Unbekanntes Bauteil

Jul 30, 2010 19 Replies

Hallo, ich versuche ein Bauteil zu identifizieren, dessen verwendetes Schaltplansymbol ich noch nie gesehen habe und das vom Gehäuse her aussieht wie eine leistungsstarke Diode. Ich nehme an, dass es irgendwas Richtung Sicherung oder "Ausgleichselement" sein müsste.



Im Schaltplan sieht das so aus (bezeichnet als "CP1" ganz rechts am Ausgang zwischen +4,85V und -5,5V):


Und auf der Platine so (das dicke Ding, das nach Diode aussieht):


Was ist das für ein Teil? (BTW: R80 wird glühend heiß und ich wollte erstmal rausbekommen was CP1 ist, bevor ich mich da auf die Fehlersuche mache)



Danke und Grüße, Niko


Am 30.07.2010 22:24 schrieb Nikolaus Riehm:

Oha, das wird wohl eine Transient Voltage Suppressor Diode sein, oder? Das spuckte jedenfalls gerade die Suche nach "1.5KE12A" aus. Was macht die dann? Kurzschließen, wenn die Spannung über 12V steigt?

Grüße, Niko

Am 30.07.2010 22:24, schrieb Nikolaus Riehm:

Es ist eine Supressordiode, aka Transil, aka Transzorb, aka TVS, je nach Hersteller. 1.5kW Spitzenleistung, 12V Betriebsspannung, knapp dadrüber bricht sie durch. Soll in dieser Schaltung verhindern, dass bei einem Fehler in der Spannungsregelung die Differenz zwischen +4,85 und -5,5V nicht soweit steigt, dass es die Polycom-ICs reisst.

Wer lässt jemanden an einen Polymoog, der keine Supressordiode identifizieren kann?! Sorry, aber so grundlegende Bauteilekunde sollte man in dem Job voraussetzen können.

Da die Diode sichtlich warm geworden ist, fliesst Strom durch sie - demnach stimmen also die Spannungen in diesem Bereich nicht. Also prüfen: ist die 4,85 zu hoch, die -5,5 zu niedrig, oder beide falsch? Daraus sollte sich dann schnell schliessen lassen, wo es hakt. Falls es nicht schon zu spät ist: trenne die Verbindung zu den 3 Mainboards.

So isses.

Kurzschliessen nicht, der begrenzt wie eine Zenerdiode. Und wird dabei knalleheiss wenn die Quelle genug nachschiebt. Bis irgendwann ... *PHUT* ... und wech isser. Dann geht mit viel Pech die Spannung bis an den Poller und ... poff .. pafftig .. PENG ... zisch ... geht die ganze Schaltung hoch. Also nicht mehr einschalten.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/ "gmail" domain blocked because of excessive spam. Use another domain or send PM.

Naja, erstmal auf 12V begrenzen, und das ziemlich gut. Eigentlich sollte man die Dinger immer mit einer Scicherung kombinieren, wenn die dauerhaft mehr Leistung als erlaubt abkriegen machen die n=E4mlich i.d.R. einen Kurzschluss - und das ist auch gut so, vorrausgesetzt die zugeh=F6rige Sichrung existiert...

In der Platine scheint =FCbrigens eine P6KE zu stecken, die macht das gleiche nur IIRC besser.

Gru=DF, Ingo

Am 30.07.2010 22:30, schrieb Nikolaus Riehm:

Och nö - wie wärs, wenn Du mal ins Datenblatt schauen würdest? Naja, egal. Die verhält sich wie eine Z-Diode, irgendwo deutlich über

12V beginnt sie zu leiten und der Strom steigt dann recht schnell mit zunehmender Spannung an. Im korrekten Betriebsfall leitend sie gar nicht.

Wie mans nimmt, die P6 ist für eine Spitzenleistung von 600W gut, die

1.5 für 1,5kW. Bei der Dauerleistung verhält es sich ähnlich, die 1.5er liegen irgendwo bei 3-6W @ 25°C, je anch Hersteller, die der P6er entsprechend niedriger.

Ist noch kein Meister einfach so vom Himmel gefallen. Wir auch nicht :-)

Meine erste Reparatur war ein Koerting-Fernseher, mit 14-15 oder so. Ich hatte vorher keinen blassen wie ein Fernseher funktioniert aber den Fehler gefunden und repariert. Allerdings mit Hilfe eines Buches, hiess glaube ich "Heinrichs: Fernseh Service, praktisch und rationell". Das hat ewig gedauert aber danach wusste ich wie Fernseher funktionieren. Also, Niko, nur Mut :-)

Ich wuerde mal tippen Q1 und/oder Q2 hat es gefetzt. Einfach mal mit dem Ohmmeter pruefen. Wenn schon im eingeloeten Zustand bei einem Null Ohm zwischen Emitter und Kollektor sind dann isser hin.

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Natürlich nicht. Bei dem Synth geben aber gleich 71 Custom-ICs den Löffel ab, wenn es in dieser Gegend knallt. Die ICs sind natürlich nur noch gebraucht und mit Glück zu kriegen und der Polymoog ist auch keine Kinderorgel, da würde der Besitzer u.U. die Wände hochlaufen, wenn er mitbekommt, was gerade mit seinem Gerät abgeht. Es sei natürlich, es ist des Fragestellers eigener.

Die OPs gehen in den Dingern auch gerne hoch, 1458, 358 usw. Überproportional viele Ausfälle wie ich finde, habe im letzten ca. 12 Stück getauscht, bis alle seltsamen Störungen weg waren.

[...]

Ich finde es auch verwegen dass sie nicht wenigstens ein paar hundert pF zwischen VIN- und OUT spendiert haben. Da kann das ganze schonmal schwingen.

Regards, Joerg http://www.analogconsultants.com/ "gmail" domain blocked because of excessive spam. Use another domain or send PM.

Nach den nunmehr ausreichenden technischen Beiträgen diverser Mitschreiber hier noch einen sozialen Nachtrag von mir: nimm meinen Kommentar bzgl. Bauteilekunde nicht zu persönlich. Ich sah nur diesen Schaltungsausschnitt, die Frage nach der Diode und im selben Moment 71 Polycom-Chips den Deckel heben, direkt gefolgt von einem Kunden, der den ersten Tobsuchtsanfall seines Lebens erleidet. Das schockiert :)

Das ist wirklich einer der heikelsten Schaltungsteile vom Moog, neben dem besch* Netzteil selbst. Letzteres wird ja auch noch mal von 3(?) Transils geschützt, was auch Sinn macht. Der letzte Poly, der hier reinkam, hatte eine davon bereits satt kurzgeschlossen. Ursache war ein Netzteil-GAU, den ein "Serrvicetechniker" herbeigefüht hat, der wohl noch nie Isoliernippel an Transistoren gesehen hat. Ende vom Lied: diverse Halbleiter auf der NT-Platine, Trafo aufgebrannt, TVS KS. Bis die erste LED leuchtete (die ich übrigens auch alle tauschen musste, weil 1/4 schon platt war) waren die ersten knapp 200 Euro an Material in der Kiste. Dann noch diverse Polycom-Boards, eine Handvoll OPVs (LM358 in den Balancern mit abenteuerlichem Offset machen schnell mal 2-3 Oktaven dumpf) und das Ding ist immer noch nicht 100%ig fertig.

Wenn Du nicht zu sehr von meinem Kommentar abgeschreckt bist, kannst Du mich auch gerne anmailen für weitere gerätebezogene Diskussion, inzwischen sah ich, dass wir ja auch schon eMail-Kontakt hatten (wg. WC360). Ich habe selbst einen Poly in Arbeit, daher ist Live-Erfahrungsaustausch noch möglich.

Wat bin ich heute wieder planlos. Wollte doch den Link zu dem spacigen Foto von einem meiner "Opfer" angehängt haben, leider nur auf FB - noch nicht auf der eigenen Homepage, da noch in Arbeit. Im Hintergrund sieht man aber meine Antwort auf den abgebrannten Originaltrafo ;)

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Schiet, dann vielleicht der:

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Am 30.07.2010 23:39 schrieb Stefan Huebner:

Hallo Stefan,

eben weil's schockiert, wenn ein Poly nach Abbrannt riecht, hab ich den gleich wieder aus gemacht und direkt die Nase kreisen lassen. Persönlich hätte ich's fast genommen, hatte mich aber auch schon gewundert - deswegen sportlich genommen. ;-)

Ich hab auch schon geknallte TVS-Dioden getauscht, mir kam nur dieses Symbol im Schaltplan ziemlich merkwürdig vor und konnte es mit dem eingelöteten Bauteil erstmal nicht in Einklang bringen (und meine Vermutung stimmte ja ziemlich exakt und drei Minuten später hatte ich das Teil auch identifiziert, ganz so schlimm ist es also nicht *g*)

An dem hier ist eine LED auch schon getauscht worden. Ist ein ehemaliges Bühnengerät, aber noch gut in Schuss. Der jetzige Besitzer hatte ihn noch nicht eingeschaltet gehabt. Die Presets ließen sich zwar umschalten, es kam aber ein Dauerton raus und das Keyboard reagierte nicht. Kurz drauf den Geruch bemerkt und gleich wieder weg vom Netz genommen.

Mich schreckt nichts so leicht, sonst wäre der Poly auch nicht hier. ;-) Vom gleichen Kunden steht auch noch ein PS-3200 hier (ein 3100er ist grad letzten Monat in fast wieder "mint condition" hier raus). Wirklich geschreckt hat mich nur der CS-80 - mal ab davon, dass es keinen Spaß macht, den in den zweiten Stock zu wuchten, wäre da einfach unabsehbar viel Zeit zu verbrennen gewesen, um halbwegs eine Route zu finden (der hat kein Mucks gemacht). Der ist dann zu Kent Spong nach England.

Deswegen hatte es mich auch schon leicht gewundert (s.o.). Wegen der beiden 360er melde ich mich wahrscheinlich auch mal, evtl. läuft das hier bei einem auch auf ein RAM-Defekt hinaus (die sind aber z.Zt. nicht aktiv in Arbeit, kommt aber bald).

Jau, danke. Komme ich ggfs. drauf zurück.

Viele Grüße, Niko

Am 30.07.2010 23:44 schrieb Stefan Huebner:

Hm, das ist doch total eng da hinten, hast Du die Platine angefräst, um den rein zu bekommen?

Habe gerade einen Multimoog fertig gemacht, den hat's auch den Trafo gegrillt (da drin hat schon die Suppe gekocht) - der hat die gleiche Bauform wie der im Poly, nur halt kleiner. Das Konstrukt mit den Transistoren im wackeligen Stecksockel ist da ja auch immer heikel.

Grüße, Niko

Puh :)

Als ob Amis sich jemals an irgendwelche Konventionen halten würden ;)

Ich hab gleich alle rausgeworfen, wg. der Bauform gegen 3mm LEDa.

Ohje. Dauerton kann im besten Fall ein einzelnes kaputtes Polycom-Board sein, da Du die zu 99% sowieso mit Glasfaserpinsel und Oszillin bearbeiten musst, würde ich alle rausziehen (aber merk Dir, wo die Balancer-Boards stecken, sonst fehlt nachher ein Ton ;) ) Und dann ein oder zwei stecken und erstmal soweit reparieren, dass ein Ton rauskommt (der richtige wenns geht). Ausser den Polycom-Chips sind nur die Oktavteiler (MM5823 oder sowas, gibts als CMOS-Nachbau in England für unter 3 Euro) schwer zu beschaffen sowie die TOS (MK50240 IIRC, einen Universal-TOS gibt's bei mir :)

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Der Rest ist Standardkram,wenn man aus Dusseligkeit beim Messen einen

3080 himmelt kann man mal fluchen, aber da gibts ja noch genug NOS.

Hehe, richtige Einstellung.

Da kann ich ja gleich noch mal Werbung machen:

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Ich kämpfe derzeit mit zwei Wave 2.0 und einem 2.3er, neben diversen noch viel schlimmeren Kisten :)

Jo :) Eine Leiterbahn musste ich zwar verlegen, aber was solls. 80 USD für einen gebrauchten Originaltrafo? Nee danke.

Fliegen raus und werden durch 0,5qmm Schaltlitze ersetzt. Zu viel Ärger.

Fliegen müssen aber schon ganz schön verkohlt sein, wenn man sie adäquat durch Schaltlitze ersetzen kann.

David Kastrup

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