Shahed-136

Oct 20, 2022 Last reply: 3 years ago 114 Replies

Naja, weniger Reichweite, aber eben auch simpler zu benutzen wenn man das passende Geschütz sowieso schon an der Front hat. Eine Granate kostet wohl so in der Gegend von $70000. Je nach Ziel ist das billig. Zusammen mit Drohnen die ein Ziel suchen und die Koordinaten gleich übermitteln ist das nicht mehr so eine Nischenanwendung. Geparkten Panzer/APC/LKW/Artillery mit der Drohne gesichtet? Gleich mal einen Schuss rüberschicken und der ist ziemlich sicher gleich ein Wirkungstreffer.

Es gibt auch eine Version mit Lasertargetting für die Bekämpfung beweglicher Ziele. Dürfte komplizierter in der Anwendung sein als eine Granate mit GPS-Koordinaten zu betanken und auf die Reise zu schicken.

Gerrit

Am 31.10.22 um 20:05 schrieb Hans-Peter Diettrich:

Diese Selbstmord-Drohnen sind zwar langsam, aber so langsam, das man mit einem Fahrzeug unter ihr her fahren könnte, nun auch wieder nicht.

Außerdem dürften die Antennen von GPS-gesteuerten Fluggeräten nach oben gerichtet sein.

Am 31.10.22 um 20:04 schrieb Volker Bartheld:

Soweit ich weiß, ist dieses Feature in der aktuellen GPS-Satellitengeneration hardwaremäßig gar nicht mehr vorhanden.

Durch die freie Verfügbarkeit von alternativen GNSS und Multinorm-Empfängern ist es komplett sinnlos geworden.

Es ging ja um Jamming. Dagegen nutzt das verschlüsselte Militärsignal exakt gar nichts. Im Gegenteil, der Gegner könnte gezielt nur dieses stören und hoffen, damit zumindest einige ältere amerikanische Waffensysteme zu verwirren, die noch nicht auf andere GNSS ausweichen können.

Triangulation von GSM/LTE-Basisstationen bringt selbst in Ballungsräumen mit hoher Stationsdichte nur Genauigkeiten im Bereich mehrerer 100m.

WiFi ist einigermaßen nutzlos, weil nur auf sehr kurze Entfernungen empfangbar und in Krisenregionen durch Fluchtbewegungen wahrscheinlich auch sehr veränderlich.

Möglich ist das immer, insbesondere, wenn es an dem Ort nur wenige Drahtlosnetze gibt. Hierzumünchens zählt meine Fritte allerdings satte

33 Funknetze, da sollte das Triangulationsproblem auch bei ein paar Abweichlern noch überbestimmt sein.

Freilich kann man GPS, Baidou, GLONASS, Galileo und WIFI-SSIDs auch alle gleichzeitig spoofen *) und die Kampfdrohne dann zum Katzenstreukasten des geringsten Mißtrauens schicken. Scheint mir aber ein ziemlich hoher Aufwand.

Aber was weiß ich schon, was hinter verschlossenen Türen von FSB, FAPSI, FPS, FSO, GRU, SWR und Sluschba bespeky Ukrajiny so ausgebrütet wird. Die sind ja alle nicht dämlich dort und haben allenfalls ein Beschaffungsproblem.

Volker

*) Merke: Erlaube Deinem Smartphone niemals, automatisch mit bekannten Netzwerken zu verbinden, insbesondere wenn Du auf Hackerkonferenzen gehst. Das Xiami Redmi meiner besseren Hälfte verbindet sich nachweislich auch mit einer anderen Fritte, wenn die SID bekannt ist und das Paßwort stimmt. Bei (logischerweise) unterschiedlichen MAC-Adressen und vollkommen OHNE NACHFRAGE.

Ich bin kein intimer Kenner des WPA2-Verbindungsaufbaus, weiß daher nicht, ob die Clients regelmäßig die bekannten SSIDs pollen und ob der Host dann auch eine unverschlüsselte Verbindung erzwingen kann bzw. ohne Kenntnis des WPA-Netzwerkschlüssels einen Client ranfischen.

Zumindest bei GSM gabs da doch mal so eine Schote, wo die bösartige Funkzelle dem Mobiltelefon sagen konnte: "Ey, heute zur Feier des Tages mal alles unverschlüsselt!" und das Gespräch dann vor der Weiterleitung ins tatsächliche Netz belauschen.

Bei dir ist wohl alles "simpel".

Mach mal.

w.

Das erinnert an das bekannte Zitat von Clausewitz:

Es ist alles im Kriege sehr einfach, aber das Einfachste ist schwierig.

Gerrit

Wie kommst Du auf das schmale Brett? Ich sprach von "simpler Triangulation". Wenn es der Bub in diesem Hackaday-Projekt schafft: [1], dann wird es wohl auch der geballte Intellekt eines Staates bzw. seiner gut bezahlten Militärindustrie fertigbringen. Wenn es auf der Flughöhe oder in dem Abstand, in dem sich die hypothetische Kampfdrohne befindet, keine ausreichende Zahl von Funknetzen gibt, dann geht es halt nicht.

Ziemlich dämlicher Kommentar. Sonst noch was beizutragen? Konstruktiv am Ende sogar? Ist ohnehin eine recht merkwürdige Diskussion hier, schließe mich da der Beobachtung von IIRC Marte an.

Joah. Kann schon sein. Ich für meinen Teil habe jetzt eigentlich genug Kaffeesatzleserei betrieben, so spannend ist das Thema dann auch wieder nicht. Die Experten der Ukraine und in Rußland werden das schon machen, da bin ich guter Hoffnung.

Volker

[1]
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Am 01.11.22 um 08:43 schrieb Hergen Lehmann:

Vor allem konnte man dank der 2 Frequenzbänder den Faraday der Ionossphäre wegrechnen und hatte auf 1200+ MHz ein PN-Signal mit mehr Bandbreite, d.h. Auflösung.

Mit selective availabilty war schon vor 20 Jahren kein Blumentopf mehr zu gewinnen. $(DAMALS), als GPS konzipiert wurde, konnte sich keiner in seinen Träumen ausdenken, dass man mal die Trägerphase tracken könnte, geschweige denn in in einem $2-Chip. Da braucht man keine Entschlüsselung dafür.

Die Basisstationen sind selber von GPS abhängig. Mein Lucent KS-24361 GPS ist genau dafür gebaut worden, mit 2 5-MHz- Quarzöfen zwecks Redundanz. Teilweise wurde auch Rubidium für bessere Durchhaltezeiten ohne GPS benutzt.

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Die Redundancy unit ist unten.

Heute nehmen die Basisstationen teilweise die Frequenzen von ihren Nachbarn, zur Kostendämpfung. Mit schlechterem Platz in der Hackordnung wird das sicher nicht besser.

Alles, was nicht trägersynchron ist, das taugt nix.

Gerhard

Ja, aber auch Richtantennen haben Nebenkeulen. Beispiel für eine GPS-Patchantenne:

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S.6: abgesehen von einem schmalen Loch bei ca. 160° hat die auch von unten noch -15dB .. -20dB - mit genug Sendeleistung (das sollte bei den GPS-Pegeln nicht mal so viel sein) und einer Richtantenne am Jammer sollte da was machbar sein.

Man kann sicher besser nach unten abgeschirmte Antennen bauen (ich habe beim schnellen Querlesen von Datenblättern aber auch schlechtere gefunden), aber wir reden ja von COTS-Hardware.

cu Michael

Der Motor, der die Drohne schleppt, dürfte auch noch Kraft für einen Generator haben (statt Akku).

DoDi

Ja, kann man prinzipiell machen. Allerdings ist das nicht so einfach, wie bei kommerziellen Empfängern. Vom Erdboden aus geht da nix, weil GPS-Antenne nach unten hin komplett abgeschirmt. Und der Empfang geschieht durch Phased Arrays. Damit kann die Drohne nicht nur Störstrahlung aus falschen Richtungen gezielt dämpfen, sondern die Richtung des Störsenders eventuell auch dann noch feststellen, wenn die eigentliche Positionsgebung bzw. Zielfindung durch diesen Störsender komplett ausgefallen ist. Was die Drohne dann wohl macht?

Grüße Michael Strauß

Hi Hergen,

Unter der Voraussetzung, dass man innerorts und in Straßenschluchten Mehrfachreflexionen und Abschwächungen hat. Ausserdem bezogen auf die RSSI-Messungen gängiger Mobilfunkchipsätze, die eigentlich nur dazu da sind, fünf Segmente aufzulösen.

Marte

Am 01.11.22 um 20:55 schrieb Marte Schwarz:

Die Drohne hätte stattdessen damit zu kämpfen, das sie außerhalb der (nach unten gerichteten) Haupt-Abstrahlrichtung der Antennen unterwegs ist und regelmäßig nur Nebenkeulen mit unbestimmter Dämpfung empfängt. Das dürfte für eine Triangulation kaum hilfreich sein, im Gegenteil.

Außerdem dürften die Russen die Infrastruktur nicht mehr kaputt schießen, wenn sie sie auf diese Weise nutzen wollten...

Gäbe es denn billige und leicht beschaffbare COTS-Alternativen, die genauere Messdaten liefern?

Helmut Schellong schrieb:

"Nach Möglichkeit bitte wenden!"

Du meinst einen Magnetkompass? Meins der unteren Mittelklasse: Ja. Allerdings hat die Hülle einen Magnetverschluss. Sehr intelligent.

Rupert Haselbeck schrieb:

Gerhard schrieb: (ich zitiere, da hier wieder mal auf was Bezug genommen wird, was nicht direkt da steht. Ist das ein Juristentrick?)

¦ Ja, die Zahlen. Die Zahlen, die im Netz am häufigsten genannt ¦ werden sind jetzt 1000 Knoten und 18000 Fuß Höhe, also eher ¦ gegen ICBMs als gegen Eric. :-)

Es geht um "Nennungen im Netz". Das muss genau gar nichts mit Sachverhalten an sich zu tun haben. Flat Earth wird auch 615’000’000 mal genannt.

Ausserdem sind 900 km/h auch nur etwa 500 kt.

Wir nähern uns den Ausreden von Waffenhändlern und Crackdealern.

Bernd Laengerich schrieb:

Der Klassiker war ein Bildschirmfoto von Jorgen Lund-Nielsen, "zuschnell.jpg" oder so. Finde es leider nicht mehr.

Sie befinden sich zwischen Lügde und Bad Pyrmont. 827 km/h Tempo 50 Zone!

Am 05.11.2022 um 13:32 schrieb Rolf Bombach:

Es ging ja nicht darum, mit Google zu navigieren sondern darum, die Rechenleistung und die Kamera des Handys unabhängig vom GPS zu navigieren. Das wäre auch softwaretechnisch relativ einfach zu realisieren.

ja genau

Ich weiss gar nicht, ob in meinem sowas eingebaut ist.

>

Hergen Lehmann schrieb:

Sicher. Aber nicht hinsichtlich astronomischer Beschleunigungswerte. So ein AGM-158 wiegt eine Tonne, die Hälfte davon Sprengstoff, und ist eigentlich ein Flugzeug. Drin hat es ein Turbinentriebwerk, FLIR und sicher INS-ähnliches Zeug allein schon zur momentanen Lagestabilisierung wie in Modelldrohnen. Und wie ein Flugzeug hat es auch bewegliche Steuerflächen. Wird ausserdem vom Flugzeug abgeworfen. Tomahawk kann von See aus gestartet werden, aber auch das mit einer Rakete und nicht wie eine Artilleriegranate. Das Handy aus 30 cm Höhe auf den Tisch knallen lassen ist da viel, äh, fordernder.

Marte Schwarz schrieb:

Die fürchtet man nur, wenn ohnehin eine Amok laufende Atommacht dahinter steht. Würde nur ein so ein Biest in Israel einschlagen, gäbe es innert Stunden den iranischen Hersteller nicht mehr. Und alle Antisemiten würden wieder aufheulen. Aber von Putin muss man sich es halt bieten lassen. Gas, Atom und so.

Volker Bartheld schrieb:

Das ist klar. Allerdings: Mittlerweile hat der Iran doch recht plötzlich zugegeben, dass sie doch früher einmal[tm] eine begrenzte Anzahl (was denn sonst?) an Drohnen Russland "zur Verfügung gestellt" haben. Aha. Immer, mit Verzögerung, vielleicht halb so viel zugeben wie erwiesen.

Systematisches staatsgetriebenes und nicht auf den eigenen Staat beschränktes Lügen erfolgt eindeutig auf der Seite Russlands, AdD-Meinung hin oder her.

BTW, per Zufall gerade gefunden, das peinliche Interview mit dem damaligen Marine-Pressesprecher anlässlich des Unfalls mit der K-141 Kursk. Ich komm grad nicht auf den Namen, jedenfalls viel pusten und stirnrunzeln, räuspern, Krokodilsträne...

Klar, zuerst war da natürlich der Westen schuld...

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Klar, natürlich ausschliesslich auf NATO-Seite. Während die Sowjets ausschliesslich den Frieden sicherten und nun doppelt so viele Kernwaffen haben wie die USA. Dir ist sicher auch bekannt, dass die Sowjets Kernwaffen auf dem US-Nordamerikanischen Festland stationiert hatten?

Und wo genau ist denn nun dieses total überrüstete NATO-Europa?

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