Videosignal mischen...?

Jul 09, 2011 52 Replies

Schon, aber die ziehen auf Masse, d.h. Transistor voll gesperrt. Nun will man natuerlich fuer ein einigermassen professionell aussehendes Videobild eine 3dB-Bandbreite von mindestens 10MHz sehen, 20MHz waere besser. Das ganze mit 1V Amplitude in ein 75ohm Kabel rein, ziemliche Last fuer einen Emitterfolger ohne negative Versorgung. Mit nur 5V am Kollektor wird das eh knapp, da muss der Emitterwiderstand niedrig sein und am Emitter sollten bei Vollaussteuerung 3.5-4V anliegen, Basis entsprechend 0.6V hoeher. Damit bekommst Du in dieser Schaltungsweise etliche Volt Sync-Puls Amplitude, was nicht so toll ist.

Wenn Du die Widerstaende so waehlst dass die Amplituden stimmen dann kommt ein total flaues verwaschenes Bild heraus. Es sei denn der Emitterwiderstand laege im einstelligen Ohmbereich, kurz vor Rotglut :-)

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Hallo Jörg!

Am 10.07.2011 17:17, schrieb Joerg:

Jawoll, ist gelaufen und nu ist der Sonntag schon vorbei... Hab das Problem elegant auf demnächst verschoben. Die Steueranlage besitzt Erweiterungsschächte etwas größer (?) als diese

5 1/4" Wechselplatten-Caddys. Davon waren unten noch etliche frei, womit ich kreativ arbeiten konnte: Alle internen Steuerleitungen vom Monitor unten in solch einem toten Modul auf die Messerleiste gezogen und ebenso ein Koax von einer entsprechend positionierten BNC-Buchse auf die Messerleiste gegeben.

Kann mir nun also genüsslich Zeit lassen in solch einem Erweiterungsmodul einfach einen "wie auch immer gearteten" Konverter rein zu setzen. Kann dann theoretisch jederzeit während des Produktionsbetriebes rein geschoben werden um den zweiten Videoausgang in Betrieb zu nehmen.

Was das Timing angeht: Standard mit 50Hz Bildfrequenz und 15.625kHz Zeilenfrequenz.

Heute würde man die Informationen die dort angezeigt werden, eher über ein LCD anzeigen (vernünftig) oder eher optisch bunt blinzelnd aufgepeppt in ein TFT-Panel jagen. Aber ist halt das Steuerteil einer Säge- und Fräßstraße zur Holzbearbeitung von 197x.

Grüße aus Dortmund

Jürgen Hüser

Hallo!

Am 10.07.2011 16:52, schrieb Heiko Nocon:

Zeilenfrequenz 15.625kHz bei 50Hz Bildfrequenz... Müsste eigentlich jeder normale Composite-Eingang verstehen vom Timing her, oder?

Hmm, hört sich soweit recht interessant an. Mir ist jetzt noch nicht ganz klar wie ich den 4030 verstricken müsste, aber werde ich mich kommende Woche mal mit auseinander setzen. Hab die Signale heute erstmal taktisch günstig positioniert um jederzeit ohne große Demontage und Kampfzerlegung der Anlage ran zu kommen.

Grüße aus Dortmund

Jürgen Hüser

Jürgen Hüser schrieb:

4030 ist zu lahm und hat zu hohen Ausgangswiderstand.

Gruß Dieter

Ahhh, jetzt verseh ich was du mit den -1.5V gemeint hast. Das hat mir auch nicht gefallen aber bis auf die Signalgüte hätts gepasst.

MFG Gernot

Gernot Fink schrieb:

Die ist besser als Joerg es darstellt, schließlich hat der Transistor massig Zeit zwischen Ende des Synchronimpulses und Beginn des Bildinhalts.

Gruß Dieter

Er muß sich aber immer dieselbe nehmen, sonst zittert das Bild abhängig vom Inhalt.

David Kastrup

Dabei geht meist die Schwarzwertklemmung in die Hose, weil zwischen Sync-Puls und Schwarzschulter zuviel Pegeldifferenz besteht.

Man braucht auch noch Bandbreite bei vollem Videopegel und die schafft die Schaltung nur wenn am Emitterwiderstand waehrend der Zeile genug Spannung abfaellt. Laesst sich alles mit leichter Aenderung einigermassen hinkriegen. Weiterer Widerstand oder zusaetzliche negative Versorgung.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

David Kastrup schrieb:

Die Zeit ist völlig ausreichend, da zittert nix. Und von wegen der Bandbreite: in den '70ern waren an solchen Maschinen 9" Monitore üblich, mit oft 32*16 oder bestenfalls 40*25 Zeichen.

Gruß Dieter

Am 11.07.2011 17:08, schrieb Dieter Wiedmann:

Ich wag ja kaum daraufhin zu weisen, das damals der SN7403 völlig ausreichte. Und das ist ein astreiner TTL-Baustein. Ein "S" im Namen dieses ICs war damals noch völlig unbekannt. ;-)

mfg hdw

Damals wurden 7403 oder 7405 verwendet. Als Transistor reichte der BC107 mit Emitterwiderstand um 1k völlig aus. Brauchte ja nur 3 Zustände verarbeiten. Also kein analoges Signal. Hinweis: Die Impedanz hängt nur indirekt vom Emitterwiderstand ab. Wichtig ist in diesem Beispiel, das die Basis schnell leer geräumt wird. Dafür ist die Impedanz, die die Basis sieht verantwortlich. ;-)

mfg hdw

Nicht so ganz. Du musst ein (nicht immer) mit 75ohm abgeschlossenes Koaxkabel staendig rumreissen. Amplitude nach oben ist einfach, das kann ein BC107 auch. Aber jetzt sorge mal dafuer dass der vom Transistor hochgerissene Pegel auch wieder um 700mV runter kommt wenn da nur ein 1k Emitterwiderstand nach Masse sitzt. Das waere die Quadratur des Kreises :-)

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Damit das funktioniert, muß das Kabel impedanzrichtig abgeschlossen sein. Also hier mit 75 Ohm. Der Emitterwiderstand soll lediglich für den Arbeitspunkt sorgen.

Also, dem Inschenör sollte nichts zu schwör sein. ;-)

mfg hdw

Klappt oft nicht, vieles ist AC-gekoppelt und dann hast Du nicht genug Ruhestrom, Leute vergessen den 75ohm reinzuschalten, oder selbiger ist gar nicht da. Im Bereich Video habe ich haarstraeubendes gesehen. Das einzig senkrechte ist, mit 75ohm Serienterminierung, doppelter Leerlaufamplitude und voller Treiberleistung in beiden Richtingen zu arbeiten. Das funktioniert dann so gut wie immer.

Ist auch kein Problem, solange hinterher jemand eine ECO schreibt und durch die Freigabe pruegelt :-)

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

AC Kopplung war damals üblich. DC-Kopplung ist überflüssig. Ruhestrom reicht. Sollte die Stufe nicht impedanzrichtig abgeschlossen sein, sie funktioniert auch so. Mit doppelter Amplitude. Probiers aus. ;-)

Was heißt denn volle Treiberleistung in beide Richtungen?

mfg hdw

Das hatte eine (bildhuebsche ... ) Studienkollegin beim Aufbau ihrer Diplomarbeit versucht und das Ergebnis war wie erwartet. Es synchronisierte so leidlich, aber das Bild war total flau. Da half man natuerlich gern :-)

Nimm Deinen 1k Widerstand, sagen wir Du laesst den bei Vollweiss mutig auf 2V hochschnacken. Das sind 2mA. Nun kommt schwarz und am 75ohm Widerstand im Monitor muss dafuer um rund 700mV runtergezogen werden. Das sind gut 9mA. Die kann Dein 1k Widerstand aber nie und nimmer hinbringen weil an ihm nur 1.5-2V abfallen. Wobei, ein Investmentbanker oder Politiker wuerde das natuerlich spielend ... aber das ist ein anderes Thema.

Eine Eintransistorstufe fuer Video muss im A-Betrieb arbeiten, d.h. sie muss in der Lage sein den maximal verlangten Signalstrom in beiden Richtungen zu liefern. Als "Stromquelle" wie als Stromsenke. Bei Video sind das um die 10mA, plus Reserve damit es nicht unlinear wird. Eine Eintransistorstufe mit einem 1k nach Masse kann aber nie mehr als 4.5mA nach unten ziehen selbst wenn Du die Basis vorher voll am Poller (an

+5V) hattest.

Im Prinzip das gleiche wie die alten Radios mit der EL84 in der Endstufe, die immer mit fett Ruhestrom laufen musste damit das Fortissimo des Pianisten noch unverzerrt aus dem Lautsprecher des Schaub-Lorentz ertoente. Dadurch wurde die nicht ganz so alt.

Konkret sollte man in diesem Fall einen Emitterwiderstand von 470ohm oder weniger an -5V legen. Wenn -12V zur Verfuegung stehen tut es auch

1k. So hatte ich das bei der Studienkollegin gemacht, irgendwo in ihrer Schaltung fanden sich -12V. Und nein, ich war noch nicht verheiratet. Aber sie hatte schon lange vorher fest angebandelt :-(
Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Nein, der funktioniert nachweislich wunderbar für diesen Zweck. Sogar noch bei VGA-Zeilenfrequenz, also dem doppelten von dem, was hier benötigt wird.

Natürlich ist der Bildinhalt um die Gatterlaufzeit nach links verschoben. Das ist aber schon alles, was ich an Negativem berichten kann und läßt sich mit den Bildlagereglern üblicher Monitore problemlos korrigieren.

Der Ausgangswiderstand Ra einer Kollektorschaltung berechnet sich wie folgt:

Ra = Re || (RGen + rBE )/ (1 + B)

RGen = Berechnet sich aus Spannungsteiler und Ausgangswiderstand der vorhergehenden Stufe(n).

rBE = Basisbahnwiderstand

B = Stromverstärkungsfaktor

Re = Emitterwiderstand. Im Beispiel 1k

Du siehst auf den Ausgangswiderstand hat Re mit 1kOhm keinen Einfluß. Ra dürfte, geschätzt, unter den nominellen 75 Ohm liegen.

Im konkreten Fall wird ein alphanumerisches Datensichtgerät angesteuert. Diese benötigt lediglich drei Signale. V-Syn., H-Syn. + Video. Video ist hier lediglich ein digitales, also keine analoges Signal. Damit erübrigt sich ein A-Betrieb. Sie muß lediglich neben der max. bzw der min. Amplituden für die Synchronisierung, die dazwischen liegende sog. Schwarzschulter übertragen.

Im konkreten Fall haben wir es eher mit einer Stufe im C-Betrieb zu tun.

Nochmal, es handelt sich um die Ansteuerung eines alphanumerischen Datensichtgerätes. Da gibt es nur zwei Bildsignale. Die sind: Hell + Dunkel. Nichts dazwischen! ;-)

mfg hdw

Überrascht mich sehr, ich glaub dir das einfach mal.

Gruß Dieter

Hallo Jörg,

Das ist jetzt nicht Dein Ernst, oder? Ich dachte, du bringst genug HF-Praxis mit. Wenn nicht Horst gerade referiert hätte, wie das mit dem dynamischen Ausgangswiderstand einer Kollektorstufe aussieht, hätte ich es tun müssen...

Marte

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