Akkuentladungs Schutzschaltung

Jan 22, 2005 5 Replies

Hallo NG!



Für einen Freund möchte ich eine Schaltung bauen, die Akkus für Modellflugzeuge entladen kann. Die Schaltung soll den Entladestrom bei einer Spannung von 0,9V abschalten. Um evtl. vorher manuell eingreifen zu können, soll die Spannung kleiner 1,1V auch angezeigt werden.



Dazu dachte ich mir, verwende ich eine DuoLED, 3pin, 3mm, rot/grün mit gemeinsamer Anode. (Habe ich leider noch nicht gefunden.) Über zwei Spannungsteiler und zwei OpAmps (LM393) steuere ich die DuoLED. Die grüne LED geht bei 0,9V aus, die rote geht bei 1,1V an. Sprich: Zwischen



0,9V und 1,1V soll die DuoLED gelb leuchten. Über einen Inverter steuere ich mit dem Ausgang des OpAmps, an dem die grüne LED angeschlossen ist, einen BUZ10 (Source an GND), der den Entladestrom unter 0,9V abschalten soll. Die LEDs wirken hierbei als Pull-Up-Widerstand.

Für den Test auf dem Steckbrett habe ich erstmal zwei LEDs (rot/grün) benutzt. Den Entladestrom habe ich durch eine blaue LED simuliert. Die ganze Schaltung funktioniert fast zufriedenstellend, es gibt aber ein merkwürdiges Problem:



Wenn ich die Spannung (Akkuspannung), simuliert über ein Netzteil mit regelbarer Spannung, schnell absenke, dann dauert es eine ganze Weile (bis zu 1,5s), bis die rote LED angeht und die grüne aus. Sprich: Der Entladestrom wird auch erst so spät ausgeschaltet. Wo kommt dieser wahrscheinlich kapazitive Effekt her? Kann man den einfach beseitigen?



Ich könnte mir auch vorstellen, diese Schaltung als Sicherungsersatz zu benutzen. Und zwar betreibe ich mein Steckbrett oftmals mit den 5V und



12V aus dem PC-Netzteil. Dazu habe ich mir Bananenbuchsen in einen freien 3,5"-Einschub eingebaut. Diese sind mit Sicherungen und LEDs versehen. Bei jedem Kurzschluß auf dem Steckbrett muß ich eine neue Sicherung einbauen, das ist auf die Dauer teuer und nervig. Über einen Shunt könnte ich den Strom messen und auf diese Weise ebenfalls den Strom unterbrechen, wenn dieser das PC-Netzteil überlasten würde. Ein grünes Leuchten zeigt mir also an, daß ich "noch nicht genug" Strom ziehe, gelbes Leuchten würde mich warnen, das bald kein Strom mehr fließt und rot bedeutet, der BUZ10 hat abgeschaltet. Dann müßte die Schaltung aber innerhalb weniger ms reagieren, wenn ich damit Feinsicherungen ersetzen will.

Ich vermute mal, es reicht, eine Diode oder einen Widerstand irgendwo einzubauen, so daß kapazitive Effekte nicht auftreten, ich weiß bloß leider nicht wo. Gibt es bei FETs auch so etwas wie einen Basisausräumstrom? Eigentlich doch nicht, oder? Letzte Frage: Kann ich höhere "Meßspannungen" an den Eingängen des LM393 anlegen, als die Betriebspannung von diesem (+5V) ist?



Gruß Karsten



"Karsten Busenbender" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@individual.net...

Modellflugzeuge entladen kann.

Na gut (wozu eigentlich ? Volle Akkus sind doch besser).

geht bei 0,9V aus

Wie lange hat der Akku 0.9V, wenn bei Erreichen von 0.9V der Entlöadestrom abgeschaltet wird ? Der Akku erholt sich doch sofort wieder und die Spanung steigt. UNTER 0.9V kann er doch, wegen dem Abschalten BEI 0.9V nie haben. Akkuentladeschaltungen brauche also einen 'Merker' (FlipFlip, Latch, Hysterese) damit die nach dem Abschalten nicht wieder einschalten wenn sich der Akku erholt (und das tut er, bis er wieder 1.2V hat). Siehe de.sci.electronics FAQ:

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F.21.1. Schutz gegen Tiefentladung

Er duerfte nach deiner Schaltungsbeschreibung gar nicht da sein. Also irgendwas mit dem Aufbau (Schwingen) oder doch anders gebaut als gesagt.

unterbrechen, wenn dieser das PC-Netzteil überlasten

Vielleicht ist das PC-Netzteil zum Basteln nicht so die gute Loesung, denn was passiert wenn die 12V auf 5V kurschliesst ? Wie viele der 5V Bauteile des Rechner ueberlben die 12V ? Irgendwo sollte Geit ein Ende haben und Vernunft siegen.

anlegen, als die Betriebspannung von diesem (+5V) ist?

Nein. Aber du kannst beide Spannungen (Messpanung und Vergleichsspannung) per Spannungsteiler (je 2 Widerstaende) teilen (z.b: ducrh 10) und dann vergleichen. Dann ist die groessere immer noch groesser.

Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at despammed.com homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/ Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask. Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.

Karsten Busenbender schrieb:

Vielleicht hängt das damit zusammen, dass kaum eine Last an dem Netzteil hängt, wodurch dann die Spannung nicht so schnell absinkt (z.B. durch Ausgangselkos), wie Du es mit dem Drehregler vorgibst. Schalte doch an den Ausgang des Netzteil zusätzlich einen Lastwiderstand.

Viele Grüße

Uwe

Uwe Mettmann E-Mail-Adresse ist gültig bis Ende nächsten Monats E-mail address valid by the end of next month

Hallo Uwe.

Uwe Mettmann schrieb:

Danke, das war der entscheidende Tipp. Jetzt reagiert die Schaltung sofort.

Gruß Karsten

Hallo MaWin.

MaWin schrieb:

Immer nur voll ist doch auch langweilig. *grins*

Lag am Netzteil, die Last war zu gering (hochohmiger Eingang des OpAmps).

unterbrechen, wenn dieser das PC-Netzteil überlasten

Theoretisch ja, praktisch nein. Natuerlich ist es nicht ganz ungefaehrlich, beide Spannungen gleichzeitig zu verwenden, kommt in der Regel aber auch nicht vor.

anlegen, als die Betriebspannung von diesem (+5V) ist?

Das kann ich leider nicht machen, da die Messspannung von den Akkus kommt. Der Spannungsteiler wuerde dann die Akkus letztendlich doch noch tiefentladen.

Ich habe das einfach mal ausprobiert, +5V Betriebsspannung und +12V auf die Messeingaenge. Noch lebt der OpAmp und warm ist er nach einer halben Minute auch noch nicht. Mal sehen, was die naechsten Sekunden bringen :-) (Der OpAmp bleibt kalt ...) Jetzt ist nur fraglich, ob ich auch oberhalb von +5V vernuenftig messen kann, das habe ich noch nicht ausprobiert. Ist aber bei 1,2V Akkus und beim Strommessen ueber einem FET auch nicht von Bedeutung.

Im Datenblatt steht leider nichts zu dieser Problematik. Koennte es passieren, daß ein Strom rueckwaerts in das Netzteil fließt, von den 12V in den 5V-Ausgang? Ich stelle mir gerade die uebliche interne Verstaerkerschaltung vor, dort liegen die Messeingaenge ja an der Basis eines NPN-Transistors. Wenn die Basisspannung groesser als das Potential am Kollektor ist, was passiert dann?

Danke fuer den Tipp mit dem Merker, ohne waere wirklich nicht gut. Gibt es da eine einfache Loesung mit wenig Hardwareaufwand? Z.B. den BUZ10 ueber ein NAND-Gatter ansteuern, den einen Eingang an den Ausgang des OpAmps, den anderen an so einen Merker? Welche Schaltung wuerde denn nach einmaligem Ausloesen nicht mehr umkippen?

Gruß Karsten

"Karsten Busenbender" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@individual.net...

JEDER Eingang hat eine Eingangswiderstand, also fliesst auch in ihn Strom, ebenso wie durch die Widerstaende. Alles eine Frage der Menge, und ein LM358 ist auf jeden Fall ein OpAmp mit recht niederohmigem Eingang, ein ICL7665 haette einen viel hochohmigeren Widerstands-Spannungsteiler mit viel weniger Strom.

Wolltest du nicht +12V nicht direkt an +5V anschliesen ? Was meinst du, was passiert, wenn es die Eingangsschutzdiode des 393 bei dieser Beschaltung durchlegiert, so das sie vom Eingang nach VCC leitet ?

Datenblatt lesen. es gibt nur wenige OpAmps, die so was erlauben, z.B. LT1490 44V, CA3130/3140/3160 8V drueber

Ah.

3 Schaltungsvarianten wurden genannt, ein Thyristor kaeme auch noch in Frage.
Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at despammed.com homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/ de.sci.electronics FAQ: http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/ Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask. Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.

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