Gefährdungsbeurteilung Ätzmittel für Platinen

Sep 25, 2010 94 Replies

Hallo,



die Sicherheitsfreaks verlangen für den Einsatz von Gefahrstoffen in der Schule Gefährdungsbeurteilungen (s. z.B.

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Ich bin selbst kein Chemiker und brauch so etwas für meine Elektronik-Bastel-AG (Schüler der Klassen 5-8)



Wir benutzen photobeschichtete Platinen von Bungard, entwickeln mit Natriumhydroxyd (ist nach meiner Erinnerung in den kleinen runden Dosen von Conrad drin) und ätzen mit dem Ätzmittel NATRIUMPERSULFAT (in den viereckigen Flaschen von Conrad)



Hat hier schon mal jemand dafür eine Gefährdungsbeurteilung erstellt bzw. kennt ein geeignete Fundstelle?



im voraus vielen Dank



Friedrich Hattendorf



Friedrich Hattendorf schrieb:

Hilfreich dürften die R- und S-Sätze

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sowie das Sicherheitsdatenblatt (MSDS) der beteiligten Verbindungen sein.

Gruß Dieter

Friedrich Hattendorf schrieb:

Offizielle Gefährdungsbeurteilungen jab' ich nicht nur ein paar private Hinweise bzw. Erfahrungen:

Natriumpersufalt selbst ist ungiftig. Zerfällt nach nach einiger Zeit oder bei zu hoher Temperatur zu Natriumsuflfat->Schweinefleischkonservierungsmittel. Gefährlich für die Umwelt ist's erst, wenn es verbraucht ist, durch das dann enthaltene Kupfer. Kupfer ist der Tod für Kläranlagen (auch in geringen Mengen).

Richtig gefährlich für die Augen ist der Entwickler Natriumhydroxid bzw. mit Wasser zusammen dann Natronlauge d.h. unbedingt Schutzbrille tragen beim Hantieren mit Natronlauge.

Gruß Andreas

Klar, bei Dummdoedlen ist die Schutzbrille noetig. Aber auch im Haushalt wird NaOH verwendet, z.b. fuer Kloreiniger. Und beim Backen fuer Laugenbretzeln.

Wovor ich richtig Respekt habe, sind diese Verzinnungsbruehen...

Aber dass habt Ihr ja garnicht vor, das Zeug einzusetzen.

Uwe Bonnes bon@elektron.ikp.physik.tu-darmstadt.de Institut fuer Kernphysik Schlossgartenstrasse 9 64289 Darmstadt --------- Tel. 06151 162516 -------- Fax. 06151 164321 ----------

Das Problem ist hier, dass jemand der nach dem Sinn fragt, schon verloren hat. Ich mach das schon seit über zwanzig Jahren (Ok, nicht das Entwickeln, aber das Ätzen). Jetzt muss ich son Papier erstellen.

Irgendwann kommt das auch für die bekanntlich hochgefährliche Chemikalie DiHydrogeniumMonOxid ;-)

Friedrich

Konzentriert wirkt sie demineralisierend. In größeren Mengen schädigt sie das Blutbild durch Platzen von Blutkörperchen.

David Kastrup

"Friedrich Hattendorf" schrieb ...

Tut mir leid, für Dich.

Ich war auch in meiner Jugendzeit ein Hobby-Elektroniker und es hat spaß gemacht. Aber heutzutage ist es wohl eher unerwünscht "jedermann" dieses Wissen zu vermitteln. ER könnte damit ja einen Sprengzünder basteln. Ein Terrorist werden. Daher diese Erschwernisse in Deiner Arbeit die sicher auch mit der Zeit schlimmer und zunehmen werden. Vor einigen Jahren wurden die Wohnungen von hunderten Hobby-Elektronikern durchsucht, weil diese ein Ätzmittel bei einem Chemielieferanten bestellt hatten. Dieses Ätzmittel hätte man angeblich auch für den Bau einer Bombe benutzen können.

Daher was tun?

Entweder so eine Beurteilung nach Schimpansen-Prinzip ausfüllen oder den Schülern die bittere Wahrheit beibrigen, dass sie sich damit abfinden sollten, einen Job ausführen zu sollen, der minder bezahlt wird, monoton ist und auch von einem etwas schlauerem Tier ausgeübt werden könnte. So will es die Gesellschaft und Politik.

Gruss Artur

Auf längere Zeit genossen kommt eine demoralisierende und deprimierende Wirkung hinzu. Dieser Effekt kann durch Zusatz einiger Prozente organischer Hydroxide wirkungsvoll bekämpft werden.

In einem älteren Lexikon Chemie für Mediziner oder so was ähnlichem stand mal: "H2O: eine klare, leichtbewegliche, farb-, geruch- und geschmacklose Flüssigkeit. Wurde von früheren Generationen als Getränk verwendet".

mfg Rolf Bombach

Friedrich Hattendorf schrieb:

... und weißt, wie man damit sicher umgeht.

Wenn fremder Leute Kinder, die Du Dir nicht aussuchen kannst, damit umgehen, ist ein anderer Schnack.

"Friedrich Hattendorf" schrieb im Newsbeitrag news:i7k6bu$r9m$02$ snipped-for-privacy@news.t-online.com...

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-- Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at gmx dot net homepage:

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de.sci.electronics FAQ:
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Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask. Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.

Am 25.09.2010 22:56, schrieb Rolf Bombach:

Wurde? Du mußt nur mit dem "richtigen" namen suchen.

Wodka oder Vodka (polnisch Wódka, russisch ?????/Wodka = Wässerchen,

mfg hdw

Forbidden

Es ist ziemlich unwahrscheinlich, daß Du der Erste bist, der das Problem hat. Es ist aber wahrscheinlich, daß z.B. Berufsschulen, Lehrwerkstätten (vielleicht sogar bei Bungard) etc auch betroffen sind und schon sowas erarbeitet haben. Einfach mal anrufen oder mailen?

Grüße. H.

Wenn ein Lehrer (Berufsschule, Schule, o.ä.) Kindern oder Jugendlichen Unterricht erteilt, in denen mit Gefahrstoffen gearbeitet wird, ist es PFLICHT, sich um die Sicherheit der ihm anvertrauten Personen zu machen.

Gedankenlosigkeit (beim Lehrer) ist hier die höchste Gefahrenquelle.

Das sich ein Einzelner Gedanke hierzu macht, ist sehr löblich, aber zu wenig, allerdings sollte die Schule die Gefährdungsanalyse als Pflichtprogramm regelmäßig pflegen.

Da ich nicht im Chemiesektor arbeite, kann ich hier keine Empfehlungen geben, aber über Google lässt sich mit den unterschiedlichen Begriffen einiges finden.

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Werner P.

Am 25.09.2010 08:56, schrieb Friedrich Hattendorf:

Full ACK - vor allen bei "Es ist ja noch nie was passiert"

Macht sie auch, aber ich als derjenige, der die Elektronik-AG leitet, bin für diese Gefährdungsanalyse zuständig. Das Problem liegt darin, dass eigentlich Alternativen abgewogen werden müssen. Überspitztes Beispiel: Ein Chemie-Kollege der die Oxidation der Metalle am Beispiel Plutonium behandeln will, muss dabei bemerken, dass es wesentlich weniger gefährliche Stoffe gibt.

Nun haben aber weder ich noch die Chemie-Kollegen den großen Durchblick über andere Verfahren der Platinen-Herstellung (und dazu gehört nun auch mal die reale Machbarkeit; der Hinweis, mit anderen lichtempfindlichen Beschichtungen gäbe es harmlosere Entwickler, hilft mir nicht, wenn es keine Hersteller solcher Platinen gibt). Ich muss mich mehr oder weniger darauf verlassen, dass Bungard und Co vernünftige Produkte liefern.

Ich hatte eben gehofft, dass hier jemand mitliest, der schon mal son Papier erstellt hat. Ich werde aber auch mal Bungard anschreiben.

Wieso willst du überhaupt Platinen selber ätzen? Praktischen Nutzen hat das wahrscheinlich kaum für die Schüler, da später im Berufsleben sowas so gut wie nie vorkommt, es sei denn, man arbeitet bei PCB-Pool, Eurocircuits usw. Ansonsten ist die Schaltungsentwicklung selbst doch viel interessanter, und vielleicht später noch das Auflöten der Bauteile und das Ausprobieren; die Platinen kann man machen lassen.

Warum nicht Handverdrahtung auf Lochraster oder Steckboards?

Frank Buss, http://www.frank-buss.de piano and more: http://www.youtube.com/user/frankbuss

Du bist zu alt! ;-)

Für kids hat der Spruch "Hab' ich _alles_ selber gemacht!" 'ne ganz andere Bedeutung (Motivation) als für Profis. Bei letzteren kommt da eher die Frage nach der Kosteneffizienz. Stundensatz*Arbeitszeit/Preis_extern Bei kids zählt eher die 'Temperatur'. (s.u.)

Uncool(er)! ;-)

Grüße, Uwe

"Frank Buss" schrieb im Newsbeitrag news:rhjwihfap6ih$. snipped-for-privacy@40tude.net...

Weil man sonst nichts lernt.

Ätzen kann man auch andere Sachen, z.B. Messingbleche.

Es ist einfach gut, wenn man in seinem Leben viele verschiedene Fertigkeiten gelernt hat.

Und am besten geht das in der Schule wo jemand einen anleitet und die nötigen Sachen schon parat stehen und nicht pro Person nur um es ein mal auszuprobieren teuer selbst gekauft werden müssen. Denn leider können die wenigsten Kinder heute noch bei der Arbeit vom Vater lernen, denn Kinder sind auf Arbeit unerwünscht, so wie sie in ganz Deutschland unerwünscht sind.

Dann hat man auch einen Eindruck vom Aufwand und kann aus seinem Repertoire schöpfen wenn man mal was machen muß oder die Arbeit an anderen beurteilen muß.

Das kommt den Leuten aber immer mehr abhanden.

Wer nur lernt, daß man aus dem Internet geholte Eagle Layouts zum Platienfertiger nach Bulgarien schicken kann, damit nach

1 Woche eine fertige Platine eintrudelt, hat auch was gelernt, aber leider das falsche.
Manfred Winterhoff

Kann sein. Merkt man selber gar nicht, außer das man plötzlich nicht mehr nächtelang durchprogrammieren kann :-)

Also schon der Anspruch, mit Schülern der 5. bis 8. Klasse überhaupt Schaltungen zu erstellen und zu layouten (sonst bräuchte man die ja nicht selber ätzen, nehme ich jetzt mal an) ist schon ein recht ehrgeiziges Ziel. Da braucht man nicht unbedingt alles selber machen, sonst müsste man ja auch selber unbehandelte Kupferplatinen mit Positiv 20 besprühen.

Kommt natürlich immer auf die Interessensgebiete an, aber ich könnte mir vorstellen, interessanter für die Kids wäre es vielleicht, ein Arduino Board zu programmieren, oder sowas hier:

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und ein Audioverstärker oder ein paar LEDs selber dranzubasteln. Die Zeit, die für das Platinenherstellen benötigt wird, fehlt dann für die wirklich interessanten Dinge, die dem Schüler später im Berufsleben vielleicht auch was bringen, wie Schaltungsentwurf, LTSpice Simulation, Testaufbauten zusammenlöten, programmieren usw.

Frank Buss, http://www.frank-buss.de piano and more: http://www.youtube.com/user/frankbuss

"Frank Buss" schrieb im Newsbeitrag news:s3zk886efjwx$. snipped-for-privacy@40tude.net...

Die Schaltung muss nur so komplex sein, daß man simple Regeln "Leitungen nicht kreuzen", "Bauteil andersrum drehen passt besser" "Schalter muss da hin wo man ihn bedienen kann" demonstrieren kann, dazu reichen schon 5 Bauteile und das ist in 45 Minuten locker erklärbar, vormachbar und die Ergebnisse der Selbstversuche kontrollierbar.

Manfred Winterhoff

Geht nicht nur Dir so. Gestern war ich nach drei Stunden Saegen und Kraxeln an Baeumen und dergleichen richtig alle. Frueher konnte ich sowas locker 5h und mehr an einem Stueck durchziehen.

Sind diese ST-Prozessoren nach Deiner Erfahrung brauchbar und die Lieferbarkeit ok? Allein die Anzahl Timer darin laesst mir immer das Wasser im Mund zusammenlaufen. Als Analogix gehen einem die meist zuerst aus.

Ok, aber es besteht die Gefahr dass sie spaeter auf zu hoher Abstraktionsebene festhaengen. So wie Amerikaner oft beim Kochen. "Wie, Ihr ruehrt das aus Mehl und so an? Wuesste ich gar nicht wie das geht, wir holen diese Packung vom Supermarkt, kippen den Inhalt in Wasser, umruehren und dann in den Backofen".

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/ "gmail" domain blocked because of excessive spam. Use another domain or send PM.

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