Chinesischer Plombenlack

Jan 26, 2020 Last reply: 6 years ago 56 Replies
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Hallo allerseits,



ich denke mal, jeder von uns kennt und haßt diesen tranparent-kirschroten Plombenlack, der in Geräten fernöstlicher Provenienz seit jeher traditionell-rituell großzügig über Schrauben und Trimmer verteilt wird,



Ich habe mir jetzt fast einen Wolf gesucht, mit Begrifflichkeiten aller Art, aber ich finde das Zeugs nirgends käuflich zu erwerben. Die rot-weißen Tuben der Lackfabrik Bäder kenne ich, ich hätte gerne das chinesische Original.



Hätte freundlicherweise jemand einen Tip oder einen ebay- oder Ali-Link parat?



Vielen Dank im Voraus!



Frank


Suchbegriff bei ebay.com "threadlocker" -> loctite

MfG JRD

Rafael Deliano schrieb:

Die Firma heißt dort Locttlf und das ist ausnahmslos Zeugs für den Gewindespalt, das erst bei Sauerstoffabschluß aushärtet.

Ich such das für die Trimmer und Schraubenköpfe obendrauf.

MfG

Frank

Frank Scheffski schrieb:

[...]

Ich hab' in den wenigen Fällen, in denen das nötig war, passenden Nagellack verwendet - hat bisher funktioniert.

HTH

Reinhard

Am 26.01.20 um 18:43 schrieb Frank Scheffski:

Hallo,

siehe:

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Bernd Mayer

Am 26.01.20 um 19:09 schrieb Bernd Mayer:

Nachtrag:

PPG Plombenlack habe ich auch noch gefunden.

Bernd Mayer

Am 26.01.2020 um 17:33 schrieb Frank Scheffski:

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Ich habe zwar auch keinen Originallink oder überhaupt Dein Bild im Kopf, kenne aber sowas sehr gut aus der Luftfahrzeugtechnik.

Dort wird es "torque stripe" oder torque seal genannt und ist normalerweise wie dünne Zahnpasta.

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Vielleicht hilft das beim Suchen.

Am 26.01.20 um 17:33 schrieb Frank Scheffski: [...]

Ich kenne da Schraubensicherungslack, das Lack ist wichtig. Wie z.B. das nicht ganz preiswerte Zeug von Weicon in 30ml Fläschchen: Rot: WEICON 300 200 30 Grün: WEICON 300 220 30 Gelb: WEICON 300 210 30

Ich suche auch noch einer preiswerteren Alternative ... Ing.olf

Am 27.01.20 um 20:35 schrieb Ingolf Pohl:

... Bäder Lacke machen sowas auch in 8 unterschiedlichen Farben, ähnlicher Preisbereich ...

Ingolf Pohl schrieb:

Es ist zum Verrücktwerden! Bei Ali findet man _sämtliche_ Chemie rings um die Elektronik, bis hin zum UV-härtenden Reparatur-Lötstoplack. Aber das Gelumpe, das gefühlt 10 Gewichtsprozent jeglicher Jubelelektonik ausmacht, ist um's Verplatzen nicht zu finden. Immer, wenn's gerade danach aussieht, ist es doch nur "Anaerobic adhesive", also für den Gewindespalt.

Anhand der Hinterlassenschaften, müßte das sowas wie rot gefärbtes UHU sein. Es zieht ab und an Fäden, es sind manchmal Bläschen drin, aber es klebt gut auf blankem Metall und Kunststoffen aller Art und es härtet nicht spröde aus, sondern bleibt etwas zäh. Vogelspucke wird's nicht sein, daraus machen sie ja Suppe...

MfG

Frank

Am 27.01.20 um 23:09 schrieb Frank Scheffski:

Ich hab gerade mal aus Jux nach "potentiometer glue" gegoogelt, dabei kamen "Kafuter K-1668" und "Kafuter K-200R" heraus. Ich hab jetzt nicht groß weiter recherchiert, aber das scheint was anderes zu sein als die "anaerobic adhesive", die es bei Kafuter unter anderen Namen gibt.

Vielleicht paßt es ja. Und ja, gibts bei Ali.

Hanno

Hanno Foest schrieb:

Mensch Hanno, DANKE!

Das scheint genau das Zeugs zu sein, das ich suche. Interessanterweise bekommt man das nur von Kafuter und sonst nirgends. Hab jetzt nochmal alle Suchwortkombinationen durch.

Eine Tube K-200R ist geordert, ich werde nach Erhalt Bericht erstatten!

MfG

Frank

Am 28.01.20 um 01:31 schrieb Frank Scheffski:

Prima, da bin ich schon gespannt drauf.

Verrätst du uns auch noch, warum es gerade das Zeug sein muß, und nicht einfach Nagellack oder so ein Pinselfläschchen Autolack - das scheinen die meisten zu nehmen, die mal seltenen Bedarf an so was haben?

Hanno

Hanno Foest schrieb:

Ich hätte Bedenken, daß mir echter "Lack" in die Trimmer hineinläuft und das Original läßt sich bei Bedarf leichter entfernen, da man es teilweise rückstandsfrei wieder abziehen kann.

Das K-1668 scheint übrigens das Zeugs zu sein, mit dem die Elkos o.ä. auf Netzteilplatinen fixiert werden.

MfG

Frank

Am 28.01.20 um 14:25 schrieb Frank Scheffski:

Kann man zumindest hoffen, daß das besser getestet ist, ok.

Je nachdem, was es konkret ist, hätte ich da lieber nicht das Original. Mir ist mal ein Schwung Samsung-Monitore zugelaufen, bei denen im Netzteil mit einem Melaminkleber rumgesaut wurde. Leider verfärbte sich das Zeug unter Wärmeeinwirkung bräunlich bis dunkelbraun und wurde leitfähig, was irgendwann die Funktion des Netzteils beeinträchtigte. Wenn man es rauskratzte, war das Gerät wieder ok.

Mir ist eh unklar, was das soll. Mir ist noch nie ein Elko von der Platine gefallen, und wenn das Gerät einen so heftigen Schlag bekommt, daß der Elko zu sehr an seinen Beinchen zurrt, ist es vermutlich eh aus anderen Gründen hinüber. Weiß da einer genaueres?

Wenn ich glaube ein Bauteil ankleben zu müssen, nehme ich an kalten Stellen Heißkleber, und an wärmeren Stellen Uhu Alleskleber. Der klebt vielleicht nicht optimal, ist aber zumindest bekannt nichtleitend.

Hanno

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Massenweise alle Arten.

Schwere Elkos haben entweder Gewindestutzen oder Spannring (mit Isolierstreifen) zur Befestigung.

Bei Sonderforderungen haben wir viele größere Bauelemente pauschal mit Silikon-Kautschuk befestigt. Das war aber kein Baumarkt-Kautschuk aus der Kartusche, sondern aus der Tube, weiß, gut klebend und keine Konstruktionsmaterialien angreifend.

Klar, vibration. Das soll kalte Loetstellen verhindern.

Olaf

Das haben vielleicht teure Elkos in edler Industrieelektronik. In Konsumerzeugs wird sowas aber vermutlich nicht mehr verbaut weil zu teuer.

Hehe...ich hab gelegentlich in der Firma damit zutun. Ihr koennt euch garnicht vorstellen was fuer ein Aufwand hinter den ganzen Klebern und Verguessen steckt. Zum Beispiel haerten manche Kleber nicht aus wenn sich mit manchen NoClean-Rueckstaenden vom Lot in Beruehrung kommen, oder sorgen ihrerseits dafuer das Coatings nicht vernetzen. Deshalb muss ich immer lachen wenn Leute glauben das die Industrie irgendwas vergiesst/klebt um Bastlern das leben schwer zu machen.

Olaf

Am 29.01.20 um 06:54 schrieb olaf:

Ich kenne das von alten Röhrenfernsehern - bevor man dazu überging, die Zeilentrafos auf der Platine festzuschrauben, waren die Lötstellen manchmal so durch, daß man die Dinger ohne Anstrengung so rausziehen konnte (mit etwas Pech kokelten allerdings die Lötstellen vorher aufgrund erhöhten Übergangswiderstands). Andere größere Spulen hatten ähnliche Probleme... aber Elkos? Vibrieren Elkos? Externe Vibration sollte sich bei so was wie nem Monitor ebenfalls arg in Grenzen halten.

Ich glaub ja gerne, daß die Hersteller nicht aus Jux und Dollerei mit Silikonkleber etc. rumkleistern, und in vielen Fällen versteh ichs ja... wenn dann aber der Übertrager eines Schaltnetzteils nicht festgeklebt ist, der Elko daneben aber schon, dann hab ich eher den Eindruck, daß der Azubi was falsch verstanden hat, als daß das so sinnvoll wäre.

Hanno

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