Reinigung Fernbedienung bei Kontaktproblem

Sep 26, 2022 Last reply: 3 years ago 65 Replies

Hallo,



gegeben ist eine Fernbedienung (Festplattenrecorder), bei der nur manche Tasten kaum noch tun. Also habe ich sie aufgeknackt.



Die Tasten bestehen aus einer durchgehenden Gummimatte mit Erhebungen, die dann im gedrückten Zustand auf der Leiterplatte die kammartig verschränkten Kontakte schließen. Die Matte kann man komplett abheben.



Bei den problematischen Tasten ist mir ein öliger Film auf der Platine und den Kontaktflächen der Tasten aufgefallen. Der ist wohl isolierend.



Wie robust ist denn die leitfähige Beschichtung des Gummis, kann man da schon auch etwas kräftiger rubbeln, damit das sauber wird? Probiert hätte ich es ganz naiv erst mal mit Wasser und Seife oder Spüli.



Bei der Leiterplatte ist das vermutlich nicht ganz so kritisch, da würde ich erst mal grob alles mit Küchenpapier abwischen. Sollte man für die verbleibenden Reste besser mit Isopropanol ran? Aber ob das das ölige Zeug gut löst, weiß ich nicht.



Vielen Dank im Voraus für Hinweise, Holger


Silikonausschwitzungen aus der Matte. Nachdem dort alle möglichen Zuschlagstoffe drinnen sind, Bindemittel und Weiß-der-Allmächtige was sonst noch, kann das immer mal wieder, je nach Umgebungsbedingungen und meist nach längerer Zeit passieren.

Die Fernbedienungen, die ich überarbeitet habe, vertrugen auch Ethanol, Isopropanol und Bremsenreiniger. Waschbenzin sollte wohl auch gehen, bei Aceton und Silikonentferner wäre ich vorsichtig.

Kommt drauf an. In extrem billigen Produkten sind diese Kontaktmäander auch gerne mal als Kohleschicht aufgedruckt. Die kann man mit ungeeignetem Lösungsmittel "wegwischen" (BTDT), dann ist natürlich Essig. Außer, die willst selber eine Platine entwerfen oder mit (Leit)Silberlack auf Schablonen malen.

Mit Spüli, heißen Wasser und Isoprop bekam ich das Zeugs einigermaßen runter. Das Problem tauchte allerdings nach ein paar Jahren wieder auf, insbesondere die häufiger benutzten Tasten. Schließlich sollen die Konsumenten ermutigt werden, sich gelegentlich nach neuen Produkten umzusehen.

Volker

Der Elektronikprofi aus meiner O-Phasen-Gruppe¹ empfiehlt für sowas Orangenöl.

Grüße Marc

¹ ja, 35 Jahre her, wir haben immer noch regelmäßig Kontakt.

ACK: Erstmal den Silikonölschmodder runter, s.o.

Wenns dann nicht wieder bzw. irgendwann in ein-zwei Jahren nicht funktioniert, gibt's bei eBay für kleines Geld Leitgummipunkte mit Kleber. Diese auf die Matte geklebt, und das Ding geht wieder (sofern es an der Matte liegt und nicht an dem weggerubbelten Kohleaufdruck).

Thomas Prufer

Der kommt mit den Jahren wohl aus der Gummimatte.

ES ist ein Risiko. Es gibt aber Graphitspray das koenntest du hinterher wieder aufpinsen. Ist die Frage wie gut das noch auf einer Matte haelt wo das Silikonoel schon rauskommt.

Isoprop schadet Platinen nicht, hau drauf. Kontakt LR geht noch etwas besser. Das ist 90% Iso mit etwas Reinigungsmittel.

Olaf

Je mehr Druck und je öfter die Betätigung, je schneller. Bei manchen Fabrikaten nie, bei anderen unerfreulich schnell. Meist haben Letztere eine Zehnerpotenz mehr Schnappnasen, wegen des Gesetzes der größten Gemeinheit.

Volker

Ich antworte jetzt mal hier, danke auch für die anderen Hinweise.

Am 26.09.2022 um 16:06 schrieb olaf:

So ist es wohl

Vorsichtig Wasser und Seife war nicht ganz erfolgreich, nicht alle Tasten sind sauber geworden. Kann ich aber noch wiederholen.

Dummerweise habe ich vorher nicht nachgeschaut... Bei manchen Tasten messe ich mit dem Multimeter zwischen 50 und 100 kOhm, bei den kritischen Tasten leider nur mehrere MOhm oder gar nichts. :-(

Graphitpulver hätte ich, aber das wird allein wohl nicht halten. Ich habe auch mal was von Alufolie aufkleben gelesen, aber doppelseitiges Klebeband hält da auch nicht wirklich. Hat da jemand schon einmal Sekundenkleber probiert?

Das hat bei der Leiterplatte gut funktioniert, bei den Kontakten auf ihr kann ich auch noch plausible Widerstände messen.

Holger

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Oder halt Silberlack.

Noe hab ich nicht. Auf Silikon haelt fast nix. Ich wuerde langfristig erwarten das alles was du da aufklebst abfaellt. Vor allem auch weil deine Gummitasten sich ja biegen. Das sind obige Farben besser, aber auch da waere ich nicht sicher.

Andererseits kann man gerade Gummi mit Sekundenkleber besonders gut kleben. Also ausprobieren.

Olaf

Hmmm. Das ist aber insgesamt ziemlich hochohmig. Habe jetzt keinen Vergleich zur den Kontaktgummis der Fernbedienungen hier (das Teil passend zur madigen 32"-Philips-Glotze NOCHMAL zu reparieren habe ich mich noch nicht aufgerafft), aber IIRC solten das eher einstellige Kiloohm statt dreistellige Kiloohm oder mehr sein.

Kannst ja auf der FB-Platine mit Prüfspitzen und drangefrickelten Kohleschichtwiderständen experimentieren, wann das Ding auslöst.

Laß sein, das wird nix. Am besten ein passendes Reparaturset kaufen. Lupenbrille und scharfes Skalpell bereithalten. Das wird kein Spaß.

Volker

Koennte aber noch okay gehen. Schliesslich ist so eine FB auf geringen Stromverbrauch designt, da macht Hochohmigkeit durchaus Sinn. Bedenken haette ich bei allem ueber 100k.

Olaf

Das hier

Gummis für Fernbedienung - Reparatur der Fernbedienung

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funktioniert. Die Nübbel sind aber nur ein paar mm im Durchmesser. Eventuell mus man etwas von der Matte wegsäbeln, ist aber machbar. Konnte ich, und *ich* meide SMD...

Thomas Prufer

"Holger Schieferdecker" schrieb:

Ich hatte mal eine Tastatur mit dünnen Alu-Draht repariert, einfach in eine dünne Nähnadel eingefädelt und dann ein par Stiche durch den Knubbel an der Silikonmatte.

Vorher hatte ich es schon mal mit Kupferdraht probiert, das hat sich, wohl durch den Essig aus dem Silikon, nach wenigen Wochen in Grünspan zersetzt...

Frank

Mein Eindruck ist, erst einmal halten sie lange problemlos. Nach der ersten Reinigung geht es schnell, aber der zweiten immer schneller. Es liegt imho nicht am mangelhaften Reinigen sondern daran, daß die Matte, wenn es einmal anfängt, immer schneller und immer unaufhaltsamer zerfällt.

Am 26.09.22 um 22:19 schrieb Frank Müller:

Kreativ :)

Ich meine, ich hab schon mal Kontaktgummis durch Einmassieren von Graphitpulver regenerieren können, ist aber zu lange her - kann sein, daß ich danach auch noch was anderes probieren mußte. Wie lange es gehalten hat weiß ich auch nicht - das war bei einem Autoradio, und die Karre hab ich wenig später verkauft.

Hanno

"Hanno Foest" schrieb:

Hier habe ich noch ein Bild davon gefunden:

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war der erste Versuch mit Kupfer, das hat nicht lange mitgemacht beim nächsten hatte ich dann Aludrähte aus der Abschirmung von Koaxkabeln genommen, das funktioniert jetzt schon einige Jahre.

Meine ersten Versuche war mit auf feinen Sandpapier zerschliffener Bleistiftmine, auch das geht eine gewisse Zeit, ist aber keine Dauerlösung.

Frank

Aparte Lösung! Vielleicht würde auch ein Tropfen regulärer, neutralvernetzender Silikonkleber gehen, in den man bis zur Sättigung Aktivkohle aus der Apotheke einrührt. Die Nubsies auf der Matte evtl. vorher mit Isoprop/Aceton/usw. reinigen, ggfs. leicht anrauhen oder mit dem Cuttermesser was abschneiden.

Ich glaube, nichts von alledem ist eine Dauerlösung. Insbesondere, wenn

- wie im OP dargestellt - Silikonöl aus der Matte trieft.

Volker

Ich werde es mit sowas mal probieren und dann berichten.

Danke, Holger

"Holger Schieferdecker" schrieb:

Mit Leitsilber hatte ich auch mal probiert, das hat auf der Silikonmatte nicht lange gehalten.

Frank

Beides dürfte aushärten und daher auf Silikon!gummi nicht lange halten.

Hanno

Also wenn man das hier so liest, könnte man doch wieder ostalgisch werden:

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Sowohl direkt am Gerät als auch an der Fernbedienung Sensortasten - da gab's einfach keine Probleme. Mit ordenlichen Ducktastern übrigens auch nicht (die's ja auch in winzig gibt). Ich weiß noch, mit welchem verständnislosen Kopfschütteln wir damal den "technischen Fortschritt" mit diesen "Radiergummistummeln" zur Kenntnis nahmen ...

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