unbekanntes Bauteil aus Schwimmbad

May 29, 2005 14 Replies

Hallo,



ich habe hier ein Bauteil, welches einem 'Wasserstandsmelder' eines Schwimmbades entstammt.



Und zwar war das Bauteil in einer Art Minireagenzglas am Rand des Beckens angebracht. Wenn der Wasserspiegel sinkt, taucht das Reagenzglas nicht mehr ins Wasser ein und eine Pumpe springt an. Mittels einer Schraube kann man die Position des Bauteils über der Wasseroberfläche einstellen, um so den Sollwert vorzugeben.



Das Ding ist nun kaputt, ich weiss aber nicht so recht, was das ist. Daher habe ich Fotos gemacht.


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Das zweite Beinchen ist abgerissen. Erinnert irgendwie an eine Germaniumdiode, aber wie soll das als Wasserstandmelder funktionieren? Ich hatte evtl. auch an ein temperatursensitives Bauteil gedacht, nach dem Motto 'Vom Wasser gekühlt: ja/nein'.



Hat jemand eine Idee? Christian


Christian Schulz schrieb:

Es gab mal NTCs in dieser Bauform, z.B. von Siemens, der Glaskörper war

24mm lang und 4mm dick. Aus einem Sasco-Katalog von '75 könnte ich mit ein paar Kenndaten dienen.

Naheliegende Vermutung. Kannst du nicht provisorisch kontaktieren um das zu prüfen?

Gruß Dieter

Ach ja, die Abmessungen sind:

7mm lang und 2,1mm im Durchmesser

Christian

Am Sun, 29 May 2005 15:37:14 +0200 schrieb Christian Schulz:

An welchen Gerät war das Bauteil denn dran? (Hersteller, Bezeichnung, Firmenlogo) Sind in der Nähe des Pegels noch pH- oder Cl2- Sensoren gewesen; wenn ja, welcher Hersteller? (WW, WTW, Alldos, Dinotec, BWT, ...)

Gruß, Andreas

Es handelt sich um einen "Wasserstandsregler Typ WSR" der Firma WILO.

Die Anlage ist in großen Teilen noch im Originalzustand aus ca. 1975. Der Wasserstandsregler müßte aber (etwas) jünger sein, da dort Installationsspuren zu sehen sind; vermutlich ist die Steuerung irgendwann mal ausgetauscht worden; die liegenden Kabel wurden 'recycelt'.

WILO hat früher viel mit Schwimmbadtechnik gemacht, scheint heute aber nur noch Pumpen herzustellen.

Weitere Sensoren gibt es im Becken selbst nicht; speziell pH-Wert und Chlor-Gehalt werden händisch kontrolliert. Im Bereich der Filteranlage wird es gewiß einen Temperatur-Sensor geben, um die Heizung steuern zu können.

Fest steht weiterhin: Im aktuellen Zustand ohne das Bauteil, Stromkreis also in jedem Fall offen, wird das Ventil NICHT geöffnet; brücke ich die Kontakte der Meßleitung, so öffnet das Ventil.

Christian

Ja. Allerdings auch immernoch Schwimmbad-Filteranlagen bzw. die Pumpen für selbige.

Kann, muss nicht. Ich habe in meiner Zeit als Schwimmbadfachberater mehrere Kunden betreut, die automatische pH Regelung wollten.

Die Sensoren dafür befinden sich aber tatsächlich nicht im Becken.

Ja.

Volker

Im uebrigen bin ich der Meinung, das TCPA verhindert werden muss. www.againsttcpa.com

Also, ich habe nun noch einmal weiter recherchiert: Dieses Bauteil steckte in einer Art Mini-Reagenzglas zusammen mit einer (Wärmeleit?)Paste. Dieses Reagenzglas ragte aus einem Kunstoffwürfel an der Unterseite heraus und berührte (oder auch nicht...) das Wasser. Den gesamten Würfel kann man mittels einer Schiene in der Höhe verstellen, um den gewünschten Wasserstand einzustellen.

Auf der Oberseite des Würfels führten die beiden Zuleitungen heraus und enden dann im Schaltkasten in der Auswerteelektronik, die ich noch weiter ergründen/besichtigen konnte.

Wenn ich dieses Bauteil mit einem Ohmmeter durchmesse habe ich - je nach Polung - einen Widerstand von 300 - 400 kOhm. Wobei auffällig ist, dass der am Anfang angezeigte Wert zuerst rauf, bzw. runter wandert, bis ein stationärer Zustand erreicht wird.

Christian

Finger hin halten wie er auf Wärme reagiert.

Aber statt nach obsoltem Thermistor zu suchen: Schwimmer mit Reed würde nicht gehen ? Conrad hat die unter Schwimmer/Schalter.

MfG JRD

Dann ist es ein selbstbeheizter Thermofühler, der die Kühlung durch das Wasser auswertet.

XL

Kannst Du dazu noch ein paar Worte sagen? Was ist das? Gibt's das noch? Wo bekomme ich es her? Wie kann ich herausfinden, ob die Theorie stimmt?

Christian

"Christian Schulz" schrieb im Newsbeitrag news:d7ffkc$uv8$ snipped-for-privacy@worf.visyn.net...

Wurde dir doch schon alles gesagt:

Du kannst noch mit einem Messgeraet den abgebrochenen Anschluss erreichen.

Also Widerstandswert bei 20 GradC messen.

Dann Bauteil aufheizen (mit dem Fingern auf 37 GradC) und schauen, ob der Widerstandswert abnimmt (NTC) oder zunimmt (PTC).

Dann einen in der Baugroesse aehnlichen NTC oder PTC mit entsprechendem Widerstandswert kaufen, der wird wohl nicht in Glas eingeschmolzen sein, sondern mit Plastiklack ueberzogen sein.

Das neue Bauteil anloeten und alles mit dickem Schutzlack (Epoxy) ueberziehen, fertig.

Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at despammed.com homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/ de.sci.electronics FAQ: http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/ Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask. Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.

Thermistor, d.h. temperaturabhängiger Widerstand. Die Schaltung schickt Strom durch, beheizt ihn also und weil die Luft ein schlechter Wärmeleiter ist, wird er warm und verändert seinen Widerstand, was die Schaltung mißt. Wenn das Wasser kommt, das ein guter Wärmeleiter ist, sinkt der Widerstand. Hat keine mechanisch beweglichen Teile, nichts was korrodieren könnte, keine elektrische Verbindung zum Meßgut ( vgl Anwendung bei Heizöl ) insofern elegant.

Mit Mühe und nach Messungen wird man eventuell das Orginalteil von Valvo oder Siemens finden. Aber das wird nichtmehr hergestellt. Da die Schaltung nicht allzugut bekannt ist, ist raussuchen eines Ersatztyp keine Freude.

Bauteil etwas erwärmen: muß seinen Widerstand ändern, denn empfindlich muß es für das Meßverfahren schon sein.

MfG JRD

Rafael Deliano schrieb:

Wasser ist ein schlechter Wärmeleiter. Aber es besitzt eine hohe Wärmekapazität. Die höchste ;-)

mfg horst-dieter

Wie angedeutet, ein Thermistor (meist PTC) wird in der Meßschaltung mit soviel Energie versorgt, daß er sich deutlich über die Temperatur des zu detektierenden Mediums aufheizt. Da Wasser die Wärme viel besser abführt als Luft, kommt es beim Eintauchen zu einer Temperaturänderung. Die resultierende Änderung des Widerstands wird ausgewertet.

PTC werden (wurden?) auch mit stark nichtlinearer Charakteristik herge- stellt. Bei der sogenannten Sprungtemperatur gibts einen Knick in der Kennlinie, was die Auswertung vereinfacht. Da im Schwimmbad eine halbwegs konstante Wassertemperatur angenommen werden kann, wäre es durchaus möglich, daß hier so ein spezieller PTC zur Anwendung kam.

Vor kurzem habe ich feststellen müssen, daß viele Hersteller von PTC die Produktion einstellen. Schon wenn man genau weiß was man sucht, kann es schwierig bis unmöglich werden, ein geeignetes Bauteil aufzutreiben.

Nimm die Temperatur/Widerstands-Kennlinie des Bauteils auf (mind.

4 Punkte). Allerdings sprechen deine Meßwerte von 300k Kaltwiderstand eher gegen meine These. Ein typischer PTC im Glasperlengehäuse braucht ca. 2mW pro Kelvin Temperaturerhöhung. Das von dir präsentierte Gehäuse wohl eher 10mW/K. Für realistische 20K Übertemperatur müsstest du 200mW verheizen. Bei 300k wären das 250V. Absolut unrealistisch.

XL

Und hat viele elegante Varianten. Etwa, indem man den NTC resp. PTC in den Gegenkopplungskreis eines Opamps einbaut. So kann man ihn auf konstante Temperatur regeln und die Anzeige wird _sehr_ schnell. Wird als Hitzdraht-Anemometer verwendet. Betreibt man damit eine kleine Glühlampe ohne Glas, hat man ein schnelles und genaues Feinvakuum-Meter.

mfg Rolf Bombach

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