Vergußmasse auflösen

Apr 25, 2006 37 Replies

Hallo,



ich habe hier einen DC-DC-Wandler von Actia (70-172V auf 12V, 600W, Bj. '95), bei dem der Übertrager in eine Aussparung im Gehäuse eingegossen wurde. Ich nehme an, da wurde auch noch eine Temperatursicherung o.ä. mit dazugegossen, und die hat jetzt ausgelöst (eher wegen Alter, nicht durch Übertemperatur) und den Primärkreis unterbrochen.



Die verwendete Vergußmasse ist nachtschwarz, steinhart und schmilzt auch nicht bei 300°C mit dem Lötkolben, sondern zerfällt nur _sehr_ langsam zu einem grauen Pulver. Vermutlich sind da Metalloxide zur besseren Wärmeableitung beigemischt.



Hat jemand eine Idee, was genau das für ein Zeug ist und vor allem, habe ich irgendwie eine Chance es chemisch aufzulösen? Außer dem DCDC warten noch etliche Ladegeräte vom selben Hersteller mit demselben Fehlerbild auf Reparatur, da muß es doch irgendeine Möglichkeit geben...



adTHANKSvance, Jens


"Jens Schacherl" schrieb im Newsbeitrag news:e2maet$98a$ snipped-for-privacy@online.de...

Willst du es Zerstörungsfrei auflösen? Wenn es Epoxydharz ist, dann ist die einzige Lösung die ich kenne das Zeug aufzulösen ein Bad in kochender (95%) Schwefelsäure. Mann kann es wohl auch im Plasma ätzen, aber ich vermute eine dazu notwendige Gerätschaft steht dir nicht zur Verfügung. Beim Bad in Schwefelsäure dürfte allerdings auch das Metall stark angegriffen werden, und je nach Kochzeit sich ebenfalls auflösen...

Mfg Moritz

Ich vermute Epoxy, mit Methylenchlorid kann man es auflösen, bessergesagt zerstören, geht aber sehr langsam.

Ernst

Was ist TOFU? Wieso finden die anderen meine Artikel schwer zu lesen? TOFU steht für "Text Oben, Fullquote Unten". Das ist eine Unart, die einen nicht nur in dieser Newsgroup, sondern im ganzen Netz unbeliebt macht. Lies "Wie zitiere ich im Usenet?": http://www.afaik.de/usenet/faq/zitieren/.

Hallo Jens,

Ich mach so was mit einem Schnellläufer und Zahnarztwerkzeug. Die dort ausrangierten Einsätze bekomme ich immer mit, wenn ich mal wieder bei meinem Zahnarzt vorbeischaue. Die sind gar nicht schlecht und selbst, wenn der Zahnarzt sie für stumpf erklärt, noch besser als viel Neuware im ETEC-Bedarf.

Marte

Stimmt, so mache ich es auch: mit Diamantwerkzeug und ausrangiertem Schnell=E4ufer (KaVo).

Mechanisch istes zwar ein anstrengender, aber bei derartigen Spezialger=E4ten einzig gangbarer Weg. Die chemischen Varianten sind allesamt nur schwer handhabbar f=FCr den "Hausgebrauch". Ich kann den Umgang kochender conc. Schwefels=E4ure dem Laien nicht empfehlen - es ist echt t=FCckisch.

Man mu=DF halt mal bei einem Musterger=E4t schauen ob es sich lohnt - wenn nur ein Bauteil zu tauschen ist mag es gehen. Wenn man viel wegfr=E4sen mu=DF: Es dauert halt und erfordert Geduld. Ist dann die Frage ob ein Neuger=E4t nicht g=FCnstiger kommt.

hth, Andreas

'Tetrahydrofuran' funktioniert super wenn es Epoxydharz (z.B. Araldit) ist. Zwar etwas langsam aber praktisch zerstoerungsfrei fuer die andern Komponenten. Teil in verschliessbare Dose legen und warten. Das Mittel riecht streng und sicher nicht so gesund.

Gruss Bendikt

Das Zeug heisst übrigens mit Handelsnamen "Tangit Anlöser" und wird zum Quellschweissen von PVC benutzt. Dass es Epoxy auch anlöst, finde ich einen sehr hilfreichen Hinweis :-)

Georg Acher, acher@in.tum.de http://www.lrr.in.tum.de/~acher "Oh no, not again !" The bowl of petunias

Für so was wird häufig 2-Komponenten-Polyurethangießharz eingesetzt. Kann zusätzlich mit Füllstoffen versetzt sein. 'Graues Pulver' wäre typisch für erhitztes schwarzes PUR, mit einem Lötkolben kannst du allerdings nicht viel erreichen.

Chemisch weiß ich nicht, aber wenn es PUR ist, wird es ab ca. 125°C zäh-elastisch. Wenn das Gehäuse und der Rest nicht zu temperatur- empfindlich sind, einfach im Ofen bei 125°C (besser 140...150°C) ca. 20 Minuten lang richtig durcherhitzen, dann kann man es mit einem Messer oder einer Schraubendreherklinge leicht zerbröseln bzw. von den Komponenten abschälen. Auf gute Belüftung achten!

Thomas

... use-net@freenet.de will *not* be checked for answers - try tbtb-electronicde instead ...

Georg Acher schrieb:

sehr

Tut es zwar, aber DMSO ist da wesentlich besser.

Gruß Dieter

Nehme an dass dies 'Dimethyl Sulfoxide' ist. Stimmt das so? Kann man den Loeser auch so einfach kaufen wie 'Tetrahydrofuran'?

Gruss Benedikt

Benedikt Foster schrieb:

Auf deutsch Dimethylsulfoxid.

Chemikalienhandel.

Gruß Dieter

Benedikt Foster schrieb:

Hallo,

Furan klingt nach recht ungesund.

Bye

Uwe Hercksen schrieb:

Da denkst du wohl an Dibenzofurane, andere Baustelle.

Gruß Dieter

Weiß jemand ob die hier beschriebenen Lösungsmittel auch für das Material aus dem ICs bestehen funktioniert? Das ist doch auch Epoxydharz oder ist es irgendein anderes Zeug?

Mfg Moritz

Hallo tekamn oder Marte Schwarz:

Ich vermute mal Schnellläufer ist soetwas wie ein Fräßwerkzeug, analog zu dem angesprochenen Zahnarztwerkzeug/Diamantwerkzeug. Wenn dem so ist, könnt ihr mir vielleicht sagen wo man soetwas herbekommt (ausrangiert = günstig?)? Wenn jemand anderes was weiß bitte auch antworten.

Mfg Moritz

Zu deutsch "Dimethylsulfoxid", stimmt.

Selbst dass man das einfach so kaufen kann, war mir neu, also leider hier keine Ahunug.

Besten Gruss, Thiemo

Query a PGP key server (e.g. http://www.pgp.net/) for my public key 41068629. Strange sender address? Please see http://www.thiemo.net/misc/list-mail.shtml

Am Wed, 26 Apr 2006 20:11:14 +0200 schrieb moritz erbs_löh :

In der Halbleiterindustrie wird das immer mit heißer Säure gemacht, die Angaben schwanken zwischen H2SO4 und HNO3, immer konzentriert und heiß.

Martin

Aber bitte Offline! Wer braucht schon die Stasi im Haus, die dann alles auf den Kopf stellt und jedes Zuckerkorn beschriftet und mitnimmt?

Gruß Lars

Ungeschick läßt grüßen ;-) Entweder du bestellst als FIRMA GRÖßERE Mengen oder wenn schon als Privatmann dann OHNE Rechnung.

gruß hdw

"Martin" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@news.gmx.at...

Ich habe es bisher auch mit H2SO4 gemacht, nur geht dabei leider auch alles Metall drauf. Ein Lösungsmittel wäre natürlich viel schöner und auch einfacher zu handhaben. Zudem scheint HNO3 wohl nicht so ohne weiteres konzentriert zu haben zu sein (ich vermute wegen der Eignung zur Sprengstoffherstellung).

Mfg Moritz

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