chem. Zinn, Isel vs. Bungard

Feb 28, 2004 13 Replies

Hat hier jemand Erfahrung mit dem chem. Zinn von Isel (jetzt Proma)? Taugt das was?



Chemisch schint es ja dem SUR-TIN von Bungard sehr ähnlich zu sein, allerdings ist das nur begrenzt haltbar wenn es mal angerührt ist.



Ist das Zeug von Isel stabiler oder "darf" man den nicht verbrauchten Rest nach n Monaten entsorgen?



Servus, Bertolt



Bertolt Mildner schrieb:

Alle stromlosen Verzinnungsbäder basieren auf Sn(II), das wird aber vom Luftsauerstoff langsam zu Sn(IV) oxidiert. Wenn man die angesetzte Lösung in einer Glasflasche mit ordentlichem Deckel lagert ist die sogar recht lange haltbar.

Gruß Dieter

BTW: Das Zeug kann man sich erheblich preiswerter selbst mischen.

Dieter Wiedmann schrieb:

Hast Du da ein Rezept?

Gruß Patrick

Bertolt Mildner schrieb im Beitrag ...

Das ist alles ziemlich dasselbe (bis auf Seno) (siehe de.sci.electronics FAQ:

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und funktioniert nicht besonders gut, schon gar nicht nach Monaten.

Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at despammed.com homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/ Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask. Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.

Patrick Schaefer schrieb:

Konkrete Mengenangaben muss ich erst nachschlagen.

Die eine Möglichkeit ist eine (auch in den FAQ erwähnt) SnCl_2/Thioharnstoff/H_2SO_4-Mischung, die geht schon bei Raumtemperatur, aber die Beschaffung von Thioharnstoff kann Probleme geben (ChemVerbotsV), und die Haltbarkeit ist auch ehr mäßig.

Einfacher ist es Sn_Cl2/NaOH zu verwenden, da muss allerdings auf ca.

60°C erhitzt werden.

Die Zinnschicht ist aber *sehr* dünn, taugt gerade als Korrosionsschutz fürs Kupfer, die Lötfähigkeit wird nicht besser.

Gruß Dieter

"Dieter Wiedmann" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@t-online.de...

Rest

Also das liest sich hier

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etwas anders!? Es ist die Rede davon dass sich der Thioharnstoff zersetzt bzw. etwas weiter oben dass das ganze lichtempfindlich ist. Immerhin schreibt das einer der beiden Bungard Brüder ...

Ausserdem ist im SUR-TIN kein Sn(II) sondern Zinnchlorid.

Ich hab mir eben gedacht dass ich lieber das SUR-TIN hätte da ich dann kleine Mengen anführen kann und sich der reine Thioharnstoff (Pulver) nicht (so schnell) zersetzt.

Wenn man an den Thioharnstoff und die Schwefelsäure ran kommt ...

Bertolt

Bertolt Mildner schrieb:

Das kommt hinzu, wird aber überschätzt, dass man die fertige Lösung lichtgeschützt aufbewahren sollte ist dennoch richtig.

Klar, aber eben Zinn(II)chlorid. Mit Zinn(II)sulfat geht das übrigens genauso, das ist nur im EK teurer und wird deshalb nicht verwendet.

Kleine Mengen anzusetzen ist genau der richtige Gedanke.

Wenn du min. 18 Jahre alt bist und den Verwendungszweck glaubhaft machen kannst ist das kein Problem, Schwefelsäure gibts eh bei nächsten Autoteilehändler für Appel&Ei.

Gruß Dieter

Dieter Wiedmann schrieb im Beitrag ...

Da der Harnstoff im wesentlichen fuer den Glanz vom Glanzzinn zustaendig ist, kann man ihn auch durch ganz ganz wenig Tensid (Spueli) ersetzen, aber da muss man die Dosierung ausprobieren, und das kann langwierig/weilig sein.

Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at despammed.com homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/ de.sci.electronics FAQ: http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/ Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask. Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.

MaWin schrieb:

Aber nein, der Harnstoff senkt das Potential des Kupfers durch Komplexierung, ohne den gehts (in saurer Lösung) nicht.

Gruß Dieter

MaWin schrieb:

Aber nein, der Thioharnstoff senkt das Potential des Kupfers durch Komplexierung, ohne den gehts (in saurer Lösung) nicht. Man könnte zwar durchaus andere Komplexbildner verwenden, aber die sind entweder wesentlich giftiger oder teurer. Prima wäre übrigens Ethandithiol, aber das stinkt ungeheuer.

Gruß Dieter

Die Mengenangaben würden mich auch sehr ineressieren!

Servus, Bertolt

Dieter Wiedmann schrieb:

So, das hab ich jetzt. Wir haben damals folgende Rezeptur verwendet:

5g/l Zinn(II)chlorid-Dihydrat (SnCl_2*2H_2O) 50g/l Thioharnstoff (SC(NH_2)_2) 20g/l Schwefelsäure 96% (H_2SO_4) (nehmt besser 50g/l Batteriesäure, ist besser handhabbar)

Die einelnen Komponenten in je 250ml demin. Wasser lösen, dann vermischen und auf 1000ml auffüllen.

Optimale Ergebnisse erzielt man bei 35-40°C, es geht aber auch schon bei

20°C.

Gruß Dieter

Batteriesäure = Schwefelsäure 30% ?

Müsste man dann nicht mehr von der Bateriesäure nehmen?

Was ist "demin. Wasser"?

Vielen Danke, Bertolt

Bertolt Mildner schrieb:

Üblicherweise 35%ig.

Die Konzentration ist nicht besonders kritisch.

Demineralisiert, eben das was man zum Nachfüllen der Autobatterie verwendet.

Gruß Dieter

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