random_rdtsc und random_rdrand

Sep 29, 2026 Last reply: 2 days ago 190 Replies

Am 16.10.2026 um 03:03 schrieb Helmut Schellong:

Verzeih mir, ich hab im Informatikstudium gelernt, zu abstrahieren. "Diese Tabelle" und "eine binäre Version dieser Tabelle" ist das gleiche. Es braucht nur einen Perl-Dreizeiler, um zu konvertieren.

Macht für die Anwendung und ie Analyse keinen Unterschied.

Stand der Technik ist: man kann sowas ohne eine solche Tabelle erledigen. Ohne 10 GByte "OTP". Mit nur einem (z.B.) 4096-Bit-Schlüssel. Erwiesen sicher nach dem Stand der Technik.

Und wenn's nur um's Scramblen für das Wear-Leveling bzw. als Transportkodierung für ein Signal geht, reicht auch ein deutlich kleinerer Schlüssel. BTDT, Bootloader mit LZ77-Dekompression *und* Scrambling mit RC4-Pseudo-OTP *und* Lesen aus dem Flash, alles interleaved in Assembler, in Summe schneller als memcpy. Hat Spaß gemacht. Sollte aber nicht kryptographisch sicher sein.

Wenn der Zweck ist: Daten schwieriger handhabbar zu machen ohne ernsthaften Gewinn an Vertraulichkeit oder Verfügbarkeit, dann ja.

Stefan

Am 16.10.2026 um 02:40 schrieb Helmut Schellong:

Stell dir vor, mit kryptographischen Verfahren musst du nur eine ein paar Kilobyte große *.pem-Datei verwahren, und hast mindestens die gleiche Sicherheit!

Einen Cyphertext gegen eine OTP-Datei matchen und prüfen, bei welcher Position ein sinnvoller Klartext rauskommt ist Kryptoanalyse Grundkurs.

Sobald du "diese eine große OTP verlierst oder teilst" kannst du davon ausgehen, dass alle deine Dateien entschlüsselt werden können (entsprechendes Interesse vorausgesetzt).

Nein, weil Marc eine Ausbildung in Kryptographie genossen und ein entsprechendes Abstraktionsvermögen hat, um zu erkennen, an welchen Stellen du Dinge tust, die schon vor Jahrhunderten probiert und verworfen (oder verbessert) wurden.

Ich brauche kein 10 GB OTP, wenn ich mit (z.B. mit AES CTR) aus einem kleinen Schlüssel jederzeit eins generieren kann, das nach allen Maßstäben die gleichen Anforderungen erfüllt.

Stefan

Am 16.10.2026 um 17:14 schrieb Helmut Schellong:

Nimm OpenSSL 0.9.6. Ist kostenlos und hat mit Sicherheit genug Bugs im RNG, um den auf das Niveau von 'randtsc' zu bringen.

Niemand, den du bemerkt hättest, hat es probiert.

Ist dir die Funktion jedes Chips auf deinem Mainboard bekannt? Weißt du, was die Management Engine treibt, wenn du nicht hinschaust?

Stefan

Stefan Reuther wrote on 16.10.2026 18:12:

Das stimmt. Jedoch hast Du auch was von Vingenere-Chiffre geschrieben: Du hast (fast) behauptet, mein Generator sei ein Vingenere-Mechanismus. Das liegt jedoch Welten von der Wirklichkeit entfernt.

Ich habe mir allerdings die Aufgabe gestellt, ein OTP mehrfach benutzbar zu machen. Und das habe ich nachweislich geschafft. Ohne OTP is nicht.

Mein Generator arbeitet so, als ob man ein OTP in z.B. 60000 sehr ungleich lange Teile zerschneidet, wobei wiederum davon nur ein wesentlich kleinerer Teil aktiv verwendet wird. Die Längen von Teil und Subteil werden durch kryptographischen hochqualitativen Zufall bestimmt. Die Länge der unbenutzten Abschnitte ist damit auch zufällig. Die Subteile werden per Zufall vorwärts oder rückwärts gelesen.

Und nun werden alle Lesestücke vermischt, gründlich, wie eine Lotto-Maschine das macht. Zum Schluß werden die gemischten Lesestücke unsortiert bündig per XOR mit der zu verschlüsselnden Datei ab Adresse 0 verknüpft.

Wurde mit dem OTP verknüpft? Wirklich? Dem kann eigentlich nicht zugestimmt werden!

Der vorstehend erläuterte Generator hat eher gar nichts mit dem Vingenere-Verfahren zu tun! Ich halte ihn - wegen seiner geschilderten Eigenschaften - für sicher.

Die Daten werden allerdings durch den Flicken-Generator beträchtlich und eindeutig _besser_ handhabbar gemacht, wie ich schrieb. Beispiel: Die aufzubewahrende Kontroll-Datei ist oft etwa 15000 Byte klein.

Stefan Reuther wrote on 16.10.2026 18:22:

Wirklich? Gleich sicher wie ein OTP? Ich verschlüssele bisher, wie Du vorstehend schreibst. Ich wurde von Postings _hier_ angeregt, unknackbare OTP zu verwenden. Nun redet jedoch plötzlich jeder gegen OTPs. Dabei wurde hier vor Monaten herum genölt, daß PRNG leider immer wieder die gleiche Ausgabekette wiedergeben können.

Die OTP-Datei habe ja nur ich, jedoch kein Angreifer. Außerdem verwende ich nur OTP mit exzellenter Gleichverteilung. Oder meinst Du die verschlüsselte Datei?

Lies erst mal meine erste Antwort an Dich, mit meiner aktuellen Beschreibung meines Flicken-Generators.

Mein Abstraktionsvermögen ist recht hoch - bei meinem Beruf...

Meine Aufgabenstellung, die ich mir gab, ist nun mal, ein OTP mehrfach verwenden zu können, wie ich schrieb.

Stefan Reuther wrote on 16.10.2026 18:29:

'randtsc' erzeugt Zahlen, die erkennbar besser getestet sind, als die von rdrand. Etwa 6-mal bisher festgestellt.

randtsc:

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Solche Bedenken sind mir nicht unbekannt. Über die Jahre immer wieder was von gehört.

Ich habe mich gefragt, was Copilot so macht, der ja den geöffneten Browser-Tab lesen kann. Zu FreeBSD habe ich jedenfalls Vertrauen.

Du möchtest die kostenfrei flächendeckend verfügbaren, perfekt runden, gefederten Räder nicht nutzen und fährst statt dessen mit einem unregelmäßig geschmiedeten Fünfeck herum.

Das kannst Du machen. Aber dann lacht man Dich halt aus.

So ist das, wenn einer solche Arbeiten aus sportlichen Gründen angeht. Ich muß halt meine Grütze trainieren.

Als sportliche Arbeit ohne den Willen das jemals produktiv einzusetzen ist das sicher ganz gutes Training. Aber Du solltest als nächstes trainieren, Deine Grenzen zu erkennen.

Grüße Marc

Am 16.10.2026 um 20:15 schrieb Helmut Schellong:

Vingenere sagt: man nehme ein Codewort, das Codewort wählt, mit welchem Teil der Codetabelle welcher Teil des Klartexts verschlüsselt wird.

Du sagst: man nehme ein Codewort (deine Arbeitstabelle), das Codewort wählt, mit welchem Teil der Codetabelle (dein "OTP") welcher Teil des Klartexts verschlüsselt wird.

Dein Alphabet ist größer als es bei Vingenere war, aber das Prinzip ist das gleiche.

Dann ist es kein OTP mehr. D'ooh.

Hat halt in etwa den Wert von "ich habe mir die Aufgabe gestellt, elektrische Geräte (z.B. Vapes) zu bauen, die man nicht mehr aufladen muss" und als Lösung ein Einmal-Wegwerfgerät zu erfinden: kann man ignoranten Kunden andrehen, bringt aber die Menschheit nicht weiter.

Kann es ohne das OTP entschlüsselt werden? Nein? Dann ist OTP entweder Teil des Schlüssels, oder Teil des Algorithmus.

Darf das OTP publiziert werden? Nein? Dann ist es Teil des Schlüssels. Und nach allen Maßstäben brauchbare Sicherheit bekommt man mit (z.B.)

3072-Bit-RSA, ohne, dass man ein 80000000000-Bit-OTP austauschen muss.

...und ist ohne die 10 GByte OTP nichts wert.

Stefan

Schon wieder Behauptungen.

Ich werde das ganz sicher produktiv einsetzen. Aber ich weiß nicht, ob ich dann langzeitig dabei bleibe. Trotzdem sind sportliche Gründe dabei. Nach dem Motto: das will ich doch mal sehen, ich werde das ganz sicher schaffen.

Meine Grenzen kenne ich. In den letzten paar Jahren habe ich keine Grenze gesehen, sondern alles souverän geschafft.

Und Du hast den "One Time" Teil von "One Time Pad" sehr offensichtlich nicht verstanden, was hier niemanden verwundert.

Man liest sich, Alex.

Stefan Reuther wrote on 17.10.2026 11:16:

Es kann ein gleiches Grund-Prinzip in den beiden Maschinen gesehen werden. Mein Ding ist allerdings sehr viel komplexer als das von Vingenere. Es hat mehrere Ebenen der Verschleierung. Es basiert umfassend (restlos) auf hochqualitativem Zufall. Es ist vielleicht 100000-fach größer. Ich kann die Größe noch vervielfachen - aber warum sollte ich? Die Wirkung ist bereits gut genug. Die Verschleierungswirkung könnte Billionen-fach größer sein.

Wie ich sagte - dazwischen liegen Welten.

Die OTP-Datei an sich ist ein echtes OTP. Jedoch erzeuge ich aus dessen Inhalt beliebig viele temporäre Pads 'on the fly', die einmalig sind.

Man kann allerdings nach einer Entschlüsselung die Datei mit einer erneuten Entschlüsselung wieder verschlüsseln - das toggelt halt.

[...]

Ich muß keine OTP-Datei jemals austauschen. Das erspart mir meine Software.

Stimmt. Die 10 GB muß aufbewahrt werden, und die Kontrolldatei (8192x16) ebenso. Aber ohne meine Software muß ich mehrere OTPs vorhalten, die ich immer wieder erneuern muß. Mit einer 10 GB kann ich dauerhaft beliebig viele Dateien verschlüsseln - für immer! Ich kann auch nach einer Entschlüsselung eine _neue_ Verschlüsselung vornehmen. Dann kann ich die alte Kontrolldatei löschen.

Wir hatten hier auch mal wen, der diverse Formen des Perpetuum mobiles propagierte, und auch sinngemäß sagte, die Vorschläge müsse man alle einzeln überprüfen und nachbauen. Denn eine pauschale Ablehnung wäre "das haben wir schon immer so gemacht", und man möge doch konkret die Fehler jeder einzelnen Maschine widerlegen.

Klar ist der OTP verschleiert. Aber das ist "security through obscurity" -- der Haustürschlüssel mag auch "sicher" versteckt sein, wenn er eben nicht unter dem Blumentopf oder der Fußmatte liegt -- aber er liegt dann halt 20 cm unter der dritten Pflanze von links. Und zu sagen, "niemand denkt an die dritte Pflanze von links, deshalb ist das bewiesen sicher" ist ein Trugschluß.

Thomas Prufer

Am 17.10.2026 um 22:31 schrieb Helmut Schellong:

[...]

"Aufbewahren" und "austauschen" ist das gleiche. "Aufbewahren" zum selbst entschlüsseln, "austauschen" (mit einem Empfänger), damit der das entschlüsseln kann.

Ohne deine Software muss ich nur ein paar Kilobyte *.pem aufbewahren bzw. austauschen.

Und der Rest der Welt *braucht keine 10 GB dafür*.

Stefan

Ich habe das längst durch analysiert und kam zu dem Ergebnis, daß mein Verfahren viele Vorteile bringt und absolut sicher ist. Diese Pads-on-the-fly, die meine Software produziert, sind angewandt unknackbar, genau so, wie OTPs in Standard-Verwendung. Das ist so, und es ist unwiderlegbar. Bisher wurde es auch nicht widerlegt. Es wird auch nie widerlegt werden.

Ich finde Argumentationen mittels "security through obscurity" und ähnlich zum Kotzen. Ich mußte diesen pauschalen Spruch hier schon mehrmals lesen. Für mich ist das leeres Sprücheklopfen. Gestern wurde geschrieben, daß ich im Prinzip das Vingenere-Verfahren anwende. Dieses Verfahren müßte ja nun ebenfalls mit 'obscurity' belegt werden, wurde es aber nie.

Stefan Reuther wrote on 18.10.2026 12:23:

Das ist nicht meine Absicht und war es auch nie. Ich will mit niemandem verschlüsseltes Gut austauschen. Nein, ich will verschlüsselt Backup machen, und nichts weiter. Diese Absicht habe ich hier seit vielen Monaten vielleicht 5-mal verbreitet.

Ich habe gar kein Problem mit einer 10 GB, wie ich bereits mehrfach schrieb.

Warum wurde das OTP-Verfahren dann hier mehrfach als unknackbar gelobt? Und warum werden hier Webseiten zum Thema genannt?

Könnte man das nicht per x'p/f'up in sci.crypt, de.comp.security.misc, de.sci.mathematik, sci.crypt.research, sci.crypt.random-numbers, alt.security.pgp, talk.politics.crypto diskutieren? Bevor das Usenet 2027 endgültig abgeschaltet wird, käme da noch etwas Schwung in die Bude.

Empfehle Chuck Schellong auch, das Projekt auf:

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vorzutragen, die sind immer an bahnbrechenden Innovationen interessiert. Vielleicht geht sich sogar ein Talk auf dem diesjährigen 40C3 aus:

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, die bieten immer wieder eine Bühne für Kryptoexperten.

Volker

Das USPTO (Patentbüro der USA) hatte früher eine explizite Anforderung (seit 1790) das ein funktionierendes Modell (in einen 12x12x12 Zoll Kubus passend) zu einem Patentantrag für ein Gerät oder eine Maschine beizulegen sei. Unter anderem weil die wohl ordentlich zugeworfen wurden mit: - nicht funktionierenden Ideen, darunter - perpetuum mobile "Erfindungen" Und wenn der werte Erfinder erstmal ein funktionierendes Modell bauen und vorlegen muss, dann bremst das die Erfinder von pertuum mobile und anderem Schrott ganz gut aus. ;-)

Die Anforderung wurde dann 1880 beendet wohl u.a. weil der Lagerplatz- bedarf für diese Modelle recht gross wurde. Mittlerweile werden perpetuum mobiles via die "Erfindung muss nützlich sein" Klausel (was "darf keine alternative Märchenphysik erfordern" einschliesst) direkt abgelehnt.

Man liest sich, Alex.

Das Usenet wird 2027 nicht abgeschaltet.

--

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