Elektronische Halogentrafos und Minimallast

Mar 15, 2025 Last reply: 1 year ago 34 Replies

Hier in der Wohnung sind eine ganze Menge LED-Spots in der Decke verbaut. Die machen halt nicht nur nebenbei etwas Licht, sondern vor allem auch viel Wärme (alleine die 5 Stück im Eingangsbereich liefern bei 50W pro Leuchtmittel schonmal 250W Heizleistung. Also schon vor Jahren angefangen, die stückweise (immer wenn eine ausfiel) durch 50W äquivalente LED Leucht- mittel zu ersetzen. Die gibt es seit ein paar Jahren ja auch in "recht brauchbar" und mit CRI > 90.



Liefert gut Licht, heizt deutlich weniger, prima.



Jetzt stand hier die Umstellung von ein paar LED Spots auf LED Leucht- mittel an, wo die Forderung war "keine Flakscheinwerfer, sondern etwas gedämpftes Licht". Ok, statt 50W äquivalent halt 20W äquivalent LED Leuchtmittel (CRI 90, nett) besorgt und umgesteckt. Licht angeschaltet, die neuen bleiben dunkel. Was zum Geier? Also elektronischen Trafo aus der Decke gefischt, Datenblatt gesucht. Tja, die Mistdinger brauchen eine Minimallast: bis ca. 4W liefern die nur knapp 4V, danach gehts dann aufwärts bis bei ca. 5W endlich 12V anliegen. Die neuen "20W äquivalent" LED-Leuchtmittel wollen ... *badumtisch* 3.4W. Tolle Wurst.



Also entweder heimlich Halogen-Lampen "finden" (seit 2021 weitestgehend aus dem Angebot geworfen) oder die alten elektronischen Trafos in den Elektromüll werfen und neue ohne Mindestlast verbauen ...



Zugegeben, die Wohnung ist von 2006, da war Halogen der Standard und



5W Halogen als Deckenspot ist 'ne arg dustere Funzel. Aber warum zum Geier baut man die elektronischen Trafos so? Ich nehme an, das wird billiger und man kann Komponenten sparen wenn die unbedingt eine Teillast brauchen um die spezifizierte Spannung zu liefern?

Man liest sich, Alex.


Am 15.03.25 um 19:24 schrieb Alexander Schreiber:

250W LED ??? Ist das eine OP-Beleuchtung?

Oder meinst Du Halogenlampen.

Ja, aber primär, weil man mit LED mehr Marge macht. NV-Halogen hat einen moderaten Wirkungsgrad. Deutlich schlechter als LED, aber halt auch einiges besser als anderes Glühobst. Kurzum, man bekommt die noch.

Dann kann man auch gleich auf andere LEDs umrüsten, die gar kein externes Vorschaltgerät brauchen.

Ist preiswert.

Das Problem ist die Versorgung der Netzteils selber. Wenn die sehr weit runter regeln, ist der Impuls auf der Hilfswicklung so kurz, dass es nicht mehr zur Versorgung des Schaltreglers reicht.

Ich habe ein paar Halogen Deckenfluter mit alten Schrottteilen und LED COBs umgebaut. Wenn ich unter etwa 5% Maximallast runter drehe, gehen die aus, weil der Schaltregler selbst nicht mehr genug Saft bekommt.

Marcel

Am 15.03.2025 um 19:24 schrieb Alexander Schreiber:

Das Problem hatte ich vor zwei Jahren bei einer Leuchte mit 3 Strahlern auch. Der Elektronik-Trafo hatte eine Mindestlast von 40W. Meine 3 LED-Strahler brachten es auf 12W :(. Bei Betrieb flackerte das furchtbar.

Ich hatte den elektronischen Trafo durch einen etwa gleichgroßen

50Hz-Trafo mit passender Leistung ersetzt und jetzt läuft es :).

Bei einem Dimmer ist das auch so, der braucht auch eine Mindestlast.

Machen die nicht ihre Wärme da, wo man sie schlecht loswird? Aus dem Grund scheitn mir ein externer Netzteil für eng eingebaute Spots keine schlechte Wahl.

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Wirkungsgrad. Es gibt eine Reihe von Konzepten für elektronische AC-DC-Wandler, aber irgendwie muß irgendwo irgendwann ein wie auch immer gearteter Übertrager mit Wechselspannung beaufschlagt werden, die geringere Spannung auf der anderen Seite gleichgerichtet, damit ein Kondensator geladen und dessen Spannung irgendwie geregelt werden. Wenn also nach ein paar Oszillationen des Schwingkreises wegen entsprechender Dimensionierung der Bauteile der Kondensator eines 12V-SNTs schon auf 30V aufgeladen ist - was willst Du dann machen?

"Schlaue" SNTs probieren das gar nicht erst, weniger schlaue spielen Blinklicht und die ganz dummen frittieren beim ersten Aufstartversuch Deine LED-Retrofits.

Wenn Du - wie beschrieben - an die Netzteile problemlos rankommst, ist angesichts einer Preises unter 10€ für ein gutes Netzteil mit 12V und 18W die Diskussion müßig. Mir ist das bei meiner IKEA Tidig im Wohnzimmer (G4- Stiftsockellampen) auch so gegangen, in die Metallbox an der Decke paßt das Meanwell LPH 18-12 problemlos rein, das alte Netzteil war eh mit doppelseitigem Klebeband befestigt.

Die größte Herausforderung dabei, ca. 10 etwa gleichhelle, nicht-scheißige G4- LED-Retrofits zu finden. Die Dicuno

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halten nun schon 5 Jahre, das im Silikonpopel vergossene Zeugs ähnlich
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starb wie die Fliegen. Wenn es die Leuchte hergibt, würde ich unbedingt zu diesen Scheiben raten:
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mit 210lm sind die schon recht ordentlich. Nichia-Emitter.

Bei Netzteilen für 250W Halogenleuchtmittel spielt es schon eine Rolle, ob der Wirkungsgrad bei 70% oder 90% liegt. Kann den Unterschied zwischen sorgenfreiem Betrieb und Kernschmelze bedeuten.

Volker

Einen Regler haben die 12V-LEDs ja trotzdem an Bord. Insofern kann die Abwärme der LED nach wie vor die Elektronik grillen oder eben sich selbst. Heißt, das Kühlungsproblem bleibt. Ich weiß nicht, wie viel von dem vermeintlichen Vorteil da noch übrig bleibt. In jedem Fall müssen LEDs und Netzteil immer irgendwie zusammenpassen, was einen Tausch verkomplizieren kann.

Wenn man sich auf eine sinnvolle, standardisierte Zwischenspannung einigen würde, wäre es durchaus sinnvoll, den 230V-Teil vom Rest zu separieren. Aber da das alles Retrofit ist, ist die einzige Gemeinsamkeit, dass da irgendetwas anliegt, dessen Effektivwert an einer Ohmschen Last um die 12V DC entspricht. Das kann von 12V AC bei 50 Hz bis hin zu einigen kHz mit irgendeiner Kurvenform, ggf. Rechteck oder eben auch DC alles sein.

Marcel

Am 15.03.25 um 21:35 schrieb Roland Krause:

LED und Dimmer verträgt sich ohnehin extrem schlecht.

Das einzige, was sinnvoll funktioniert ist ein dimmbares LED-Netzteil was die COBs direkt ansteuert. Alles andere funktioniert entweder nicht oder flimmert mit 100 Hz.

Marcel

Bei Halogen-EVGs spart man sich die Gleichrichtung auf der Sekundärseite gerne. Signalform sind dann halt einige 10kHz, moduliert mit 100Hz Hüllkurve.

cu Michael

Oh Gott. Ja, das natürlich auch. Ganz schlimm. Kannst für LED-Umrüstung natürlich komplett vergessen bzw. ist reines Glücksspiel.

Volker

Gern wird das dann noch kombiniert mit großflächigen Rahmenantennen vom "Designer". Kommt besonders gut, wenn der Nachbar (ich) in den Jahren vor den Livestreams und nach dem Niedergang von BFBS auf UKW die BBC auf Langwelle zu hören versucht.

Bei der Lampe, die ich in der Küche habe, hat das jahrelang mit LED-Retrofits funktioniert. Irgendwann wurde das EVG instabil, da habe ich dann auf 12V-DC-Netzteil umgerüstet.

cu Michael

Am 16.03.25 um 08:32 schrieb Volker Bartheld:

Ich hätte jetzt eher gesagt billiger und leichter.

Wirkungsgrad gibt sich nicht viel. Der ist bei beiden gut. Das ist nicht zu vergleichen mit den Drosseln im KVG von Leuchtstoffröhren.

Ack :-)

An LED Retrofits haben die dann aber eher 40% Wirkungsgrad, weil gnadenlos überdimensioniert.

Marcel

Kauf' Dir neue Trafos. Nach ...

... 19a ist ein Austausch "ökologisch" vertretbar.

Money makes the world go round, world go round, world go round ...

Habt Ihr damals schon Schaltnetzteile verbaut? Ich hab' vor 15a hier das (Niedervolt-)Halogenzeugs rausgemacht, wenn ich mich recht erinnere sah der Trafo recht "klassisch" aus, also mit Riesenspulen. Wobei der eher von 2003 war als von 2006.

Naja: Schnell, weit oder billig - such Dir zwei aus. 12V-250W-SNTs für LEDs, die runter bis auf 1W können, wird es schon auch geben. Aber halt nicht nachgeschmissen. Und bis ins letzte Detail zu ergründen, warum das nämlich Halogennetzteil mit LED-Retros nicht tut, ist angesichts von <10€ für ein passendes Meanwell(!) doch mehr als müßig. Da überlege ich gar nicht erst groß.

Eben. Lese ich bei LED-Stripes auf Amazon immer. Da gibt der Hersteller dann z. B. 10W/m und 5m maximale Einspeiselänge an und die User beklagen sich, daß wegen Spannungsabfall *) über die 5m nur 36W gezogen werden und sie sich extra das nächstgrößere Netzteil mit 60W statt die 36W-Type gekauft haben.

Gibt vermutlich tausende solcher Installationen, wo das herstellerseitige Gehampel mit Synchrongleichrichter, ultraeffizientem Standby, usw. komplett ad absurdum geführt wird, weil wegen solcher Mißverständnisse das Leuchtmittel an einem total überdimensionierten SNT läuft.

Volker

*) Da sind die 24V-Systeme deutlich besser. Ich nehme nur noch die.

Am 16.03.25 um 12:08 schrieb Dietz Proepper:

Bei uns (BJ 2002) wurden vergossene Ringkerntrafos installiert. Die haben kein Problem mit LED, und mehr als 1W Verlustleistung fügen die den LEDs auch nicht zu.

Marcel

Am 16.03.2025 um 12:08 schrieb Dietz Proepper:

Ich hatte bereits vor ca. 25 Jahren einige 12V SNT für Einbaustrahler verbaut, 10...70W.

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Daran hatte ich je drei MR 16 Halogen 20W. Das SNT war primär gedimmt mit Phasenanschnitt *) (Installationsbus) und wie man oben im verlinktem Bild lesen kann, war das SNT dafür geeignet.

Bei der Umrüstung auf LED habe ich mit einem SNT angefangen, also ca.

19...20W bei drei MR16 LED. In der niedrigsten Stufe die der Dimmer *) konnte, wurden offenbar die Mindestlast des SNT (lt. Hersteller 10W) erreicht, es hatte über den gesamten Dimmbereich funktioniert. Allerdings funktionierten später nicht alle MR16 LED verschiedener Hersteller, manche flackerten im unteren Bereich, manche ohne Probleme - eher eine Art Glücksspiel. Ich habe es dann noch später auf Sekundärdimmer (12V) umgestellt, PWM 200Hz, spätere Ausgaben PWM bis 1kHz einstellbar, die LED Leuchtmittel _aller_ hier[tm] versuchten Hersteller funktionieren damit tadellos.

Eine 3er Reihe MR16 LED ist bis heute mit einem der alten EVN MiniJoker70 SNT sekundär gedimmt *) in Betrieb, Philips LED Leuchtmittel. D.h. einige Kombinationen SNT+LED+Dimmer funktionieren, aber nicht alle Leuchtmittel wie oben mit den PWM Sekundärdimmern.

*) natürlich mit zum Phasenanschnitt-Dimmer passenden LC Filtern

Mein Fazit: andere Trafos probieren oder 12V mit PWM dimmen.

Fiptehler, das sollte "Halogen-Spots" heissen.

Ja, vertippt. *schäm*

Ja, die Preise für LED Leuchtmittel sind teilweise recht saftig. Aber Niedervolt-Halogenspots sind mittlerweile auf der Verbotsliste gelandet.

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Da verdienen sich auf den üblichen Plattformen einige eine goldene Nase damit, ja.

Das wird mehr Aufwand, da muss ich die ganzen Lampen ersetzen und a) habe ich darauf keinen Bock b) ist das 'ne Mietwohnung und nein, auf "Elektriker und sein Stift trampeln mir 'nen Tag lang durch die Hütte" habe ich auch keinen Bock.

Man liest sich, Alex.

"Es beherrscht der Obolus seit jeher unsern Globulus."

Naja, "wir" - die vom Hauseigentümer (nicht ich, ist 'ne Mietwohnung) beauftragte Bautruppe - ja. Sehr kompakt (bisserl grösser als zwei Gasfeuerzeuge zusammengeklebt) und definitiv kein klassischer Trafo. Inklusive "Ich bin an und OK" LED.

Man liest sich, Alex.

Warum? Gibt es heute noch tatsächlich neu Hergestellte Gleichrichter und Eingangselkos, die damit Probleme haben? Der Elko ist für die Frequenz auf jeden Fall extrem überdimensioniert und sieht entsprechend wenig Ripple.

Am 16.03.2025 um 09:25 schrieb Marcel Mueller:

Klar, wollte das nur mal erwähnen...

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