wie altern unbenutzte Elkos?

Feb 11, 2007 17 Replies

Hallo Leute,



trocknen unbenutzte Elkos im Laufe der Jahrzehnte auch aus oder zeigen sie anderweitige Alterungserscheinungen?



Gruss an alle die dies lesen



Dank an alle die mir antworten



Jürgen



J=FCrgen Kanuft schrieb:

Guten Morgen!

Ja, sie k=F6nnen austrocknen, aber mein Philips-Oszi von 1970 l=E4uft immer noch, ohne jeden Elko-Wechsel. Wird selten benutzt und erwarte dann bei jedem Einschalten einen Kracher...

Gru=DF Gottfried

Hallo Jürgen,

Austrocknen ist möglich. Auch kann sich die isolierende Oxidschicht abbauen, wodurch es beim Einschalten zum Kurzschluss kommt.

Manche Elkos funktionieren aber auch nach langer Lagerzeit absolut problemlos.

Stefan

Jürgen Kanuft schrieb:

Nasse Elkos schon.

Kunststoffgehäuse/Lackierung wird brüchig.

Gruß Dieter

Bringt es etwas, sie kühl zu lagern, und vielleicht sogar in Folie einzuschlagen, oder fördert das nur Korrosion, etc?

Martin Klaiber schrieb:

Elkos sind doch keine Pharaonen.

Gruß Dieter

ich meinte Elkos die seit Jahrzehnten im Kleinteileregal bei Zimmertemperatur auf ihre Verwendung warten ...

Gruss

Jürgen

Jürgen Kanuft schrieb:

Ich, unter anderem, auch.

Gruß Dieter

Hallo Jürgen,

Im Prinzip gibt es 2 Alterungsphänomene:

  1. Trocknung: Führt zu höheren Innenwiderständen -> kann bei Strombelastung Stress machen. Ich hab z.B. ein paar ältere SCSI-Gehäuse, da musste ich im Netzteil zu jedem Elko auf der Sekundärseite 100n Kerko dazulöten, seither tun alle Laufwerke darin wieder problemlos.
  2. Reformation: die Oxidschicht baut sich mit der Zeit ab. Dadurch erhöht sich die Kapazität, die erreichbare Spannung auch. Wird nun hart eine höhere Spannung aufgeladen (5 ms im 50 Hz netz ist einfach zu schnell zum neu formieren), dann passiert das, was mit jedem Elko passiert, der mit zu hoher Spannung betrieben wird.

Freunde antiker Radios und so, die ein uralt-Teil aus einem Speicher ider Keller bergen, die schalten einen regeltrafo vor und fahren die Spannung dann schön langsam hoch. dann können sich die Elkos wieder neu formieren und krachen nicht beim Enschalten im Gehäuse rum.

Marte

Ich habe Tausende dieses Spezies. Vor ein paar Jahren habe ich alle mal geprüft. Alter >10 Jahre, typisch >20 Jahre, zum guten Teil auch noch Ausschlachtware. Da waren vielleicht 5% Blindgänger dabei, die durch hohen ESR oder signifikanten Kapazitätsverlust auf sich aufmerksam gemacht haben => RIP. Ein paar wenige hatten auch eine verdächtig hohe Kapazität (>+50% Nennwert). Da könnte das Oxyd schon etwas gelitten haben. Typischerweise sind Elkos einer Serie immer in ähnlichem Zustand.

Also realistisch betrachtet muss man die Elkos prüfen, bevor man sie nach langer Zeit benutzt. Bei Serien identischer Elkos genügt eine Stichprobenprüfung.

Da oben was von Jahrzehnten steht: Auch vor 30 Jahren gab es schon deutliche Qualitätsunterschiede. Die alten Dinger waren öfter bei den ausgetrockneten Kandidaten mit hohem ESR dabei. Ich habe allerdings auch etliche noch viel ältere Elkos aus der Röhrenradiozeit dabei gehabt, die sich selbst gegen moderne Elkos erstaunlich gut schlagen - und das in fast allen Disziplinen. Lediglich das Volumen war damals im Verhältnis viel größer.

Marcel

"Marcel Müller" schrieb im Newsbeitrag news:45cf7918$0$24176$ snipped-for-privacy@newsspool4.arcor-online.net... | Jürgen Kanuft wrote: | > ich meinte Elkos die seit Jahrzehnten im Kleinteileregal bei | > Zimmertemperatur auf ihre Verwendung warten ... | | Ich habe Tausende dieses Spezies. Vor ein paar Jahren habe ich alle mal | geprüft. Alter >10 Jahre, typisch >20 Jahre, zum guten Teil auch noch | Ausschlachtware. Da waren vielleicht 5% Blindgänger dabei, die durch | hohen ESR oder signifikanten Kapazitätsverlust auf sich aufmerksam | gemacht haben => RIP. Ein paar wenige hatten auch eine verdächtig hohe | Kapazität (>+50% Nennwert). Da könnte das Oxyd schon etwas gelitten | haben. Typischerweise sind Elkos einer Serie immer in ähnlichem Zustand. | | Also realistisch betrachtet muss man die Elkos prüfen, bevor man sie | nach langer Zeit benutzt. Bei Serien identischer Elkos genügt eine | Stichprobenprüfung. | | Da oben was von Jahrzehnten steht: Auch vor 30 Jahren gab es schon | deutliche Qualitätsunterschiede. Die alten Dinger waren öfter bei den | ausgetrockneten Kandidaten mit hohem ESR dabei. Ich habe allerdings auch | etliche noch viel ältere Elkos aus der Röhrenradiozeit dabei gehabt, die | sich selbst gegen moderne Elkos erstaunlich gut schlagen - und das in | fast allen Disziplinen. Lediglich das Volumen war damals im Verhältnis | viel größer.

Und mit etwas Backpulver kann man ja auch einen Neuen machen. Erstaunliche Kapazitäten sogar.

- Henry

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Hallo,

es könnte ein schlechtes Gewissen beruhigen ohne allerdings für die Elkos etwas zu bewirken.

Bye

Nachdem mir so ein sehr grosser Elko mal explodiert ist, habe ich nur noch Angst vor solchen Sachen. Hatte 3 Wochen Hörschaden, teilweise nicht reversible, besteht noch heute.

Also bei den alten Radios aus den 30er Jahren die ich zuhause habe: Die Elkos oder was auch immer es war ausbauen, etwa mit Föhn bearbeiten und die Innereien entfernen. Dann einen neuen heutigen Elko gleicher Parameter etwa in die so gewonnene Hülle einbauen, entweder mit dem vorhandenen Asphalt oder Araldit oder so was. Die sind heute viel kleiner und passen daher immer in die Alten Aluhüllen. Dann sieht es 'echt' aus, aber bedroht mich nicht mehr.

Puuh, böse. War das so ein olles Radio, oder ein anderes Gerät?

Martin Klaiber schrieb:

Auf alle Fälle empfiehlt es sich, die Elkos zu entladen, bevor man sie in Alufolie einschlägt. Eigentlich schon vor dem Anfassen... der Grund könnte einem schlagartig klar werden.

mfg Rolf Bombach

Als ich 13 Jahr alt war, oder so, hatte meine Mutter noch gemeint, sie müßte in meinem Zimmer aufzuräumen versuchen (hoffnungslose Sache), das war immer sehr lästig. Das hörte dann schlagartig (wirklich) auf, als sie meinte, eine nur noch in Alufolie eingeschlagene Tafel "Die Weiße" auf einem ziemlichen Kübel von Elko (AFAIR 0.22F, 40V) abzulegen. Dumm nur, daß der mit ca. 25 V aufgeladen worden war und auch seine Ladung sehr lange halten konnte. Die Spuren an der Nascherei und die Löcher in der Folie waren eindeutig, und als ich das interesshalber nachgestellt habe, war der Knall durchaus beeindruckend. Sie hat mein Zimmer dann nur noch ungerne betreten. Ziel erreicht.

"Ralph A. Schmid, DK5RAS" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@4ax.com... | Rolf_Bombach wrote: | | >Auf alle Fälle empfiehlt es sich, die Elkos zu entladen, | >bevor man sie in Alufolie einschlägt. Eigentlich schon | >vor dem Anfassen... der Grund könnte einem schlagartig | >klar werden. | | Als ich 13 Jahr alt war, oder so, hatte meine Mutter noch gemeint, sie | müßte in meinem Zimmer aufzuräumen versuchen (hoffnungslose Sache), | das war immer sehr lästig. Das hörte dann schlagartig (wirklich) auf, | als sie meinte, eine nur noch in Alufolie eingeschlagene Tafel "Die | Weiße" auf einem ziemlichen Kübel von Elko (AFAIR 0.22F, 40V) | abzulegen. Dumm nur, daß der mit ca. 25 V aufgeladen worden war und | auch seine Ladung sehr lange halten konnte. | Die Spuren an der Nascherei und die Löcher in der Folie waren | eindeutig, und als ich das interesshalber nachgestellt habe, war der | Knall durchaus beeindruckend. | Sie hat mein Zimmer dann nur noch ungerne betreten. Ziel erreicht.

Ja, deine Mutter hat dann gewußt, das weiße Schokolade viel gefährlicher als schwarze ist. Hast du dann jemals wieder ne weiße Tafel bekommen? ;-)

- Henry

www.ehydra.dyndns.info

Am Sun, 11 Feb 2007 21:28:15 +0100 schrieb Henry Kiefer :

mehr austrocken-Reserve?

Wie das?

Martin

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