Thema NTC als Einschaltstrombegrenzer

Mar 24, 2026 Last reply: 3 months ago 9 Replies

Hallo, wir haben da hier gerade eine Diskussion: Die üblichen NTC in den Fertigmodulen oder die einzeln angebotenen sind zu fast 100% immer 10 Ohm. Also im ungünstigsten Fall so ziemlich 30 A Einschaltstrom? Ich habe hier ein Netzteil 12V 10A. Aber mit angegebenen 120 A Spitzen-Einschaltstrom. Aber bei 'nur' 120W sekundär, also nur ein wenig mehr primär, sollte da nicht auch z.B. ein 50 Ohm NTC funktionieren? Um den Netzschalter zu schonen? Was denkt man hier so darüber?



Grüße Gerd


Ein geregeltes Netzteil kommt mit leichter Unterspannung gut zurecht. Aber bei kleiner Ausgangslast ist der Eingangsstrom sehr niedrig. Ich würde auf jeden Fall die Spannung am NTC im Leerlauf messen.

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Am 24.03.26 um 14:51 schrieb Gerd Mann:

Hallo,

als Wahrsager, Sensor könntest Du hinter dem Widerstand ein 230V-Relais hernehmen. Wenn selbiges vor dem Schalten wenige Perioden flattert, ist der Widerstand einfach zu groß.

peter

Am 24.03.26 um 14:51 schrieb Gerd Mann:

Funktionieren tut vieles. Aber es spricht auch einiges dafür, solche NTCs so klein wie möglich zu bemessen, das reduziert die Abwärme. Und mit 10 Ohm fliegen selbst alte H- und L-Automaten üblicherweise nicht raus, modernere B sowieso nicht. Netzschalter wiederum leiden eher beim ausschalten, wenn es Lichtbögen gibt.

Ich habe Ringkerntrafos immer mit 4,7..5,6Ω Keramikwiderstand + 230VAC Releais parallel zum Trafo zum überbrücken gestartet. Das funktioniert seit Jahrzehnten gut und hat selbst die Billigsteckdosenleisten bisher nicht ramponiert.

Marcel

Am 30.03.2026 um 12:14 schrieb Marcel Mueller: ...

Relais parallel zum Trafo?

Den Widerstand in Reihe zum Ringkern und das Relais zum überbrücken des Widerstandes nach dem Einschaltstromstoß vom Trafo hätte ich verstanden.

?

Am 30.03.26 um 13:08 schrieb Thomas Einzel:

Die Wicklung.

Genau so.

Marcel

Alle Jahre wieder der Hinweis, dass bei solchen Konstruktionen zu beachten ist:

- dass der Widerstand den Stoßstrom aushält. Diese eckigen Zemetwiderstände sind meist per Presshülse kontaktiert, und da kommt es lokal zu hohen Stromdichten.

- eine Temperatursicherung vorzusehen für den Fall, dass die Überbrückung nicht wie vorgesehen stattfindet.

Am 30.03.26 um 17:01 schrieb Stefan Wiens:

Naja, schlimmstenfalls gibt der Widerstand auf. Respektive ich habe immer gerne die alten Keramik-R mit Feder und Lötstelle oben genommen.

Bei einem vollen Kurzschluss bringt das natürlich alles nichts. So schnell kann der LS-Automat oder eine Sicherung im Gerät gar nicht auslösen. Das gilt für die NTCs aber gleichermaßen.

Faktisch hatte ich noch nie ein Problem mit Widerständen, die den Strom nicht packen. Das höchste der Gefühle war, dass man den Widerstand handwarm bekommt, wenn man das Gerät oft direkt hintereinander einschaltet.

Eklatanter Vorteil gegenüber den NTCs ist, dass bei zweimaligem Einschalten direkt hintereinander die Schaltung nicht unwirksam ist.

Marcel

Die Umgebung sollte dann natürlich für die unerwartete Wärme ausgelegt sein, aber das wäre Overkill, deshalb Temperatursicherung.

Die NTCs zur Strombegrenzung sind wohl so konstruiert, dass sich eine gleichmäßige Stromdichte ergibt.

Leistungswiderstand wie NTC haben ihre Berechtigung.

Ich habe mal einen defekten Widerstand zerlegt; da war die Ausfallstelle nicht am Hotspot in der Mitte der Widerstandswendel, sondern am Ende im Bereich der Kontaktierung.

Korrekt.

Am 01.04.26 um 14:11 schrieb Stefan Wiens:

Hallo,

naja, dann hatte der eh von Beginn an eine Macke oder war als sehr niederohmiger Shunt verplant.

Bei bspw. 10 Ohm Nennwiderstand liegt die Kontaktierung doch generell weit drunter.

Peter

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