230V-Gerät ohne Gerätesicherung

Feb 20, 2026 Last reply: 4 months ago 29 Replies

Hallo,



ich bin gerade erstaunt: ich zerlegte einen NTBA, also ein historisches Gerät vom technischen Höhepunkt der Telefonietechnik, das damals von der Firma "T.Net" großzügig verteilt wurde und in diesem Fall von Elcon hergestellt wurde. Das Gerät hing (außer bei Wissenden) üblicherweise an 230V, um den lokalen S0-Bus und daran angeschlossene Geräte zu speisen. Dazu ist da drin ein kleiner 50Hz-Trafo, der 50VAC (gemessen) liefert und max. 8W (laut Handbuch) aufnimmt.



Was mich wundert: es gibt keine Sicherung auf der 230V-Seite. Die beiden Adern vom Rasiereranschluß (die zweipolige Netzanschlußbuchse) zum Trafo sind direkt angelötet. Macht(e) man das so gerade bei Geräten, die unbeaufsichtigt jahrelang im Dauerbetrieb laufen? Oder ist dieser Trafo als Schmelzsicherung ausgelegt? ;-) BTW es sieht nicht danach aus, wie wenn in diesen Trafo eine Schmelzsicherung eingebaut sei. Wechselbar sowieso nicht.



Jetzt bin ich froh, daß ich seinerzeit zu diesen "Wissenden" gehörte :-)



Gruß, Ralf


Am 20.02.2026 um 13:01 schrieb Ralf Kiefer:

Vermutlich wird doch im Trafo eine Sicherung eingewickelt sein.

Der Rasiereranschluss hat keine seitlichen Kerben und ist etwas kleiner. Was du meinst dürfte der C7/C8-Anschluss sein.

Oft ist eine Thermosicherung in die Wicklung integriert. Wenn die irgendwann aufmacht kann man den Trafo wegwerfen.

Gerrit

Gerrit Heitsch schrieb am Fri, 20 Feb 2026 13:28:47 +0100:

Da sollte auf dem Trafo auch ein passendes Symbol sein. Solche Kleintrafos gibt es auch in kurzschlußfest, aber das ist ja nicht wirklich eine Lösung.

MfG

Frank

Am 20.02.26 um 15:23 schrieb Frank Scheffski:

Warum nicht? Es hätte den Vorteil, das ein vorübergehender Kurzschluss auf dem S0-Bus keine Folgeschäden verursacht, die einen teuren Technikereinsatz nach sich ziehen.

Der dünne Trafodraht selbst ist die Sicherung, brennt im Innern der Wicklung ab wo man nicht dazukommt.

Thermosicherungen gibts noch nicht so lange.

w.

Ralf Kiefer wrote on 20.02.2026 13:01:

Es wurde bereits korrekt von einer möglichen Thermosicherung geschrieben.

Sehr kleine Trafos sind wegen ihres hohen Drahtwiderstandes kurzschlußfest. Ich weiß jetzt aber nicht, ab welchem VA-Wert nach unten.

Ein Spalt im Kernmaterial bewirkt Kurzschlußfestigkeit, was bekannt ist. Das ist ungefähr gleich zu setzen mit einem hohen Drahtwiderstand.

Diese Sicherung müßte sehr klein sein. Ich habe versucht solch eine zu finden.

Trafos mit solchen Sicherungen kenne ich aus den frühen 1990ern als

12V-Trafos für Halogenleuchten im Wohnbereich. Die hatten üblicherweise ein Symbol aufgedruckt mit einer Temperaturangabe. Dieser Trafo im NTBA hat diesbezüglich nix außer einem Datecode von 1998.

Gruß, Ralf

Ich habe ein massenweise produziertes Gerät vor mir. D.h. es _war_ eine Lösung :-)

Auf der Niederspannungsseite sind ein paar SMT-Teile, die eine Sicherung sein könnten. Da wird die Gleichspannung für den S0-Bus erzeugt sowie irgendwas "Kleines" für den Modemchip vom NTBA.

Mir ging's halt um die 230V-Seite. Daß Trafos dieser Größenordnung kurzschlußfest sein können oder deren Wicklung als Schmelzsicherung betrachtet wird, war mir so nicht klar. Danke :-)

Gruß, Ralf

Als Schmelzsicherung werden die Wicklungen nicht betrachtet. Bei sehr kleinen Trafos ist es eher so, daß die Wicklungsdrähte vielleicht 70°C heiß werden und dies dauerhaft bleiben.

Wenn vorhanden, dann ist sie sehr klein.

Da ist der Trafo ja auch kein Einzelstück sondern im Gerät integriert.

Gerrit

Das Symbol dafür wäre das Symbolzeichen eines Transformators (2 Kreise die sich überschneiden) und an einer Seite zwei linien die da raus kommen und (mit spitzem Winkel?) verbunden sind.

Oft zu finden auf Klingeltrafos. AFAIR wird das da gerne über den Eisenkern "Magnetisch" begrenzt damit der Trafo nicht überhitzt o.ä.

So wie bei Klingeltrafos. Die Klingeltasten klemmten gern mal und die E-Mechanischen Gongs brummten dann nur noch. Gelegentlich schmolz auch mal bei einem die Spule. :)

Z.B. Wäre doch Praktisch.

Ein Modemchip? Naja. Könnte man so nennen. Irgendwas muß ja aus der Uk0 die Signale auftrennen um sie auf den S0 Bus zu legen. Damit man B1, B2 und D-Kanal darüber ansprechen kann. Ist das nicht eher eine Art (De)Multiplexer?

Selbstrückstellende Polyfuses gibt es auch in verschiedenen Formen so weit ich weiß. Da könnte ja durchaus eine unter den SMT sein auf der Sekundärseite.

Und das die Fernspeisung aus der Vermittlung ohne jede Absicherung durch den NTBA läuft fände ich jetzt unwahrscheinlich. Andererseits kann man ohne das vielleicht direkter von der Vermittlung aus eine Schleifenmessung o.a. durchführen. Ob das da ähnlich "Analog" gemacht wurde weiß ich aber nicht. Ist da jemand Orientierter?

Bye/ /Kay

Oft haben solche Trafo keine Ueberstromsicherung, sondern eine Thermopille mit eingewickelt, die bei zu hoher Temperatur oeffnet. Fuer einige Maerkte ist vorgeschrieben, dass die nicht-selbstruecksetzbar zu sein hat.

Hier steht etwas mehr zum Thema:

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Bei Klingeltrafos ist mir auch noch nie eine Sicherung untergekommen, weder in Europa noch in den USA. Wobei da aber mal ein angeblich kurzschlussfester spektakulaer abgeraucht ist. Die Primaerwicklung war voellig verkokelt und es stank nach verbranntem PVC, was nicht gerade gesund ist.

Ja. Bei POTS war es einfach die Strombegrenzung aus dem großen Innenwiderstand. ISDN schaltet bei einem auch nur kurzen Kurzschluß ab und muß mit einem Anruf bei der Störungsstelle weider freigeschaltet werden.

Woher ich das weiß? Bei meinem ersten ISDN habe ich wegen der Robustheit von POTS beim Anschließen der Dose nicht besonders besonders aufgepaßt und dann erst einmal lange den Fehler gesucht.

Je nach Richtung ist es entweder ein Multiplexer oder ein Demultiplexer. Da die Kommunikation bidirektional ist braucht man beides.

Gerrit

Am 21.02.26 um 01:13 schrieb Kay Martinen:

Die Leitungskodierung auf S0 und UK0 war unterschiedlich, und der NTBA nahm auch eine Echokompensation vor. Das sind schon typische Modem-Funktionen.

Die war (natürlich) bereits in der Vermittlungsstelle abgesichert.

Deswegen schrieb ich das "De" in klammern davor. Man nennt es wohl auch Gabelschaltung.

Bye/ /Kay

Am 21.02.26 um 10:52 schrieb Hergen Lehmann:

*Zustimm*

Da kommt bei mir der Elektriker raus der bei einer Zusammenführung von zwei Spannungsquellen doch noch eine art lokaler Sicherung erwarten würde. Also im NTBA wo ja die Fernspeisung durch geht und die Lokale Versorgung an setzt. Und außerdem bei Umschaltung dazwischen ein Polaritätswechsel stattfindet. Was ja das Potential für einen Kurzschluß böte wenn das mal nicht ODER Verschaltet wäre.

Bye/ /Kay

Das wird so konform zu dem sein, was der Hersteller des Trafos vorgibt.

Beispiel:

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"Absicherung extern sekundärseitig ..." direkt auf der ersten Seite unter dem Foto vom Trafo.

Bei den Einzelstücken, die ich für mich selbst baue, packe ich trotzdem immer eine träge Sicherung vor den Trafo. Und die auch lieber eher auf Kante dimensioniert. Wenn sie doch unerwartet auslöst kann ich beim Wechseln ja eine Stufe hoch gehen.

Gruß

Manuel

Es wird wahrscheinlich der Trafo zu schlecht gekühlt gewesen sein, in Richtung der Umgebung. Meine konkrete Erfahrung.

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