[F] 2 SMA-Flansche zusammenlöten

Oct 11, 2023 Last reply: 2 years ago 90 Replies

Hi Frank,

Was tut das zur Sache?

Marte

Das weiß ich. Ich habe auf Amalgam (Zahnarzt) geantwortet, wo Metallpulver verwendet wird. Das goldhaltige Gestein enthält sehr kleine Goldpartikel. Größere Partikel wie Nuggets gibt es seit Jahrzehnten nicht mehr. Oben stehen drei eigenständige Fragen.

Am 21.10.2023 um 00:40 schrieb Marte Schwarz:

Ich will mich ja auch nirgendwo vorstellen.

Mein Audi ist verzinkt, viele meiner Schrauben auch, ebenso die lockeren Schrauben. Kann es sein, daß die 2CV-Rahmen an den betreffenden Stellen stark angerostet waren?

Ich habe in meinem Berufsleben längere Zeit auch mit Lötbädern gearbeitet. Da gab es auch Kupferteile, die dauerhaft in das Zinnbad eingetaucht waren. An diesen Teilen war auch nach einem halben Jahr kein Anlösen erkennbar. Mit unbeschichteten Lötspitzen aus Kupfer hatte ich ebenfalls gearbeitet. Die haben zwar viel mehr Pflege benötigt, aber ein Anfressen habe ich nicht beobachtet.

Vergoldete Oberflächen habe ich ebenfalls (mehrfach) verlötet, ohne Auflösungserscheinungen beobachten zu können. Diese Aussage soll nicht behaupten, daß es solche Erscheinungen nicht gibt.

In der PDF wurde geschrieben, daß Gold mit bis zu 10 um/s weglegiert wurde. Das bedeutet jedoch nicht, daß diese Geschwindigkeit bei massiven Brocken passierte. Sondern, wenn eine Schicht von 1 um in einer Zehntelsekunde weg ist, hat man diese Geschwindigkeit.

Ein Goldklotz mit 2 cm Durchmesser wäre ja innerhalb von ca. 15 Minuten aufgelöst! Ich habe angesichts meiner konkreten widersprechenden Erfahrungen im Berufsleben halt Schwierigkeiten, mir die geschilderten schnellen Auflösungs-Vorgänge vorzustellen.

Ich meine, es können diese betrachteten Vorgänge nicht einfach auf jede beliebige Formgebung der beteiligten Metalle extrapoliert werden.

Warum hat der Wissenschaftler, der Nobelpreis-Medaillen in Königswasser auflöste, diese nicht einfach in Zinn aufgelöst?

Das ist ein Mythos. Mein Satz oben "Ich kann mir das nicht vorstellen." deutet nicht auf ein behauptetes Besserwissen hin - eher auf das Gegenteil.

Unter anderem.

Sag das mal nicht den professionellen Goldschürfern. Es gibt nach wie vor Abbaugebiete, wo goldhaltige Sedimente abgebaut werden und eine einfache Schwerkraftseparation praktisch alles Gold einsammelt. U.a. in Ländern, wo das offene Raumsauen mit Quecksilber schnell ganz mächtig Ärger gibt (und das ist gut so).

In welcher Art (u.a. Partikelgrösse) das Gold vorliegt hängt sehr stark davon ab, _wo_ es abgebaut wird und wie die relevante Geologie aussieht.

Man liest sich, Alex.

Hallo Helmut,

Nein, die haben aber Stellen mi sehr dünnen Blechen. Da fällt das auf, ausserdem ist im industiellen Prozess hergestellte Feuerverzinkung an Einzelteilen eine ganz andere Nummer und viel schneller und kontrollierter abgelaufen, als unbekannte Einzelteile, die komplett montiert eingetaucht werden. Die fertigen Rahmen frisch abgelaugt, sehen perfekt aus. Ein wenig zu lang im Zinkbad und es gibt Löcher. Ich habs selbst gesehen und dann beschlossen, das mit meinem Erpel nicht machen zu lassen.

Ich glaub Dir einfach nichts mehr. Ich habe das Gegenteilige gesehen.

Erzähl das den Kindern in der Märchenstunde.

Ja, Du lebst irgendwo auf einem anderern Planeten. Andere brauche für solche Fälle regelmäßig die Feile, um die abgefressene Spitze wieder in Form zu bringen und wieder andere kaufen sich aufwändig vereisente Spitzen. Für Fälle, wo man den Kontakt zwischen flüssigem Zinn und Kupfer länger haben muss, gibt es extra Lot mit ettlichen Prozenten Kupgferanteil, der die Löslichkeit dann einschränkt.... Alles Trottel, braucht Helmut alles nicht, weil er es besser weiß.

Woher sollte das Zinn denn wissen, wie dick das Gold unter der Oberfläche ist?

So ist es, wenn genug Zinn da ist

Was Du Dir nicht alles nicht vorstellen kannst...

Weil das langweilig wäre, weil jedem außer Dir bekannt ;-) Dafür bekommst Du keinen Blumentopf.

Marte

Am 22.10.2023 um 21:50 schrieb Marte Schwarz:

Erstmal hatte ich folgendes geschrieben: |Mit unbeschichteten Lötspitzen aus Kupfer hatte ich ebenfalls gearbeitet. |Die haben zwar viel mehr Pflege benötigt, aber ein Anfressen habe ich nicht beobachtet.

Ich schrieb "viel mehr Pflege". Ich hätte wohl viel mehr mit diesen unbeschichteten Kupferspitzen löten müssen, um ein Anfressen bemerken zu können. Das waren außerdem zu Anfang der 1970er recht grobe Lötspitzen.

Ich hatte mir alsbald Premium-Spitzen (ERSADUR) gekauft.

Das Lötbad mußte ich während meiner Lehre verwenden. Da hatte ich die Legierungsformel des Lötzinns gewiß nicht in Erfahrung gebracht. Zu Beginn der Lehre war ich 14 Jahre alt - ein Kind mit Hauptschulabschluß.

Dieses Argument zieht aber nicht besonders.

Leider kann ich das nicht konkret testen. Testen ist wichtig. Erst dann weiß man, was real los ist.

Am 22.10.2023 um 22:50 schrieb Helmut Schellong:

...

Wer über längere Zeit mit solchen Spitzen gearbeitet hat, sollte mitbekommen haben, dass sich die Kupferspitzen mit der Zeit auflösen.

Und wenn man damit arbeitet stellt man irgendwann fest, dass die Löcher bekommen wenn die Beschichtung einmal durch ist.

"Marte Schwarz" schrieb:

Ich benutze grundsätzlich 16 mm² Kupferkabel als Lötkolbenspitze, aber eine Feile brauche ich da nicht. Ich nehme einen kleinen Hammer und schmiede mir die Spitze zurecht. Hat den Vorteil daß sich das Kupfer durch die Hammerschläge verdichtet und sich dann nicht mehr so schnell auflösen kann.

Frank

Am 23.10.2023 um 06:55 schrieb Stefan:

Ich kann Dir sagen, warum ich damals kein Anfressen bemerkt habe: Vielleicht 50 Legierungsformeln habe ich bisher gelesen. Der Kupferanteil liegt zwischen 0,7% und 3%. Speziell für Tauchlötungen las ich oft Sn97Cu3. Das von mir benutzte Lötbad kann ja mit Stangenlötzinn mit mehreren Prozent Kupfer darin versorgt worden sein. Unmerklich gelöstes Kupfer kann den Kupferanteil noch erhöhen.

Marte schrieb doch oben von eingeschränkter Löslichkeit.

3% Kupferanteil könnten die Löslichkeit z.B. auf ein Fünftel senken, dann könnten 5% Anteil die Löslichkeit auf ein Zehntel senken, usw.

Das sind doch die Sättigungseffekte, von denen ich im Thread bereits schrieb. Diese können die Löslichkeit auf ein vernachlässigbares Maß senken.

Marte schrieb doch zuvor im Thread, daß er nicht sicher ist, ob 100 cm^3 Gold in 1000 cm^3 Zinn gelöst werden kann. Daß also bereits vor Erreichen von 10% Goldanteil volle Sättigung erreicht sein kann.

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Wie zu sehen ist, haben meine ERSADUR, geschätzt bis zu 37 Jahre alt, keinerlei Löcher. Außerhalb der benetzten Spitze sind manche stark korrodiert - ja, das Alter halt.

Helmut Schellong, 2023-10-22 12:12:

[...]

Aus

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, Zitat:

"Lötspitzen bestehen aus Kupfer. Dieses legiert sich aber mit Zinn ab, d. h. die Lötspitze geht im Zinn in Lösung, sie wird narbig und muss abgefeilt werden. Bleifreies Lot löst Kupferspitzen schneller auf als bleihaltiges Lot.

Eine sogenannte Dauerlötspitze besteht aus einem Kupferkern zur Wärmeleitung und ist galvanisch mit einer Eisenschicht überzogen. Eisen wird verwendet, weil es mit Zinn benetzbar ist, aber sehr langsam im flüssigen Zinn ablegiert. Dadurch ist die Standzeit der Spitze größer."

(Zitat Ende)

Am 23.10.2023 um 16:58 schrieb Arno Welzel:

Siehe mein Posting von 13:02 Uhr. Bleifreies Lot Sn97Cu3 wirkt nicht oder kaum lösend auf Kupfer.

Siehe mein Posting von 13:02 Uhr, unten.

"Kupfer zählt zu den Metallen die von flüssigem Lot sehr schnell gelöst werden. In Wellen- und Selektivlötanlagen führt diese Ablegierung des Kupfers von den Leiterplatten zu einem Anstieg der Kupferkonzentration in den Lottiegeln. Vor allem bleifreie Zinn-Basis-Lote können in kurzer Zeit sehr viel Kupfer von Leiterbahnen ablegieren. Die Ablegierungsrate ist dabei von der Legierung, der Temperatur und der Dynamik der Lötwelle abhängig."

Immerhin von Kurtz Ersa...

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Thomas Prufer

Nach Erscheinen der RoHS-Richtlinie habe ich auch mal bleifreien Lötdraht gekauft. Der hat die folgenden Legierungen: Sn95,5Ag3,8Cu0,7 Sn96,5Ag3,0Cu0,5

Sn96Cu4Ni Sn95Cu5 Sn97Cu3 Die vorstehenden Legierungen sind für Tauchlötungen.

Alle Legierungen enthalten Kupfer. Und zwar, um Ablegierung von Kupfer zu verringern oder zu verhindern.

Wikipedia ist für Chuck Schellong keine ernstzunehmende Quelle. Der kann sich auf subatomare Größe verkleinern und direkt mit den Kupferatomen reden.

Volker

Ich halte diese Dinge wie Boris Pistorius.

_Diese_ vorstehende Aussage in Wikipedia ist sehr ungenau. So sehr, daß sie die Realität verzerrt schildert.

|Bleifreies Lot löst Kupferspitzen schneller auf als bleihaltiges Lot. [1]

Jede bleifreie /normale/ Legierungsformel, die ich je sah, enthält Kupfer als Bestandteil. Mit wenig Kupfer will man das fehlende Blei mit seiner hier positiven Wirkung kompensieren. Mit viel Kupfer (3..5%) will man Ablegieren von Kupfer praktisch verhindern. Ich habe einige Formeln zuvor gepostet. Die Aussage [1] aus Wikipedia ist folglich streng gesehen nicht korrekt. Sie ist nur potentiell korrekt, wenn es also keine Gegenmaßnahmen gäbe.

Dieser Absatz in Wikipedia enthält keinerlei Beispiele und Zahlenwerte, so daß man durch ihn nur wenig klüger wird.

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wie tapfere Zinnsoldaten aufgereihten Lötspitzen mit ihrem Alter von bis zu 37 Jahren beweisen übrigens, daß nur eine Hauchverchromung vorliegt, die gegen ein Verrosten nur schützt, solange eine Lötspitze unbenutzt bleibt.

Helmut Schellong, 2023-10-23 18:46:

Ja, wenn man große Teile, wie Kupferbleche und Kupferrohre verlöten will, ist Stangenlötzinn in dieser Form sicher hilfreich. Für elektronische Schaltungen ist das aber eher unhandlich. Zudem braucht's dann noch zusätzlich Flußmittel.

Am 24.10.2023 um 13:04 schrieb Arno Welzel:

Die Legierung gibt es auch bei Lötdraht. Außerdem gibt es noch die wichtige Tauchlötung mit Lötbad. Darin werden auch Stangen geschmolzen.

Helmut Schellong schrieb:

Mischungslücken sind eh selten und bei Legierungen ähnlicher Metalle äusserst selten.

Sättigung von was in was? Es geht hier nicht um Lösung von Zucker oder Salz in Wasser, eher um "Lösung" von Alkohol in Wasser.

Tanaka bietet Lötlegierungen an von AuSn90, also 10% Gold in Zinn, 217 °C Schmelztemperatur, über AuSn21, Schmelztemperatur 278 °C bis AuSn18, Schmelzintervall 278-360 °C. Also bis 79% Gold im Zinn ist alles im normalen Bereich.

Alexander Schreiber schrieb:

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Goldschürfung durch Kleinbetriebe hat den fettesten Anteil an der technischen/industriellen Quecksilberfreisetzung.

Helmut Schellong schrieb:

Das Chlorid wirkt als Komplexbildner für das Gold.

Mit Rost wird eine Form der Eisenoxide bezeichnet. Gold besteht nicht aus Eisen und rostet daher nicht. Oberflächliche Oxidbildung ist typisch für praktisch alle Metalle an Luft.

Ist Cyanid vorhanden, wird die von Luft angegriffene Goldoberfläche entfernt, bis kein Gold mehr da ist. Ohne Salpetersäure usw.

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