Radiosender

Jan 05, 2023 Last reply: 3 years ago 37 Replies

Hallo!

Am 06.01.2023 um 14:07 schrieb Frank Müller:

Das ist aber kein Markt wo billige Massenware abgesetzt werden kann. Da es solche Anwendungen aber eben gibt, habe ich den unteren Teil meiner Anwort getippt, welchen zu gekürzt hast:

Wer sowas unbedingt haben will, kommt um Selbstbau kaum rum. Wenn aber, halte ich die hier bereits vorgeschlagenen Sachen mit frei schwingenden LC- oder RC-Oszillatoren aber für nicht angemessen.

Ich würde für sowas einen günstigen DDS nehmen und ein AM-Modulator dran setzen. Oder wer möchte kann mit dem CD4059BP oder auch mit CMOS-Teilern und einem CD4046 quarzstabile PLL bauen welche die exakten Kanalraster (9kHz) einhalten.

Es wäre einfach solche Schaltungen so an einem historischen Radio zu koppeln, das seine Antenne das Signal einfängt. Viele solcher Radios allerdings quer durch einen größeren Raum mit solch einem MW-Sender zu versorgen, dürfte aber eine Herausforderung sein.

Und in legal dürfte da gar nix gehen - es sei denn man zieht das Thema dann richtig auf. Letztes Jahr mal über einen Link gestolpert, dummer weise nicht gespeichert. Aber irgendwo hier in Deutschland soll es ein Freak geben der relativ günstig eine Frequenzzuweisung von der Bundesnetzagentur bekommen hat, und dort mit einem Selbstbausender und Langdraht mit Fuchskreis bis zu 1W ERP auf seiner MW-Frequenz sendet.

Jürgen

Ich setze nochmal nach:

Am 06.01.2023 um 17:10 schrieb Jürgen Hüser:

Über Google wiedergefunden:
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Jürgen

Wow, danke!

Zu den Mittelwellen-Kleinsendern: Es gibt im Web viele US-amerikanische Seiten mit Baubeschreibungen.

Mittelwelle ("AM") ist dort immer noch sehr verbreitet, aber talk-radio-verseucht, was dem einen oder anderen nicht gefällt.

Hauke

Oder eine Digital-PLL (SI5351A o.ä.) mit Filter dahinter. Bei den Frequenzen sollte das ja mit diskreten Bauteilen (oder OpAmps) problemlos gehen.

Ich habe da jetzt kein Gefühl für die Pegel - angenommen, die Schaltung bleibt unterhalb der erlaubten Grenzwerte für die EMV. Ist das dann zulässig, oder nicht, weil es eben doch ein absichtlicher Sender ist?

Und: reicht der Pegel dann, wenn man das direkt neben das Radio stellt?

cu Michael

Am 05.01.2023 um 12:01 schrieb Hans-Juergen Schneider:

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Etwas weiter unten auf der Seite: Collector Modulator.

Hier gibts auch was dazu:

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Es ist sehr wahrscheinlich, dass ein Rückkopplungsaudion stärker sendet.

MfG hjs

Am Thu, 5 Jan 2023 21:59:08 +0100 schrieb Frank Müller:

Na ja, die Schaltung gefällt mir in mehreren Punkten nicht:

Der Spannungsteiler für die Basisspannung ist unnötig niederohmig, außerdem sollte die Basis hf-mäßig geerdet werden.

Die Antenne ist am Emitter, also am Rückkopplungseingang des Oszillators angeschlossen, ich würde eine Anzapfung an der Spule oder eine kapazitive Teilung durch zwei Kondensatoren statt C4 vorziehen.

Obwohl der Transistor ein PNP-Typ ist, wird der Pluspol des Elkos C1 an den Spannungsteiler angeschlossen.

Außerdem ist C1 etwas zu klein dimensioniert, das schwächt die tiefen Töne, kann natürlich so gewollt sein.

Moin,

DL5OAU hat einen LW-MW-Modulator entwickelt, um AM-LW/MW Radios vorzuführen.

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Christian

Gemessen am Aufwand ist das ein guter Preis. Aber etwas drahtloser sollte es schon sein. Ich werde Jogis Schaltung überarbeiten.

MfG hjs

Andreas Graebe schrieb:

Naja, das trifft sich ja irgendwie.

"Industriedesign". Man startet mit einer Schaltung aus einem Leerbuch, welche natürlich nicht funzt, ändert so lange erratisch dies und das, bis es tut. Die Schaltung hat dann keinerlei Ähnlichkeit mehr mit dem ursprünglichen Konzept. Je nach Frequenzbereich dürfte die Schaltung auch gleichzeitig AM und FM machen.

Hi Rolf,

ist doch mit C3 passiert. Ob das aber der beste Antennenabgriff ist, darf bezweifelt werden. Aber das soll ja gar nicht wirklich optimiert abstrahlen, das kann eine 30 cm drahtantenne ohnehin nicht ;-)

Auch wenn es bei den Spannungen und Innenwiderständen eher weniger zu Detonationen kommen wird. Der + Anschluß des (Tantal-) Elkos gehört definitiv nicht zum Spannungsteiler, sondern an das positivere Ende, hier also an den +-Pol der Versorgung. Die Schaltung stammt definitiv aus Germanium-Transistor-Zeiten. Heutzutage ist es sicher sinnvoller, das auf npn umzubauen. Das will aber gekonnt sein. Bei Mittelwelle tuts da wahrscheinlich ein TUN dicke. Spannend ist die Angabe von L ;-)

Also bitte! Schaltungen aus den Lehrbüchern funktionieren IMMER! Mindestens so gut, wie die Doppe-T-Notch-Filter (von denen ich noch nie einen real aufgebauten gesehen habe, der tatsächlich funktioniert).

Das dürfte bei AM niemanden stören. So eng sind die Resonatoren da üblicherweise nicht.

Marte

Am 08.01.23 um 14:17 schrieb Marte Schwarz:

Hallo,

man darf da natürlich keine irrealen Erwartungen haben.

Ich hatte mich eine zeitlang intensiv mit Notchfiltern im NF-Bereich beschäftigt, auch mit Doppel-T-Filtern.

Ziel war Klirrfaktorbestimmung von Audiooszillatoren und Verstärkern.

Ich hatte diverse Schaltungen aus Lehrbüchern und Applikationen aufgebaut und durchgemessen.

Die aktiven Schaltungen mit hohem Q sind natürlich hochsensibel. Da kommt man schnell an Grenzen.

Irgendwann hatte ich auch eine Analyse der Auswirkungen von Bauteiltoleranzen der Widerstände und Kondensatoren gefunden.

Als Faustregel hatte ich mir davon gemerkt, daß man mit 1%-igen Bauteilen ca. 40dB Signalunterdrückung erreichen kann und mit 0,1%-igen Bauteilen ca. 60dB.

Kondensatoren mit 0,1 % Toleranz muss man selbst selektieren.

Daher und auch wegen parasitären Eigenschaften des Aufbaus und Temperturdriften war für mich bei 0,1 % die Grenze erreicht.

Um eine höhere Auflösung zu erreichen hatte ich ein Doppel-T-Notchfilter und dazu in Reihe ein über den Kern abstimmbares RL-Notchfilter geschalten.

Damit bin ich in die Gegend der Auflösung von CDs gekommen.

Zur Analyse von Netzstörungen in einem Tonstudio hatte ich auch mal ein Doppel-T-Notchfilter für 50 Hz aufgebaut damit ich im Oszi sehen kann was da im Stromnetz so herumzirpt. Das war recht interessant.

Bernd Mayer

Hi Bernd,

Da bist Du mit dem Nutzsignal ja auch immer mindestens eine Oktave weg. Aber selbst dann kann es bei ungünstigen Toleranzen schnell ganz blöd laufen.

Das halte ich für ein Gerücht. Ich hab das mit LTspice mal durchexerziert. Da bist Du so schnell viel schlechter. Heute such ich die Datei nicht mehr heraus.

Und dann davon träumen, dass die 0,1 % auch da bleiben und nicht Temperatur uns sonstige Einflüsse die Genauigkeit ad absurdum führen.

Das hätte ich gerne mal auf meinem Labortisch gesehen. Es wäre gerade das erste 50 Hz Notch mit Doppel-T, das tut, was es soll.

Marte

Am 08.01.23 um 22:49 schrieb Marte Schwarz:

Hallo Marte,

mit welcher Doppel-T-Notchfilter Schaltung aus welchem Lehrbuch hattest Du denn Probleme. Und welche Probleme waren das denn?

Als Ziel hatte ich zunächst 1 kHz geplant. Baumannsche Genauigkeit im ppm-Bereich der Frequenz hatte ich recht schnell aufgegeben.

Es gibt allerdings auch abstimmbare Schaltungen.

Mit den Einflüssen auf die Genauigkeit war ich realistisch. Widerstände mit 0,1 % habe ich reichlich hier und Kondensatoren habe ich auf 0,1 % Paarung selektiert - nicht auf Absolutwert.

Das Doppel-T-Notchfilter für 50 Hz hatte ich nur kurzfristig auf dem Werkstatttisch aufgebaut für die Analyse, da habe ich kein Foto davon gemacht.

Ich kann Deine Probleme mit Doppel-T-Notch-Filtern daher kaum verstehen.

Welche Anforderungen hattest Du?

Wenn Du fertige Notchfilter sehen möchtest, dann kannst Du bei Frequency Devices nachschauen:

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Bernd Mayer

Ich habe so was mal mit einer Röhre gemacht, mit Trennstufe:

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Stefan

Ich vermute, der Betrieb eines solchen Senders ist für Mittelwelle nicht erlaubt. Für UKW wurde der Betrieb der Transmitter einst explizit erlaubt.

Ganz dunkel erinnere ich mich, vor ca. 30 Jahren ähnliche Experimente mit einem Röhrendipmeter gemacht zu haben. Das war aber nicht um es zu Übertragungszwecken zu nutzen, es war nur eine kurze Spielerei mit einem selbstgebauten Dipmeter.

Am 08.01.23 um 23:50 schrieb Bernd Mayer:

Hallo Marte,

hier noch ein Nachtrag dazu:

Präzisionswiderstände haben Temperaturkoeffizienten von 50 ppm/°C oder sogar besser.

Bei den Kondensatoren von WIMA habe ich auf die Schnelle nix zum Temperaturgang gefunden.

Der militärische Temperaturbereich war nicht mein Einsatzzweck.

Bei AD und TI habe ich noch Appnotes zu Doppel-T-Notchfiltern gefunden:

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"Using a standard 1% component, a 60 dB notch is as good as can be expected, with 40 dB to 50 dB being more typic."

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"The depth of the notch obtainable in simulations like that shown in Figure 1 is not the depth that can be achieved with real-worldcomponents. The best that the designer can hope for is 40 to

50 dB."

Figure 6 ist eine Grafik über die Auswirkungen der Änderung eines Widerstandes in 1 %-Schritten.

s. Over a smallrange (±1%), it is possible to get a 100:1 rejection of theundesirable frequency; but over a larger range (±10%),only a 10:1 rejection is possible."

Bernd Mayer

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