OP MCP6H02 E/SN defekt/fake?

Sep 04, 2019 37 Replies

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Johannes Bauer

Zu deinem Problem kann ich nichts beitragen... aber von Reichelt habe ich schon gefakte NE555 (!) bekommen. Dass man so einen ramischiges 08/15 Billigchip fälscht, war mir komplett neu. Aber der hat sich wirklich EXTREM merkwürdig verhalten und ich hab erst ewig gedacht ich hab…

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Hallo!



Bin gerade etwas verwundert und frage mich ob ich auf gefakte Chips reingefallen bin.



Ein ganz normaler nichtinvertierender Verstärker in seiner Grundschaltung:



Vom Ausgang zum invertierenden Eingang ein Spannungsteiler. 50K Spindeltrimmer von Ausgang zu invertierenden Eingang, dann von invertierenden Eingang mit 390R nach GND.



Am nichtinvertierenden Eingang über AC-Kopplung 1µF wird ein NF-Signal zugeführt. Am Ausgang wieder über AC-Kopplung soll das verstärkte NF-Signal raus kommen.



Spannungsversorgung ca. 12V unsymmetrisch. Die Wahl fiel daher auf einen 16V-RR Microchip MCP6H02E/SN.



Erster Versuch:



+13,2V Betriebsspannung angelegt, platzte nach wenigen Sekunden der MCP6H02.

Ausgiebige Fehlerkontrolle...nix zu finden. Also den ersten MCP6H02 wieder abgelötet, pads gereinigt und einen neuen aufgelötet.



Stromaufnahme um die 120µA...sah also besser aus. Also Testsignal 2kHz mit 50mV an den C1 (1µF) am nichtinvertierenden Eingang angelegt und an C2 (1µF) am Ausgang gemessen: Nix...



Also mal die DC-Pegel gemessen. Ausgang liegt auf beinahe Vcc (13V) Über den Spannungsteiler am invertierenden Eingang ebenfalls 13V. Am nichtinvertierenden Eingang 12,8V !!!!



Koppelkondensator am Eingang ist intakt, das Testsignal ist DC-frei, hinter dem Kondensator DC 12,8V.


VCC + | 390 | 50K | ___ | ___ GND |--|___|---o-----|---|___|- | | | A | | | | |\| | '---|-\ | || || | >----o------||- Out In -||--------|+/ || || |/| | --- GND


Egal in welcher Stellung der Spindeltrimmer ist, also fast 0Ohm oder



50k, am invertierenden Eingang liegt ebenso wie am nichtinvertierenden Eingang 12,8V. Das Eingangssignal (2kHz, 50mV) ist bis zum Pin des nichtinvertierenden Eingangs messbar, am Ausgang jedoch gar nichts mehr.

Woher kommt der immense DC-Offset am nichtinvertierenden Eingang her? Das Datenblatt äussert sich dazu jedenfalls nicht.

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Bezugsquelle für diese MCP6H02 war Reichelt...mag da schon der Fehler liegen?


Jürgen


Zu deinem Problem kann ich nichts beitragen... aber von Reichelt habe ich schon gefakte NE555 (!) bekommen.

Dass man so einen ramischiges 08/15 Billigchip fälscht, war mir komplett neu. Aber der hat sich wirklich EXTREM merkwürdig verhalten und ich hab erst ewig gedacht ich hab irgendwas falsch gemacht. Ist leider zu lange her, weiß gar keine Details. Nur dass es nicht der Unterschied zwischen der neueren CMOS und der ursprünglichen Variante war, sondern die waren wirklich irgendwie hin.

Anstandslos meine Paar Centchen erstattet bekommen.

Gruß, Johannes

Jürgen Hüser schrieb:

Erster Fehler: wenn das Single-Supply ist, ist die Gegenkopplung nicht gegen GND anzuschließen.

Zweiter Fehler: ...aber ohne einen DC-Arbeitspunkt einzustellen.

Das kann so nicht funktionieren.

Recherchiere die Grundschaltungen für AC-gekoppelte Single-Supply-Verstärker mit OPs.

Am einfachsten dürfte sein:

- nichtinvertierender Eingang über (hochohmigen) Spannungsteiler auf VCC/2 legen

- Eingangssignal dort mit C einkoppeln

- Gegenkopplungsteiler nicht direkt, sondern über C an GND

- Ausgangssignal mit C auskoppeln

Tilmann

Die zu fälschen macht aber überhaupt keinen Sinn. Irgendwo im Netz geistert eine Tabelle rum, wo das Verhalten der

555-er unterschiedlicher Hersteller verglichen wird. Und es gibt Schaltungen, da funktioniert wirklich nur ein bestimmter Typ.

Ihren Ruf hat sich Angelika vor mehr als einem Vierteljahrhundert versaut. Die Leute sind zu nachtragend.

MfG hjs

Von Reichelt vor langer Zeit Abstand zu nehmen, war aber berechtigt.

Ich bekam von dort Transistoren im mittelgrauen Kunststoffgehäuse, auf dem nur Typ und Prod-Code etwas schief und schlecht gedruckt waren.

Funktioniert haben diese Transistoren, bei Fernsehreparaturen. Dennoch hatte ich da nichts mehr bestellt. Denn alle Datenblattangaben konnten wohl nicht auf die gekauften Exemplare übertragen werden.

Seit etwa 12 Jahren sind Webseite und Angebot aber ordentlich.

Naja,

mein Freund Holm bezog mal LM317 im SOT89. Haben lt. DB funktioniert. Die naechste Charge ist zuverlaessig irgendwo bei knapp 30V explodiert. Hat noch einen ATMEL und Kleinkram mitgenommen. M.W. voellige Ignoranz von Reichelt. Vielleicht liesst er das und sagt noch was ...

Auch ich bin der Meinung, dass Reichelt das liefert, wo Reichelt meint, genau das ist das ...

Und genau aus diesen Grunde hole ich mir die Halbleiter von Mouser und Digikey. TME hab ich noch nicht probiert, betrachte ich jedoch genauso als vertraueswuerdig.

Bei mir geht es um einzelne Teile, selten mal zehn ...

Dat geit nich. Du muss dem Eingang IN+ einen definierten DC-Pegel geben, z.B. ueber einen Spannungsteiler. Nur mit dem Kondensator allein driftet der Eingang sonst an den internen Poller.

Vom Input Bias Current, und sei er noch so klein. Dann noch elektrostatische Effekte.

Tabelle Seite 3, etwa in der Mitte.

Vermutlich nicht, probiere mal einen Spannungsteiler an IN+. Aber nur ganz wenig Spannung, weil Du ja eine hohe Vertaerkung einstellen kannst.

Am 04.09.2019 um 20:39 schrieb Gert:

Dann schlagen die Versandkosten aber ganz schön zu (Digikey €18,- Mouser €20,-). Selbst Reichelt ist dann oft teuer, da kann ich dann auch in die Apotheke Conrad gehen (Bestellung in die Filiale ohne VK).

Bernd

Du musst nur ordentlich Umsatz machen. Dann gibt's auch keine Versandkosten.

MfG hjs

Du hättest Dich eventuell für einen LM386 entscheiden sollen.

MfG hjs

Naja, das waren schon 555er. Aber mit Texas-Logo aufgedruckt (nicht gelasert!), haben sich aber eben nicht verhalten wie Texas-Teile. Deswegen war ich ja so irritiert. Und habe mich auch gewundert dass das mit solchem totalen Billigkram ist.

K.a., ich kann es jetzt auch nicht mehr genau reproduzieren, ist wirklich vermutlich ~10 Jahre her. Das war aber glaube ich auch keine besonders exotische Schaltung, astabile Kippstufe oder sowas. Also echt total 08/15 Popelkram. Und reproduzierbar mit allen 555s aus der Charge derselbe Effekt.

Hrmpf jetzt ärgert es mich dass ich das nicht besser dokumentiert habe. Habe mein Archiv sogar durchsucht und da allerlei Reklamationen gefunden (z.B. ATtiny2313 mit verstellten Fusebits ab Fabrik) aber den Fall nicht, liegt wohl zu lange zurück.

Viele Grüße, Johannes

Ha! Stimmt aber:

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Also doch keine Einbildung, ich hab schon an meiner Errinerung geweifelt :-) Und dort auch TI Chips, die gefälscht waren.

Viele Grüße, Johannes

Wie ich schrieb: Da hat jemand eine Tabelle gemacht, wo das Schaltverhalten bei unterschiedlichen Eingangszuständen aufgeführt ist. Die sind also nicht alle gleich. Jeder hatte sich Gedanken gemacht, wie er diese Funktion bauen kann. Mit unterschiedlichen Ergebnissen. Außerdem mussten ja die Strukturen und der Prozess zusammenpassen. Es ergäbe eine ziemlich lange Liste, wer da alles welche gemacht hat. Die Chinesen eingeschlossen. Man könnte alles, was nicht von Signetics stammt, als Fake bezeichnen.

MfG hjs

"Jürgen Hüser" snipped-for-privacy@gmx.de schrieb im Newsbeitrag news:qkobl6$adi$ snipped-for-privacy@news.albasani.net...

Na ja, der ist nach vorne per Kondensatzor elektrisch isoliert und nach hinten durch den hochohmigen OpAMp, der weiss gar nicht, welche Spannung er haben soll.

Das ist deine erste OpAmp Analogschaltung ?

Unter 20Hz ?

Üblich wäre

|-\ | >-- Audio --270nF--+--|+/OpAmp | 22k | Masse ---------+

Aber deine Rückkopplung passt nicht dazu.

Schau mal in Audio-Grundschaltungen:

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(Audio circuits using the NE5532/3/4)
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(An audio circuit collection, Part 1)
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(An audio circuit collection, Part 2)

Am 05.09.2019 um 17:49 schrieb Hans-Juergen Schneider:

Gert schrub: "Bei mir geht es um einzelne Teile, selten mal zehn ..."

Bernd

Nein. Der unterschied ist das Labeling.

Wenn ich einen NE555 nachbaue und den als JB555 verkaufe ist alles in Ordnung. Das ist ein Nachbau, kein Fake.

Wenn ich meinen ramschigen JB555 dann mit einem Texas-Logo bedrucke und ihn als LM555 verkaufe, habe ich einen Fake produziert.

Gruß, Johannes

Vermutlich sammelt er seine Wünsche. Und am Ende braucht er einen Schalter, ein Gehäuse, einen Stecker, u.v.a.m.

MfG hjs

Ja, das sieht man ein.

MfG hjs

Könnte man. Es wäre dann halt nur eine sehr weite Dehnung des Interpretationsspielraums. Ein "Fake" (vulgo: Fälschung) ist üblicherweise ein Imitat eines urheber- oder markenrechtlich geschützten Gegenstands ohne Inhaber der jeweiligen Lizenzen zu sein, bei denen der Imitator Logos oder sonstige Aufmachung des Originals imitiert, mit der betrügerischen Täuschungsabsicht, sich einen finanziellen oder sonstigen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

Wenn das Design des 555 nicht (mehr) geschützt ist, kann jeder das Ding unter seinem eigen Namen (und nur unter dem) produzieren, nach Wunsch auch mit geändertem Layout und geänderten Specs, die er dann eben publizieren muß.

Ganz offenbar wurde das Bauteil zuerst von Signetics, dann Philips/NXP unter derem Namen produziert, später auch von OnSemi/Motorola, Fairchild, Texas und in Rußland:

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Ein "gefakter NE555" wäre demnach ein 555er Timer-IC, der den Aufdruck/das Logo von Signetics/Philips/NXP trägt, aber von einem anderen Hersteller stammt, der nicht in Lizenz produzieren darf. Ob sich das Betriebsverhalten nun unterscheidet oder nicht, ist irrelevant - das tut es ja oft schon bei unterschiedlichen Chargen desselben(!) Herstellers.

Ist bei Pharmaprodukten sehr ähnlich. Aspirin enthält den Wirkstoff Acetylsalicylsäure. Wenn Ratiopharm nun eine optisch identische ASS-Tablette in der Aspirin-Verpackung in Verkehr bringt, ist das ein Fake/eine Produktfälschung. Falls sie "ASS Ratiopharm" draufschreiben, ist das ein Generikum. Wenn sie "ASS Ratiopharm" draufschreiben und das Ding enthält nur Stärkepulver, dann ist es ein Placebo.

Aber das weißt Du ja sicherlich alles selbst.

2ct, Volker

Hallo MaWin,

habe die Schaltung gestern nach den Hinweisen von Tilmann und Joerg die Schaltung provisorisch umgebaut:

1µF ___ || | +12V .---|___|-----||- ---| | | 390R || | .-. 100k | ___ | | .-----o---|___|- | | | A 50k '-' | +12V | | | |\| | 1µF 1µF | '--|-\ | || || | | >-----o-------||- -||----o----- -|+/ || || | |/| | --- | .-. 100k | | | | '-' | --- Also den Rückkopplungs-Spannungsteiler kapazitiv an GND. Dann mittels Spannungsteiler den nichtinvertierenden Eingang auf knapp Ub/2 gelegt.

Hat funktionert...für einige Momente. Dann stieg beim bereits dritten MPC6H02 ein Rauchwölkchen auf. In der Endanwendung bekommt er siede Spannung von einer Qualle vergleichbar mit KFZ-Boardnetz. Also 12V Bleigel mit diversen Motoren und sonstigen Störungen. Diese Schaltung bekommt davon eine grob gefilterte Versorgung wo Spikes und sonstige Dreckefekte weitgehend eliminiert sind. Daher fiel meine erste Wahl auch auf den MCP6H02. Er hat zwar Vccmax 17V aber immerhin spricht das Datenblatt von "Automotive". Dennoch geben sie bei sauberen 13V regelmäßig Rauchzeichen.

Am 05.09.2019 um 20:11 schrieb MaWin:

Bislang schon etliche DC-gekoppelte Sachen gebaut, vorwiegend mit MCP6004 sowie zuletzt mit MCP6241T.

Also durchweg unsymmetrische Schaltungen mit 3-5V.

Jahre zurück, habe ich mal einen Mikrofon-Verstärker mit einem LM833 exakt nach Beispielschaltung aus dem Datenblatt nachgebaut.

Es soll möglichst einfach und simpel das Mikrofonsignal einer Elektretkapsel im Dynamikbereich <10mV regelbar auf 100-800mVrms verstärkt werden. Sprachanwendungen, also Nutzfrequenzbereich unter 3kHz.

Hmm, da werde ich wohl ne neue Platine planen müssen, und bei der Gelegenheit auch gleich mal einen anderen OPV in SO8 suchen müssen, der nicht gleich Rauchzeichen aussendet wenn er mal 13V bekommt.

Ja, diese und andere Aplication Notes sind mir zum Thema sind mir im laufe der Jahre schon über den Weg gelaufen. Immer hochtrabende HiFi-Schaltungen mit Filterwirkungen...EQ's, RIAA und so ein Zeugs. Wie man aber ein schwaches Signal direkt aus einer Mikrofonkapsel einfach und effizient verstärkt findet man in solchen Werken nicht.

Damals, vor gut 10 Jahren die oben erwähnte LM833-Story:

An einem Samstag Nachmittag kam meine Lebensgefährtin mit der Aufgabe zwei Grenzflächenmikrofon Beyerdynamic Opus 51 *irgendwie* an den 3,5mm Line-In eines MD-Recorders gestickt haben zu wollen.

XLR, Phantomspeisung 48V...Datenblatt des Opus 51 meinte "11-52V". In einem Datenblatt vom LM833 fand ich dann eine Schaltung, gespeißt symmetrisch mit 2 x 3 serielle LiPo-Akkus auf +- 11-12V versorgt. Alles auf Lochraster gebrutzelt und eilig "irgendeine Schachtel" gesucht wo das mitleidig aussehende, aber wenigstens funktionierende Gebilde versteckt werden konnte. Einen Tag später, am darauf folgenden Sonntag kam das Teil zum ersten und bis heute letzten mal zum Einsatz. Seit dem liegt es rum...man weis ja nie ob die bessere Hälfte nicht irgendwann wieder auf solche Ideen kommt.

Jürgen

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