Reparatur / Schaltplan Hameg HM 112

Aug 08, 2008 10 Replies

Hallo zusammen,


ich habe hier ein altes Hameg HM 112 stehen, bei dem die Sicherung fliegt. Ist soweit sichtbar vollständig mit Glühtransistoren aufgebaut, nur 2 1N4007 haben sich wohl mal verirrt. Einige Kondensatoren tragen



1965 als Herstellungsdatum. Vor dem "geht nicht mehr" stand das Teil leider ca 2 Jahre im einem feuchten Raum, ging davor aber einwandfrei.
Übliche Verdächtige sollten m.E Elkos und evt GleichRiechtEr Dioden sein. Wie sieht es mit dem Röhren aus? Ne 2A Sicherung fliegt nicht grundlos. Könnte der Trafo ne Macke haben?


Überlegung von mir wäre jetzt erstmal mit einem Stelltrafo mit wenigen Volt anfahren und die Stromaufnahme beobachten - gibts hier wegen der Röhren was besonderes zu beachten? Evt besser alle ziehen? In der Kiste sind viele ca 10mm dicke Leistungswiderstände verbaut sind die grundsätzlich zuverlässig? Oder man die Presspappe die paar 100 Volt nicht so, sieht soweit gut aus, nur ist die Isolation halt recht knapp.


Hat jemand evt noch einen Schaltplan für so ein altes Teil oder kennt eine Bezugsquelle? Bei Hameg nicht gelistet, hilft da evt eine freundlich Anfrage? Ich hab mit Röhren noch nicht so Erfahrungen, zumindest die Ausgangsspannungen vom Trafo wären gut.


Gruß Jan


Ich nehme an, ohmsch hast Du das schon durchgeschaut. Dann alle Roehren ziehen und wieder reinstecken. Wenn z.B. ein Gitterkontakt lose ist, zieht die Roehre dazu ordentlich Strom. 2A aber wohl nicht.

Danach hilft nur methodisches Vorgehen. Z.B. alles ausser Heizung abklemmen. Dann alle HV wieder anschliessen, aber hinter allen Elkos auftrennen. Wenn dabei die Sicherung fliegt, einen Gleichrichter nach dem anderen abklemmen usw.

Sei vorsichtig mit den hohen Spannungen. Schutzbrille ist auch wichtig. Manchmal legen Elkos ein raketenaehnliches Finale hin.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/ "gmail" domain blocked because of excessive spam. Use another domain or send PM.

"Jan Conrads" schrieb im Newsbeitrag news:g7i4k4$4g1$02$ snipped-for-privacy@news.t-online.com...

Hallo Jan,

Ich habe ein älteres TRIO-Osci das läuft nur noch, wenn man das Gerät auf 240V stellt. Früher war es ja auf 220V eingestellt, da damals die Netzspannung

220V war. Offenbar verträgt es die heutigen 230V Netzspannung nicht, wenn es auf 220V eingestellt ist. Ich denke diese Umschaltung auf 240V bei älteren Oszis macht generell Sinn, da dadurch die Verlustleistung des Geräts um mindestens 5% gesenkt wird. Außerdem reduziert sich dadurch Spannungsanforderung an die Bauteile im Netzteil.

Probier das einmal.

Gruß Helmut

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Hallo,

das Gerät habe ich ja schon zu 230V Zeiten betrieben, die echten 220V waren vor meiner Zeit. Ich bin mir mom aber auch unsicher, ob man da überhaupt was umschalten kann. Eine 4A Sicherung knallt auch durch, auch mit so netten glitzernden Niederschlägen in der Sicherung, das war also nicht nur ein wenig Überstrom. Und das einzig Kritische sollte die Heizspannung der Röhren sein. Die Gleichrichterdioden sind ja auch von der glühenden Art außer ich habe da evt doch noch eine Ge/Se Diode übersehen. Daher wundere ich mich ja auch ein wenig über den Fehler, da die Technik ja eigendlich Gußeisern ist

Gruß Jan

"Jan Conrads" schrieb im Newsbeitrag news:g7jjoa$hs9$03$ snipped-for-privacy@news.t-online.com...

Hallo Jan,

diese Netspannungs-Auswahlschalter sind entweder an der Rückseite oder Unterseite des Gerätes.

Helmut

Jan Conrads schrieb:

Ja. Sekundärseitg alles abklemmen und nach und nach aufklemmen. Wenn Du den Übertromzweif gefunden hast, weiter Richtung Verbraucher ab/aufklemmen.

Gruss Udo

Helmut Sennewald schrieb:

Hallo,

wenn man die Spannung um ca. 9% vermindert dann reduziert sich die Leistung wegen der quadratische Abhängigkeit sogar näherungsweise um fast 19%. Eine Umschaltung von Geräten mit älteren 220-V-Trafos auf

240V, sofern möglich, ist daher grundsätzlich immer zu empfehlen.

Bernd Mayer

Schäuble, wenns Dir hier nicht gefällt, dann geh doch nach drüben!

Helmut Sennewald schrieb:

Bei Jan ist es aber offenbar ein satter Kurzschluss oder eine kräftige Überlast, wenn die Feinsicherung nicht nur durchbrennt sondern geradezu verdampft. Das kann nicht nur an 220V / 230V Netzanschluss liegen.

Jan sollte wirklich erst einmal sekundär alle Gleichrichterzweige abklemmen und dann schauen ob der Kurzschluss weg ist.

Damit nicht jeder Versuch eine Feinsicherung kostet, kann auch hier wieder die in Reihe zum Netzanschluss des Oszis geschaltete 100W- Glühlampe zum Einsatz kommen.

Falls nach dem Abklemmen der Sekundärschienen die Lampe aus bleibt, als nächstes Schritt für Schritt die einzelnen Schienen wieder anklemmen und jedesmal Einschalten und Lampe beobachten. Die Schiene, bei der die Lampe wieder anfängt zu leuchten, nach den üblichen Verdächtigen, Cs und Gleichrichterdioden, überprüfen.

Ciao...Bert

--

Bert Braun (DD5XL) schrieb:

Ich würde vermuten das bei satten Kurzschluß die Primärwicklung des Trafos defekt ist.

Grüße Björn

So wie meine 230V-Metabo jetzt im hohen Alter gemuetlich mit 120V laufen darf. Die geniesst das richtig :-)

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/ "gmail" domain blocked because of excessive spam. Use another domain or send PM.

Das gilt nur für ohmsche Lasten, also deinen Heisswasserspeicher. Für elektronische Geräte nicht. Röhrengeräte verbraten die Leistung für Glühfadenheizung bei relativ niederer Temperatur, was nahe an Konstantstrom rankommt, sowie für Anodenstrom, welcher dank Gegenkopplung auch so ungefähr konstant bleibt. Neumodisches Zeuch hingegen zieht konstante Leistung, sodass der Strom mit abnehmender Spannung ansteigt.

Das auf jeden Fall. Überheizung und insbesondere zu hohe Spannung an den Elkos sind Gift für das Gerät. Der Trafo wird wohl noch nicht so knapp an der Sättigung sein, früher war man noch nicht so geizig.

Jupp, in der Werkstatt hab ich immer schon einen 110V Anschluss für genau diesen Zweck gehabt. Die Maschinen machen auch nicht so einen Krach und werden nicht heiss. Die Herkunft meines ersten 110V Trafos (1kW immerhin) ist kurios. Im einstelligen Alter beobachtete ich, wie gegenüber ein Friseur dichtgemacht hat. Offenbar hatte er auch amerikanische Geräte im Einsatz. Jedenfalls stand plötzlich dieser Trafo bei der Müllabfuhr. Ich musste dann meinen Vater einspannen, selber konnte ich den Trumm nicht schleppen ;-]

mfg Rolf Bombach

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