"Stromzähler"-Bericht auf RTL

Sep 20, 2011 35 Replies

Hallo,



gestern abend bin ich mal wieder vor dem TV wach geworden und dort lief ein Bericht über Leute, die Strom klauen. Entweder mit Lautsprecherkabeln (!) direkt im Zählerschrank oder mit Manipulation des Energiemessgeräts (im folgenden Stromzähler genannt). Da haben die zwei Methoden vorgestellt. Einmal die Holzhammermethode mit einem sehr starken Dauermagneten. Verursacht wohl bleibende Zerstörung an der Messeinrichtung. Vorstellbar. Mich interessiert aber, wie die zweite Methode funktioniert. Nicht, um zu manipulieren, sondern weil ich als Elektrotechniker wissen sollte, was dort geschieht. Die Rede war von einem "Netzwerkkoppler", der "wie ein Trafo angeschlossen wird". Ich kann mir darunter nichts vorstellen. Jedenfalls konnten die das Gerät ein und ausschalten. War es eingeschaltet lief der Zähler rückwärts. Beeindruckend, da ich immer dachte, das dies wegen Sperren gar nicht möglich ist. Hat jemand davon schon mal gehört und kann sagen, was hier genau geschieht?



Grüße!


Hallo G=FCnther,

Vielleicht ist damit gemeint, dass Energie aus einem anderen phasengleichen Stromkreis (mit anderem Z=E4hler) abgezweigt wird und hinter dem eigenen Z=E4hler eingespeist wird. Betrogen wird dann nicht das Energieversorgungs-Unternehmen, sondern der Besitzer des anderen Z=E4hlers.

Gru=DF Michael

r

"Günther Frings" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@mid.dfncis.de...

Manche der mechanischen Ferraris-Stromzähler haben keine Sperre, ich hab auch schon welche rückwärts laufen sehen obwohl Strom entnommen wurde. Man muß also wohl "Glück" haben daß es mit diesem Zähler funktioniert. Das Prinzip wird eine geeignete Phasenverschiebung zwischen Strom und Spannung sein.

Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at gmx dot net homepage: http://www.reocities.com/mwinterhoff/ de.sci.electronics FAQ: http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/ Lies 'Die hohe Schule der Elektronik' von Horowitz/Hill bevor du fragst. Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask.

Günther Frings schrieb:

Ich nehme mal an, es handelt sich um dieses Gerät:

Zitat: | Wer hat nicht schon immer davon geträumt, das der Stromzähler rückwärts | läuft? Mit dem Stromklau Premium ist das problemlos möglich! Stellen Sie | sich vor welches Sparpotenzial in diesem Produkt steckt. Man darf hier | nicht nur das einsparen von Strom sondern auch die Verwendung elektrischer | Energie zum Heizen (z.B. Elektrische Fuß- bodenheizung, Heizlüfter etc.) | bedenken. Gerade zur Sommerzeit wünscht sich so mancher eine Klimaanlage, | die hohen Energiekosten schrecken die meisten jedoch ab. Mit dem Stromklau | Premium muss man sich hierüber keine Gedanken mehr machen. | | Die Anschaffung eines Elektroautos ist durch den Stromklau Premium | besonders attraktiv. | | Das Gerät wird durch auflegen bzw. herunternehmen eines Magneten ein.- bzw. | ausgeschaltet. | | Das Gerät wird mit verschieden Typenschildern (Transformator, Filter, etc.) | geliefert. Dadurch ist für den Stromableser nicht zu erkennen. | | Für dieses Gerät hätte unser Entwickler eigentlich den Nobelpreis verdient. | | Einfache und schnelle Montage direkt im Sicherungkasten/Zählerschrank. | ACHTUNG! Das Gerät ist nicht zum überbrücken von FI Schutzschaltern | zugelassen!

Vermutung: Die Geräte sind kaputte Klingeltrafos und ähnliches aus dem Elektroschrott, die hier für viel Geld von Betrügern an Betrüger verkauft werden.

Die einzige Möglichkeit, elektrisch auf die Zählgenauigkeit eines E-Zählers einzuwirken, ohne in umzuklemmen, geht über Höhe und Kurvenform des Stromes. Damit erreicht man aber allenfalls ein paar Prozent Abweichung, aber keinen rückwärts laufenden Zähler. Haushaltszähler haben in der Regel außerdem eine Rücklaufsperre, würden also nichtmal rückwärts laufen, wenn man den Zähler entsprechend umklemmt (Ausgang mit Eingang vertauscht).

Markus

Ein guter Leistungszähler integriert das Momentprodukt von Strom und Spannung, typischerweise magnetisch, wobei jeweils eine Komponente an der Ständerwicklung und die andere in der Läuferwicklung untergebracht ist. Wenn Du jetzt extern in den Ständer ein Zusatzfeld induzierst, das gegenphasig zum Sollfeld ist, wird der Meßwert entsprechend falsch.

Die Dauermagnetmethode funktioniert nur, wenn man den Zähler aus dem linearen Bereich herausbefördert (wenn der Ständerkreis gesättigt ist, ändert sich der Fluß nicht mehr, und der mit Wechselstrom betriebene Läufer zittert am Platz). Die Wechselstrommagnetmethode ist im Arbeitsbereich des Zählers unterwegs.

Auch ohne Lösung einer Plombe sind Zählermanipulation natürlich strafbar.

David Kastrup

"MaWin" :

Hab auch schon einen rückwärtslaufenden Zähler gesehen, immer wenn der Strom aus war, drehte er sich ganz langsam rückwärts. War in einer Garage, klassische Nullung; vielleicht irgendwelche Querströme, die da noch rückwärts durch den Zähler liefen? Jedenfalls machte es nicht soviel aus, das der Zählerstand von Jahr zu Jahr negativ wurde.

M.

Am 20.09.2011 09:27, schrieb Günther Frings:

Reibachschaltung! Erfordert aber Zugriff aufs Vorzählerfeld. Und wenn der Zähler Rücklaufsperre hat, dann bleibt er halt maximal stehen.

Gruß Dieter

Bin mir nicht sicher. Hier mal der Beitrag, damit ihr euch ein Bild machen könnt:

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(wahrscheinlich bis 26.09.11 abrufbar) Der relevante Teil beginnt kurz hinter Minute 15. Kann man ohne Werbung anklicken.

Reibachschaltung führt ein Teil der Energie am Zähler vorbei, oder? Dann wären in dem Kasten also nur Bauteile, um das Verhältnis aus gezahlter/ geklauter Leistung zu setzen. Warum läuft das Ding dann aber auch rückwärts?

Grüße!

Naja, wenn man den Strom schon vor dem Zähler abzapft, kann man natürlich leicht Energie in den Zähler hineinpumpen.

Etwa per Spartrafo (Primär- und Sekundärwicklung eines Klingeltrafos entsprechend verschalten) ein bißchen hochtransformieren und rückspeisen.

David Kastrup

RTL, die 3 Buchstaben sagen doch alles. Ist wohl wieder ne "Doku-soap" oder wie die Formate heißen. Schon der "Sachverständige" zu Anfang ist der Hammer. Untertitel: "Diplom Sachverständiger". Der öffnet dann die Abdeckung der Verteilung und sieht sofort "Manipulationen". So wie im Film sieht es in den meisten alten Verteilungen aus, die Schmauchspuren von Kurzschlüssen müssen auch nicht von "Manipulationen" kommen...

Ach, jetzt steck ich mehr Gehirnschmalz in diese Antwort als die Autoren in ihre "Sendung". Schluss also damit!

Jürgen

"GüntherFrings" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@mid.dfncis.de...

War das nicht das Wirkprinzip unserer Vorfahren die einen Koffer mit dicken Kondensatoren dazu verwendet haben? Ich dachte das waer seit

40-50Jahren nicht mehr moeglich.

Olaf

Warum so ein grosser aufwand? In den meisten einfamilienhäusern ist es völlig trivial, strom vor dem zähler zu entnehmen. Da braucht man keine spezialprodukte.

Das ist genauso einfach wie wasser an der wasseruhr vorbei zu entnehmen.

Man macht sich halt strafbar, aber es ist einfach.

JMS

Am 20.09.2011 13:05, schrieb David Kastrup:

So ähnlich funktioniert die Reibachschaltung.

Gruß Dieter

Am 20.09.2011 17:11, schrieb Dieter Wiedmann:

Auch griechische Sparschaltung genannt.

mfg hdw

David Kastrup schrieb:

Der Ferrariszähler, soweit es ihn überhaupt noch gibt, hat nur stehende Wicklungen, eine am Stromeisen, eine am Spannungseisen. Der Vortrieb durch Wirbelströme in der spulenlosen Aluscheibe ergibt sich durch die Phasenverschiebung, die man im Spannungseisen als Induktivität eh hat. Zahlreiches Beigemüse erlaubt dann Abgleich des Leerlauffehlers, der richtigen cos(phi) Multiplikation usw. Kraft/Geschwindigkeitsumsetzung mit Wirbelstrombremse durch Permanent- magnet. Da was zusätzlich magnetisch einzukoppeln, erscheint gelinde gesagt schwierig. Da wäre es einfacher, den Zähler mit Öl zu füllen ;-). Rückwärtslaufende Zähler lassen sich leicht durch rückwärtslaufende Videos darstellen, BTW.

mfg Rolf Bombach

Manche Zähler laufen rückwärts, zB. bei Anschluß einer Solaranlage, andere aber nicht, es gibt beides, um das den Klugscheißern endlich klar zu machen. ES GIBT SOLCHE UND SOLCHE!

Den Zähler bremsen mit einem Neodymmagneten ist Volksport und funktioniert eine Weile bis du ihn entfernen mußt weil der Elektriker vor der Tür steht. Es ist nur so, daß diese mißhandelten Zähler nach Entfernen des Magneten etwas schneller laufen als zuvor, und das wird beim Austausch und Nacheichen sichtbar. Man weiß dann im E-Provider, wer gebremst hat. Bisher ist mir aber kein Fall bekannt der vor Gericht gekommen wäre, wahrscheinlich wegen der Beweislage. Wundere dich nicht, wenn danach alle Jahre Einer kommt und in deinem Zählerkasten rummurkst. SIE WISSEN ES!

(Sicher kommt jetzt irgendein Idiot und postet: "Der Zähler hat doch ein Stahlgehäuse!")

Wetten wir? w.

tape measure yagi direction finding antenna https://sites.google.com/site/tapemeasureantenna/ Geiger Counter forum http://de.groups.yahoo.com/group/Geigerzaehler/

Günther Frings schrieb:

Die heute eingesetzten elektronischen Zähler sind gegen Manipulation geschützt. Außerdem ist die Elektronik vergossen. Da kann keiner dran schrauben.

Zweitens finde ich Zählermanipulationen ungeeignet, die Kosten zu senken. Ich habe es mir angewöhnt, einfach alles auszuschalten, was ich nicht benötige. Außerdem kann es sinnvoll sein, regelmäßig den Zählerstand zu kontrollieren, damit man ungefähr weiß, was man mit der Jahresabrechnung zu blechen hat.

Holger

"Helmut Wabnig" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@4ax.com...

Hi, also unsere Ferraris sind alle "Bakelit". Nur meine Baumarkt-Zwischenzähler haben da Konservendosenblech.

Daß die Kontrollettis in letzter Zeit öfter kommen stimmt aber :-)

mfg, gUnther

"Holger" schrieb im Newsbeitrag news:j5au96$tul$ snipped-for-privacy@speranza.aioe.org...

Hi, vorsicht damit, das kann zur leichten Paranoia führen. Hab da einen Fall in der Verwandtschaft. Der lagert inzwischen Bleiakkus, Solarpanel und Benzingenerator, um im Falle eines "fremdgesteuerten" Engpasses eigenen Strom zu haben...inzwischen vermag er PC, TV und Kühlschrank komplett auf Selbstversorgung zu betreiben...ein paar Stunden.

mfg, gUnther

Am 20.09.2011 22:49, schrieb Holger:

So wie bei den Call-A-Bikes der DB?

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Hängt denke ich eher vom Strompreis ab, Bei 20 ct/kWh uninteressant, bei

5 Eur/kWh werden sich genug technisch Interessierte finden und sich anschließend eine Mafia dazu bilden :-(

Butzo

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