Komparatoren mit Enable-Eingang / Pullup

Jul 23, 2012 10 Replies

Hallo,



noch eine Frage bewegt mich. Ich habe einen Komparator, konkret einen TLV3501.



Dieser Komparator hat einen Shutdown-Eingang, der den Ausgang auf hohe Impedanz schaltet. Sehr schön. Nun würde ich denken, wenn der Ausgang eine hohe Imepdanz hat, kann ? ja sogar muss ? ich den Ausgang mit einem Widerstand auf ein definiertes Potential legen.



Ich würde den Ausgang gern mit einem pull up Widerstand auf Vcc (hier



5V) ziehen.

Nun die Frage: Wie ermittle ich die korrekte Größe für diesen Widerstand? Ich habe versucht das zu simulieren (TINA-TI) und erhalte nur für ziemlich große Widerstände (ab 300k) definierte Ergebnisse.


300k kommt mir jetzt aber doch schon relativ groß vor?

Vielen Dank für sachdienliche Hinweise



Timm


Hallo,

hat sich erledigt. In der Simulation war ein Fehler an anderer Stelle. Ärgerlich.

Sorry, danke

Timm

Timm Reinisch schrieb:

Hallo,

Du musst berücksichtigen wieviel Strom der Ausgang maximal ziehen kann laut Datenblatt, kleiner darf der Widerstand nicht werden. Wenn der Widerstand zu groß ist dauert es zu lange bis der inaktive Ausgang von Low auf High gezogen wird, denn alle internen und externen Kapazitäten an diesem Ausgang müssen ja umgeladen werden.

Bye

Hallo,

Am 23.07.12 16:41, schrieb Uwe Hercksen:

Hmm, jetzt wird aus diesem Pannen-Thread doch noch etwas interessantes.

Ok, also laut Datenblatt kann der Komparator maximal 74 mA (Absolute Maximum Rating). Das würde bei 5V also einen Mindestwert für den pull-up Widerstand von ~ 68 Ohm ergeben.

Je größer ich ihn mache, um so langsamer wird die Schaltung, also würde ich nicht, wie digital üblich 10k oder so etwas nehmen, sondern tatsächlich vielleicht einige hundert Ohm? Habe ich das richtig verstanden?

Vielen Dank

Timm

Timm Reinisch schrieb:

Hallo,

ja 10 Kiloohm können etwas viel sein, aber es kommt darauf an wie schnell Du sein musst. Man rechnet tau = R * C, aber das komplette Umladen der Kapazität dauert einige tau, je nach Genauigkeitswünschen. Mit einigen pF Verdahtungskapazität muss man rechnen, aber hinzu kommt die Kapazität des Ausgangs und der angeschlossenen Eingänge. Wenn man etliche Mikrosekunden Zeit hat ist es kein Problem, bei unter

100 ns schon eher.

Bye

Immer angenommen, der Komparator-Ausgang *war* vorher L und daß er im "Komparator disabled" Zustand auf H gehen soll.

Nicht unbedingt. Ist es denn wichtig, daß der Komparator-Ausgang nach dem Disablen des Komparators *schnell* in den Ruhezustand kommt? Muß der Komparator-Ausgang überhaupt auf einen definierten Pegel gebracht werden? Was hängt denn da dran?

Normalerweise interessiert es nur, wie schnell der Komparator aufwacht, aber nicht wie schnell er schlafen geht. Wenn hinter dem Komparator ein CMOS-Eingang kommt, dann reicht ein simpler Logik-Pullup (in µC gern schon eingebaut) um zu verhindern daß der Eingang einen Pegel im verbotenen Bereich um Ub/2 sieht.

XL

Man dimensioniert den auf einen Wert der sich aus 10 % des möglichen Ausgangsstromes ergibt. Also minimal 680 Ohm, also nimmt man einen

1k-Widerstand.

mfG Leo

Hallo,

Am 23.07.12 18:48, schrieb Axel Schwenke:

Für meinen konkreten Fall ist selbst langsam noch schnell genug. Allerdings würde mich aus akademischem Interesse schon interessieren, wie die Rahmenbedingungen wären, wenn es schnell gehen sollte.

Da hängt ein Mosfet Treiber dran, definierten Pegel fände ich deswegen schon nett, wobei der Treiber nicht sehr hungrig ist. Eingangskapazität (effective input capacitance) ist 10 pF und Eingangsstrom ist 10 µA bei H und 1 µA bei L.

Geht nicht direkt an einen µC, aber wenn ich dich recht verstehe, hört sich das doch nach 10k an?

Beste Grüße Timm

Aha. OK.

Gut. Dann wäre die nächste Frage, was denn der definierte Ruhepegel ist. Bei "MOSFET Treiber" vermutlich eher L. Die zweitnächste Frage wäre, ob der MOSFET-Treiber mit 5V Logikpegel überhaupt klar kommt, oder nicht eher CMOS-Pegel (10% bzw. 90% U_b) sehen will.

Der TLV kommt mit Pullup und Pulldown gleichermaßen zurecht, weil er eine symmetrische CMOS-Ausgangsstufe hat.

Genau. Wobei sich die Frage stellt, warum man den Komparator überhaupt disablen will. Wenn es um die Logikfunktion geht, bietet ein MOSFET- Treiber ja üblicherweise einen ENABLE Eingang. Den Komparator abzu- schalten und den Pegel per Pull(up/down) festzulegen ist ein bisschen "von hinten durch die Brust ins Auge"

XL

Am 23.07.12 21:39, schrieb Axel Schwenke:

ist ein invertierender Treiber.

ist ausdrücklich (nach Datenblatt) TTL kompatibel. Uh > 2 V Ul < 0.8V

Wobei Schüsse von hinten durch die Brust ins Auge definitiv eine absolut tödliche Angelegenheit sind.

Im Ernst: Der Treiber hat kein Enable und den Komparator zu disablen und den Output hochzuziehen finde ich eigentlich ganz proper, zumal ich den Ausgang eh niemals floaten lassen wollen würde.

Naja, vielen lieben Dank an alle für die vielen hilfreichen Hinweise, ich habe wieder eine Menge gelernt, und darum geht es mir vorrangig bei meinen Basteleien.

so long

Timm

"Timm Reinisch" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@mid.individual.net...

Achtung: braucht 100ns zum Aufwachen!

Gruss Chregu

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