Wasserleck-Sensorkabel

Apr 22, 2026 Last reply: 2 months ago 15 Replies

Hallo,



wie funktioniert eigentlich so ein Wasserleck-Sensorkabel? Das sind ja zwei verdrillte Adern, ist da nur die Isolierung wasserdurchlässig, und wenn es naß wird kann man einen Stromfluß detektieren? Oder basiert das auf Kapazitätsmessung? Das kann ich mir jetzt weniger vorstellen, da dann die Umgebung doch eine gewisse Rolle spielt.



Hintergrund ist, daß es hier auf dem Labortisch kürzlich ein Kühlwasserleck gab. Es gibt zwar im Vor- und Rücklauf eine Durchflußüberwachung, aber die spricht halt nur an, wenn der Unterschied sehr groß ist oder das Wasser ganz weg bleibt. Da kam die Idee auf, so ein Kabel anzubringen.



Es gibt da Systeme, die für die Integration in ein SmartHome gedacht sind, beispielsweise folgendes:



formatting link
formatting link
Es gibt hier allerdings schon eine Überwachung der Anlage, das macht ein Arduino, dem könnte man ein Signal mit 5 V reichen, aber das sehe ich noch nicht so leicht, wie man das aus dem Sensor herausholen kann. So wie ich die Anleitung verstehe, möchte der Sensor den Status per WLAN, Bluetooth oder Zigbee an eine Zentrale funken, die dann entsprechende Aktionen auslöst.



Wenn das Kabel wirklich so arbeitet, daß bei Kontakt mit Wasser ein Strom zwischen beiden Adern fließen kann, dann wäre es ja recht einfach, das selbst zu detektieren. Naiv stelle ich mir da ein kleines Netzteil mit Vorwiderstand vor, an dem man die Spannung mißt, dazu ein Komparator, der dann meinetwegen noch ein Relais ansteuert.



Industrielle Geräte entsprechender Preisklasse können wohl auch sagen, an welcher Position des Kabels das Leck ist, aber das ist hier nicht notwendig.



Holger


Ich vermute, es wird nur auf die Leitfähigkeit getestet.

Es gibt low tech Lösungen für die Erzeugung eines Alarms. Ein Zuckerwürfel wird in eine Klemme gepackt und am Tisch plaziert. Wenn Wasser an den Würfel gelangt, löst er sich auf und die Klemme macht zu. Wenn in der Klemme auch noch ein Mikroschalter steckt, schliesst dieser einen Kontakt, der den Alarm auslöst. Anstelle von Zucker ginge vmtl. auch ein grösseres Salzkorn, aber das löst sich nicht so schnell auf.

Oder man nutzt eine gute alte Holzklammer und bohrt in die Backen Löcher und steckt Schrauben durch, die dann über Litzen mit der Alarmschaltung verbunden sind. Dann wäre das Salzkorn sogar zu bevorzugen, weil es die Leitfähigkeit von Wasser erhöht.

Sowas stand in einem Asbach-Uralt-Bastelbuch aus meiner Jugend, jedoch als Feuermelder mit einem Kerzenstummel statt einem Zuckerwürfel.

Josef, bald 70 ;-)

Großartige Idee. Kann man so eine Klemme mit Schalter irgendwo kaufen?

Grüße Marc

Und wenn man das auf der dem Zuckerkorn abgewandten Seite macht, ist es sogar failsafe <3

Grüße Marc

Danke, gebunkert!

Saludos (an alle Vernünftigen, Rest sh. sig) Wolfgang

Ich fürchte, da ist Basteln angesagt.

formatting link

Hi Peter,

+1. Einfach eine Papierisoloerung nehmen sollte genügen. Die billigste Einwegvariante sollte ein Streifen Papier mit zwei satten Bleistiftstrichen sein, die am Ende kontaktiert werden (breiter ausmalen und diese Stücke einrollen (Strich aussen) in eine Lüsterklemme klemmen.

... und macht eine klebrige Sauerei.

mir behagt der Papierstreifen mehr. Zur Auswertung raucht es nicht mehr als ein Transistor, der über diesen Bleistift Papierstreifen Basisstrom bekommt. BTDT vor vielen vielen Jahren. Das waren so die ersten Gehversuche mit Transistoren, damals noch PNP-Germanium und ACirgendwas oder war es OC im Universum-Ekeltronikbaukasten?

Man kann natürlich auch blanken Draht mit einem Papierstreifen isolierend umwickeln und dann mit einem zweiten Draht umwickeln. Das sollte noch ein bisschen solider sein.

Marte

Sehr hübsche Ideen. Bleibt zu klären ob der Zucker nicht Schädlinge anlockt.

Grüße Marc

Das ist es aber. Am Institut habe ich eine stabile Auswertung für eine industrielle Sonde entwickelt. Ein Stab von rund 5mm mit Teflonisolation in einem Schutzrohr von einigen Zentimetern. Nach der Eigenbeschreibung des Herstellers sollte das Entscheidene die Kapazität aus der Permittivität von rund 80 für Wasser sein. Gemessen und gerechnet ist das Unsinn. Selbst mit der winzigen Leitfähigkeit von hochreinem destillierten Wasser dominiert bei Frequenzen im Kilohertzbereich die Leitung über die Kapazität. Praktisches Wasser ist immer leitfähig verunreinigt.

Du hast also trocken eine Reihenschaltung aus zwei Kondesatoren. In der Reihe dominiert die winzige Kapazität des Luftkondesators über den der Isolation. Wasser schließt den Luftkonmdesator kurz und die Kapazität schießt hoch auf ein Mehrfaches.

Hi Axel,

Sagen wir es so, das gibt es auch. Es gibt sogar die Hf-Version, die über die Impulslaufgeschwindigkeit und reflektion an der Grenzfläche aufgrund des Impedanzsprungs die Eintauchstelle auf den mm genau bestimmt. Das sind dann aber eher starre Drähte und nichts flexibles, was man um Leitungen wickelt.

Eben, kein Zwillingsdraht, den man rohrbegleitend verlegt.

Marte

ISTR gab es mit dem Aquastop-System in manchen Regionen Probleme, weil Insekten sich unter dem Schwimmer in der Bodenwanne versteckten und den Schwimmer hochdrückte. Enge Schlitze um den Schwimmer waren die Lösung...

Ich kenne die Meldeklemme mit Zuckerwürfel als zwei Reisszwecken, angelötete Drähte, in die Backen einer Holz-Wäschklammer (mit Metallfeder, nicht die Variante Schlitz-in-Holz). Dann noch Zellstoffschwamm, gepresst und getrocknet. Bei Näse dehnt sich der aus, und drückt mechanisch auf nen Schalter.

Dann noch:

formatting link
"Water Leak Sensor Sound Alarm System Smart Home Automation Water Overflow Level Detector Residential Security Protection": Leiterplatte mit 2 Leiterbahnen, Kabel, Gehäuse, Schalter, Piezo, Widerstandsmessung. Fiept wenn R > whatever. 2 oder 3 Euro...

Thomas Prufer

Mir ist noch eine IMO elegantere Methode eingefallen. Auf dem Zuckerwürfel wird ein Magnet plaziert, über dem ein Reedkontakt so montiert ist, daß er durch den Magneten aktiviert wird. Wenn sich der Zuckerwürfel auflöst, dann sinkt der Magnet und kann den Reedkontakt nicht mehr aktivieren. Diese Lösung wäre feiner justierbar und mechanisch einfacher.

Klar. Mir ging's um's Prinzip. Zwei gut isolierte Leiter mit Luftraum und kapazitiver Auswertung. Die billigen im Handel haben nacktes Metall und sprechen einfach auf Leiten an, aber der OP sprach von isoliert.

Ich habe sogar einen Link zu Reichelt gepostet, wo man sie auf einem Foto sieht. Jetzt habe ich mal so Kabel bestellt, dann werde ich das einfach testen.

Holger

Am 24.04.2026 um 19:07 schrieb Holger Schieferdecker:

So, die Kabel sind da, uns ich sage mal, sie verhalten sich etwas unerwartet. Die ersten Tests erfolgten über Messung des Kabelwiderstands mit dem Multimeter, da kamen Werte um 200 kOhm raus (mit großer Streuung), wenn man Wasser drauftröpfelt.

Jetzt habe ich einen kleinen Aufbau gemacht, mit Netzteil 12 V und Widerstand 100k in Serie.

+-----------+ | | Kabel /+\ o------------ ( ) o------------ \-/ | | ___ | +----|___|--+

Die Spannung am Widerstand wird mit dem Oszilloskop gemessen.

Wenn ich das Kabel in die Hand nehme, werden schon 1-2 Volt gemessen, beim Studenten, der das nachher genauer untersucht, sogar noch mehr.

Auch wenn man am Kabel wackelt und sich einzelne Bereiche berühren, sieht man mehr oder weniger kurze Spannungspeaks. Es steht auch in der Anleitung, daß man bei der Installation keine Kreuzungen vornehmen soll, da es dann zu Fehlmessungen kommen kann.

Beim Eintauchen in Wasser sieht man ein deutliches Signal von 8-9 Volt, das geht aber auch schnell wieder zurück, wenn man das Kabel aus dem Wasser nimmt, auf 4-5 Volt. Nach Abtrocknen mit einem Tuch sind es dann gleich wieder 0 V.

Die Isolierung des Kabels sieht wie ein stabiler Kunststoff aus, bei einer Ader deutlich dicker als bei der anderen.

Ich denke, um Fehlalarme etwa durch kurze Berührung zu vermeiden, muß man bei der Auswertung prüfen, ob das Signal längere Zeit anliegt. Eine sinnvolle Schwelle, um Berührung von Wasser zu unterscheiden, sehe ich aktuell noch nicht.

Holger

Join the Discussion

Have something to add? Share your thoughts — no account required.

Didn't find your answer?

Ask the community — no account required