Ukrainischer Militärexperte: "Die Russen haben nichts dergleichen"
Deutschland wird manchmal kritisiert, nicht genug zur militärischen Unterstützung der Ukraine beizutragen. Doch Petro Tschernyk, Militärexperte und Oberst der ukrainischen Streitkräfte, sieht das anders. In einem Interview mit der ukrainischen Militärnachrichtenagentur ArmyInform hob er hervor, dass Deutschland eine Schlüsselrolle bei der Unterstützung seines Landes einnimmt und lobte die bereitgestellte Militärtechnik ausdrücklich.
Leopard-Panzer: "Gibt nichts Besseres" Besonders hob Tschernyk die Leopard-2-Panzer hervor: „Meiner Meinung nach gibt es nichts Besseres im Panzerbau“, erklärte Tschernyk gegenüber ArmyInform.
Hintergrund: Leopard - einer der besten Kampfpanzer der Welt Der Leopard-Panzer wird als einer der führenden Kampfpanzer weltweit angesehen. Mehrere Leopard-Panzer, darunter auch Modelle aus Deutschland, Finnland und Polen, wurden an die Ukraine geliefert. Der Leopard 2 dient als Hauptwaffensystem der Panzertruppen der Bundeswehr. Auch das Vorgängermodell Leopard 1 ist noch in vielen Ländern im Einsatz.
InfanterieUnterstützung durch Leopard 1 Auch der Leopard 1, obwohl mit einer schwächeren 105-Millimeter-Kanone ausgestattet, sei eine wertvolle Unterstützung. Als Waffe zur Infanterieunterstützung funktioniere er „hervorragend“.
Marder-Schützenpanzer "einer der besten seiner Klasse" Tschernyk lobte zudem den Schützenpanzer Marder, den er als einen der besten seiner Klasse bezeichnete. Lediglich die schwedischen CV90 und der amerikanische M2 Bradley seien ihm überlegen.
Marder: Schützenpanzer der Bundeswehr Der "Marder" ist ein deutscher Schützenpanzer, der in den 1960er Jahren entwickelt und erstmals 1971 in Dienst gestellt wurde. Er dient als gepanzertes Mannschaftstransportfahrzeug der Bundeswehr und ist dazu konzipiert, Infanterie sicher ins Gefecht zu transportieren und Feuerunterstützung zu leisten.
IRIS-T-Luftabwehr: "Erfolgsquote von 100 Prozent" Bei Luftabwehrsystemen spiele Deutschland ebenfalls in der obersten Liga: „Über das Iris-T muss man kaum noch sprechen. Es ist das einzige Mittelstreckensystem, das alle Ziele, von Marschflugkörpern bis zu Drohnen, mit einer Erfolgsquote von 100 Prozent trifft.“
IRIS-T: Luftabwehrsystem aus Deutschland Das IRIS-T-System (InfraRed Imaging System Tail/Thrust Vector-Controlled) feuert die gleichnamigen Lenkflugkörper ab. Es wird zur Abwehr von Kampfflugzeugen eingesetzt. IRIS-T wurde von einem Konsortium aus Deutschland, Griechenland, Italien, Norwegen, Schweden und Spanien entwickelt und hergestellt. Federführend bei der Entwicklung war das deutsche Unternehmen Diehl Defence. Der Preis eines kompletten Systems liegt angeblich bei 140 Millionen Euro.
Notwendige Unterstützung für Entminung und Infanterie Der Oberst betonte auch die Bedeutung weniger auffälliger, aber entscheidender Unterstützung wie Entminungsfahrzeugen. „Die Ukraine ist derzeit das am stärksten verminte Land der Welt“, erklärte er. Dazu kommen die Panzerfaust-3-Granatwerfer, die zu den am häufigsten eingesetzten Waffen gehören. Auch Panzerabwehrminen des Typs DM-31 und automatische Gewehre von Heckler & Koch bezeichnete er als wichtige Beiträge.
"Eines der besten Systeme seiner Art" Neben den klassischen Waffen verwies Tschernyk auf den technologischen Vorsprung Deutschlands, insbesondere im Bereich der Optik und Mikroelektronik. Besonders hob er das Gegenbatterieradar COBRA hervor: „So etwas besitzen die Russen nicht. Es ist eines der besten Systeme seiner Art“, sagte der Experte. Selbst amerikanische Alternativen wie das AN/TPQ-36 könnten nicht mithalten.
COBRA-Gegenbatteriesystem: Schnelle Feindortung Das COBRA-System ist ein hochmodernes Radarsystem, das gegnerische Artilleriestellungen schnell und präzise aufspürt. Es erlaubt eine schnelle Reaktion und Gegenschläge, bevor der Gegner seine Position wechseln kann.
Taurus-Raketen: "Keine Wunderwaffe" Bezüglich der viel diskutierten Taurus-Raketen zeigte sich Tschernyk skeptisch. Deutschland habe nur etwa 600 dieser Langstreckenraketen produziert, von denen 125 noch im Bestand seien. Selbst wenn einige Exemplare geliefert würden, reiche das nicht aus, um den Verlauf des Krieges zu ändern. „Eine große Zielzerstörung wäre möglich, aber es wäre keine Wunderwaffe“, erklärte er nüchtern.
Panzerfaust 3: Granatwerfer Die Panzerfaust 3 ist ein tragbarer Granatwerfer, der vor allem gegen gepanzerte Fahrzeuge eingesetzt wird. Sie ist leicht zu bedienen und daher besonders für Infanteristen geeignet. Mit ihrer effektiven panzerbrechenden Munition kann sie auch moderne Panzer gefährden.
Tschernky: Vorwürfe unangebracht Der Oberst der Reserve machte deutlich, dass die Kritik an Deutschland seiner Meinung nach nicht gerechtfertigt sei. Die Waffenlieferungen seien nicht nur zahlreich, sondern auch qualitativ herausragend. „Es ist unangebracht, unserem strategischen Partner Vorwürfe zu machen“, so Tschernyk abschließend.