18650 Akku, immer Li-Ion?

Dec 03, 2025 Last reply: 7 months ago 14 Replies

Hallo Welt,



ich bin gerade verwirrt. An der Kopflampe sind die Akkus hinüber, und ich brauche Ersatz. Mein bisheriger und durchaus oberflächlicher Kenntnisstand war, das 18650 (was ja *eigentlich* nur die mechanischen Abmessungen beschreibt) stets Li-Ion sind und immer 3,7V haben.



Ich gurgele also los und finde

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unten in der Produktbeschreibung: "Akkuaufbau NiMH"



Ähm, wie meinen? NiMH in 3,7 V?!?

Ok, der Händler war zu oberflächlich für eine korrekte Produktbeschreibung, gucken wir mal weiter:



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NiMH



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nochmal NiMH.



Kurzzusammenfassung: Auf ALLEN 3,7 V 18650, die ich bei Amazon fand, steht NiMH.



Völlig irre Vermutung: Die Chinesen packen 3 NiMH Zellen zu je 1,2 V in Reihe in ein Gehäuse und nennen es 18650, denn die mechanischen Abmessungen stimmen ja?!?



Ich versuche mein Glück beim Ali:



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sieht eher nach dem aus was ich erwartete.



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das.



Und ich gehe davon aus dass die angegebenen Kapazitäten (9800 bzw.



9900 mAh die übliche "Chinaleistung" darstellen und ich irgendwas um die 3- bis allerhöchstens 4000 mAh erwarten darf?

Tschau, Jörg


Joerg Fischer schrieb:

Das ist offenkundig flasch. Bei NiMh wären es 3,6 Volt (intern 3 Zellen), dann bekommst Du aber nicht 3Ah in die Baugröße. Das sind Li-Ionen-Zellen.

Am 03.12.25 um 17:40 schrieb Joerg Fischer:

Wie du schon schreibst, "18650" ist lediglich eine Angabe der mechanischen Dimensionen.

*Meist* ist diese Bauform Li-Ion aber halt nicht zwingend.
3*1.2V = 3.6V - passt.

Dann noch die mAh der Einzelzellen addiert (was bei einer Reihenschaltung *nicht* korrekt ist) und schon sieht auch dieser Wert plausibel aus.

Steckt der Verbraucher die Zellen dann in einen Li-Ion-Lader mit Konstantspannung anstelle eines für NiMH passenden Abschaltalgorithmus, werden sie zudem recht schnell defekt sein.

Win-Win-Win. Machen wir!

Da wird ein findiger Chinese einen Weg gefunden haben, noch mal ein paar Cent zu sparen und jetzt die Consumer-Plattformen mit seinem Müll fluten.

Amazon ist für solche Sachen aber ohnehin unzweckmäßig, die technischen Spezifikationen in den Artikelbeschreibungen sind einfach zu lückenhaft.

"4 Lithium Ion batteries required. (included)"

Da riecht arg danach, als ob da jemand eine "clevere" Methode gefunden hat, die Versandrestriktionen für Li-Zellen zu vermeiden: "Es ist gar keine Li-basierte Chemie, guck mal, steht doch NiMH drauf, die 3.7V sind reiner Zufall!". Leider ist Amazon zunehmend eine Schleuder für China-Müll[3] und "Caveat emptor!" ist immer mehr das Motto da.

9800 mAh im 18650 Formfaktor? Klar ...

Die sind besser: 3500 mAh sind eine realistische Kapazität für den Formfaktor. Und LiitoKala ist auch eine der besseren China-Marken in dem Bereich. Zudem: Schau Dir mal die Produktbeschreibung an, die weisen klar darauf hin, das es halt Streuungen von 3300..3500 mAh gibt und es wohl geschützte Zellen sind.

Vermutlich noch weniger. Realistisch für gute 18650 Zellen sind derzeit so 3000..4000 mAh. Die Panasonic[0] NCR18650B sind mit 3400 mAh am Start und kosten liegen preislich so um die EUR 7..10. Bei den Nitecore 18650 sind die Kapazitäten derzeit 2600..4000 mAh, mit Preisen von EUR 15 (2600 mAh) bis EUR 28 (4000 mAh) direkt bei Nitecore im Shop. Dabei ist die Panasonic eine normale, die Nitecore NL1840HP (4000 mAh) eine geschützte Hochstrom-Zelle[1].

Aus eigener Erfahrung: Die Kapazitätsangabe der NL1840HP klingt plausibel, nach mehrstündigem Einsatz in der Stirnlampe[2] mit voller Helligkeit ist die immer noch bei > 50% Ladung. Und beim wesentlich anspruchsvollem Einsatz in der ThruNite TN36 Limited ist die Leistungbegrenzung die Abwärme der LEDs nach 20min Laufzeit, aber auch da reicht es locker für 2-3h Laufzeit.

Man liest sich, Alex. [0] Einer der Hersteller, der wirklich Qualität abliefert und wo man davon ausgehen kann, das die Zelle nicht mal eben in Flammen aufgeht, sofern man es nicht gezielt darauf anlegt. [1] Ausgeschrieben für 10A Last (halt sehr helle Lampen) und mit eingebauter Schutzelektronik für u.a. Über- und Unterspannung - die Schutz- elektronik macht aber die Zellen teilweise 1-2mm länger. [2] Nitecore HC60 UHE [3] China kann auch Qualität, gar kein Problem, aber die ist dann halt nicht superbillig. Schockierend, ich weiss.

Hergen Lehmann schrieb:

Nein, es sind Li-Zellen, schaut mal auf das Bild von

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Dazu passt eine Rezension mit einem Stern aus einem anderen Angebnot, dass die Kapazität mit etwas über 2800 und 2900mAh bemängelt. Das wäre für die mir bekannten Nickelakkus völlig utopisch bei der Baugröße

Was ich mir vorstellen könnte: Der Chinese will an den Versandkosten sparen, indem er das Gefahrgut Li-Ion-Battery nicht als solches kennzeichnen will. Zweit- und drittklassige Li-Zellen sind in Asien Schüttgut, das macht für den Chinesen keinen Sinn, so etwas mit Nickel-Chemie zu faken.

Am 04.12.25 um 14:24 schrieb Andreas Bockelmann:

Ja, das klingt plausibel. Nach neuerlicher Überlegung schließe ich mich dieser Spekulation an.

Es könnte sich um Lagerrestbestände handeln, die zwecks besserer Verkaufschancen in ein gebräuchliches Format "konvertiert" wurden.

Irgendwo hatte ich mal Bilder gesehen, wo in einer 18650-Hülse eine deutlich kleinere Zelle steckte und das Restvolumen mit Sand aufgefüllt war...

Hergen Lehmann schrieb:

Ja, so etwas hat es immer schon gegeben. Selbst deutsche Händler vertrieben D-Cell NiMH mit C-Cell oder AA-Cell inside, gaben aber auch die geringen Kapazitäten an. Ausrede damals war, dass man Kunden mit geringer Kaufkraft ein Angebot machen wollte.

Aber eine Reihenschaltung aus drei Zellen einer völlig anderen Chemie passend als 18650 zu verpacken halte ich slebst in China nicht für lohnend. Da sollte man die Nickelzellen lieber als Pufferzellen in der Industrielektronik einstzen.

Am 04.12.25 um 15:52 schrieb Andreas Bockelmann:

Dafür waren sie vielleicht auch ursprünglich gedacht. Aber was macht man, wenn man Millionen von den Dingern in einer exotischen Baugröße am Lager hat und nicht für die Entsorgung bezahlen will? Man sucht nach der nächstgrößeren, gebräuchlichen Hülse.

Darin, Lagerrestbestände zu irgend welchem minderwertigen Nippes zu verarbeiten, sind die Chinesen gut, also möchte ich diese Option auch nicht komplett ausschließen.

Alle Akkus, die ich auf...

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... fand, sind Lithium-Ionen.

Wer eine 18650 mit 10Ah bewirbt, hat es nicht verdient, dass Du ihm Dein sauer verdientes Geld in den Rachen stopfst. Der betrügt Dich auch bei allen andere zugesicherten Eigenschaften und ebenfalls, wenn Du die Brandbombe nach einem lustigen Tischfeuerwerk reklamieren möchtest.

Wie deutlich muss man eigentlich noch sagen, dass wir Konsumenten mit unserer Geiz-ist-Geil-Mentalität einen erheblichen Anteil an der Enshittification von Produkten, zwielichtigen Geschäftspraktiken, der zunehmenden Vermüllung unseres Planeten und sinnloser Ressourcenverschwendung haben?

Volker

Ich habe einen Lader von denen. Der ist zwar nicht so vorsichtig wie der MEC AV4m mit Mössinger-Firmware, funktioniert aber bei NiMH- und Li-Ion-Markenzellen zuverlässig, d. h. ohne sie totzurösten.

Genau. Und von frechen Lügnern kauft man nix.

Volker

Hergen Lehmann schrieb:

DAnn würde ich als Chinese lieber noch eine helle LED und eine USB-Buchse dranpappen, ein qietschbuntes Plastegehäuse, fertig ist die neue Akkutaschenlampe.

Jetzt spinnen wir das mal weiter: Die Lampen schippern wir im 40'-Container nach Deutschland zum Amazon-Fulfilment, drücken einem Influencer-Teenie eine fünfstelligen Eurobetrag in die Hand und in einer Woche ist der Container leer.

Nö, Amazonartikelbeschreibung ist für die Tonne. Der Vorteil vom Versandhandel gegen den Laden vor Ort ist, es wird häufig ein Datenblatt zum Download angeboten.

Wo hast Du sowas gesehen? Bei 18650 erwarte ich 2 bis 2.5 Ah. Der Ali bietet gern zwischen 3.5 und 4 Ah an. Ein kleiner Teil davon könnte dem technischen Fortschritt geschuldet sein, aber schon die Werte glaube ich nicht. Mit 3 Ah bist Du sehr gut bedient und Lebensdauer scheint mir wichtiger als PMPO.

Ich habe vor drei Monaten zehn nicht mehr lieferbare (deshalb kein Link) mit nominellen 2500 mAh zum Stückpresi 1.43 € gekauft. Gemessen haben sie um die 1900 mAh, teils weniger. Das entspricht der Erwartung und ist genug.

Zum Teil kann das am Prüfgerät liegen, das Akkus mit vernünftiger Schlußspannung nicht ganz vollknallt. Ein vor der Prüfung im Telephon vollgeladener Akku hatte im ersten von drei Zyklen fast 20 % mehr Kapazität als in den beiden anderen.

Im Prinzip hast Du recht. Aber in der Praxis kaufe ich trotzdem. Ich habe hier etliche USB-Lader mit 5 V, 4 A und etlichen Ausgangsbuchsen parallel, die ohne Last eiskalt bleiben und demnach dauerhaft in der Dose keinen (nennenswerten) Ruhestromverbrauch aufweisen, zu einem für das Gebotene sehr günstigen Preis. Damit bin ich völlig zufrieden. Bisher haben sie die 4 A auch als Dauerlast vertragen, werden dabei aber so heiß, daß ich es lieber vermeide. Als Kurzzeitspitze trotzdem nice to have.

Beworben wurden sie mit Bildern vom Gehäuseaufdruck, 65 W und PD mit umschaltbarer Ausgagsspannung bis 20 V. In der Beschreibung stehen sie, iirc erst nach meiner Rezension, mit korrekten Angaben.

Man muß halt sehr kritisch lesen und, wo es auf Daten wirklich ankommt, woanders kaufen.

Anderes Beispiel ist der gefakete Raspberry pico. Er hat nicht den Weitbereichs- Up-and-Down-Spannungswandler für den vollen Akkuspannungsbereich, aber meist betreibt man ihn ohnehin an 5 oder 3.3 V. Dann ist der gedrittelte Preis genial. Klar, es hätte sich gehört, bei der Beschreibung nicht zu lügen und nicht "Original" zu tönen, aber so ist der Chinese nun mal.

Waschmittel- und Kosmetikwerbung gibt es auch hier seit siebzig Jahren und keiner regt sich mehr auf.

Am 04.12.25 um 20:14 schrieb Andreas Bockelmann:

Ist halt deutlich mehr Aufwand. Du musst eine Spritzgussform für das bunte Plastikgehäuse anfertigen lassen, du musst zusätzliche Bauteile (LEDs, Ladechips, USB-Buchsen) einkaufen, du musst das zusammenbauen lassen. Du hast erst mal Kosten, von denen du nicht weißt, ob sie wieder reinkommen.

Einen Berg leere 18650-Hülsen beschaffen (wahrscheinlich <1Cent/Stück) und einen ungelernten Tagelöhner für umgerechnet 50Cent Stundenlohn an die Punktschweißmaschine setzen, ist billiger.

Ja, so läuft es wohl oft.

Wird aber tatsächlich gemacht. Ich hab hier sowas für 4€ das Stück. Ist jetzt ausverkauft. USB-Ladeelektronik und Li-Zelle sind übrig. Ich wollte wissen, ob man daraus ein Stroboskop zum Einstellen der Zündung machen kann. Immerhin kriegt man LED, Reflektor und Gehäuse. Die Versorgung mach ich aus dem Bordnetz.

MfG hjs

Du musst eine Spritzgussform für das

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