3D-Druck-Service

Jan 11, 2020 26 Replies
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Ich will mir einen Feinstaubsensor bauen und ihn dann natürlich auch draußen montieren. Am besten gefällt mir ein Vorschlag für die Montage in einer Abzweigdose. Dafür gibt auch das passende "Innenleben" (Halterungen) als 3D-Druckmodell.



Mangels 3D-Drucke bin ich jetzt auf der Suche nach einem bezahlbaren Druckservice. Es geht um zwei Teile, Abmaße:


3,5 * 10,2 * 8,9 cm
3,9 * 1,7 * 8,9 cm

Meine erste Anfrage bei einer Firma ergab dafür fast 100 Euro. Was ich nun selbst Online gefunden habe liegt unter der Hälfte, aber immer noch mehr als die Elektronik und die Abzweigdose zusammen.



Hat jemand einen Tipp für eine günstigen 3D-Druck-Service?



Material muss vor allem damit klar kommen wenn die Sommersonne auf die Abzweigdose brennt, bei PLA (Glastemperatur 58 °C) soll das angeblich kritisch sein. Oder ich müsste eine Sonnenblende (Blech) vor die Dose sezten. cu. Juergen


Und du meinst er zeigt irgendetwas anderes an als lustige Phantasiewerte?

Wieso sind 100Euro teuer? Richtig beurteilen koennen wir es hier sowieso nicht weil wir die Teile nicht kennen. Die Kosten werden von der Druckzeit bestimmt und wenn deine obigen Teile nicht nur aus Luft bestehen dann werden das ein paar Stunden Maschienenzeit sein. Und dann ist das ganze natuerlich noch eine Frage des Materials. Fuer den Ausseneinsatz wuerde ich z.B eher kein PLA empfehlen.

Wir habe in der Firma schon bei Shapeways gedruckt. Das erschien uns guenstig. Die Sachen waren aber aus Metall und werden dir nicht guenstig vorkommen. :)

PLA wird in der Tat so ab dieser Temperatur weich. Schlimmer ist aber das es im Sonnenlicht durch UV altert. Es wird also nach einem Jahr vermutlich auseinander fallen. Relativ gaengig und fuer dich brauchbar ist z.B ABS. Daraus sind auch viele Autoteile hergestellt. Ich vermute mal auch PETG wird gehen.

Ich wuerde dir eher empfehlen 200Euro auszugeben und dir einen Drucker zu kaufen. Wenn man so ein Teil hat dann fallen ein viele Dinge ein die man damit machen kann. Allerdings sind ABS oder PETG eher anspruchsvolle Materialien. Die klappen bei einem Anfaenger nicht gleich nach einer Stunde einarbeiten!

Olaf

Ja. Ich würde allerdings wenn möglich einen Drucker kaufen, der zumindest die Möglichkeit hat, PETG und ABS zu verarbeiten bzw. sinnvoll aufrüstbar ist (geheiztes Druckbett und Full-Metal-Hotend, das die entsprechenden Temperaturen verkraftet).

PLA ist nett und unkritisch für den Start und für weniger mechanisch belastete Teile - ich habe den Eindruck, daß es unter Last leicht fliesst.

ABS stinkt beim Drucken, PETG ist ein brauchbarer Kompromiss für viele Fälle, wo PLA nicht reicht.

cu Michael

Am Sat, 11 Jan 2020 06:50:51 +0100 schrieb olaf snipped-for-privacy@criseis.ruhr.de>

zum Thema "Re: 3D-Druck-Service":

Ja, meine ich. Selbst "lustige Phantasiewerte" sind geeignet um Trends aufzuzeigen. Und ob ein weltweit eingesetzter Sensor nur Schrott misst wage ich zu bezweifeln.

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Da es sich innerhalb der geschlossenen Abzweigdose, die für den Außenbereich geeignet ist, befindert, eher nicht.

Das günstigere Angebot ist PA. Da sehe ich bei 60 °C oder 80 °C keinerlei Probleme.

cu. Juergen

PETG geht auch ohne beheiztes Bed. ABS aber eher nicht.

Was meinst du damit? Mein irgendwie Standard-Hotend kann alles zwischen 0 und 250Grad und das reicht IMHO fuer alles normales. Klar in der Firma habe ich einen Drucker der geht bis 500Grad und hat Wasserkuehlung aber halte ich fuer Zuhause etwas uebertrieben.

PLA ist in der Tat sehr einfach zu drucken. Aber es ist bau Raumtemperatur eher hart/sproede. PETG ist zaeher.

Yep. Wuerde ich zuhause nicht drucken wollen.

PETG hat IMHO nur einen grossen Nachteil. Es laesst sich nicht kleben. Aber ansonsten stimme ich zu.

Olaf

Am 11.01.20 um 01:44 schrieb Juergen:

Geh doch zu einem lokalen Hackerspace/Makerspace. Die haben meist einen Drucker und auch Leute, die bei einem Mate oder Bier etwas mit dir fachsimpeln.

Ich würde die gedruckten Teile nie direktem Sonnenlicht aussetzen, wenn es sich konstruktiv vermeiden lässt.

Gruß Andy

Am 11.01.20 um 17:23 schrieb olaf:

Für ABS-Teile mit mehr als wenigen cm Kantenlänge reicht nicht einmal das beheizte Bett - es muss schon ein geschlossener, mit Temperaturen >90° beheizbarer Druckraum sein... sonst verzieht sich das Zeug wie Sau.

Es gibt Geräte, bei denen selbst der Druckschlitten und/oder die Hotend-Verkleidung aus Kunststoffteilen bestehen. Das kann oberhalb der üblichen 200° für PLA schon gefährlich werden.

Deutlich.

Lässt es sich durchaus, aber nicht mit jedem (Haushalts-)Klebstoff. Cyanacrylat (Sekundenkleber) und Zweikomponentenkleber auf Expoxidharz-Basis sollten gehen.

Außerdem zieht es mit Begeisterung Fäden, welche nicht nur unschön aussehen, sondern auch gerne mal am Hotend hängen bleiben, um später leicht angekokelt ins Druckergebnis integriert zu werden. Man muss bei einem neuen Lieferanten ggf. einige Zeit mit Temperatur, Kühlung und Retraction experimentieren, bis man das halbwegs optimiert hat. Vollkommen weg bekommt man es nicht.

Hergen

Bei mir ist da auch ein Teil des Hotends nicht aus Metall. Keine Ahnung was das genau ist. Erinnert ein bisschen an Bakelit und hat bis jetzt noch keine Probleme bereitet.

Also wenn ich das hier so lese:

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dann hab ich den Eindruck als wenn es eher irgendwie als gut geht. Auf jedenfall deutlich problematischer als PLA oder ABS.

BTW: In der Firma drucken wir auch gerne in ASA. Das ist aehnlich wie ABS aber stinkt nicht. Kann ich auch empfehlen.

Olaf

Noch nicht probiert - ja, soll besser als ABS sein, aber angeblich genauso Styrol absondern beim Druck.

cu Michael

Am Sat, 11 Jan 2020 17:46:58 +0100 schrieb Andreas Weber snipped-for-privacy@tech-chat.de zum Thema "Re: 3D-Druck-Service":

Das ist mal eine Idee.

Nochmal zur Erklärung: Die Teile werden kein direktes Sonnenlicht abkriegen (außer mal kurz bei Montage der Dose. Sie kommen als Halterung in eine Abzweigdose die dann mit dem Decke verschlossen wird.

Meine Bedenken beziehen sich auf die Erwärmung der Dose, wenn es im Hochsommer mal wieder 40 °C Lufttemperatur hat und die Sonne mehrere Stunden drauf knallt (Montagerichtung geht grob Richtung Westen). Ein Material das dann fliesst, wäre für eine Halterung schlecht. Da der Sensor auch Temperatur (sowie Luftfeuchte und Luftdruck) misst, wäre es aber vielleicht auch nicht schlecht eine Beschattung der Abzweigdose (die das Sensorgehäuse bilden soll) anzubringen.

cu. Juergen

Selbst für PLA ist ein geheiztes Bett teilweise hilfreich, je nach Druckbettmaterial. Zwischen "geht" und "funktioniert super" ist ein weiter Bereich ...

Hotends mit PTFE-Rohr bis in den heissen Teil sind bei ca. 245° (lt. e3d) am Limit, darüber zersetzt sich das PTFE.

Ich drucke gerade PETG mit 250° - das gibt super-stabile Haftung der Layer aufeinander.

Je nach Sorte PETG kann das mit einem Hotend mit PTFE bei der entsprechenden Temperatur noch so gerade gehen, aber das ist grenzwertig - ein paar Grad Reserve für Überschwinger der Temperaturregelung etc. muß man ja einkalkulieren.

Agreed.

Erzähl' das nicht meiner Dunstabzugshaube, da habe ich gerade Ersatz-Nippel aus PETG eingeklebt (für das Bajonett der Filterhalterung). 2k-Epoxy.

cu Michael

snipped-for-privacy@web.de (Juergen) am 11.01.20 um 01:44:

Frag doch mal für ein Einzelstück in der Maker-Szene nach. Die Chaos- Leute sind eigentlich für sowas immer zugänglich und machen das oft gegen eine kleine Spende und Materialkostenerstattung. Freilich erwarten die gewöhnlich, daß dein Projekt frei lizenziert ist und von jedem nachgebaut werden darf.

Wenn du ein professionelles Ergebnis haben willst, wirst du aber eben bei entsprechenden Anbietern professionelle Preise zahlen müssen.

Rainer

Ist mir noch nicht aufgefallen. Allerdings haben wir im Drucker einen kleinen Luefter der die Luft durch ein Aktivkohlefilter drueckt. Die Kohle muss man einmal im Jahr wechseln. Sowas kann man sich ja notfalls selber drucken. Funktioniert gut.

Problem sehe ich eher das man sowohl fuer ASA wie ABS einen beheizten Druckraum braucht. Das stellt schon einen gewissen Aufwand dar. Hab ich zuhause nicht. Koennte ich mir vermutlich basteln, macht aber aus dem Drucker einen noch groesseren Klotz. Daher bleib ich zuhause ueberwiegend bei PLA und manchmal PETG.

Hier noch eine Empfehlung von mir:

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davon den Typ "Wood", also PLA gefuellt mit Holz.

Das Zeug ist erstaunlich. Man darf sich das nicht so vorstellen das man sich eine Ikea-Schrankwand druckt, aber die Teile sind SEHR stabil, viel besser als PLA alleine, haben eine sehr gute Haptik. Sie sehen nicht aus wie Holz weil die Masserung fehlt, aber fuehlen sich an wie Holz. Es riecht beim drucken nach Holz. Teile sind sehr formgenau, die leichte Rauhigkeit vom drucken passt zum Material, laesst sich gut kleben. (Stabilit oder JB Weld) Ich bin davon echt begeistert. Obwohl das Material zu 70% aus PLA besteht wirkt es nicht so.

Der einzige Nachteil, es laeuft sehr gut aus der Duese wenn man nicht druckt, es ist also interessanterweise etwas fluessiger als PLA allein. Ist aber beherrschbar.

Es laesst sich auch sehr gut spachteln, schleifen und lackieren. Ich hab damit schonmal einen Griff fuer eine Kamera gedruckt der sieht aus als wenn er von Sony stammt. :)

Olaf

Wenn dir die Temperaturmessung wichtig ist dann ist ein Schatten ja notwendig. In dem Falle wuerde ich PLA fuer verwendbar halten. Es wird auch nicht sofort bei 80Grad fluessig! Gedruckt wird das auch mit

180-200Grad. Es kann aber dann keine grossen Kraefte mehr halten. Einen kleinen Sensor in einem Gehaeuse in Position zu halten sollte aber auch dann noch gehen.

Olaf

schonmal da geschaut?

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Am Sun, 12 Jan 2020 11:47:35 +0100 schrieb Joerg Niggemeyer snipped-for-privacy@nucon.de zum Thema "Re: 3D-Druck-Service":

Danke.

Zur Zeit tendiere ich zu meltwerk.com. Die bieten ausschließlich PA12 im SLS-Verfahren an, das sollte für meine Ansprüche aber mehr als ausreichend sein.

cu. Juergen

Das ist schon ein interessanter Preis !

Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob die Druckqualität genau gleichwertig ist, bei meltwerk finde ich zu dem Material min Wandstärke 1mm und Detail 0.7mm bei rapidobject steht dazu min Wandstärke 0.7mm und Schichtstärke 0.1mm

Ich werde mir wohl so einen SLA ähnlichen Drucker Anycubic Photon s über Alibaba für ca. 300 EUR mal testweise kaufen. Einige Harze sollen weniger doll stinken und die Präzision mit dem Druck aus dem UV-LCD Pannel direkt macht mich neugierig.

Harz kann man dann ja von anderen Herstellern verwenden, insbesondere wenn es um verlässliche Datenblattangaben geht ;-)

VG Jörg

Wuerde ich mir nur anschaffen wenn man die Genaugikeit unbedingt braucht!

  1. Jedesmal mit dem Harz rumpanschen, also auch hinterher wieder zurueckkippen wenn man mit dem Drucken fertig ist und alles sauber machen.

  1. Harz kostet und hat nur begrenzte Haltbarkeit.

  2. Den gliber muss man von den gedruckten Teilen abwaschen.

  1. Die Teile muessen noch in UV oder Sonne aushaerten.

Also irgendwie klingten das nicht nach entspannten Bastlerabend....

Olaf

Danke, schau' ich mir mal an - sowas stand noch auf der Todo-Liste.

cu Michael

Fangen wir doch mal ganz vorne an:

Welche Software empfiehlt sich für einen Anfänger, um (defekte) Teile nachzukonstruieren und anschließende von einem 3D-Druck-Service herstellen zu lassen?

Nachdem die Geschichte mit meinem Feinstaubsensor gut geklappt hat bin ich am überlegen, ein altes Sideboard mit Schubladen zu reparieren. Da sind zwei Führungsschienen gebrochen, die vermutlich aus PE-HD oder PP gespritzt wurden. Sehe gute Chancen, dass 3D-Druck in PA12 stabil genug dafür wäre.

cu. Juergen

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