Messtechnik: Carbon oder Alu unter Lack

Jun 22, 2026 Last reply: 2 weeks ago 86 Replies

Hallo Helmut,

Das bezweifle ich schon lange. Das wird gehen, aber es ist nicht optimal. Zum IN brauchst Du noch Spannungsversorgung und Voltmeter. Das wird teuer, sperrig und unhandlich

Doch. Jedes Lackdickenmessgerät ist besser geeignet, handlicher preisgünstiger...

Marte

Jupp: fertiges Lackdickenmessgerät, ~12-15€, mit Fe/FeZn/nFe (Alu)-Erkennung.

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Thomas Prufer

Marte Schwarz wrote on 01.07.2026 08:07:

Es kann auch ein einzelner LiFE-Akku 3,3V mit einem Spannungswandler dran eingesetzt werden. Auch ein einfaches Multimeter ist billig. Das wirklich Teure ist hier ein Analog-IN, vorzugsweise von Contrinex.

Im Thread gab es doch eine Übereinstimmung darüber, daß Lackdickenmessgeräte prinzipiell ungeeignet sind. Diese messen angeblich induktiv durch den Lack hindurch, der sich auf _verschiedenen_ Metallen befinden kann! Es gibt da Korrekturfaktoren von 1,0 bis auf 0,3 herab.

Die Lackdicke soll aber beispw. mit 0,374 mm stets genau bestimmt werden. Bei beliebigem Untergrund. Ich war mal dabei, wie ein DEKRA-Prüfer mit seinem Meßgerät die Lackdicke maß. In einem Bereich war die Lackdicke 0,437 mm dick, was auf Nachlackierung/Reparatur hinwies.

Es gibt auch Lacke auf nichtmetallischen Autoteilen!

Ich habe ein Beispiel eines Lackdickenmessgerätes angebracht, welches die verschiedenen Metalle unter dem Lack unterscheidet.

Thomas Prufer

Ja, ich las das bereits vor Tagen. Fe / nFe / Fe+Zn

Wenn das Gerät das erfolgreich macht, wird stets die ziemlich korrekte Lackdicke angezeigt. Die Lackdicke - nicht konkret das unterliegende Metall.

Die Auskunft eines Analog-IN dürfte wesentlich brauchbarer/differenzierter sein.

Es gibt explizit das darunterliegende Material an, dazu die Lackdicke.

Also ist es nicht "prinzipiell ungeeignet", oder?

Thomas Prufer

Nein, um welches Material es sich handelt, wird nicht mitgeteilt.

Ich schrieb: "Analog-IN dürfte wesentlich brauchbarer/differenzierter sein.". Daran ist erkennbar, was mir fehlt. Was bedeuten denn 'nFe' und 'Fe'? Es muß mindestens das nicht legierte Basismaterial oder eine Legierung angegeben sein, um ein Material zu bestimmen. Oder gleich der Name des Materials.

Mit einem Analog-IN können Standard-Stahl, Alu, Kupfer, Messing, Titan, Edelstahl und eventuell Kohlefaser zweifelsfrei bestimmt werden. Jedes Material hat einen eindeutigen Spannungs-Kennwert. Die Kennlinien in den Datenblättern zeigen das.

Eisen, Eisen verzinkt, NE/Alu -- steht in der Anzeige. denn Autokarosserien sind seltenst aus Kupfer, Messing, usw. Und sollten sie aus Titan oder Edelstahl sein, sind die Karosserien eher nicht lackiert.

Thomas Prufer

not-FE (Nicht-Eisen-Metalle) Fe: Eisen, Stahl

Typische Metalle sind Eisen, Stahl, Chrom-Molybdän-Stahl Alu-Legierungen, kein rein-Alu Titanal ist Aluminium mit ein bisschen Titan. Titan mit ein wenig Alu und sonstigem gibt es auch "Edelstahl" gibt's auch - wohl irgend ein Chrom-Vanadium-Zeug Messing gibt es als Hartlot und für Muffen. Silberlot könnte auch anzutreffen sein.

Dem gegenüber gibt's Carbon, wo nur Schraubenösen aus Metall eingeklebt sein sollten.

Mir ist relativ egal, ob das Metall bestimmt werden kann. Mir geht's primär um die Unterscheidung, dass es kein Metall, sondern Carbon ist.

Ich gehe davon aus, dass man das mit einem Lackdicken-Messgerät erkennen kann - obwohl sich die Wirbelströme in Alu und Stahl deutlich unterscheiden werden.

Also, mein Fahrrad ist aus Stahl, ich hatte es im Alter von 14 geschenkt bekommen. Des Weiteren gibt es Fahrräder aus Alu, Titan und Kohlefaser.

Daß ich noch mehr Materialien aufführte, ist doch pauschal. Analog-IN können halt sämtliche Metalle identifizieren, auch Bronze, Zinn, Zink, etc.

Fahrräder aus reinem Eisen (Fe) gibt es nicht. Ähnlich ist es mit Rein-Alu, das wahrlich keine Bohr- und Drehqualität hat und weich ist. 'nFe' bedeutet halt Nichteisen-Metalle. 'Fe' bedeutet halt Eisen-Metalle.

Ja, wahrscheinlich wird ein Lackdicken-Meßgerät auf Carbon gar nicht reagieren. So, als ob es auf Glas, Kunststoff oder Holz liegt.

Bei Metallen müßte es reagieren, indem es eine Lackdicke anzeigt.

Hi Helmut,

Einigermaßen wahrscheinlich, genau, wie ein analoges IN. Der analoge IN macht in keinem Fall ein Vorteil, nur mehr Aufwand.

Eben. Was will der Fragesteller mehr? Eine zielführende Abschätzung, ob da unterm Lack Metall kommt oder nicht.

Marte

Was eventuell noch ginge: Wirbelstrom induzieren, und das resultierende Magnetfeld sichtbar machen. Wär halt "bildgebend", sofern die Form und Ausdehnung der Aluhülse interessant ist.

Einmal gibt es "Flux-Detektor Folie", macht Magnetfelder sichtbar. Bei Wechselfeldern käm es auf einen Versuch an. Kostet 10-30€. Nett, aber wär mir für nen Vorversuch zu viel, es sei denn man mag das eh haben.

Also: zwei gleichgroße Glasplatten (aus Glas, Polycarbonat,... ich nahm kleine billige IKEA-Bilderrahmen), umlaufend an der Kante Raupe aus Sanitärsilkon, Eisenfeilspäne in die Mitte, aushärten lassen. Dann mit ner Spule am 50 Hz-Netz ein Wechselfeld, und schauen ob man "was sieht"?

So eine Spule ist zum Demagnetisieren von Schraubenziehern usw. praktisch, bei mir:

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Deckel runter, Rotor raus. Reversibel.

Denn manchmal ist es nervig, wenn Schrauben, Späne, usw am Werkzeug hängen, (und manchmal praktisch): deshalb ist ein handliches Loch mit Wechselfeld drin ned schlecht.

Thomas Prufer

Marte Schwarz wrote on 01.07.2026 22:51:

Da ich seit 1985 als Entwicklungsingenieur arbeitete, würde ich eine solche Lösung nur mit Schmerzen anbieten.

Ein Analog-IN ist mit einem Lackdicken-Meßgerät nur geringfügig vergleichbar. Das erste Gerät arbeitet mit sehr großem Wirkungsabstand, das zweite mit sehr geringem. Beim ersten Gerät geht die Dämpfungsenergie bei großem Abstand gegen Null - mit Folgen.

Ein Analog-IN macht eine Kurvenschar im Diagramm auf, wovon jede Kurve einem ganz bestimmten Metall zuzuordnen ist - ergo können wohl 15 verschiedene Metalle sicher bestimmt werden.

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Wenn ich das vorstehende Gerät für knapp 500 EUR inspiziere, frage ich mich, wie vergleichbar und nutzbar das bisher genannte Gerät für 7 EUR ist.

Hi Helmut,

Ich bin total imprägniert ob solcher Koniferen ;-)

Ach nee, erzähl mir mehr. Nein, besser nicht. Ich hab auch schon Wirbelstromsensoren entwickelt bzw. weiterentwickelt. Mit Wirbelstromsensoren kann an tolle Sachen machen, nicht nur Abstände messen. Im Wesentlichen misst ein Lackdickenmessgerät auch nichts anderes als den Abstand zum Leiter.

Eben, und um was gehts hier?

Wenn Du den korrekten Abstand kennst ;-) Aber darum geht es doch gar nicht. Martin will nur sicher unterscheiden können, ob Alu oder Carbonfasern unterm Lack sind.

Geld ist bei weitem nicht immer ein Garant für Tauglichkeit. Obwohl ein Tesla angeblich ein tolles Auto sei (vor allem die ersten Roadster), zur Feldarbeit werden sie wenig taugen.

Marte

Am 02.07.2026 um 15:11 schrieb Marte Schwarz:

Ich bewunderte Deine Geduld...

Marte Schwarz wrote on 02.07.2026 15:11:

Falls kein Ultraschall Verwendung findet.

Mir geht es um einen großen Wirkungsabstand, um unerwünschte Einflüsse zu beseitigen. Der Martin wollte durch eine Lackschicht hindurch das Metall Alu sowie Carbon erkennen.

"was habt ihr für Ideen, wie man messtechnisch eine lackierte Carbon- oder Alufläche unterscheiden kann?"

Ich bin der Martin - Nä!

Wir reden erneut aneinander vorbei. Ich schrieb ja, daß es mir Schmerzen bereitet, eine solche Lösung anzubieten. Ich schrieb auch, warum. Aber dieser Grund ist hier gelöscht.

Ich ahne aufgrund meiner Erfahrung mit super-billigen Teilen aus China, daß dieses angepriesene Meßgerät für 7 EUR besser als grobes Schätzeisen bezeichnet werden sollte.

Eric Bruecklmeier wrote on 02.07.2026 15:48:

Ach, manchmal habe ich eine Phase, da will ich mal wieder, nach Monaten, in einer Newsgroup schreiben.

Am 02.07.2026 um 17:13 schrieb Helmut Schellong:

Das scheint nicht das einzige Problem zu sein...

Hi Helmut,

Nicht wirklich und wenn dann in einer ganz anderen Preisklasse. Warum sollte man sich das im sub-mm-Bereich antun?

Genau das macht ein Lackdickenmessgerät. Wenn dahnter nichts kommt, wars Carbon. Das war jetzt einfach, oder? Die Variante mit einem industriellen analogen Wirbelstrom-Näherungssensor macht nichts anderes, außer dass es teurer, unhandlicher und noch weniger intuitiv in der Handhabung sein würde. Die Messwerte musst Du ohnehin interpretieren. Da hast Du mit einer Spannung als Ausgabe auch nichts gewonnen.

Deine reichhaltige Erfahrung in diesem Bereich kann ich nicht bestätigen. Was ich bisher beschafft hatte, war fast immer brauchbar, sicher nicht High End, aber das brauche ich seltenst.

Marte

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