Wie das mit dem Klang aussieht, kann ich nicht beurteilen. Auf jeden Fall werden sie nicht wie ein Kondensator-Mikro beschaltet: Diese Dinger arbeiten ganz anders und brauchen keine Vorspannung. Die machen selbst eine Wechselspannung, sogar eine recht hohe... Dummerweise aber mit einer _sehr_ hohen Impedanz. Ein hochohmiger Vorverstärker mit FET könnte eine gute Idee sein.
Es ist auch denkbar (weiß ich aber nicht), daß angelegte Speisespannung (Die beim Kondensatormicro ja nötig wäre), die Funktion des Piezos beeinträchtigt. Immerhin bringt diese Gleichspannung eine gewisse Verformung in den Piezo, die größer ist, als das, was da der Schall an Verformung anliefert...)
Viel Erfolg Michael Kutscher
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M
Markus Gronotte
Hi,
Ich habe hier ein paar von den kleinen Piezoelektrischen scheibchen (so ein bronze farbenes scheibchen mit nem kleinerem weißen scheibchen in der Mitte) und möchte mir damit einen Abnehmer für eine E-Gitarre basteln...
Jetzt gibt es ja Kondensatormikrofone und auch Schaltungen dafür, mit denen man sogar Nachbarn durch Wände belauschen kann so gut sind die...
.. nur hab ich jetzt eine Frage, bevor ich mir die Einzelteile dazu bestelle.
Kann ich diese Piezoplättchen genauso ansteuern wie ein Kondensatormikro bzw. seh ich das richtig, dass die auch eine kleine Spannung benötigen, um richtig zu funktionieren?
Ich habe testhalber mal das Piezodingen einfach an einen simplen Verstärkerkreis mit nem BC547 angeschlossen und musste feststellen, dass der nur verstärkt wenn man richtig feste auf das Plättchen draufhaut. Liegt dass jetzt daran, dass diese Piezoplättchen auch Kapazitiv sind wie das Kondensatormikro, oder lag es nur daran, dass ich den Stromkreis nur in eine Richtung abnehme?
Wie müsste man gründsätzlich so ein Piezoplättchen beschalten, damit man das als Abnehmer nehmen könnte. Hat da jemand zufällig sogar passende Schaltungen für?
lg,
Markus
M
MaWin
"Markus Gronotte" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@uni-berlin.de...
Traegerblech
Piezo
und da ist auch nch silberfarbene Metallisierung drauf, guck mal hin.
Nein, natuerlich nicht.
Nein, es lag daran, das das ein LAUTSPRECHER ist, der halt in der umgekehrten Richtung ziemlich beschissen funktioniert, dafuer ist schon das Traegerblech viel zu steif.
Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at despammed.com
homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/
de.sci.electronics FAQ: http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/
Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask.
Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.
M
Markus Gronotte
"MaWin"
Ahoi!
Nene.. :) Ich hab das ja schonmal an einen Mikrofoneingang einer Stereoanlage angschlossen. Die Dinger haben nen hammergeilen Klang bei ner Gitarre insbesondere, weil das Zupfen der Seite noch hörbar ist und außerdem mehr die für mich wichtigen Obertöne besser rüberkommen und weniger die Schwingungen der Saite was zu einzigartigen verzerrungen führt (die sind ja ausnahmsweise hier beabsichtigt :), aber ich möchte die Elektronik gerne _innerhalb_ der Gitarre verstauen.
lg,
Markus
M
Markus Gronotte
"Michael Kutscher"
Hi,
Ich habe heute (beim duschen *lol*) nochmal über meine Schaltung nachgedacht. Der Fehler war glaube ich (du nanntest die hohe Impedanz), dass ich den Piezo ohne Widerstand an den BC547 angeschlossen habe. Dadurch ist wohl die Spannung bei schwachen Stößen an den Piezo direkt zusammengebrochen und erst bei stärkeren hat sich überhaupt was getan.
Dann benötige ich also wirklich einen völlig normalen Audioverstärker ohne Speisespannung. Danke, das hat mir denke ich schon weitergeholfen.
Dass ein FET nötig ist hoffe ich nicht. Die Spannungen sind am Oszi im Vergleich zu einem normalen Spulenmikro sogar etwas höher. Obwohl ein FET (bzw. mind. zwei) vermutlich ideale Ergebnisse liefern würden.
lg,
Markus
U
Udo Neist
Markus Gronotte wrote: [...]
Schon mal den Eingangswiderstand eines Oszis überprüft? Der liegt im MOhm-Bereich. Die Idee mit einer FET-Stufe (Transistor oder IC) ist da garnicht so verkehrt.
Gruß Udo
Love sometimes expresses itself in sacrifice.
-- Kirk, "Metamorphosis", stardate 3220.3
B
Benedikt Wirmer
Das habe ich mal für meine Ukulele gemacht - wirklich toller Klang :-)
Direkt an den normalen E-Gitarrenverstärker anschließen ist kein Problem, ansonsten kann man je nach Bedarf fast jeden Audioverstärker nehmen und ein wenig mit dem Verstärkungsfaktor experimentieren, z.B. den LM386 (Google ist dein Freund).
Der Schall wird aufgrund des starken Trägerblechs nur bei direktem Kontakt mit dem Instrunmentenkorpus übertragen. Das ist aber durchaus von Vorteil, da man von störenden Außengeräuschen und Rückkopplungen weitgehend verschont bleibt. Weitgehend deshalb, weil der Korpus auch dazu beiträgt, die Mikrofoneigenschaften des Piezo-Lautsprechers zu verbessern - spielt aber gerade bei der E-Gitarre keine Rolle.
Gruß, Benedikt
S
Stefan Broering
Also wenn das an der Stereoanlage funktioniert, dann ist wohl an deiner Verstärkerschaltung was faul.
Gruß
Stefan
M
Markus Gronotte
"Stefan Broering"
Absolut zu 10000% stimme ich dir da zu *g* Ich bin einfach noch zu doof z.B. nen LM324 richtig zu beschalten ;-) Die Vorlesung mit den Impedanzen aus Analogtechnik muss ich mir nächstes Semester wohl _nochmal_ genauer anhören.
lg,
Markus
K
kai-martin knaak
So dramatisch nicht-linear ist der Piezo-Effekt nicht, dass ein verschobener Arbeitspunkt viel Einfluss hätte.
Bei großer Amplitude ist eine (elektrische) Vorspannung sogar von Vorteil, weil das Piezomaterial gepolt ist. Bei typischerweise mehr als
10% der Maximal-Spannung in falscher Richtung fängt das Piezo-Material an sich zu entpolarisieren. Das gilt auch, wenn die falsche Spannung durch Piezo-Verformung erzeugt wird. Im Extremfall verliert es dadurch den Piezo-Effekt. (Die 10% sind ein grober Schätzwert)
Wie groß die Maximal-Spannung von Deinem speziellen Teil ist, kannst Du aus der Dicke abschätzen mit der Faustformel 1kV/mm.
Ein Piezo aus einem Tweeter-Lautsprecher, mit dem ich mal experimentiert habe, sah im Querschnitt so aus: . | ----------.------------ PPPPPPPPPPP|PPPPPPPPPPPPP MMMMMMMMMMMMMMM.MMMMMMMMMMMMMMMMM PPPPPPPPPPP|PPPPPPPPPPPPP ----------.------------ | .
Also im Grunde ein Stapel aus zwei Piezo-Elementen. Diese Konstruktion hat seinen vergleichsweise großen Hub daraus bezogen, dass die Scheibe sich nach oben oder unten ausbeult. Umgekehrt wird die Scheibe eine Biegung in eine Spannung umsetzen.
Elektrisch gesehen ist ein Piezo im wesentlichen ein Kondensator, das heißt, mit einem FET in der Eingangs-Stufe wie er schon von Michael empfohlen wurde, liegst Du richtig.
Einige werden sich noch daran erinnern, daß es mal Plattenspieler gab, und die billigen hatten früher sog. Kristallsysteme, die im wesentlichen auch mit dem Piezo-Effekt funktionierten. Die TA- (Tonabnehmer-)Eingänge an den entsprechenden Verstärkern hatten einen Ri von ca. 2 MOhm. Der Ausgangspegel der Piezo-Systeme war einige
100mV und hätte ausgereicht, einen Aux-Eingang anzusteuern, klappte aber wegen des hohen Ra nicht bzw. war stark nichtlinear (hörte sich sehr piepsig an). Bei Röhrenradios war das meist unproblematisch, da der Ri der Endstufe meist schon recht hoch war, bei Transistorschaltungen war dann manchmal noch ein Emitterfolger, eine Bootstrap-Schaltung oder später ein FET vornedran.
BTW gibt es in älteren Bastelbüchern noch Angaben zu RC-Netzwerken, die vor einen magn.TA-Eingang geschaltet den Anschluß eines Piezosystems ermöglichten (Spannungsteiler und grobe Frequenzgangkorrektur zum Ausgleich der RIAA-Entzerrung).
Winfried Büchsenschütz
S
Stefan Broering
vieleicht hilfts ja ;-)
Gruß
Stefan
H
Harald Wilhelms
Hallo Markus, ...und die über Prozentrechnung bitte auch noch mal... :-) Gruss Harald
M
Markus Gronotte
"Harald Wilhelms"
Wieso! Ich erspare mir doch nur Wiederholungen der Zustimmung ;-)
H
Harald Wilhelms
Waren das die Kinder, die in der ehemaligen DDR zwischen den dort üblichen Hochhäusern, "Platte" genannt, spielten? SCNR Harald
M
Martin
Am Sat, 13 Nov 2004 19:46:01 +0100 schrieb Markus Gronotte :
Dein Post ist zwar schon eine Weile her, aber mir ist was aufgefallen: Meinst du mit "nur in eine Richtung abnehmen" die Basis-Emitterdiode des BC547? Man muß ihm schon soviel Basisvorspannung geben, daß ein paar mA Kollektorstrom fließen, dann kann er den "auf und zu regeln" und Signale "in beide Richtungen" erzeugen. Vielleicht habe ich dich ja auch mißverstanden und/oder dein problem ist schon längst gelöst.
Martin
D
Daniel Taake
ach, dann möchte ich auch noch meinen Senf dazugeben. Piezos eignen sich in nur selten zur Abnahme von akkustischen Instrumenten. Das liegt teils an ihrem unberechenbaren Verhalten in Bezug auf ihre Eigenresonanz, die stark vom mechanischen Einbau abhängig ist, andererseits an den begrenzten Möglichkeiten, sie sinnvoll an einer Gitarre o.Ä. zu befestigen. Erfahrungsgemäss ist einer der guten Plätze unter dem Steg. Dann muss man auch nicht so fest draufhauen :-) Elektrisch gesehen sind sie ebenfalls ein Katastrophe. Sie müssen extrem hochohmig abgenommen werden; das heisst : deutlich oberhalb von 2 M-Ohm. Bipolare Transistoren verbieten sich da von selbst. Ein FET (2N3819oder so) oder besser ein OpAmp. Da das Rauschen hier wohl keine Rolle spielt, würde sich ein TL061 anbieten, der mit einer 9V Batterie ein langes Leben hätte. (die erforderlichen Filter wären in so einer Variante leicht zu integrieren) Eine eigene Betriebsspannung braucht ein Piezo nicht. Elkos haben im Dunstkreis dieses Bauelementes ebenfalls nichts verloren,da sie durch ihre, wenn auch geringe, Induktivität die Schaltung in einen Klirrgenerator verwandeln können. Zuletzt : der Klang des Ganzen hängt zu 95% vom Einbau des Piezos ab! trotzdem viel Glück und gutes Gelingen
Daniel Taake
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