- und ein Kaltleiter sein, um die Empfindlichkeit zu erhöhen?

Ich muss die Hauptplatine lösen und dafür alle "Sensoren" abbrechen und die graue Masse praktisch komplett entfernen. Meinst du, es macht nichts aus, wenn ich dann statt dessen einfach 5-Minuten-Epoxy nehme?

Grüße Mark

Mark Schomer schrieb:

Was nicht unbedingt heisst, dass er das über die Garantiezeit hinaus bleiben muss.

Es ging mir um die gebrochene Stelle und die "Befestigungstechnik". Wenn Du den Wackler gefunden hast, kennst Du vermutlich noch eine Schwachstelle.

Jetzt in der Gesamtsicht ist es eher ein Treibertransistor. Wenn Du ihn geöffnet hast, wirst Du vielleicht erkennen wa sie machen. Vermutlich wie beschrieben Übertemp-Überwachung und/oder Kompensation (Ruhestrom-~?).

Ich würde einfach die beiden fetten Transitoren aus dem Gulp befreien, die 3 Bauteile zusammen lassen und nur den Treiber abschrauben. Dann die Bruchstelle mit dem Kleber wieder dahinpappen, auch mit dem Gebrösel, wenn es robust ist. Da das Gerät offenbar nicht von der NASA entwickelt wurde und auch keine grösseren Präzisionsüberlegungen zu erkennen sind, reicht das völlig.

Gruss Udo

Also nach Deinen Bildern scheint mir das einfach ein normaler Bapp zu sein. Ich glaube nicht, dass der besonders gut wärmeleitend sein muss, da er auch an den Drosseln/Übertragern verwendet wird, wo keine Kühlbleche sind und Wärmeübertragung auch nicht so viel Sinn machen würde.

Würde das Zeug so weit wie möglich beisammen lassen und den Wackler flicken. Falls der Schlonz auseinanderbröselt, mit Sekundenkleber wieder zusammenbappen.

Viel Erfolg, Leo

P.S. Beim Wackler tippe ich auf eine kalt gewordene Lötstelle.

Vielleicht ist das ja eine universell einsetzbare Masse, die gut wärmeleitend und billig ist, sodass die die für thermische und mechanische Kopplung benutzt haben.

OK. Das werd ich probieren.

Jau, ich auch. Der Verstärker schaltet sich nach dem Einschalten meistens ein paar Mal ab. Wenn er nach ein paar Minuten etwas warm geworden ist, bleibt er meist dauerhaft an. Ich kann das etwas beeinflussen, in dem ich an den Stromversorgungskabeln wackele. Leider bekommt man das seitliche Blech nur ab, wenn man die gesamte Hauptplatine ausbaut und dafür muss man blöderweise alle Transistoren und eben auch viele Verklebungen lösen.

Ich weiß nur noch nicht, ob ich den Verstärker ohne Kühlkörper einschalten soll, oder ob mir dann gleich ein paar Bauteile um die Ohren fliegen. Den Fehler kann ich ohne Audiosignal feststellen, weil sich eine eingebaute LED im Fehlerfall abschaltet.

Die Stromaufnahme im Leerlauf beträgt ziemlich genau 2A.

Grüße Mark

So, habe mich jetzt mal ein bisschen informiert. Das nächste Mal mache ich das vor dem Posten, ich versprech's ;-) Z.B. hier:

formatting link

Laut dieser Seite ist Sekundenkleber auf Cyanacrylat-Basis nicht geeignet für das Verkleben Deiner Verbindung, da er nicht temperaturstabil genug ist.

Der Kleber auf Deinen Bildern sieht mir so aus, als könnte er höhere Temperaturen vertragen; das könnte z.B. durch mineralische Füllstoffe erreicht worden sein, also eher eine Art Kitt.

Einen temperaturstabilen Kitt kann man sich leicht selbst machen, z.B. aus Wasserglas:

formatting link

Ich habe das schon mal gemacht, mit gutem Erfolg. Bei Fragen einfach melden.

Viel Erfolg, Leo

Leo Meyer schrieb:

das Verkleben

Temperaturen vertragen;

eine Art Kitt.

Wasserglas:

Dieses Wasserglas braucht mehrere Tage, um hart und dann sehr hart zu werden. Da der Verstärker im Auto Vibrationen ausgesetzt ist, stelle ich mir das eher ungeeignet vor.

Wie wäre es mit wärmefestem Pattex oder UHU Kraft?

UHU wärmefest taugt laut Webseite bis 125°C.

Pattex Kraft Mix Metall geht bis 150°C.

formatting link

Das sieht allerdings klein und teuer aus :-)

Grüße Mark

Ja gut, man müsste es vor dem Einbau halt aushärten lassen.

Könnte vielleicht reichen, wenn Du den Verstärker nicht bis zum Anschlag aufdrehst ;-)

Hmm... "härtet metallfarben aus"... könnte vielleicht das Zeug in Deinem Verstärker sein. Hast Du eine Bezugsquelle dafür?

Jedenfalls viel Erfolg! Kannst ja mal Deine Erfahrungen posten.

Grüße, Leo

Join the Discussion

Have something to add? Share your thoughts — no account required.

Didn't find your answer?

Ask the community — no account required