Umgang mit Distributoren, wenn Kunde nicht den lokalen Distributor beauftragen wird - Fairneß

Jan 29, 2009 6 Replies

Angenommen, man entwickelt für einen Kunden im EU-Ausland ein Stück HW.



Bezüglich der Komponenten verweisen die Hersteller an die deutschen Distributoren, die auch die erhoffte Unterstützung leisten.



Der Kunde wird aber X*10k bei *seinem* lokalen Distributor ordern.



Ich finde es nicht sonderlich nett, *meinen* Distributor in Anspruch zu nehmen, obwohl ich weiß, daß der keinen müden Euro verdienen wird.



Den im Land des Kunden kenne ich nicht, da spricht auch niemand deutsch, was manches unnötig kompliziert macht.



Wie geht Ihr damit um?



Falk


Ist bei mir so gut wie der Normalfall. Ich wende mich immer gleich an den Hersteller. An einen Disti eigentlich nur, wenn die darueber voll Bescheid wissen und da muss man IMHO ehrlich sein. Arrow ist in dieser Hinsicht sehr ruehrig, die haben mir klar gesagt dass es ok ist, wenn die Produktion im Ausland sitzt. Das sei heutzutage beinahe normal und sie wuerden mir trotzdem helfen. Analog Devices war auch so, der Koelner Mitarbeiter hat mir nach der Auswanderung weiterhin Support gegeben, er bestand beinahe darauf. Hat mich (und hiesige Ingenieure) sehr beeindruckt.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/ "gmail" domain blocked because of excessive spam. Use another domain or send PM.

Falk Willberg schrieb:

Hallo,

wenn der Distributor sowohl in Deutschland als auch im Land Deines Kunden vertreten ist sollte es eigentlich kein Problem sein.

Bye

Hallo Falk,

An welche Form von Unterstuetzung denkst du hier? Bei technischen Fragen wende ich mich direkt an den Hersteller - ueber den Distributor zu gehen erschwert eher die Kommunikation. Ein Distributor kan behilflich sein Eval-Boards oder aehnliches zu beschaffen, aber da nehmen die meistens soviel Geld fuer, dass ich da kein schlechtes Gewissen haette. Wenn Samples nur ueber einen Distributor zu beschaffen sind, neige ich dazu mich nach Alternativen umzugucken. Und fuer Prototypentwicklung kann man auch dazu uebergehen Katalogdistributoren zu benutzen. Ist teuer, aber gibt einem auch ein Gefuehl dafuer was beschaffbar ist.

Da kann man ehrlich sein und seinen lokalen Distributor auffordern ein besseres Angebot als die Distributoren im Produktionsland zu machen. War mal an einem Projekt beteiligt, wo unser lokaler Distributor die Quellen im asiatischen Raum unterboten hat. Das lohnt sich natuerlich nicht fuer Huehnerfutter, aber bei eher hoeherpreisigen, zentralen Bauteilen kann das fuer alle Partner interessant sein.

Nun, meine Distributoren hier sind durchaus schon zufrieden wenn ich ein paar Stangen bei denen kaufe. Du koenntest deinen Bedarf fuer die Vorserie bei denen kaufen. Mein Eindruck ist ohnehin, dass kaum noch ein Distributor grosse Mengen eines Bauteils auf Lager hat, typisch koennen die nur ein paar Stangen kurzfristig liefern. Es scheint mir, dass die europaeischen Distributoren sich wirklich auf Vorserienproduktionen eingestellt haben.

Die meisten Distris sind doch eh schon europaeische bzw. globale Firmen, das heisst letztlich ist es doch egal ob du in D entwickelst und z.B. in Osteuropa produzierst - die Komponenten werden eh von einigen wenigen Zentrallagern versendet.

Gruss Klaus

Falk Willberg schrieb:

Ich sage das dem Distributor einfach. Der beantragt dann Projektschutz beim Hersteller und die verrechnen das irgendwie. Wenn es mir erlaubt ist, gebe ich sogar die Stückliste mit allen Freigaben an den Distri und den Bestücker gleichzeitig heraus. Meine Arbeit ist das einplanen der Chips, die Arbeit des anderen ist die Beschaffung und die Arbeit des letzten ist die Bestückung. Bei mir ist liegen die Probleme eher anders herum: Habe ich mal einen Hersteller direkt angesprochen, ruft meist der eine oder andere Distri an und versucht die genaue Chipbezeichnung heraus zu kriegen. Die gebe ich natürlich nur heraus, wenn der Mensch auch was dafür getan hat.

Gruss Gunther Mannigel

Hi,

Mein Kunde (inland) hatte darauf bestanden, dass alle Bauteileinkäufe über seine Einkaufsabteilung abgewickelt werden. Also gut: Ich hatte nur einen Ansprechspartner in der Firma, der macht den Rest. Wenns nicht klappt ist der schuld, hat auch was :-)

Marte

Aus Kundensicht sehr sinnvoll. Es vermeidet Überraschungen beim Schritt vom Prototyp zur Serie.

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