Hallo zusammen,
hier hätte ich mal eine eher akademische Frage:
Freund von mir hat ein ab und zu, aber nicht regelmäßig genutztes HiFi-Kombigerät, bei dem überraschend bei Wieder-Inbetriebnahme beide Lautsprecher stumm blieben.
Versuch einer Ferndiagnose (Lautsprecher an anderem Verstärker testen. Lautsprecher angeschlossen? Netzspannung vorhanden? usw.) schlug fehl. Also hat er das Teil zur Reparatur gebracht.
Ausgetauscht wurden zwei TDA7294, Ein 10000µF/35V Elko und zwei Schmelzsicherungen, 5A träge. Schaltplan habe ich nicht.
Gerät wurde ja rapariert, meine Frage also aus purer Neugier: Was könnte der Grund gewesen sein, dass beide Endstufen-ICs sterben? Eine Kurzschlußsicherung ist bei den Chips ja eigentlich integriert. Oder tut die manchmal nicht so wie sie soll?
Erste Vermutung: Überspannung. Ein Elko wurde getauscht, also evtl. mehr als 35V Railspannung. Nennleistung ist 35W an 4 Ohm, dafür würden ja eigentlich +/-25V reichen. Würde aber heißen, dass die Endstufen über eine separate Trafowicklung versorgt werden (kann ja sein), denn die restliche Elektronik ist nicht defekt. Die wird zwar vermutlich über Spannungsregler versorgt, aber die normalen
78xx/79xx vertragen ja weniger Eingangsspannung (ca. 35V) als die TDA7294 (+/-50V max).
Wäre ja theoretisch denkbar, aber aus dem Netzteil wurde außer dem Elko nichts getauscht. Evtl. Spannungsspitzen im Netz? Wäre da nicht auch die restliche Elektronik gestorben?
Die Schmelzsicherungen sind beide geflogen, ich weiß aber nicht, ob die in den Endstufen-Rails sitzen oder im Lautsprecherweg? Irgendwann müssen da mal 5A für mehr als ein paar Millisekunden geflossen sein.
Irgendeine Idee? (wie gesagt, akademische Frage aus Neugier)
Danke und viele Grüße
Dieter