Re: OT: Betriebsg?nstige BEV (war: Re: Tankgeber)

May 23, 2026 Last reply: 2 months ago 5 Replies


Am Sat, 23 May 2026 05:23:30 +0200 schrieb Volker Bartheld


> snipped-for-privacy@bartheld.net zum Thema "OT: Betriebsgünstige BEV (war: Re:
> Tankgeber)":
> > > Auch HU finde ich inzwischen recht teuer.
> > Wird überbewertet. TBNR 329608: "Sie unterließen es, das Fahrzeug zur
> > fälligen Sicherheitsprüfung vorzuführen. Der Termin *) war um mehr als 8
> > Monate überschritten. BKat". 75€, ein Flens.
> > Demgegenüber: HU+AU für PKW: 163€
> >
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Drei Monate sollte man aber vermeiden, weil dann TÜV und Konsorten 20 %
> mehr für eine "vertiefende Untersuchung" kassieren.

Warum? Kann man durch entsprechend längere Intervalle zwischen den Prüfungen locker ausgleichen. HU alle 24 Monate: 6,80€/Monat. Alle 36 Monate: 5,43€/Monat. Neuwagen dürfen das auch, mit gerade einmal 29 Jahren ist mein Audi nahezu neuwertig.


Verifizieren was da außer der Rechnung vertieft wird, konnten diverse
> Automobilclubs wohl noch nicht.

Ich ebenfalls nicht. Aber der GTÜ-Prüfer meines geringsten Misstrauens hält sich auch nicht mit irgendwelcher Haarspalterei auf, wenn ich mit dem olympischen Albtraum, Hänger und ein paar Moppeds hintendrauf eintreffe. Der will, dass der Kram beschleunigt, bremst, lenkt, leuchtet, keine Flüssigkeiten sifft und nicht unzulässig viel Dreck aus dem Auspuff kommt. Die Wünsche erfülle ich ihm gerne - scheißt Du mich nicht an, scheiß ich Dich nicht an.


Auf altkluge Belehrungen des TÜV-Manns nebenan, an meiner Hinterachse sei Flugrost und der Getriebewellendichtring hätte einen homöopathischen Ölfilm, kann ich sehr gut verzichten, wenn der für 163€ nichtmal die Güte hat, nach Lampentausch einen Kreuzschlitzschraubendreher in die Hand zu nehmen und die Einstellung des Frontscheinwerfers zu korrigieren, wo die Karre eh schon vorm Messgerät steht. Sondern mich "bis maximal 2/3 der Gebühr" für eine Nachprüfung blechen lässt. Jup. Richtig gelesen. Das sind keine Pauschalen mehr.


Wenn die Mehrheit elektrisch fährt und die diversen Steuern auf den
> Sprit nicht mehr sprudeln wird man sich da was einfallen lassen.

Natürlich.

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Höhere Grundpreise beim Netzentgelt für PV-Eigenverbraucher.


Mei. Dann die PV-Anlage eben nicht anmelden und das BEV schwarz daheim laden. Die Ehrlichen sind natürlich angeschissem - aber das waren sie ja schon immer. Mein Unrechtsbewusstsein angesichts solcher Maßnahmen unserer Regierung hält sich jedenfalls in überschaubaren Grenzen.


> > Inzwischen erreichen mich immer mehr Aussagen zu vergleichsweise teuren
> > > Inspektionen
> > Sind optional.
> Sind zwingend nötig solange irgend eine Garantie greifen könnte.

Garantien sind sowieso nur freiwillige Zugeständnisse, Marketinggeblubber und angesichts des Kleingedruckten meist eine Lachnummer. Verlassen kannst Du Dich auf die Gewährleistung und damit ist nach 2 Jahren Schluss.


Bekannter von mir der Jahrzehnte für einen Autohersteller Reklamationen
> bearbeitet hat, sagte dazu, bei den Inspektionen würden vor allem
> Updates eingespielt.

Das letzte "Update", das man bei meiner Karre eingespielt hat, waren neue pyrotechnische Gurtstraffer hinten. Die konnten im Falle eines (Un)Falles wohl zu brennen anfangen. Ein paar abgerissene Verkleidungsclips und eine Blechschraube unterm Teppich war im Service inbegriffen.


Das dauere und so lange würde ein Werkstattplatz blockiert.

Bemitleidenswert! Vorschlag: Nicht den Showroom mit Staubfängern zustellen, sondern den Platz sinnvoller nutzen. Gerüchteweise kann man Steuergeräte auch auf dem Hof flashen, BTDT.


> > [BEV mit] sehr hohen Versicherungsprämien.
> > Je nun. Mit hoher (Boost)Leistung kommt hohe Verantwortung.
> Bei Unfallschäden die man beim Verbrenner einfach reparieren
> würde, muss erstmal ein Gutachter ran, ob die Batterie Schaden genommen
> haben könnte. Dann wird das BEV im Zweifel verschrottet da
> Batterietausch unwirtschaftlich.

Soll vorkommen.



Aus meinem Mund wirst Du jedenfalls nicht die Aussage hören, dass der Planet, die Wale oder sonstwas gerettet wäre, würde man einfach im motorisierten Individualverkehr befindliche Verbrenner durch BEVs substituieren (was hierzudeutschlands ja sowieso längst vom Tisch ist).



Es ist einfach grotesk ineffizient, durchschnittlich 100kg Fleisch in fast 50 Millionen über eine Tonne schweren Büchsen zu befördern, die 90% ihrer Lebenszeit nutzlos herumstehen und ansonsten durchschnittlich 16 Kilometer je Weg, täglich insgesamt rund 40km zurücklegen und von denen ein Großteil nach vielleicht 15-18 Jahren auf dem Schrott landet.

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Egal, welche Antriebsform.



Volker


Hallo Volker,

Du schriebst am Sat, 23 May 2026 17:02:58 +0200:

Dazu der Merkspruch: KLEINER MACHEN, LEUTE!

War mal ein "Schlagertitel" von einer der damals recht beliebten politischen Kabarettgruppen, wohl anläßlich einer der ersten "Ölkrise"n... (Irgendwie scheint sich diese Art bis heute völlig aufgelöst zu haben, der feine politische Spott ist offenbar dem unmittelbaren Vorgehen mit schwerem Geschütz gewichen, auf allen Seiten und aus allen Richtungen...)

Also kein Tippfehler sondern eine Anspielung auf die zunehmende Verfettung unserer Bevölkerung? Ja, stimme ich vollumfänglich zu. Aber jetzt gibt wohl bald Mounjaro und Ozempic auf Rezept, da können sich auch Menschen mit Disziplinproblem die Wampe ganz bequem wegspritzen. *)

Mit "feinem Spott" reißt Du in dieser groß angelegten gesellschaftlichen Realsatire nix.

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ist längst keine SciFi- Dystopie mehr.

Volker

*) Bin da unschlüssig bzgl. meiner Positionierung dazu. Letztlich kosten die ganzen Fettleibigkeitskrankheiten die Versichertengemeinschaft auch Geld und GLP-1-Rezeptorantagonisten lassen sich vergleichsweise billig produzieren.

Hallo Volker,

Du schriebst am Sun, 24 May 2026 18:35:43 +0200:

Ja, der geht angesichts der zunehmenden, äh, Abhärtung durch Werbung u.ä. inzwischen völlig unter.

Ist halt die Auswirkung der Anwendung der "Schwarmintelligenz" auf die Staatsführung: Der Dümmste und vorlauteste übernimmt die Führung, manchmal direkt (Usanien), manchmal indirekt (Nordkorea?), aber immer mit großem Gefolge, das ihn anhimmelt, weil er denen "den Himmel auf Erden", zumindest die Erfüllung aller ihrer Wünsche, verspricht. Hat vor noch nichtmal 100 Jahren hierzulande angefangen, als die technischen Mittel die Abdeckung eines weiten Einzugsbereichs an "Kandidaten" zu ermöglichen begannen...

BTW: Beispiele für "Schwarmintelligenz" gewünscht? Die Wanderung der Lemminge. Stampede im usanischen Mid-West. Panikausbrüche in Diskotheken. Massenpanik bei der islamischen Hadsch in Mekka. U.a.

Regelmäßige Leser meiner Posts sollten Dietrich Dörner -"Die Logik des Misslingens (z. B. via https://epdf.tips klauen, die ziemlich bescheidenen Abbildungen rechtfertigen m. M. n. nicht die 10€ vom E-Book) ja schon gelesen haben. Da lernt man viel über die Schadwirkung von "gut gemeint, schlecht gemacht".

Darüber hinaus auch interessant Jonathan Haidt - "The Righteous Mind: Why Good People Are Divided by Politics and Religion". Zusammenfassung:

The Righteous Mind von Jonathan Haidt erklärt, warum Menschen in Politik und Religion oft so tief gespalten sind - obwohl die meisten sich selbst als moralisch und vernünftig sehen.

Die zentrale These lautet: Menschen treffen moralische Urteile meist zuerst intuitiv und emotional - und suchen erst danach rationale Begründungen dafür ("Confirmation Bias" aka. "Bestätigungsfehler"). Er beschreibt das mit dem Bild eines Reiters auf einem Elefanten: Der Elefant steht für unsere Intuitionen und Gefühle, der Reiter für den Verstand. Der Reiter glaubt zwar, die Kontrolle zu haben, folgt aber meistens dem Elefanten.

Ein weiterer Kernpunkt des Buchs ist die sogenannte "Moral Foundations Theory". Haidt argumentiert, dass Moral nicht nur aus Mitgefühl und Fairness besteht, sondern aus mehreren moralischen Grundbausteinen. Dazu gehören unter anderem:

Fürsorge vs. Schaden Fairness vs. Betrug Loyalität vs. Verrat Autorität vs. Auflehnung Reinheit vs. Verderbtheit Freiheit vs. Unterdrückung

Liberale Menschen gewichten vor allem Fürsorge und Fairness, während Konservative alle sechs moralischen Grundlagen stärker berücksichtigen. Dadurch reden politische Lager oft aneinander vorbei.

Außerdem wird behauptet, dass Menschen nicht nur egoistisch, sondern auch stark gruppenorientiert sind. Wir identifizieren uns mit "unserer" Gruppe - politisch, religiös oder kulturell - und verteidigen deren Werte oft automatisch. Das schafft Zusammenhalt, kann aber auch zu Feindbildern und Polarisierung führen.

Die wichtigste Botschaft: Menschen mit anderen politischen oder religiösen Ansichten sind nicht unbedingt böse oder irrational - sie bewerten moralische Fragen einfach anhand anderer intuitiver Grundlagen. Wer das versteht, kann respektvoller diskutieren und gesellschaftliche Spaltungen besser nachvollziehen.

Volker

Hallo Volker,

Du schriebst am Tue, 26 May 2026 10:01:05 +0200:

...

_Falls_ sie überhaupt danach suchen, sondern einfach davon ausgehen, daß das "nach ihrem Gefühl" doch jedenfalls richtig sein muß.

Dazu reicht aber u.U. auch schon eine unterschiedliche Meinung der Kommunikationspartner, die beide jeweils für ihre Ansicht dazu triebt, diese weiter verstärkt zu npräsentieren, dafür Argumente - oder was sie dafür halten - vorzubringen und sich damit vom anderen abzuheben, d.h. zu entfernen und seine Argumente für sich abzuschwächen, wenn nicht sogar zu ignorieren.

Oft reicht(e) es auch einfach, mal die Argumente der Gegenseite genauer zu untersuchen und sie sich von _deren_ Sichtweise her anzusehen und zu verstehen versuchen, wie sie zu dieser Sichtweise gekommen sein können. Kurz gesagt: die "normale" Kommunikation ist eskalationsorientiert, nützlicher wäre aber eine deeskalierende Kommunikation.

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