Li-Ion Akku (Netbook) Spannung sinkt bei gleichem Strom
Mar 08, 2025 Last reply: vor 1 Jahr 5 Replies
K
Kay Martinen
Hallo
Wenn bei einem alten Netbook-Akku (Li-Ion 10,8V 4400mA 48Wh) beim Laden der per ACPI gemeldete Strom bei ca. 700mA bleibt, die Spannung aber von anfänglich 11 Volt im laufe von etwa 30-60 Minuten runter geht auf etwa
8-9 Volt... Welchen Schluß kann man daraus ziehen?
Akku defekt? Oder ist das (wg. irgend einer kruden Ladeelektronik) evtl. sogar normal (oder nicht un-normal)?
Ob ich den per ACPI ermittelten obigem Werten unter Linux auf der Textkonsole wirklich trauen kann ist eine andere Frage.
Augenscheinlicher Fakt ist aber das er anfangs noch mit der Ladeanzeige geblinkt hat und lief. Und jetzt will er nicht mal mehr anspringen.
[Edit] Eben aber doch wieder. Schien mir nicht überhitzt aber nach noch längerer Pause sprang er doch wieder an - erst mal ohne Akku.
Offenbar doch zu warm geworden. Durch den Akku oder...?
Bye/ /Kay
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M
Michael Landenberger
"Kay Martinen" schrieb am 08.03.2025 um 22:45:20:
Habe ich das richtig verstanden, dass das alles (also auch der Rückgang der Spannung) während des Ladens passiert? Wenn ja, ist etwas kapott.
Grundsätzlich werden Li-Ion Akkus zunächst bis ca. 80% ihrer Kapazität mit konstantem Strom geladen. Dabei steigt die Akku-Spannung kontinuierlich bis zur maximal zulässigen Akku-Spannung an. Ist dieser Wert errreicht, wird die Spannung nicht weiter erhöht, sondern konstant gehalten. Dann sinkt der Ladestrom langsam ab. Fällt der Strom dann unter einen voreingestellten Mindestwert, betrachtet die Ladeelektronik den Akku als "voll" und beendet den Ladevorgang.
Die 10,8 Volt sagen mir, dass der Akku deines Notebooks aus 3 in Reihe geschalteten Zellen mit je 3,6 Volt Nennspannung besteht. Die Maximalspannung solcher Zellen liegt bei ca. 4,2 Volt, bei einer Reihenschaltung aus 3 Zellen kommt man also auf maximal 12,6 Volt. Zwecks Schonung der Zellen hält man die Zellspannung meist etwas geringer, z. B. nur auf 4 Volt pro Zelle entsprechend
12 Volt Akku-Spannung. Die Minimalspannung von 3,6-Volt-Zellen liegt bei ca. 2,7 Volt entsprechend
8,1 Volt Akku-Spannung. Bei Erreichen dieses Werts sollte dein Notebook abschalten, um den Akku vor Tiefentladung zu schützen.
Daraus folgt speziell für dein Notebook: beim Laden des Akkus steigt die Spannung langsam von der aktuellen Akkuspannung auf 12 Volt an. Der Strom liegt dabei bei konstanten 700 mA. Sind die 12 Volt erreicht, steigt die Spannung nicht weiter an und der Strom geht langsam zurück. Ist er bis auf einen Wert nahe 0 abgesunken, beendet die Ladeelektronik den Ladevorgang. Der Akku ist jetzt voll geladen und hat 12 Volt.
Lässt man das Notebook nach beendeter Ladung im Akku-Betrieb laufen, sinkt die Akku-Spannung wieder ab. Sobald sie in die Nähe von 8,1 Volt kommt, müsste das Notebook abschalten (ggf. kommt vorher eine Warnmeldung).
*Während* des Ladens sollte es dagegen zu keiner Zeit einen Spannungs-Rückgang geben, vielmehr sollte die Spannung bis auf 12 Volt ansteigen und dann konstant bleiben. Gibt es doch einen Spannungs-Rückgang, ist der Akku und/oder die Ladeelektronik höchstwahrscheinlich defekt. Zwecks Vermeidung einer Abfackelung deiner Bude würde ich ihn dann nicht mehr benutzen und fachgerecht entsorgen.
Ebenso ein Indiz für einen Akku-Defekt ist es, wenn mit dem Notebook im Akkubetrieb (also ohne angeschlossenes Ladegerät) die Spannung eines voll geladenen Akkus in nur 30 Minuten auf 8 Volt zurückgeht, denn das ist viel zu kurz. Auch dann ist der Akku ein Fall für den Recyclinghof.
Gruß
Michael
J
Jan Schmidt
Michael Landenberger schrieb am 10.03.25 um 10:29:
die Spannung an den Klemmen ergibt sich aus der Leerlaufspannung (ideale Spannungsquelle) und dem Spannungsabfall über dem Innenwiderstand.
Wenn der während des Ladens sinkt (z.B. weil der Akku wärmer wird), kann auch die Spannung sinken. (Wenn sich der Widerstand aber so merklich verändert, hat der Akku vermutlich schon sein Lebensende erreicht.)
Ein Fehler im Ladegerät liegt nur vor, wenn es nicht bei Erreichen von z.B. 12V abschaltet, weil es "nur" Stromregelung mit Überspannungsüberwachung / Strombegrenzung an der Spannungsgrenze betreibt.
Jan
K
Kay Martinen
Am 10.03.25 um 10:29 schrieb Michael Landenberger:
Das war das (via 'sensors' von ACPI gemeldete) in einer Konsole beobachtete bei dem Gerät als er mit Akku und angeschlossenem Netzteil hoch gefahren war und die o.g. Zeit lief, ja!
Daraus folgt wohl auch das er bei sinkender Spannung den Punkt nicht mehr erreichen wird. = Akku defekt.
Das ist möglicherweise über die Monate die er nun schon lief irgendwann mal passiert oder wurde nur in irgend einem log notiert. Denn der läuft im Grunde "headless". Bildschirm aufgeklappt aber aus (backlight off, powersave, blank) denn den Deckelschalter zw. Dauerbetrieb zu umgehen fand ich zu umständlich. Vielleicht auch besser. Lüftungs-schlitze hat er eigentlich nur unten und seitlich aber die Tastatur wurde auch schon mal handwarm... LCD's mögen es doch auch nicht "Zu" warm oder?
Dachte ich mir. Es kam mir gleich Schräg vor das die Spannung sinkt statt zu steigen. Akku ist nun entfernt, liegt aber noch unter dem Gerät als Keil - damit die Lüftungsöffnungen unten konvektion bekommen können.
Einen Neuen akku für Geräte dieser Art scheint es für um die 30-50€ zu geben. Ob ich das versuche weiß ich noch nicht.
Erst mal Danke für die Einschätzung.
Bye/ /Kay
W
Wolfgang Allinger
Egal, aber ich freu mich, dass Du weder abgefackelt noch ertrunken bist oder sonstwas übles hast.
:)
Saludos (an alle Vernünftigen, Rest sh. sig) Wolfgang
J
Joerg
[...]
Wobei es darauf ankommt, wo der Ersatzakku herkommt. Vom Hersteller, ok. Von einem Laden in China? Dann haelt er oft nicht lange, wird bauchig oder die Kapazitaet sackt rasch ab (oder ist schon ab Hersteller zu gering).
[...]
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