Schaltnetzteil besänftigen

Apr 23, 2009 12 Replies

Ich habe hier ein Step-Down Schaltnetzteil mit NE5561/ULN8161 vor mir, dessen Übertrager nervig surrte und der auch vor sich hin knackste. Die erzeugten Spannungen sind deutlich mit Störimpulsen im Takt des Schaltreglers verschmutzt. Ich habe wenig bis keine Erfahrungen mit der Reparatur von SMPSen und finde nicht so recht einen Ansatzpunkt, was da nicht stimmen könnte (oder ob's einfach nur schlecht designed ist).



Die Spannungen sind alle da, im Grunde läuft das Ding also, nur macht das Gerät einige merkwürdige Fehler, für die ich die Störimpulse im Verdacht habe. Ich habe jetzt einfach mal auf gut Glück hin den MOSFET (BUZ71A), eine Leistungs-Shottky-Diode (6SK40) und den Elko der



5V-Versorgung - das ist die einzige der erzeugten Spannungen, die direkt aus dem Übertrager gespeist wird, die anderen haben noch 78/79er Dreibeiner vorgeschaltet - getauscht. Letzterer war anscheinend ein Low-ESR-Typ, denn mit normalen Elkos tat sich nicht viel, mit einem anderen Low-ESR (geklaut aus 'ner ausgedienten SMPS) ist das Surren weniger geworden und das Knacksen ganz verschwunden. Die Spikes sind aber immer noch deutlich da. Das PWM-IC habe ich auf die Schnelle nicht bekommen, konnte es also noch nicht tauschen und dem Übertrager an sich kann man ja nur schwer zu Leibe rücken, oder?

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So sieht die Schaltung in etwa aus. Tatsächlich ist die Sekundärseite des Netztrafos ohne Mittenanzapfung, hinter der vier 1N5400 als Graetzbrücke hängen. Der Rest der Schaltung stimmt anscheinend soweit überein. Kann's am IC liegen, dass der MOSFET 'krachend' schaltet bzw. angesteuert wird?



Grüße, Nik



Wie sehen denn die Elkos auf der Sekundaerseite von T2 aus? Keramische parallel haben die ja nicht spendiert ...

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Ja, das ist alles ziemlich nackig. Ich wollte eh sowohl den Dreibeinern als auch der Gleichrichterbrücke Kerkos spendieren. Sollte ich auch jeweils parallel zu den Elkos welche setzen? Auch parallel zu den sekundärseitigen Shottkys von T2? Größenordnung 100nF oder kleiner/größer?

Auf den PCBs der gesamten Kiste sind im Verhältnis zur Anzahl ICs (knapp

400) überhaupt nur wenig Stützkondensatoren verteilt - ich wollt mich aber auf die PSU konzentrieren, sons löt ich mir 'nen Wolf.

Grüße und Danke, Niko

Ich habe jetzt 100nF an die In/Outs der 78/79er und 220nF parallel zu den Elkos gesetzt, außerdem 6n8F an die Brückengleichrichterdioden. Geändert hat sich nichts, sieht alles aus wie vorher.

An der Primärwicklung von T2 sieht's so aus:

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Und auf der 5V-Schiene so (1V/Div):

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Ich bin schon fast versucht, die ganze PSU zu entsorgen, aber dann hab ich die Erzeugung von +55V (für drei VFDs) und 9V/AC am Hals, das liefert leider keine PSU von der Stange und dann geht das Gebastel doch wieder los...

Grüße, Niko

Nikolaus Riehm schrieb:

Drain des MOSFET gegen Masse?

Was für eine Gleichrichterdiode wird denn in dem Zweig verwendet?

Gruß Dieter

"Nikolaus Riehm" schrieb im Newsbeitrag news:49f18b29$0$30233$ snipped-for-privacy@newsspool1.arcor-online.net...

Beide Oszillogramme sehen gut aus, an denen kann dein 'knacken' nicht liegen. Aber du sagtest eh, das knacken waere mit dem Tausch eines Elkos verschwunden. Die Nadelimpulse sind auch Einstreuungen in die Messleitung, so schlimm, wie die aussehen sind sie also nicht.

Miss mal am Verbraucher, also die Versorgungsspannung der OpAmps im Xpander, und leg die Kabel die Oszis dabei moeglichst weit weg vom Netzteil und dessen Streufeld.

Wenn du dort auch diese Nadelimpulse findest, leg mal einen Entstoerferrit um die Stromzuleitungen (die hoffentlich als Kabelstrang vorhanden sind und nicht ueber die Platine laufen).

Aber 'surren' wuerden die eh nicht, das sind Ultraschallsignale, surren tut nur die Regelung, die entwerder Impulse auslaesst, oder einen Jitter verursacht. Das kann man als normale Nachregeltaetigkeit akzeptieren, wenn das surren nur akustisch zu hoeren ist und nicht am Ausgang des Xpanders das Tonsignal versaut.

Letzteres deute defekte Elkos an, denn das Kompensationsnetzwerk wird ja so faksch nicht gewesen sein, es funktionierte ja vorher.

Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at gmx dot net homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/ de.sci.electronics FAQ: http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/ Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask. Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.

Am 24.04.2009 12:04 schrieb Dieter Wiedmann:

Ja, mit 10V/Div. Die Wicklung liegt an +20V und der dicke C3 mit 10mF scheint i.O., jedenfalls bricht die Spannung nicht ein. Ripple sind unter Last ca. 2Vpp, auf denen wiederum die Spikes schon auftauchen.

+12V Vcc für den NE5561 stimmen auch, sind aber ebenso mit den Spikes behaftet (wie überhaupt jeder Punkt in der ganzen Kiste). Die Erdungskopplung über R21 hab ich auch schon testweise getrennt, macht keinen Unterschied.

Ursprünglich eine VSK62 (was wohl einer 6SK40 entspricht?), z.Zt. eine SB560 zum Testen. Für die anderen Spannungsschienen sind's drei 1N4935.

Grüße, Niko

Nikolaus Riehm schrieb:

Klingt so, als ob Manfred recht hat, WMMM.

Ist in Ordnung.

Hast du eigentlich die 9VAC belastet? Und sind beide Elkos auf der 5V Schiene neu?

Gruß Dieter

Am 24.04.2009 12:30 schrieb MaWin:

Ja, das hat sich erledigt. Der Übertrager summt jetzt zwar noch, aber nicht über die Maßen und vor allem nicht ungleichmäßig sondern beständig.

Oh wei, wenn ich mich direkt anklemme, mit allen Strippen am Oszi rausgestöpselt bis auf die Probe und die Masseverbindung direkt am Tastkopf mit dem 10cm-Krokokabel abzapfe, schrumpfen die Nadelimpulse auf ca. 120mV zusammen, selbst wenn ich 2m des Probe-Kabels im Wickel auf die PSU-PCB schmeiß - wer misst, misst Mist oder hat 'ne Masseschleife liegen, super... ;(

Nee, das ist sauber und war's auch, als der Übertrager noch vor sich hin knackste. Nur funktioniert das Autotuning nicht richtig und ich hatte die Spikes im Verdacht, dass die über den Mux, der die Spannungen der Temp-Sensoren in den VCOs zum CV-DAC führt, zu falsche Korrekturfaktoren zur Temp-Kompensation führen (mal korrekt, mal zu viel, mal zu wenig). Aber das ist ja dann offensichtlich nicht so.

Grüße und vielen Dank, Niko

An die Kondesatoren, nicht parallel zu den Dioden :-)

Wenn Du nur das Fiepen wegmachen willst, braucht man nicht viele (falls nicht was anderes kaputt ist).

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Bist Du sicher, dass das nicht an der Massefuehrung oder Masseschleife der Scope Probe liegt? Halte mal die Scope Probe bei weiterhin dort angeklemmter Masse an selbige, ob die Spitzen dann (weitgehend) weg sind. Normalerweise kann sowas bei voll kapazitiv abgeblocktem Ausgang nicht rauskommen, es sei denn, die haben die Massefuehrung auf der Platine komplett verbockt.

Wenn sie die Masse vergeigt haben, geht immer noch LC-filtern. Weniger Aufwand als ein Neubau :-)

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Wie gemessen? Koaxial direkt an den Ausgangskondensator?

Tastkopf mit Massestrippe fängt sich in einem SNT reichlich Störungen ein.

Schau' Dir auch mal die Elkos auf der Primärseite an, auch die Versorgung des ICs.

cu Michael

Nikolaus Riehm schrieb:

Ich versteh die Schaltung nicht. Soll das ein Sperrwandler sein, so ganz ohne Snubber? Dann ist es eh ein Wunder, dass es den Mosfet nicht fenstert.

mfg Rolf Bombach

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